Berichte

Man munkelt … Im Auenland

Auch diese Woche haben sich wieder Munkeleien angesammelt, die ich hier für Euch abdrucken möchte. Trotz meiner Kommentare, solltet sich jeder Leser aber natürlich auch eine eigene Meinung über das Gemunkel bilden. Am Ende einer jeden Munkelei wird eine ‚Munkelei-Wahrscheinlichkeit‘ angegeben und zwar von 1, wie ‚totaler Unsinn‘, bis 10, wie – nach Ansicht des Verfassers – ‚total wahr‘. Und wie immer nicht vergessen: eine Munkelei ist eine Munkelei und nicht mehr, auch wenn der Verfasser die Einzelne für wahrscheinlich halten mag.

 

TULPELINE SCHWEINEPFOTE

Es wird gemunkelt, dass die Grenzerin Tulpeline unsterblich in Mikkho verliebt sein soll. 

Ich denke, dass Grenzerin Tulpeline es höchstens liebt, den vorbestraften Mikho wiedermal festnehmen zu können, mehr aber auch nicht! Die beiden sind einfach zu verschieden.

Munkelwahrscheinlichkeit: 1

 

FRÄULEIN ERDINA

Es wird gemunkelt, dass Erdina zwischen den Rennen gesehen haben soll, wie ein Wichtel mit spitzem Hut auf einer schwarzen Ziege, unbefugt die Rennstrecke nutzte.

Wichtel sind natürlich reale Kreaturen, sodass diese Einsendung schon der Wahrheit entsprechen könnte. Allerdings sind sie nicht dafür bekannt, auf gehörnten Huftieren daherzukommen. Auf eine gewisse Entfernung hin, könnte ja vielleicht auch ein behüteter Zwerg, wie ein Wichtel wirken?

Munkelwahrscheinlichkeit: 5

 

BAUER FUNGO LATTICH

Es wird gemunkelt, dass ein namenloser Schrecken im Breeland umgehen soll. Bauer Fungo Lattich, ein Breehobbit aus Stadel war, wie er im Wirtshaus aufgeregt erzählte, im strömenden Regen unterwegs, um einen Zaun zu flicken, den ein vom Blitz verschrecktes Rindvieh durchbrochen hatte (an dieser Stelle unterschlagen wir Herrn Fungos Ausführungen über Stammbaum und Milchleistung besagter Kuh, sowie die darauffolgende Diskussion über die jeweiligen Vorzüge von Stadler Schecken und Archeter Großeuter). Plötzlich schälte sich vor ihm ein dunkler Umriss aus den Regenschleiern, ein Reiter, schwarzverhüllt. Dampf steg von den Flanken und Nüstern seines Reittiers auf. Die Schreckensgestalt, der Schwarze Reiter, neigte sich zu Fungo herab und sein heiseres Krächzen ließ Bauer Lattich noch Tage später schweißgebadet aus dem Schlaf auffahren: „Brrrreeee… Buchhhhhssssbaummmm?“

Nunja, nachts sind ja bekanntlich alle Reiter grau, beziehungsweise ’schwarz‘ – je nach Stärke der Gewitterfront – und Bauer Lattich ist ja auch nicht gerade als ‚Kostverächter‘ bekannt, was berauschenden Spirituosen angeht, die nach ausreichenden Genuss, die Sehkraft auch stark beeinflussen können. So darf man wohl eher annehmen, dass Herr Lattich, einen frierenden Hobbit auf einem Pony, der sich nach der Holzart des kaputten Zauns erkundigte, gesehen hat. ‚Brrrrr…ist das Buchsbaum?‘

Munkelwahrscheinlichkeit: 3

 

TYNEBALD TUKKER

Es wird gemunkelt, dass Tynebald Tukker schon seit mehr als einer Woche nicht mehr gesehen wurde. Dieser Zustand führt im Moment zu großen Unmut bei Edwin ‚Rotnacken‘ Kleinbau, da sich der junge Bäckermeister Herno Holzinger strikt weigert seine Hochzeit mit Hollunderweiß Kleinbau ohne seinen Freund stattfinden zu lassen. Es wäre ein großes Drama und dass wo sich Herno und sein zukünftiger Schwiegervater erst vor kurzen bei den Einladungen zur Hochzeit in die Haare gekommen wären. Der alte Kleinbau hätte sich geweigert seinen alten Widersacher Rudi Weißfurch und seine Familie auf die Hochzeit einzuladen, der junge Bäckermeister hielt aber dagegen da die Weißfurchs die Holzlieferanten für die Backstube wären und sie seiner Familie in schlechten Zeiten immer erlaubt hätten anzuschreiben.

Das Edwin Kleinbau und Rudi Weißfurch, sich schon seit vielen Jahren nicht besonders ‚grün‘ sind, dürfte ja allgemeinhin bekannt sein, sodass die angedeuteten Querelen, durchaus so stattgefunden haben könnten. Und das Herno nicht ohne Tynbeald heiraten will, ist wohl auch nur allzu verständlich. Bleibt nur die Frage, ob Tynebald wirklich verschwunden ist!

Munkelwahrscheinlichkeit: 8

 

DISTELGARD GRÜNBLICK-TUK

Es wird gemunkelt, dass die ehrenwerte Distelgard Grünblick-Tuk gesehen wurde, wie sie vor kurzen hastig den Efeubusch in Hobbingen verließ. Sie soll auf ihrem Weg immer misstrauisch nach allen Seiten geblickt haben und offensichtlich mit einer Stricknadel bewaffnet, für jegliche böse Überraschung gewappnet gewesen sein. Was auch immer sie zu solcher Eile veranlasst hätte, es würde außerordentlich wichtig gewesen sein, denn als ihr der schon sehr angetrunkene Hilfsbüttel Osmo Liebkind über den Weg torkelte, übersprang sie sogar, ihn wie gewöhnlich mit Vorwürfen und einer Moralpredigt zu überrumpeln und führte einfach ihren Weg fort. 

