Berichte

Verein zur Rettung der Backstube Oberbühl: Erstes Treffen in Finkhopfen abgehalten!

Am vergangenen Sonntag, traf sich der neugegründete 'Verein zur Rettung der Backstube Oberbühl', unter Leitung der Vertrauten der Backstubenbesitzer 'Familie Holzinger', Fräulein Hazelnuss Kleinbau, im beschaulichen 'Finkhopfen'. Dort hatte ihr Kollege, Bäckermeister Faroweis Birnhaag, ab der achten Abendstunde, die Räumlichkeiten seines Smial für das Treffen zur Verfügung gestellt.

Als ich zusammen mit Herrn Olivio, den ich auf der Strasse getroffen hatte, in der Bäckerei ‚Smialtörtchen‘, die ja den Haupteil von Faroweis‘ Smial in ‚Finkhopfen‘ einnimmt, eintraf, waren neben dem Gastgeber – Faroweis Birnhaag -, auch schon das Fräulein Hazelnuss Kleinbau, als Initiatorin des Treffens und Interessenvertreterin der ‚Backstube Oberbühl‘, sowie das Fräulein Jelscha und Herr Bango Gerstfeld, anwesend. Während die allgemeine Begrüssung vonstatten ging, labte ‚Essperte‘ Bango sich bereits an den von Faroweis aufgetragenen, knusprigen ‚Hähnchenschlegeln‘, die er für seine Gäste, im grossen Mehrkammer-Ofen der Bäckerei, frisch zubereitet hatte. Eingedenk der nicht gerade sprichwörtlichen ‚Pünktlichkeit‘ von uns Hobbits, beschlossen Hazelnuss und Faroweis gemeinschaftlich, noch einige Minuten auf Nachzügler zu warten.

Fräulein Kleinbau hatte drei frische Laibe Brot aus eigener, oberbühler Fertigung dabei, damit sich die Besucher auch ein Bild von der Qualität der Produkte der gefährdeten Backstube machen konnten. Ich schnitt ihr diese gerne mit unserer zwergischen Brotschneidemaschine in mundgerechte Scheiben und plazierte das Brot-Tablett zur Selbstbedienung, auf dem Esstisch, neben Butter, Honig und verschiedenen Marmeladen. Dazu wurde heisser Früchtetee – oder wahlweise ein süffiges Bierchen – gereicht, sodass alle gerade am Schmausen waren, als mit, Fräulein Millaray, Herrn Mikho und Huugo Haarfuss, noch drei weitere, am Verein interessierte Gäste, zu unserer Gruppe hinzustiessen und natürlich sogleich mit an den Tisch geladen wurden. Das köstliche Brot wurde von allen sehr gelobt und selbst das Fräulein Jelscha, die leider unter Allergien zu leiden hatte, griff kräftig zu. Auch Bäckermeister Faroweis nickte nach der Kostprobe anerkennend und meinte, dass sich die Rettung einer Bäckerei, die solch exzellentes Brot produziert, quasi ein ‚Muss‘ darstellt. Fräulein Kleinbau freuten diese Worte sehr uns sie bat Herrn Birnhaag daraufhin spontan, doch die offiziellen Eröffnungsworte zu sprechen.

Faroweis: ‚Nun Freunde, wir haben uns heute hier versammelt, um eine Backstube vor dem Ruin zu retten. Törtchen sind wichtig und Backstuben auch. Genau aus diesem Grund braucht man davon mehrere! Eine allein, vor allem unsere ‚Smialtörtchen‘, kann den Verbrauch nicht stillen. Darum setze auch ich mich dafür ein: Rettet die Törtchen! Rettet die Backstube Oberbühl!‘

 

Nach dieser inspirierenden Ansprache und nachdem der Beifall für Faroweis abgeklungen war, versammelten sich alle rund um den Esstisch, wo Fräulein Hazelnuss das ‚Zepter der Wortführung‘ übernahm.

Hazelnuss: ‚In Ordnung, dann bitte ich um Ruhe. Also, vielen Dank, dass ihr alle so zahlreich erschienen seid! Wir wissen zwar alle, worum es geht, dennoch… Na sowas? Wer kommt denn jetzt noch, bestimmt Tynebald, er kommt immer zu spät.‘

 

Tatsächlich hatte es mitten in Hazelnuss‘ Vortrag, an der Vordertür geklopft und sie selbst begab sich, von den neugierigen Blicken aller verfolgt, höchstpersönlich zum Eingang, um den vermeintlichen Tynebald hereinzulassen. Doch stand dort mitnichten der vermutete Hobbitherr, sondern ihre vierschrötige Tante Hortensia! Vor Schreck schloss Hazelnuss die Tür sofort wieder, bevor die Liebhaberin opulenter Kopfbedeckungen, auch nur die kleinste Chance hatte, zu uns anderen hereinzuschlüpfen. Fräulein Kleinbau geriet leicht in Panik, ob der Anwesenheit der traditionsbewussten Suffragette.

