Berichte

Verbund für Hobbitisches Brauchtum‘ veranstaltete einen grossen ‚Haustiertreff!

Am letzten Sonntag fand kein normales Verbundstreffen statt, nein, denn ein ganz besonderes Motto, liess Verbundsvorsitzende, Tulpeline Schweinepfote, den Brauchtumsabend 'vor' den 'Grünen Drachen' verlegen, wo nämlich, ab der achten Abendstunde, ein Treffen der Brauchtumabendbesucher, samt ihrer Haustiere!, vonstatten gehen sollte.

Die clevere Verbundvorsitzende, Tulpeline Schweinepfote, hatte das Treffen dieses Mal, vorausschauenderweise, nicht in den Räumen ihres Stammlokals stattfinden lassen, sondern war auf den geräumigen Platz vor der Taverne ausgewichen, da sie nicht genau wusste, wie ihre Gäste den Begriff ‚Haustier‘ auslegen und welche Grösse die mitgebrachten ‚Hausgenossen‘ aufweisen würden. Ohnehin war es im Freien viel hygienischer und da auch das Spätherbstwetter ganz hervorragend mitspielte – es war kühl, doch schien auch die Sonne -, herrschten ideale Bedingungen für eine fröhliche Zusammenkunft mit Tieren. Tulpeline hatte Wassertröge und verschiedene Futtersorten bereitstehen, damit die zu erwartenden Haustiere, sich auch auf Anhieb wohlfühlen konnten.

Dieses Konzept ging voll auf, wie sich zeigte, als alle Verbundbesucher eingetroffen waren und die, vorwiegend vierbeinigen Kreaturen, sich ersteinmal an den angebotenen Köstlichkeiten gütlich taten. Auch für das leibliche Wohl der zweibeinigen Brauchtumabendbesucher, war gesorgt wurden, wie offenbar wurde, als die Verbundvorsitzende, eine rotkarierte Decke, von einem grossen Weidenkorb voller Schinkenbrote zog.

Bango Gerstfeld war natürlich als erster zur Stelle, als Tulpeline die dickbelegten ‚Sandwiches‘, freigiebig verteilte, aber auch die übrigen Gäste, die Fräuleins, Farondis und Yome, sowie die Herren, Faroweis, Snalpo, Huugo und meine Wenigkeit, Beuno Willowtree, gingen nicht leer aus, sodass ersteinmal grosses ‚Gemümmel‘ herrschte, während Tulpeline ihre offizielle Begrüssungsrede hielt.

 

Tulpeline: ‚Ich heisse euch alle herzlich zum heutigen Verbundabend willkommen! Schön das ihr alle da seid. Und natürlich auch ‚Hallo‘ an die lieben Haustierchen. Heute habe ich gebeten, dass ihr eure Haustierchen mitbringt. Ich würde gerne eine Vorstellungsrunde machen, in der ihr erzählen könnt, wie euer Tier heisst, wie ihr’s bekommen habt, was ihr mit dem Haustier macht… und und und. Ihr könnt erzählen was ihr wollt!‘

Da Bango der schnellste Esser unter uns Anwesenden war, war es nur logisch, dass er nun auch als Erster hervorsprang und uns seinen knuffigen, braunen Hund, näher vorstellen wollte. Der hobbitschulterhohe Jagdhund, schien eine treuherzige Seele zu sein und leckte an Bangos angebissenem Schinkenbrot, das dieser während seines Vortrags, geistesabwesend in der Hand baumeln liess.

 

Bango: ‚Huhu! Das is ‚Wuff‘! Wuff is einer von unseren Hunden. Wuff hilft beim Schafe hüten und so, also Wuff is sehr schlau. Ich glaub das Wuff der schlauste von unseren Hunden is. Wuff isst sehr gern Törtchen, ausserdem is Wuff gut im Fangen spielen. Der gewinnt meistens wenn wir spielen! Wuff is ein sehr guter Wachhund. Am liebsten passt er auf Speisekammern auf!‘

Diese Zusammenfassung löste grosse Erheiterung in unseren Reihen aus, wobei die erwähnte ‚Törtchenverfütterung‘, bei Tulpeline nur zu missbilligendem Kopfschütteln führte. ‚Wuff‘ schien es jedoch soweit gut zu gehen, sodass es die Verbundvorsitzende, bei einem resignierenden Seufzer beliess und als nächstes, Faroweis Birnhaag, in die Mitte unseres Kreises bat, der ebenfalls seinen Hund – einen schwarz-weiss gescheckten ‚Grenzerhund‘ – mitgebracht hatte.

