Berichte

Zweiter Abschnitt der ‚Wanderung auf den Spuren der Gefährten‘ vonstatten gegangen

Am letzten Mittwoch, lud Elbenfräulein, Belsaia Berenie, von der ‚Gemeinschaft der freien Völker‘, zur siebten Abendstunde, vor das ‚Tänzelnde Pony‘ in Bree ein. Von dort – dem Endpunkt der ersten Etappe – sollte die geführte Wanderung auf ‚Frodo’s Spuren‘, weitergehen. Die kommentierte Reise, die dieses Mal bis Bruchtal gehen sollte, zog erneut zahlreiche interessierte Mitwanderer an.

 

Anfangs warteten mit Herrn Figaros und den Damen, Myrilein und Arielya, sowie meiner Wenigkeit, Beuno Willowtree, erst vier Besucher auf die leicht verspätet eintreffende Reiseleiterin, Frau Belsaia, was sich im Verlauf der Wanderung jedoch noch ändern sollte. Herr Clopin, im Hintergrund, lehnte die Einladung zum Mitgehen – trotz mehrmaliger Wiederholung – allerdings leider vehement ab.

Aufgrund der obengenannten Verspätung, fackelte Belsaia dann auch nicht länger und führte uns – grad als das Fräulein Yaneth zu uns stiess – direkt erstmal in das ‚Tänzelnde Pony‘ hinein, wo auch die Gefährten dereinst eine Rast eingelegt hatten.

Belsaia: ‚Die meisten von Euch werden sich noch an die Geschichte erinnern, die hier im Pony von vier seltsamen Halblingen erzählt wurde. Man sagte, einer von ihnen konnte einfach so verschwinden und wieder auftauchen. Aufgetaucht ist Frodo ja dann auch wieder. Hier in der Ecke, in der Streicher damals saß. Nun die Geschichte ist wohl bekannt. Soweit mir bekannt ist, wird der Schlafraum der Hobbits schon seit Längerem nicht mehr vermietet und Gerstenmann hat dort ein Lager eingerichtet.‘

Beim Herausgehen, liefen wir fast direkt in, Hobbitfräulein Azaline und Hobbitherrn Faroweis, hinein, die angelaufen kamen, um ebenfalls an der Wanderung teilzunehmen. Die beiden wurden erfreut Willkommen geheissen und direkt wieder mit hinaus genommen, während Belsaia weitere Fakten zum Besten gab.

Belsaia: ‚Wir werden das Gasthaus jetzt wieder verlassen und uns auf den Weg der Gefährten durch und aus Bree heraus begeben.‘

Kurz vor dem südlichen Tor, machten wir an einem baufälligen, zwielichtigen Haus halt.

Belsaia: ‚Unsere Freunde mussten nach den Ereignissen der Nacht, ihren Plan, Bree heimlich zu verlassen, aufgeben. Deshalb sind sie am späten Morgen, ganz offen Richtung Südtor gezogen. Hier sehen wir Lutz Farnrichs Haus. Es sieht immer noch nicht sehr gastlich aus! Hier hat Sam übrigens seine Treffsicherheit unter Beweis gestellt, als er Farnrich mit einem Apfel die Nase eingedellt hat.‘

Belsaia: ‚Wir verlassen nun Bree und werden für eine lange Zeit nicht mehr zurückkehren. Also schaut euch das Städtchen nochmal an!‘

Belsaia: ‚Hier bitte nicht durchs Feld laufen, dann bekomme ich wieder Ärger mit Herrn Mückenquetscher. Wir gehen nun durch den Wald. Von hier sieht der Chetwald eigentlich ganz friedlich aus.‘

Belsaia: ‚Ungefähr hier schlugen die Gefährten ihr zweites Nachtlager seit Bree auf.‘ 

Belsaia: ‚Am dritten Tag verließen sie den Chetwald und kamen in die Mückenwassermoore. Nach der Beschreibung müsste das etwa hier gewesen sein.‘ 

Belsaia: ‚Vorsichtig, die Mücken sind hier echt groß und das Moor ist tückisch, passt bloss auf, wo ihr hintretet! Die Hobbits und Streicher sind zwei Tage durch die Mückenwassermoore gestapft. Wir werden das – dank unseres heutigen Wissens – etwas abkürzen.‘

Dann ging es steil bergauf, wobei alle – besonders wir Hobbits – doch etwas ins Schnaufen – und auch ins Rutschen – gerieten. Belsaia redete uns jedoch sogleich Mut zu und versprach uns einen Ausblick, der uns gleich wieder für den Aufstieg entschädigen würde.