Wenn die gute Frau Grünblick-Tuk derartige Gebahren an den Tag legt und sogar die Möglichkeit auslässt, jemanden, wie Osmo Liebkind, zurechtzuweisen und/oder gute Ratschläge zu verteilen, dann muss wahrlich etwas Verstörendes im ‚Efeubusch‘ vorgefallen sein. Die rüstige Rentnerin ist nicht einfach aus der Bahn zu werfen und ansonsten auch nicht dafür bekannt, besonders zartbesaitet zu sein.

Munkelwahrscheinlichkeit: 6,5

 

BACKSTUBE HOLZINGER (OBERBÜHL)

Es wird gemunkelt, dass es abermals sehr emotional in der Backstube Holzinger zugegangen sein soll. Der junge Holzinger soll darauf hin den Karren angespannt haben und mit einer sehr bedrückt wirkenden Haselnuss Kleinbau den Weg nach Hobbingen angetreten haben. Dort angekommen soll Herno Holzinger, Haselnuss Kleinbau in die Wachstube gezerrt haben und da sie dort wohl nicht sofort ihre Worte fand, für sie eine Anzeige wegen Veruntreuung, Verdunklung und Diebstahls, gegen den Pferderennengewinner Mikho Buchsbaum beantragt haben. Der junge Büttel der Wachstubendienst hatte, soll sehr aufgeregt gewesen sein. Eine solche spektakuläre Anzeige habe es wohl seit sehr, sehr langer Zeit nicht mehr gegeben und er musste auch erst den Staub vom vergilbten Anzeigeformularstapel pusten, bevor er hastig anfing alle Beschuldigungen und vermeintlichen Beweise aufzunhemen, welche ihm der junge Bäckermeister erläuterte. Doch kurz nachdem er alles dokumentiert hätte, soll das Formular hinter seinem Rücken weggezogen worden sein. Leutnant Froschbiss soll wie aus dem Nichts plötzlich in der Stube gestanden sein und habe ihr gesundes Auge scharf über das Pergament schweifen lassen. Danach soll sie die beiden Zwiens mit nicht weniger scharfen Blick gemustert, das Pergament fein säuberlich gefalten und es in ihrer Weste verschwinden lassen haben. Sie solle gemeint haben die Ermittlungen wären sofort, wegen Mangel an Beweisen eingestellt und als Herno Holzinger fürchterlich zu protestieren begann, erklärte sie ihm in ihrer stehts freundlichen aber sehr respekteinflößenden Art und Weise, das es gegen die Regeln verstöße wenn man sich an Rufmord beteiligen würde und dass er wohl genügend eigene Probelme hätte, um die er sich kümmern solle. Herno Holzinger soll tobend, Haselnuss Kleinbau am Arm gepackt, die Wachstube wieder verlassen haben.

Das Mikho Buchsbaum einer Straftat beschuldigt wird, wäre ja nun wahrlich nichts Neues mehr, aber das oberrangige Grenzbeamte sich einfach weigern, eine Anzeige aufzunehmen, oder selbige gar unterschlagen, wäre hier der wahre Skandal! Allerdings ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass besagte ‚Leutnant Froschbiss‘, nicht zum ersten Mal dadurch auffallen würde, die ihr verliehene Macht, in ihrem eigenen Sinne und Gutdünken, anzuwenden.

Munkelwahrscheinlichkeit: 7

 

HOF KLEINBAU

Es wird gemunkelt, dass ein junger Hobbit, humpelnd und mit einem Verband um den Arm, gesehen wurde, wie er jede Nacht, sich dem Hof der Kleinbaus in Oberbühl genähert haben soll und verzweifelt unter dem Fenster der Kleinbautöchter gewartet hätte. Seine Rufe und sein Harren, blieben aber bisher vergebens, das Fenster blieb fest verriegelt. Manche meinten aber, ein leises Weinen dahinter gehört zu haben.

Eingedenk gewisser ‚Munkeleien‘ der vergangenen Wochen, könnte man hier bestimmte Rückschlüsse ziehen, um wen es sich bei dem scheinbar liebeskranken Halbling, handeln könnte. Unsere Aufgabe hier ist es jedoch nicht, zu Spekulieren, sondern lediglich den Inhalt dieses Gerüchtes auf Wahrscheinlichkeit zu bewerten. Aufgrund der angesprochenen Anhäufung ähnlicher Munkeleien, erscheint auch die obige, in einem trüben Licht der Glaubwürdigkeit zu Schimmern.

Munkelwahrscheinlichkeit: 9

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Hui, da war ja wieder was los in Oberbühl. Da sollte es eine extra Rubrik geben, oja!

  2. Anonymous

    Ach herrje, ich hoffe das bald auch der Letzte verstanden hat das mein Vetter Mikho nun wirklich den Pfad der Ehrlichkeit angetreten hat und nichts mehr mit krummen Geschäften am Hut hat. Es wundert mich daher nicht das Leutnant Froschbiss diese fadenscheinige Anzeige zurückgewiesen hat. Soweit ich weiß wollte mein Vetter doch den Holzingers und ihrer Backstube helfen. Was soll er denn bitte gestohlen haben?

    Beste Grüße
    Filbu Buchsbaum

  3. Kirgon Stahlhammer

    Also diese Munkelei über Herrn Lattich ist ja zum Brüllen (lacht immer noch). Wahrlich brilliant!!!

  4. Tulpeline

    Jawohl so ist es. Ich halte die Zelle in Dachsbauten immer gut in Schuss damit sie jederzeit für Mikho Einsatzbereit ist.

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