Berichte

Verbund für Hobbitisches Brauchtum: Zuwenige Teilnehmer, geplante Würfelei stagnierte!

Am letzten Sonntag, dem Vereinsabend des 'Verbund für Hobbitisches Brauchtum', hatte Verbundvorsitzende, Tulpeline Schweinepfote, zu einem der beliebten 'Würfelspielturniere' gen Wasserau eingeladen. Ab der achten Abendstunde, sollten sich eigentlich, alle Interessierten im Stammlokal des 'Verbunds', dem 'Grünen Drachen', treffen, um die hölzernen Klötzchen fliegen zu lassen.

Verbundvorsitzende, Tulpeline Schweinepfote und ihre Hündin, Carli, standen bei meinem Eintreffen im ‚Grünen Drachen‘, mitten im Schankraum und sahen sich suchend um. Nachdem ich die beiden begrüsst hatte und mich selbst umgeschaut hatte, konnte ich den enttäuschten Blick auf dem Gesicht der kleinen Hobbitdame nachvollziehen, da sich ausser uns dreien, bisher kein weiterer Brauchtumabendbesucher eingefunden hatte. Tulpeline und ich, waren beide ratlos, da ein angekündigter Würfelabend, meist ein sicherer Publikumsmagnet ist und diese Spieleabende beim ‚Verbund‘, stets einen Höhepunkt für alle risikofreudigen Zocker darstellen.

Wir mutmassten, dass das eklatante Fehlen von Würfelspielern, mit dem am Vorabend stattgefundenen ‚Musifantenfest‘ zusammenhängen könnte. Zwei aufeinanderfolgende Grossveranstaltungen am selben Wochenende, sprechen oft die gleiche Zielgruppe an, die sich dann für nur eines der Angebote entscheiden und am zweiten Abend ermüdet zuhause bleiben. Dies hatte die gewiefte Organisatorin nicht zum ersten Mal erlebt und zuckte nun nur resignierend mit den Schultern, als wir die Eingangstür klappern hörten und unsere Blicke neugierig und hoffnungsvoll, dem Geräusch zuwandten.

Aus den Schatten der Vorhalle trat dann eine elegant gekleidete Elbendame, die ich zunächst garnicht als die Person erkannte, die noch bis vor wenigen Wochen, bei mir in Finkhopfen im Garten ausgeholfen hatte! In ihrem roten Samtkleid und mit offenem Haar, ohne ihr Gärtnerkopftuch, machte das Fräulein Leijaviel, aber auch wahrhaft einen ganz anderen, hochherrschaftlichen Eindruck. Nach der ersten Überraschung, wurde mein Staunen von Freude abgelöst und ich begrüsste ‚Leija‘ mit einer freundschaftlichen Umarmung, bevor ich sie auch der verblüfften Tulpeline vorstellte. Die immer recht wortkarge Leijaviel, war tatsächlich wegen der angesetzten ‚Würfelei‘ erschienen und wirkte nun sehr enttäuscht, als die rothaarige Hobbitdame ihr verständlich machen musste, dass ein Turnier zu dritt, wenig Sinnn macht und deshalb wohl gänzlich abgesagt werden müsse.

Den langsam in uns hochsteigenden Frust, ertränkten wir sodann mit alkoholischen Getränken, die wir genüsslich, unsere Kehlen hinabperlen liessen. Die treue Grenzerhündin Carli, erhielt natürlich kein Bier, oder Wein, sondern bekam von Tulpeline einen Napf mit frischem Quellwasser kredenzt, welchen sie auch freudig schlabbernd, in Rekordzeit leerte. Trotzdem die ‚Würfelei‘ wohl auszufallen schien, nahmen wir dann dennoch in der Kaminecke Platz, wo sonst üblicherweise immer das Turnier ausgetragen wird. Bei der anschliessenden Plauderei wurde offenbar, dass die junge Elbin, in ihrem bisherigen Leben, quasi keinerlei Kenntnisse vom ‚Würfelhandwerk‘ verinnerlicht hatte.

Da es keinen passenderen Zeitpunkt, als in diesem Moment gab, beschlossen Tulpeline und meine Wenigkeit, Beuno Willowtree, dem Fräulein Leijaviel die einzelnen Würfelspiele zu erklären, die stets an den verbündlichen Würfelspielabenden zum Zuge kommen. In der nächsten guten Stunde, erlernte die ehemalige Gärtnerin so unterhaltsame Varianten des profanen Würfelns, wie ‚Höchst- und Tiefzahlwerfen‘, ‚Mittelwurf‘, ‚Schnapszahl‘ und sogar das komplizierte ’21‘! Mit jeweils praktischen Beispielen zu jedem Spiel, brachten wir ‚Leija‘ die Materie näher, als – zu unserer Überraschung – noch ein verspäteter Besucher zu uns stiess: Herr Faroweis Birnhaag! Leider kam der distinguierte Bäckereibesitzer viel zu spät, um noch ein ordnungsgemässes Turnier durchziehen zu können, sodass wir ihn einfach zur weiteren Plauderei in unsere Runde baten.

Leider zeigte sich der Verlobte von Fräulein Mairad Flinkfuss, als sehr übernächtigt, war nicht sehr gesprächig und trug nur wenig zur ‚Klatsch-und-Tratsch-Runde‘ bei, sodass, Tulpeline, Leijaviel und ich, uns noch über das ‚Musifantenfest‘, Rührei, die Gemälde im ‚Grünen Drachen‘ und gemeinsame Bekannte, unterhielten, bevor es die Verbundvorsitzende für die Zeit hielt, den Brauchtumabend zu beenden.

Sie stellte in Aussicht, dass der ausgefallene Würfelabend, zu einem geeigneteren Termin, bald wiederholt werden würde und verabschiedete uns so doch noch mit einem hoffnungsvollen Lächeln auf den Gesichtern. Trotz aller Querelen und weniger Gäste, war es ein schöner und gemütlicher Abend gewesen, darin stimmten wir alle und sogar der wiedererwachte Herr Faroweis Birnhaag überein!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Es tut mir leid, daß so wenige Gäste am Brauchtumsabend teilnahmen. Ich selbst habe es noch nie geschafft, dabeizusein. Vielleicht sollte Tulpi am Abend zuvor immer einige Leute verhaften. Wegen zu schnellem reiten oder zu gierigem trinken.

    • Beuno Willowtree

      Danke, für dein Mitgefühl, liebe Fara! Es war ja trotzdem ein schöner Abend, nur eben ohne Würfelei. 🙂

  2. Tulpeline

    Ja es war wirklich ein sehr gemütlicher Abend. Ich habs genossen so wie es war.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.