Belsaia: ‚»Das ist die Wetterspitze«, sagte Streicher. »Die alte Straße, die wir weit rechts von uns haben liegen lassen, verläuft südlich an ihr vorbei, nicht weit von ihrem Fuß. Morgen Mittag könnten wir da sein, wenn wir gerade darauf zugehen. Aber ob wir das tun sollten?« Vor langer Zeit, in den frühen Tagen des Nördlichen Königreichs, wurde auf der Wetterspitze, oder dem Amon Sûl, wie man den Berg nannte, ein großer Wachturm erbaut. Einst war er hoch und schön und man sagt, Elendil hat von dort oben nach Gil-galad Ausschau gehalten.‘

Belsaia: ‚Die Gefährten wanderten auf der alten Versorgungsstraße weiter Richtung Osten. Das tun wir jetzt auch. Der Weg schützte unsere Gefährten vor neugierigen Blicken.‘

Der besagte Weg war jedoch trotzdem nicht ganz ungefährlich, da es dort vor Wölfen nur so wimmelte, worüber Belsaia sich leicht erstaunt zeigte.

Belsaia: ‚Soviele Wölfe gab es aber damals hier nicht!‘

Am Fuss der Wetterspitze stiessen wir auf ein kleines Lager und legten spontan eine kurze Rast ein.

Belsaia: ‚Hier haben die Gefährten Spuren entdeckt und Merry und Pippin sind hier unten geblieben, um das Nachtlager vorzubereiten.‘

Nach der Pause kam Belsaia mit einer haarsträubenden Idee um die Ecke.

Belsaia: ‚Wollen wir einen kleinen Wettlauf machen? Wer zuerst oben auf der Wetterspitze ist?‘

Überraschenderweise waren wohl alle so ausgeruht, dass der Vorschlag kurzerhand, angenommen und umgesetzt wurde! Oben angekommen, wurde als Siegerin dann das Fräulein Azaline gekürt, da Faroweis einen Frühstart hingelegt und Herr Figaros, wegen seiner langen Beine, einen unerlaubten Vorteil gehabt hatte.

Belsaia: ‚Hier etwa müssen unsere Freunde gestanden haben, als sie die Schwarzen Reiter auf der Straße sahen. Genau, man wird hier selbst auch gut gesehen. Deshalb schnell wieder nach unten!‘

Belsaia : ‚Hier mussten sich die Gefährten gegen die Nazgul verteidigen und hier wurde Frodo auch durch die Morgulklinge verletzt. Das war nicht oben auf dem Berg wie manche immer behaupten. Über den nächsten Abschnitt, die Reise bis zur letzten Brücke gibt es nicht allzuviel zu berichten, außer, dass sie sehr schnell unterwegs waren und die Straße gemieden haben.‘

Belsaia: ‚Der Wald südlich der Straße, in den sie zum Schutz vor unerwünschten Blicken gewechselt sind, existiert heute nicht mehr. Deshalb können wir getrost die Straße benutzen. Aber nicht direkt bis zur letzten Brücke, sondern erst noch kurz vorher auf der rechten Seite den Hügel hinauf.‘

Von diesem Hügel – hoch über der ‚Letzten Brücke‘ – bot sich uns ein atemberaubender Ausblick dar.

Belsaia: ‚Nachdem sie hier die Brücke überquert hatten, versuchten sie ihr Glück wieder abseits der Straße.‘

Belsaia: ‚Wir sind hier in Trolland – den ‚Trollhöhen‘ – und da die Bäume ziemlich dicht beieinander stehen, so dass die Sonne nicht durchkommt, schleichen die Kerle hier manchmal auch tagsüber herum! Falls ihr welche seht, sollten sie die „Großen“ schnell erlegen. Nicht das einer von unseren kleineren Begleitern im Kochtopf landet!‘

Belsaia: ‚Die Gefährten sind auf diesem Pfad weit nach Norden abgekommen und mussten aufpassen, dass sie nicht in die Ettenöden geraten. Sie waren nun schon 10 Tage unterwegs, seit sie an der Wetterspitze angegriffen wurde. Frodo ging es zu dieser Zeit immer schlechter. Hier sind die Hobbits auf die drei Steintrolle gestopßen und haben erst einmal einen tüchtigen Schrecken bekommen. Als sie sich überzeugt hatten, das dies Bilbos Trolle waren und über ihre Vergesslichkeit gelacht hatten, setzen sie ihren Weg fort und kamen einige Zeit später wieder auf die Straße.‘