Hazelnuss: ‚Das ist schrecklich! Wenn nicht alles so abläuft und jeder sich so verhält, wie sie es gerne wünscht, steht unser Verein morgen ganz groß in der Zeitung und niemand würde mehr spenden!‘

 

Während Mikho mit dem Auftrag die alte Dame hinzuhalten, nach draussen geschickt wurde, gab Hazelnuss uns rasch einen Blitzkurs in Sachen Benehmen und Manieren und liess uns ein Begrüssungs-Spalier für die resolute Tante bilden, damit sich deren Unmut garnicht erst regen würde. Zudem stand Fräulein Millaray mit einer heissen, doppeltgebrühten Tasse ‚Erdbeer-Kirsch-Tee‘ bereit, als es Hazelnuss endlich wagte, ihre Verwandte hereinzulassen. Hortensia zeigte sich dann sichtlich beeindruckt von der ‚Verbeugungs- und Knicks-Orgie‘, mit der sie begrüsst wurde, sodass sie die harschen Worte, die sie eigentlich zu ‚Kläffen‘ vorgehabt hatte, sofort wieder vergass und verdutzt, die ihr dargebotene Teetasse entgegennahm. Damit war das erste Eis gebrochen und alle bemühten sich fürderhin, das eloquente Mütterchen, mit höflicher Konversation, zu beschäftigen und abgelenkt zu halten. Aber Hortensia wusste durchaus auch, was die Stunde geschlagen hatte.

Millaray: ‚Wir freuen uns, dass Sie den beschwerlichen Weg auf sich genommen haben, um hierher zu kommen!‘

Horrtensia: ‚Aber gerne doch, wo es doch um ein so löbliches Anliegen geht.‘

Faroweis bat dann alle hinüber in die Backstube, wo er auch seinen Geldschrank – einen zwergischen Tresor – stehen hatte. Als alle versammelt waren, überreichte er dem überraschten Fräulein Hazelnuss eine schwere Geldkassette, die eine grosse Spende zur Unterstützung ihrer Backstube enthielt.

Faroweis sagt: ‚Ich hoffe ihr wisst es zu schätzen. Viele haben mir abgeraten Euch zu unterstützen. Ich würde mein Geschäft zerstören. Ich aber denke, Konkurrenz belebt das Geschäft und gerade der Norden des Auenlandes kann eine zusätzliche gute Backstube brauchen!‘

 

Auch die anderen Anwesenden liessen sich nach dieser Steilvorlage nicht lumpen und boten ihre Hilfe, beziehungsweise Spenden in klingender Münze an. Frau Hortensia überreichte eine Bankanweisung in nicht genannter Höhe, bei deren Anblick, Hazelnuss grosse Augen bekam, während Mikho einen kleinen Beutel mit seinem Ersparten übergab und verkündete, zukünftig auch nocheinmal für die Backstube Musizieren zu wollen. Fräulein Jelscha bot an, die Gerätschaften der Oberbühler Backstube, kostenfrei auf Vordermann bringen zu wollen und Huugo entrichtete ebenfalls einen Obulus, der von sämtlichen Mitgliedern der Familie Haarfuss gespendet worden war.

Fräulein Kleinbau zeigte sich sichtlich gerührt, über diese grosszügigen Zuwendungen und war tatsächlich den Tränen nahe. Die betagte Hortensia musste sich dann schon wieder zurückziehen, versprach aber auch weiterhin, ein wachsames Auge, auf die Entwicklung der Backstube werfen zu wollen. Die Zeit lief dann langsam davon, sodass noch rasch eine Wahl über die wichtigsten Ämter des neuen Vereins abgehalten wurde. Grenzerausbilder Faroweis, zog selbige fachmännisch und zügig durch, sodass am Ende, Fräulein Kleinbau, als Vereinsvorsitzende, Mikho Buchsbaum, als Kassenwart (!) und das neu beigetretene Fräulein Millaray, als Zweite Vorsitzende, aus der Abstimmung hervorgingen. Herzliche Gratulation! Ein endgültiger Vereinsname soll dann beim nächsten Treffen – voraussichtlich innerhalb des ‚Stammtisch im Efeubusch‘ – ermittelt und festgelegt werden.

So endete dieses allererste Vereinstreffen, sehr erfolgreich und mit einer gemeinsamen Gruppenskizze des gesamten Vorstands, sowie des Gastgebers, Faroweis Birnhaag, des verspätet eingetroffenen, Herrn Tynebald und Mikho’s Lieblingshuhn ‚Nummer Eins‘. So darf durchaus wieder gehofft werden, dass die Backstube ‚Oberbühl‘, auch in Zukunft, keine ‚kleineren Brötchen‘ zu Backen braucht!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Arfur Drachenschild

    Ein Tresor mit zwergischer Handwerkskunst angefertigt erhöht die Sicherheit, um Diebe fernzuhalten und Gaunereien vorzubeugen. Wenn man die Münzen jedoch freiwillig aus dem Tresor herausnimmt und verschenkt, kann kein Zwerg um deren Sicherheit garantieren. Das sollte man nur in größter Not tun, daher vermute ich, dass es keinen anderen Weg gegeben hat, um die Backstube Oberbühl zu retten. Hoffentlich werden die Münzen von den Betreibern der Backstube nun mit mehr Sorgfalt für ihr Geschäft ausgegeben.

  2. Tulpeline

    Mikho als Kassenwart? Ja seid ihr denn total von Sinnen?

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