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Man munkelt … Im Auenland

Die Rebsteigs stehen diese Woche hoch im Kurs der Gerüchtemacher. Und schon erinnert sich niemand mehr an den guten Mikho Buchsbaum. So ist das mit den Gerüchten. Sie kommen und gehen wie das laue Lüftchen auf einer Sommerwiese. Es bietet eine kurze Erfrischung, aber kurz danach ist alles wie vorher. Auch wenn man also nicht allen Gerüchten Glauben schenken sollte, wäre ich zumindest bis zur nächsten Woche vorsichtig im Schifertonwald. Warum? Lest selbst!

 

Kartentricks der Rebsteigs

Erinnert Ihr Euch noch an die Schummeleien der Rebsteigs beim Kartenspiel im Pflug und Sterne? Das mogelnde Ehepaar wurde nun nicht nur aus dem Gasthaus geworfen, sondern auch aus dem Dachsbautener Kartenspiel-Verein „Blatt und Stich“ ausgeschlossen. Angeblich sollen sie nun daran denken, einen eigenen Kartenspiel-Verein zu gründen, der monatliche Kartenspielabende auf ihrem eigenen Grundstück abhält. Nun mag man sich fragen, was jemanden bewegen sollte, einem Verein beizutreten, deren Gründer des Schummelns bezichtigt wurden. Zum einen lässt sich sicher der ein oder andere durch die Versprechung locken, bei den Kartenspielabenden kulinarisch mit dem besten versorgt zu werden, was die Nordviertelküche zu bieten hat. Zum anderen soll der Verein, angeblich in Absprache mit den örtlichen Behörden, ein Dachverband des Ortsvereins von Dachsbauten werden. Das klingt, als hätten da die Behörden eine bierige Rotschmiere-Behandlung bekommen. 

Der Ex-Knecht

Die Rebsteigs führen ja einen florierenden Landwirtschaftsbetrieb, aber scheinbar sind sie mit den Gewinnen daraus nicht so großzügig. Das hat, so sagt man, einer ihrer langjährigen Knechte lauthals verkündet, als er wegen schlechter Bezahlung und knausriger Verpflegung kündigte. Er soll sogar gerufen haben, dass die Rebsteigs an ihrem Gelde ersticken sollten. Außerdem seien sie die größten Raffsäcke zwischen Hafergut und Stock. Es wäre natürliche höchst fragwürdig, den eigenen Knechten kein anständiges Mahl zukommen zu lassen, während man Kartenspielvereinsmitgliedern das Beste vom Norden verspricht. Oder?

Rebsteig gegen Tuk-Dachsbau

Der Nachbarschaftsstreit zwischen dem Großbauern Rebsteig und Frau Tuk-Dachsbau ist geklärt. Keiner von beiden war für dieses Desaster verantwortlich, sondern ein anderer, nächtlicher Täter. Der sitzt aber keinesfalls seine Strafe hinter Schärener Gardinen ab, sondern arbeitet einer Munkelei zufolge bei der renommierten Backstube „Smialtörtchen“. Was bewog Herrn Faroweis Birnhaag dazu, diesen Rüpel einzustellen? Ist er vielleicht mit ihm verwandt?

Glühende Augen bei Oberbühl

Ein beunruhigendes Gerücht drang aus Oberbühl an meine Ohren. Dort soll man ein seltsames Tier gesehen haben, nachts im Schiefertonwald. Gleich zwei Zeugen soll es dafür geben, denen vor allem die gelb-orange glühenden Augen im Gedächtnis geblieben waren. Aber damit nicht genug. Gewaltige Reißzähne und ein dumpfes Knurren waren ebenfalls beängstigende Merkmale dieser Kreatur. Einhellig wurde angegeben, dass das Biest eine Ähnlichkeit mit einer viel zu groß geratenen Katze gehabt haben soll. Nicht nur den beiden Bürgern steckt der Schreck noch tief in den Knochen, auch ich bin etwas beunruhigt. Den Schiefertonwald werde ich jedenfalls des nachts besser meiden.

Kräuterbier und Ziegenfett

Schären hat eine neue Attraktion. Der Zwerg, der dem Auenland seine heilenden Hände zur Verfügung stellen wollte, soll sich nämlich dort niedergelassen haben. Es heißt, sein wohltuendes Kräuterbier und sein ebenso angenehmer Kräutermet seien außerordentlich beliebt bei den kranken und verletzten Steinbrucharbeitern. Die Salben aus Ziegenfett, mit denen man zur Genesung eingerieben werden muss, werden dagegen nur naserümpfend entgegengenommen. Vermutlich wegen des strengen Geruchs. Vielleicht könnte der Herr Zwerg ja ein paar wohlduftende Kräuter in die Salben mischen, um dieses Manko zumindest zu verringern. Besonders wehleidige Patienten klagen wohl zudem darüber, dass der Herr Zwerg recht ruppig mit ihnen umgeht. Na, vermutlich fragen sie ihn ständig nach dem Kräuterbier, wenn sie eine Salbe bekommen sollen. 

Ich bin Frodeweis Nordtuk, 42 Jahre alt und wohnhaft in Langcleeve, einem beschaulichen Weiler an den Ausläufern der Weißen Höhen im Nordviertel. Immer wieder wurde und wird in unserer Familie die Geschichte unseres Stammvaters Bandobras Tuk erzählt und besungen. Das weckte mein Interesse am Erzählen und Niederschreiben ebenso, wie am Recherchieren in alten Archiven. Eine Weile schrieb ich deshalb regelmäßig Hintergrundberichte für den Langcleever Curier und Artikel als Gastautor für das Dachsbautener Tageblatt. Nun möchte ich mich beim Auenländer Wochenblatt überregional betätigen. Und wie es sich für einen Tuk gehört, reise ich auch gerne. Deshalb arbeite ich noch als Hilfspostbote bei der Nordviertel-Post und komme so im ganzen Auenland und dem südlichen Evendim herum.

  1. Beuno Willowtree

    Interessante Munkeleien, Herr Nordtuk, bravo! Ja, bei den Rebsteigs haben sich wahre Abgründe aufgetan, das ist sehr bedauerlich. 🙁 Das mit den Sichtungen bei Oberbühl, ist allerdings bedenklich. Treiben dort etwa verwilderte Bogüs ihr Unwesen!? Umso schöner, ist die Meldung über den Heiler-Zwerg, falls sie denn stimmt! 😀

  2. Mairad Flinkfuss

    Sehr interessante Munkeleien lieber Frodeweis. Das mit Oberbühl macht mir echt sorgen.

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