 

Faroweis: ‚Das ist ‚Frido‘ der Backstubenschützer, benannt nach einer berühmten Maus! Ich habe ihn seit ein paar Wochen. Er ist von der selben Rasse, wie Tulpis Carli. Er schützt die Gegend der Backstube vor Pastinaken. Er bellt immer, wenn jemand Pastinaken nutzen möchte, oder jemand umsonst Essen haben will. Er liebt Käse und warnt auch stets vor Bockländern!‘

Die Spitzen in der Vorstellung des Besitzers der Bäckerei ‚Smialtörtchen‘, waren natürlich gegen mich gerichtet gewesen, doch machte ich gute Miene zum bösen Spiel und applaudierte brav, wie alle anderen auch, die Faroweis Bericht, mit Wohlwollen aufgenommen hatten. Tulpeline gefiel ‚Frido‘ verständlicherweise, besonders gut, wie man an ihrem sehr lauten Beifall und ihrem versonnenen Grinsen, eindeutig ablesen konnte. Elbenfräulein Farondis, trat dann hervor und alle wunderten sich, da zunächst kein Haustier an ihrer Seite zu sehen war. Erst auf ihren kurzen, hohen Pfiff hin, erschien etwas neben ihr in der Luft!

 

Farondis: ‚Also, das ist ‚Vlad‘, meine Fledermaus! Ich hab ihn vor zwei Jahren in einer Baumhöhle gefunden. Pitschnass! Er war noch zu klein, um allein zurecht zu kommen, deshalb nahm ich ihn mit. Unter meinem Mantel hab ich ihn aufgewärmt und gefüttert. Mit Milch erstmal und dann mit Insekten. Er fängt mir alle Mücken aus dem Smial! Nur leider sehen wir uns nicht sooo oft, er schläft ja eigentlich tagsüber und zwar über Kopf hängend! Mit den Flügeln kuschelt er sich zu, wie mit einem Mantel und nachts schwirrt er dann herum. Jetzt lasse ich ihn mal weiterflattern, weil nun seine Jagdzeit beginnt.‘

Diese ‚Flattermaus‘ war wahrlich ein sehr extraordinäres Haustier, das von uns allen, sehr bestaunt und nach Farondis Erklärungen, auch sehr gelobt wurde. Mit grossen Augen sahen wir ‚Vlad‘ hinterher, als die hochgewachsene Elbendame ihn wieder entliess und er blitzschnell in der Abenddämmerung verschwand. Dann konzentrierten wir uns jedoch rasch wieder aufs Geschehen und den guten Huugo Haarfuss, der mit seiner edlen Luchsdame, nun an der Reihe war.

 

Huugo: ‚Das ist ein Schneeluchsin, die ‚Mietzie‘! Die hat mir Fräulein Adandrinil geschenkt. Sie kommt aus Forochel, sagte sie. Dort gibts keine Hobbits, aber auch nur wenig zu Essen. Die Luchse dort fangen andere Tierchen gern, wie Mäuse und so! Mietzie´s Pelz ist schön warm… schläft bei mir im Bett, bei den Füss. Das war’s schon…mehr könnt noch die Ada erzählen.‘

Mietzie war eine echte Augenweide, das mussten wir alle zugeben und fast jeder, wollte ihr weiches Fell einmal streicheln. Manche sahen Huugo nun auch mit ganz anderen Augen, hatte man ihm doch kaum zugetraut, so ein seltenes Tier bei sich zu beherbergen. Errötend und unter lauten Applaus, machte der ehemalige ‚Geniesserstübchenkoch‘ sodann, den Platz für Fräulein Yome und ihr Igelchen frei.

 

Yome: ‚Mein Haustier ist ein Igel, sie heisst ‚Very‘! Aber sie ist vergesslich. Sooo vergesslich, dass sie den Winterschlaf vergessen hatte! Das war sooo gar nicht gut. Da sass sie vor meiner Türe‘ und ich hab sie warm gehalten und gefüttert, mit allem, was so übrig blieb und Milch. Seitdem ist sie bei mir und ich hab sie furchtbar lieb!‘

Das kleine, proppere Stacheltier war wirklich niedlich und wurde sogleich von allen Umstehenden ins Herz geschlossen. Wir lobten auch die liebe Yome, für ihre gute Tat und das sie die Igeldame gerettet hatte. Überhaupt passten die beiden ganz hervorragend zueinander, wie Tulpeline und ich, übereinstimmten. Herr Snalpo war dann als nächster ‚Vorsteller‘ an der Reihe und führte seine allseits bekannte, Jagdmaus ‚Frido‘ – nach welcher Faroweis auch seinen Hund benannt hatte – in die Mitte.

