Berichte

Man munkelt … Im Auenland

Wieder haben sich Munkeleien angesammelt, die ich hier für Euch abdrucken möchte. Trotz meiner Kommentare, solltet sich jeder Leser aber natürlich auch eine eigene Meinung über das Gemunkel bilden. Am Ende einer jeden Munkelei wird eine ‚Munkelei-Wahrscheinlichkeit‘ angegeben und zwar von 1, wie ‚totaler Unsinn‘, bis 10, wie – nach Ansicht des Verfassers – ‚total wahr‘. Und wie immer nicht vergessen: eine Munkelei ist eine Munkelei und nicht mehr, auch wenn der Verfasser die Einzelne für wahrscheinlich halten mag.

 

FRÄULEIN JELSCHA

Es wird gemunkelt, dass Fräuleien Jelscha wieder zurück ist und an ihrem ersten Abend im Efeubusch vom Großangelmeister – Craaco Birkenheim – zu einem Duell herausgefordert wurde, welches sie genauso gewann, wie das letzte Mal vor einigen Jahren und somit den Titel ‚Großangelmeisterin‘ für sich beansprucht.

Das Jelscha erfreulicherweise, wieder ins Auenland zurückgekehrt und das besagte Angelduell gewonnen hat, kann von mir zu 100 Prozent bestätigt werden, da ich selbst Augenzeuge dieser Vorkommnisse war. Allerdings handelte es sich um ein rein privates Angelduell, weswegen sie lieber erstmal nur den Titel ‚Grossangelmeisterbesiegerin‘ tragen sollte.

Munkelwahrscheinlichkeit: 9,5

 

Ausserdem wird gemunkelt, dass Jelscha die letzten Jahre ihre alte Mutter gepflegt hat und nun, nach deren Ableben, geerbt haben soll und sich wieder im Südviertel niederlassen möchte. Hierzu hat sie Kontakt mit den Gebrüdern Goldwert aufgenommen, um eine geeignete Bleibe zu finden.

Die traurigen Gerüchte über Jelschas Mutter sind leider wahr und bereits allgemeinhin bekannt. Ob Jelscha aber wirklich die Dienste der bekannten bockländer Makler in Anspruch nehmen wird, ist wohl eher noch fraglich, da selbige kaum mit Imobilien im fernen Südviertel handeln.

Munkelwahrscheinlichkeit: 8,5

 

Eine weitere Munkelei, die das patente Hobbitfräulein betrifft, besagt, dass Jelscha von Faroweis Birnhag mit einem seiner Freunde verkuppelt werden soll und sie aber eigentlich, eine ’schwierige Partie‘ sei, da sie für das geplante Essen beim ersten Treffen, vorab eine Liste mit Dingen schicken möchte, auf welcher steht, was ihr schmeckt und was sie garnicht essen mag und das sie überdies, jeden Tag neue Allergien entwickelt. Da stellt sich die Frage: Ist sie eine schwervermittelbare Hobbitdame, oder führt sie den armen Auserwählten an der Nase herum?

Es ist bekannt, dass die gute Jelscha eine sehr nette und umsichtige Hobbitdame ist und andere nur äusserst ungern enttäuscht. So ist es nur verständlich, dass sie sich auf freundliche Art und Weise, aus dieser aufgedrängten Verabredung, herauszureden versucht. Wer schonmal ‚Opfer‘ der Kuppeleien des Herrn Birnhaag geworden ist, wird ihr Verhalten durchaus nachvollziehen können!

Munkelwahrscheinlichkeit: 8

 

BANGO GERSTFELD

Es wird gemunkelt, dass Bango Gerstfeld einen ‚Allergienotdienst‘ einrichten möchte der im Notfall gerufen werden kann, um sämtliche unverträgliche Speisen – sofort und vor Ort – zu vernichten.

Nun, hat man die vorhergehende Munkelei gelesen, in welcher es ja auch um Allergien ging, kann man sich gut vorstellen, dass ‚Essperte‘ Bango Gerstfeld, da etwas aufgeschnappt und in eine seiner ‚Blitzideen‘ umgewandelt haben könnte. Der Einfall an sich, ist garnicht mal so schlecht, obgleich eine Realisierung doch eher fraglich erscheint.

