Berichte

Verbund für Hobbitisches Brauchtum: Melancholischer Plauderabend mit Rührei!

Letzten Sonntag hielt der 'Verbund für Hobbitisches Brauchtum', wiedermal Hof im eigenen Garten, der Verbundsvorsitzenden, Tulpeline Schweinepfote, im schönen Weiler 'Lindholz'. Die patente Hobbitdame, hatte alle Interessierten, zur achten Abendstunde, zu einer gemütlichen Plauderei und ihrer berühmten Rühreipfanne, dorthin eingeladen.

Wie einigen schon bekannt sein dürfte, ist das Fräulein Moosglöckchen vor Kurzem, von einer langen und weiten Reise, wieder ins Auenland zurückgekehrt und hat ein neues Smial in der Siedlung ‚Finkhopfen‘ bezogen, wo ja auch meine Wenigkeit, Beuno Willowtree, seine Wohnstätte verortet. So war es dann auch nicht ungewöhnlich, dass mich der sympathische Rotschopf, in meinem Garten abholte und wir gemeinsam zum Verbundtreffen gen Lindholz zogen.

Die gute ‚Moosi‘ hatte ihre treue Ponydame ‚Beunine‘ – nach wem die wohl benannt wurde? – dabei, die mit zwei kleinen Fässchen beladen war, deren Inhalt sich als selbstgebrautes Honigbier entpuppte, wie ich nach neugierigem Nachfragen, in Erfahrung bringen konnte. Ein würdiges Gastgeschenk für die Verbundvorsitzende, wie ich neidlos zugeben musste. So trabten wir drei los und waren schon bald vor Ort, da ‚Lindholz‘ quasi nur ‚um die Ecke‘ von ‚Finkhopfen‘ liegt und wurden dort, schon vom Siedlungseingang aus, des kleinen, auf einer Anhöhe gelegenen Smials des passionierten Grenzerfräuleins, ansichtig. Das Gartenareal enternd, zeigten Moosi und ich, uns jedoch leicht erstaunt, das Gelände völlig verwaist vorzufinden, da selbst die Besitzerin, anscheinend noch durch Abwesenheit glänzte.

Erst, als wir die Bierfässchen abgeladen hatten, kam Tulpeline mit einem Korb, aus ihrem Smial hervorgeschossen, um weitere Eier aus ihrem Hühnerstall zu klauben. Zum Glück endeckte sie uns noch rechtzeitig und kam abrupt zum Stillstand, als sie Moosglöckchens gewahr wurde, welche sie ja seit einer Ewigkeit, nicht mehr gesehen hatte. Entsprechend herzlich fiel dann auch das Willkommen aus, das mit Küsschen und Umarmungen nicht geizte, wobei ich, als Beistehender, ebenfalls gleich mit in den ‚Freudensog‘ geriet und adäquat, mitbegrüsst wurde.Tulpeline entschuldigte sich dann jedoch flugs wieder, da sie die Rühreipfanne noch auf dem Herd hatte und bat uns, noch kurz im Garten zu verweilen, wo auch der Plauderabend über die Bühne, beziehungsweise, den sonnenwarmen Rasen, gehen sollte. Als sie dann, nach gut zehn Minuten, wiederkehrte, hatten sich bereits zwei weitere Gäste – das Fräulein Millaray Maywine und Essperte Bango Gerstfeld – zu uns gesellt und hatten, mit Blick auf den nahen Hühnerstall, eine Diskussion vom Zaun gebrochen, warum es an diesem Brauchtumabend, denn nicht auch Grillhühnchen geben würde.