 

Snalpo: ‚Ja, das Problem, ihr kennt ja alle Frido schon, besser vielleicht sogar als mich! Also Frido ist ja eigentlich auch nur sein Kosename, er heißt eigentlich ‚Fridwald zu Walnußhügel‘! Eine echte Jagdmaus, wie ihr sicher alle wisst. Aber etwas kann ich euch vielleicht noch erzählen, das wusste selbst ich noch nicht, bevor ich es gelesen habe. Ich habe in einem alten Buch meines Ahn ‚Wagmo Wolfstrapp‘ etwas gelesen. Der hat sich mit so Tierchens im Auenland beschäftigt und da stand drin, Spitzmäuse sind gar keine richtigen Mäuse! Mein Ahn meint, mein Frido hier wäre eher mit Maulwürfen verwandt! Ja, das wars dann auch schon, denn ich denke, wie gesagt, Frido ist ja fast bekannter als ich selbst, aber vielleicht war es trotzdem etwas Neues für euch.‘

Dieser Fakt aus dem ‚Ahnenbuch‘, war tatsächlich für uns alle, eine nahezu schockierende Neuigkeit, wobei Fräulein Yome, nichtmal so recht wusste, was ‚Maulwürfe‘ überhaupt sind. Alle waren, nach Snalpos Offenbarung, nun etwas ’neben der Spur‘ und beäugten Frido etwas misstrauisch, weswegen ich schnell in den ‚Ring‘ sprang und meinen ‚Hausfrosch‘ namens ‚Herr Hallmackenreuter‘, in den Fokus bugsierte.

 

Beuno: ‚Soo, das ist mein Frosch… den habe ich noch nicht lange. Sein Name ist ‚Herr Hallmackenreuter‘! Er sprang mir in Michelbinge, aus dem Karren eines zwergischen Händlers entgegen, aus einer Kiste mit der Aufschrift ‚Hallmackenreuter‘, daher sein Name! Er war gleich sehr anhänglich und ist mir gefolgt. Ich gab ihm eine Nacktschnecke zu futtern, die mag er anscheinend. Seitdem blieb er mir treu! Er wohnt aber meist draussen an meinem Steg, am Siedlungsteich. Wir lernen uns also grad erst richtig kennen… Hallmackenreuter und ich.‘

Als der verhaltene Beifall – da einige einen Frosch wohl nicht für ein echtes Haustier hielten – verklungen war, trat nun die Verbundvorsitzende, Tulpeline Schweinepfote, höchstselbst, nach vorne und hiess ihre treue Grenzerhündin ‚Carli‘, ihr zu folgen. Ähnlich wie zuvor bei Snalpos Maus ‚Frido‘, war ‚Carli‘ uns allen natürlich schon sehr gut bekannt, weswegen Tulpeline auch nicht so richtig wusste, was sie noch über ihre Hündin erzählen sollte.

 

Tulpeline: ‚Dann also ich zum Schluss. Also, das ist ‚Carli‘! Sie ist vor Kurzem erst eins geworden und ich bilde sie zum Grenzerhund aus! Hunde wachsen leider sehr schnell. Sie ist sehr lebhaft und mag es zu rennen. Ich gebe ihr immer frisches Fleisch, wie Würste, oder gehacktes Schweinefleisch, oder so‘. Sie bekommt nichts Süsses! Carli macht sich super in der Ausbildung, sie lernt sehr schnell und begreifft auch alles sofort, was ich ihr zeige!‘

Die meisten Verbundbesucher nickten nur wissend zu Tulpelines Worten, hatten sie doch schon häufiger mit der agilen Hündin und ihrer patenten Besitzerin zu tun gehabt und konnten nur noch anerkennend Applaudieren, als die passionierte Grenzerin zum Ende kam.

Da hernach niemand mehr, noch ein zweites Haustier – das Schaf, das Huugo von der nahegelegenen Weide hergelockt hatte, zählte nicht – vorstellen wollte, ging dieser launige Verbundabend, dann in bester Stimmung, zuende. Alle waren prächtig unterhalten worden und dankten Tulpeline, für ihre feine Idee mit dem ‚Haustiertreff‘! Eine Veranstaltung, die man irgendwann, unbedingt nochmals wiederholen sollte!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Mairad Flinkfuss

    Was für ein feiner Artikel über einen tollen Abend. (Herr hallmackenreuter ich lach mich weg)

  2. Hui, toller Bericht Beuno, oja! Das war tollig! Aber Wuff hätte gern noch mehr Schinkenbrote und Törtchen gehabt, oja.

  3. Toll geschrieben lieber Beuno. Es war wirklich ein toller Abend da.

  4. Beunolein, du berichtest immer fein von all diesen Veranstaltungen, die du besuchst. Vielen Dank dafür!

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