Munkelwahrscheinlichkeit: 5,5

 

GRENZER

Es wird gemunkelt, dass eine Rekrutin der Grenzer zurzeit ein geheimes Spezialtraining in Froschmoorstetten absolviert.

Zwar scheint ‚Froschmoorstetten‘ nicht gerade der erste Ort zu sein, der einem beim Wort ‚Grenzerspezialtraining‘ einfällt, doch wenn man bedenkt, dass Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag, aus diesem Örtchen stammt und derzeit – mit dem Fräulein Necha – wirklich eine weibliche Rekrutin unter seinen Fittichen hat, erscheint diese Munkelei doch gleich in einem ganz anderen Licht.

Munkelwahrscheinlichkeit: 7,5

 

DER ALTE HADUK

Es wird gemunkelt, dass der alte Haduk aus Oberbühl, nach den Vorwürfen, im Suff rosa Olifanten, oder rote Bilwisse gesehen zu haben, bei einem Schreiber in Hobbingen Zettel hat verfassen lassen, auf denen – neben einer Zeichnung der gesehenen Kreatur – eine Belohnung ausgesetzt wird, für Hinweise, die zur Erlegung des ‚Schluchzenden Bilwisses von Oberbühl‘ führen!

Nun, da uns einer der besagten Aushänge zugesandt wurde und nun der Redaktion vorliegt, können wir dieser Munkelei nur uneingeschränkt Glauben schenken.

Munkelwahrscheinlichkeit: 10

 

(( Zeichnung von Herrn Tynebald ))

 

BEUNO WILLOWTREE

Ausserdem wird noch gemunkelt, dass ein Hobbitmädchen mit besonders flauschigen Füßchen, manchmal in der Nacht in Beunos Smial schleicht, sich dort hinter einem Vorhang versteckt und leise kichert. Aus der selben ‚Munkelquelle‘ heisst es zudem, dass Beuno unter seiner Zwipfelmütze zwei Hörnerchen hat und sie mit der Kopfbedeckung, zu verbergen versucht.

Also, das wüsste ich jawohl, falls sich jemand in mein Smial schleicht. Hinter besagtem Vorhang, stehen lediglich meine weichen Schafswollpantoffeln, die versehentlich für flauschige Füsse gehalten worden sein könnten. Und ‚Hörnchen‘ habe ich auch mitnichten, da die Zwipfel aus geflechteten Eigenhaar bestehen!

Munkelwahrscheinlichkeit: 2

 

HAZELNUSS KLEINBAU

Es wird gemunkelt, dass Hazelnuss Kleinbau bei der Gewahrwerdung der Ausschreibung des Alten Haduk, so wutentbrannt rot geworden sei, wie einer von Ohm Gamschies pflückreifer Äpfel und angefangen haben soll, jene Zettel vom Schwarzen Brett wie aus den Händen vorbeilaufender Hobbits zu reißen. In diesem Gemütszustand soll sie bis zum Smial des Bürgermeisters gestampft sein um, nachdem sie heftig gegen seine Haustür geschlagen hatte, ihn im Morgenmantel völlig unvorbereitet mit hoch erhobenen Zeigefinger und Vorwürfen, der Alte Haduk wäre verrückt geworden, würde den Bewohnern des Auenlandes Angst machen und er solle unbedingt unter Arrest oder Betreuung gestellt werden bombardiert haben.

Man kennt Fräulein Hazel eigentlich ja nur als zurückhaltende, schüchterne Dame, aber bei bestimmten Themen, kann ja jedem von uns schonmal die Hutschnur platzen, oder nicht?

Munkelwahrscheinlichkeit: 7

 

Dazu wurde noch gemunkelt, dass Bürgermeister Willi Weißfuß, nachdem er durch diese, mit Pergamentblättern wild herumfuchtelde und aufgebrachte Zwien, rückwärts in sein Smial gedrängt wurde, wieder Meter nach vorne gewann indem er seine Hand auf ihre Schulter legte, verständnisvoll nickte und ihr eindringlich erklärte wie recht sie habe und dass jene junge Hobbit eine wirklich außergewöhnlich engagiertes, wertvolles und gemeinwohlliebendes Mitglied der Hobbitgemeinde sei und sie dabei immer weiter zur Tür hin eskortierte. Als die Zwien dann die Türschwelle überquerte bedankte Weißfuß sich für ihre überaus mildtätige Geste, sich von nun an um das geistige und leibliche Wohl des alten und kinderlosen Witwers Haduk zu kümmern und das der Büttel Grünholz, der inzwischen keuchend zum Bürgermeistersmial herbeigeeilt war, sie direkt zu ihm hinführen solle, damit sie auch sicher den Weg finde, bevor er ihr einen wunderschönen Tag wünschte und die Türe freundlich nickend schloss.