Belsaia: ‚Hier ist es ganz nett. Wir machen mal eine Pause, um etwas zu Essen und zu Trinken. Bedient Euch, das Pony schleppt alles nur für euch mit! Wir laufen dann jetzt noch ein Stück, bis zu der Stelle, wo die Gefährten auf den Elben getroffen sind, ab dort wird wieder geritten.‘

Belsaia: ‚Ich weiß nicht, ob das der Stein mit den Zwergenrunen ist, den Streicher Merry zeigte, aber es muss genau so einer gewesen sein. Ungefähr hier müssen die Gefährten ein Platz für das Nachtlager gesucht haben, als sie Pferdehufe hörten. Vermutlich hier sind sie auf Glorfindel gestoßen. Frodo, der nun schon recht schwach war, ritt von hier auf Glorfindels weißem Pferd und so legten sie bis zum Nachmittag fast 20 Meilen zurück, als sie von den Schwarzen Reitern eingeholt wurden. Deshalb reiten wir jetzt auch bis zur Furt?‘

Belsaia: ‚Als Frodo das andere Ufer erreicht hatte, der Anführer in der Mitte des Flusses und drei der Nazgul noch am jenseitigen Ufer waren, schwoll der Bruinen an und eine gewaltige Flut riss Ross und Reiter mit sich. Es sah aus, als ob Pferde aus Wellen und Schaumkronen über die Nazgul hinweg fegten. Wir wollen den Fluss nicht herausfordern und wechseln jetzt ans Ufer. Die drei verbliebenen Verfolger wurden von den Gefährten mithilfe der Fackeln, in den Fluss getrieben, der alle weit nach Süden spülte. Ab hier sah und hörte Frodo nichts mehr und von dem weiteren Weg nach Bruchtal ist nur wenig bekannt.‘

Belsaia: ‚Wir werden den üblichen Weg nach Imladris nehmen und ich erzähle euch noch Einiges von dem, was sich später in Elronds Haus zugetragen hat. Frodo war bereits vier Tage bewusstlos, bevor er in Bruchtal erwachte. Das erste was er sah, war Gandalf. Sie unterhielten sich über Sam, über Streicher, die Waldläufer…Von Gandalf erfuhr Frodo auch, wie er von der Furt nach Bruchtal gelangt war. Als die von Elrond beschworene Flut vorbei war, fanden die Gefährten Frodo am Ufer liegend unter sich ein zerbrochenes Schwert.

Belsaia: ‚Er wurde dann von den Elben aus Bruchtal vorsichtig nach Imladris ins letzte heimelige Haus gebracht. Nachdem sich Frodo noch etwas erholt hatte, brachte Sam ihn zu Pippin, Merry und Gandalf. Er traf auf Elrond, den Herrn von Bruchtal, auf den Elbenfürsten Glorfindel und er sah Arwen Undómiel, die Tochter Elronds, Enkelin von Galadriel und Celeborn, der man nachsagte, sie sei das Ebenbild Lúthiens, ihrer Ahne.‘

Belsaia: ‚Mit diesem Bild sind wir sicher in Imladris angekommen und ich bedanke mich bei allen, die mich begleitet und bis hierhin durchgehalten haben. Über die weiteren Erlebnisse Frodos und seiner Freunde, hier in Bruchtal, werde ich zu Beginn der dritten Etappe berichten.‘

So endete diese wunderbare Führung auf der Brücke im wunderschönen Bruchtal. Alle bedankten sich überschwänglich bei unserer kundigen Reiseleiterin, Fräulein Belsaia, welche diese Wanderung zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Beteiligten, hatte werden lassen! Dankeschön und bis zum nächsten Mal, liebe Bel!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Belsaia

    Hallo Beuno,

    vielen Dank für deinen ausführlichen Artikel und die schönen Bilder unserer Wanderung. Allein dafür lohnt es, weiterzumachen.

    LG
    Belsaia

    • Beuno Willowtree

      Nicht zu danken, liebe Bel! Ich hatte auch viel Spass und danke, für dein Lob! 😀

  2. Tulpeline

    Sehr schöne Bilder Beuno

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