Tulpeline raunzte nur verärgert, dass ihre Hühner ihre besten Freunde seien und nicht zum Verzehr freigegeben würden, schob dem unsinnigen Gerede schnell einen Riegel vor und servierte schnell, ihre berühmten Rühreier mit Schnittlauch und Schinken, um, besonders Bango und Millaray, von ihrem Federvieh abzulenken. Dies gelang auch ganz famos und so waren bald alle am Schmausen, wobei wir die köstliche Speise, mit Moosglöckchens mitgebrachten Bier und Säften aus Tulpelines Bestand, herunterspülten. In der einbrechenden Abenddämmerung und bei immer noch warmen Temperaturen, liessen wir uns dann, gesättigt und zufrieden, nahe der schweinepfotschen Gemüsebeete, im weichen Gras nieder und begannen in Erinnerungen zu schwelgen. Dies wurde dadurch ausgelöst, dass Moosi nachfragte, was denn alles so während ihrer Abwesenheit, im Auenland passiert sei und sich auch konkret, nach alten Bekannten und lang nicht gesehenen Freunden, bei uns anderen erkundigte.

Es wurde im Verlauf der Plauderei, über verschollene Gemeinschaften, wie die ‚Utweard Eorlingas‘, ‚Celebriaen Elanesse‘ und ‚Das Volk Gondors‘, gesprochen und auch über den Verbleib, ehemals so berühmter Leute, wie ‚Irmeline Schraubstock‘, ‚Bardin Binx‘ und dem ‚Gondorabendgastgeber‘, ‚Herrn Dugal‘, wurde gerätselt, wobei, mehr als nur ein wehmütiger Seufzer, sich den Kehlen der Zeitzeugen entrang. Fräulein Millaray staunte nicht schlecht, über die wohlklingenden Namen und unsere Emotionen, die bei ihrem Erklingen, an die Oberfläche kamen, waren ihr selbst, die meisten doch nur vom ‚Hörensagen‘ geläufig, da sie ja erst seit einigen Jahren im Südviertel weilt und die Anfänge der Hobbitgemeinschaft nicht persönlich miterlebt hatte.

Unweigerlich ging es bald dann auch schon, um die Gründungszeit des ‚Stammtisch zum Efeubusch‘, wobei ‚Milla‘ besser mitreden konnte, da sie dessen Wurzeln, ja sogar schon in einem ihrer Lieder verarbeitet hatte. Nach einigem Hin und Her, kamen wir darin überein, dass Hobbitrespektsperson, Fredoberdt Beifuss, den Grundstein für die, heute sehr einflussreiche Sippe, gelegt hatte, bald schon tatkräftig unterstützt, von Herrn Filbu Buchsbaum, der quasi den ‚Mörteleimer angereicht‘ hatte, um mal im ‚Maurerjargon‘ zu bleiben.

So wurde hinlänglich, der Nostalgie und der Melancholie gefröhnt, was letztendlich, in Millaray’s Idee einer ‚geschriebenen Historie‘ fusste, da viele Erinnerungen, schon vom grauen Schleier der Vergessenheit überdeckt worden waren, wie die Plauderei leider gezeigt hatte. Zur Ausarbeitung dieses interessanten Vorschlags kam es dann allerdings nicht mehr, da Verbundvorsitzende, Tulpeline Schweinepfote, in bester ‚Grenzerhofstimme‘, das Ende des Brauchtumabends ausrief, weil es schon sehr spät geworden war und wir uns, wortwörtlich, ‚verplaudert‘ hatten. Noch immer mit dem süss-säuerlichen Geschmack der Wehmut – gemischt mit dem von Tulpelines vorzüglicher Rühreiern – in den Mägen, verbschiedeten wir uns herzlichst voneinander, nicht jedoch ohne vorher, unserer Gastgeberin für den gemütlichen Abend zu danken. Tulpeline zeigte sich gerührt und man merkte, dass auch ihr selbst, dieses, eher ruhige Verbundtreffen, sehr gefallen hatte.

Dank und Lob, für die famose Organisation und die freundliche Bewirtung, Fräulein Schweinepfote!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Hui, das war fein, oja! Aber es hätt mehr Rührei geben können, jammi!

  2. Ja das war ein toller Verbundabend. Ich fand es schön ein wenig an die Vergangenheit zu denken und darüber zu Reden.

  3. Beunoooo!? Die Moosi macht dir schöne Augen!

    Dis finde ich nicht gut.

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