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Man munkelt … Im Auenland

Diese Woche steht Dachsbauten im Blick der Munkeler und Munkelerinnen und auch Herr Willowtree bekommt ein paar Zeilen. Aber es sind auch wieder ein paar wirklich beunruhigende Gerüchte dabei, die auf ernsthafte Probleme hindeuten könnten. Aber wie jede Woche gilt, genießt die Worte mit Vorsicht, denn trotz der heißen Sonne kann man ganz schnell aufs Glatteis geführt werden.

 

Herrn Willowtrees Zwipfelnebel

Der liebe Kollege Beuno Willowtree hat schon wieder etwas mit Gerüch(t)en zu kämpfen. Zumindest sagt man sich das. Er soll nämlich zum Düngen seiner Begonien allerfeinsten Schafskot verwenden. Allerdings sagt man ihm nach, jüngst etwas unachtsam gewesen zu sein. Er sei mit seinem Dünger in Berührung gekommen und verbreite seit dem einen äußerst aufdringlichen Geruch.

Aber er scheint es mit der Duftwolke nicht alleine zu sein. Vroni Kleewies stand beim Verteilen des Schafskots durch Herrn Willowtree wohl derart ungünstig, dass er ihre Füße damit bedeckte. Unnötig zu erwähnen, dass Frau Kleewies danach ebenfalls eher unangenehm roch. Kein Wunder also, dass sie auf Herrn Willowtree nicht gut zu sprechen zu sein scheint.

Bilwisse! Bilwisse!

Ja, werte Leserinnen und Leser, Ihr habt richtig gelesen. In Schären und Balgfurt wollen etliche Bürger in der Nacht vom Sonntag einen Bilwiss gesehen haben, der wie ein geölter Blitz die Ortschaften durchquert haben soll. Manche Gerüchte sprachen sogar von mehreren dieser unangenehmen Kreaturen. Die Dachsbautener Wachstube soll überquellen vor Anzeigen, Beschwerden und Hilfegesuchen. Rekrut Beriamond, der in dieser Nacht seinen Dienst verrichtete, hatte wohl alle Hände voll zu tun, all die aufgebrachten und verängstigten Bürger zu beruhigen. Ich kann nur hoffen, dass daran nichts Wahres ist.

Zeter und Mordio

Am Abend zuvor wurde Frau Turmalina Tuk-Dachsbauten bereits dabei beobachtet, wie sie die Dachsbautener Wachstube betrat und schließlich schimpfend und keifend wieder verließ. Lautstark soll sie verkündet haben: „Das wird noch ein Nachspiel haben!“ und dann noch etwas von einem „Beschwerdebrief“. Frau Tuk-Dachsbauten war derart aufgebracht, dass sie wutentbrannt hinter sich ihre Smialtür derart heftig zuknallte, dass man den Knall in ganz Dachsbauten hören konnte. Was brachte die Dame nur so sehr auf die Buche? Außerdem ließe sich so eine wütende Dame vom Schlage einer Tuk-Dachsbauten im Dunkel einer Nacht wohl leicht mit einem Bilwiss verwechseln, oder?

Zwergenbart nach Heilerart

Ein zwergischer Medicus, also Heiler, möchte demnächst auch im Auenland praktizieren, so sagt man sich. Ursprünglich stamme er wohl aus dem Erebor, den man auch den Einsamen Berg nennt. Seit etlichen Jahren aber praktiziere er bereits in Thorins Hallen, das uns hierzulande wohl etwas bekannter sein dürfte. Kurative Erfolge feierte er dort angeblich mit einer nach ihm benannten Bierkur, was sich zunächst einmal nach angenehmer Medizin anhört. Außerdem habe er Salben aus Ziegen- und Schweineschmalz entwickelt. Weil es im Auenland keine Heiler-Einrichtungen gibt, möchte er uns nun mit seinen Künsten und seinem Wissen unterstützen. Warum eigentlich nicht? Sollte seine Medizin nicht wirken, so schmeckt sie doch wenigstens. Also den Inhaltsstoffen nach zu urteilen.