Tja, so kennt man den guten Bürgermeister Weissfuss natürlich. Er delegiert gerne Aufgaben an andere, um sich selbst, voll und ganz, auf seine Mahlzeiten konzentrieren zu können.

Munkelwahrscheinlichkeit: 8,5

 

Es wurde auch noch gemunkelt, dass der Alte Haduk sein, unter Büttelaufsicht stattfindendes, Zuberbad in seinem Garten sehr genossen haben soll, auch wenn er angemerkt habe die junge Kleinbau hätte wirklich etwas gefühlsvoller seine Rückenhaare schrubben und seine Zehennägel scheiden können aber er sei sehr froh endlich jemanden zu haben der sich um den Abwasch und seine schmutzige Wäsche kümmert.

Undank ist der Welten Lohn und Fräulein Hazel ist stets sehr hilfsbereit, insofern kann das Gemunkelte durchaus der Wahrheit entsprechen.

Munkelwahrscheinlichkeit: 9

 

FAROWEIS BIRNHAAG

Es wird gemunkelt, dass Faroweis Birnhag eine ungeheuerliche Liebelei zwischen der ehrenwerten Millaray und einem dahergelaufenen Zwerg erfunden haben soll, nur um von seiner eigenen Scheidung und wilden Ehe abzulenken, die neuerdings wieder Gesprächsthema ist, wenn es um die guten alten Traditionen geht und das es deshalb wohl nötig sei, einen Tugend- und Traditionsabend abzuhalten, um jungen Hobbitdamen auf den rechten Weg zu helfen.

Kein Rauch ohne Feuer und wenn Faroweis sich auch gerne mal einen Jux erlaubt, kann man dieser Munkelei schon einen Funken Wahrheit abringen, da es dafür auch noch weitere Augenzeugen gegeben haben soll, andererseits ist Fräulein Millaray eine Hobbitdame von tadellosem Ruf.

Munkelwahrscheinlichkeit: 6,5

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Dieses Wesen auf dem Bild habe ich gesehen. Als ich gaaaanz zufällig am Fenster von Beunos Smial vorbeischlenderte, habe ich bei einem flüchtigen Blick eher im Augenwinkeln beobachtet, wie Beuno aufstand um sein Mitternachtsmahl einzunehmen. Er sah zerknautscht und derangiert aus. Genau wie das Bild zeigt.

    • Beuno Willowtree

      Waaas?! Das war dann wohl noch vor meiner ‚Morgentoilette‘, Fara! 🙁

      • War doch nur Spaß Beunolein! Du siehst doch immer zum anbeißen aus. Selbst wenn du zerknautscht im Schlafrock durch dein Smial stolperst. Und ich war nur ganz zufällig an deinem Fenster vorbeigekommen. Ich war wohl beim Pilze suchen zu weit vom Wege abgekommen. Ganz wirklich jeze!

        • Beuno Willowtree

          Hmm, nagut, dann will ich das mal glauben, Fara! *schaut skeptisch und Kinn reibend auf Fara’s flauschige Füßchen*

          • Was guckstn meine Füßchen so nachdenklich an? Findest du mein flauschiges Füßchenfell so schön?

          • Beuno Willowtree

            Ich vergleiche sie nur mit den Füßchen hinter meinem Vorhang. *grübel*

          • Hinter deinem Vorhang stehen Füßchen? Hoffentlich vermisst sie sein Besitzer nicht zu sehr. Die solltest du unbedingt zurückgeben.

  2. Muß Necha bei ihrer Spezialausbildung herausfinden, welche Kröte ein Prinz ist?

  3. Der Bürgermeister hat aber sehr gut auf die wilde kleine Hazelnuss reagiert. Und natürlich kann er sich nicht um jedes Problemchen persönlich kümmern. Das ist ja wohl klar. Ich mag den dicken Bürgermeister. Er ist viel besser, als die meisten Hobbits denken. Über ihn wird so viel gelästert. Dabei hat er es wirklich nicht leicht.

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