Gartenzwergehobbits

Schon wieder Dachsbauten. Dort soll sich die Neigung entwickelt haben, Gartenzwerge zu besitzen, die wie Hobbits aussehen. Laut Augenzeugenberichten sollen sich diese Gartenhobbits sogar bewegen können. Das klingt doch ein wenig dubios, aber es kommt noch dicker. Einer dieser Gartenhobbits soll angeblich geschworen haben, den allseits bekannten Beuno Willowtree umgehend niederzuknüppeln, falls er versuchen sollte, einen Gartenhobbit zu düngen – vermutlich mit Schafskot. 

Zu einer Stellungnahme war aber kein Gartenhobbit bereit. Kaum verwunderlich auch, dass viele Fachleute die Existenz solcher Gartenhobbits abstreiten. Ich glaube, da war wohl jemand von Herrn Willowtrees Düngerdämpfen benebelt.

Schummelei im Pflug und Sterne

Dass Großbauer Boldwin Rebsteig und seine Gemahlin im Pflug und Sterne in Dachsbauten regelmäßig einen Kartenspieleabend besuchen, ist vielen dort bekannt. Überrascht war man aber wohl, als der Großbauer in der Nacht zum Sonntag beim Schummeln erwischt worden zu sein scheint. Zusammen mit seiner Gemahlin habe man ihn deswegen des Gasthauses verwiesen. Ungeheuerlich!

Käsebrot und Tee, och nee

Man munkelt, ebenfalls in Dachsbauten, dass Honoria Rebsteig sich am frühen Montagmorgen in der Wachstube darüber beklagte, dass die köstlichen Käsebrote und der mühsam vom Munde abgesparte Tee von den Grenzern weitestgehend verschmäht wurden. Ich hätte die Käsebrote sicher nicht verschmäht, doch frage ich mich, zu welchem Zweck Frau Rebsteig die Wachstube zu Dachsbauten bewirtet hat. Bestechung? Freundlichkeit?

Wolfsgeheul auf dem Grünfeld

Auch wenn das mit den Bilwissen unwahrscheinlich klingt, dieses Gerücht könnte wahr sein. Den Grenzern Unterberg und Waldfuss sollen nämlich vermehrt Wolfsspuren auf der Straße zwischen Dachsbauten und Hafergut aufgefallen sein. Es heißt sogar, dass die beiden Grenzer nahe Hafergut eines dieser Tiere mit einem beherzten Steinwurf vertreiben mussten. Ein erster Beschwerdebrief ließ nicht lange auf sich warten. Darin sollen die Grenzer der Wachstube zu Dachsbauten aufgefordert worden sein, unverzüglich Jagd auf die Wölfe zu machen, bevor sie das Vieh der Bauern reißen – also die Wölfe, nicht die Grenzer.

Knullendieb in Oberbühl

In Oberbühl soll es einen Kartoffeldieb geben. Ganz gleich, wen man fragt, der Dieb hat immer mehr Kartoffeln gestohlen als beim zuvor Befragten. Eine ernste Sache ist es dennoch, ist die Kartoffel doch ein Grundnahrungsmittel.

Ich bin Frodeweis Nordtuk, 42 Jahre alt und wohnhaft in Langcleeve, einem beschaulichen Weiler an den Ausläufern der Weißen Höhen im Nordviertel. Immer wieder wurde und wird in unserer Familie die Geschichte unseres Stammvaters Bandobras Tuk erzählt und besungen. Das weckte mein Interesse am Erzählen und Niederschreiben ebenso, wie am Recherchieren in alten Archiven. Eine Weile schrieb ich deshalb regelmäßig Hintergrundberichte für den Langcleever Curier und Artikel als Gastautor für das Dachsbautener Tageblatt. Nun möchte ich mich beim Auenländer Wochenblatt überregional betätigen. Und wie es sich für einen Tuk gehört, reise ich auch gerne. Deshalb arbeite ich noch als Hilfspostbote bei der Nordviertel-Post und komme so im ganzen Auenland und dem südlichen Evendim herum.

  1. Beuno Willowtree

    Eine schöne Sammlung an Munkeleien, Herr Nordtuk, bravo! 🙂 Allerdings habe ich weder, Fräulein Kleewies, noch irgendwelche ‚Gartenzwerghobbits‘ und geschweige denn, mich selbst, gedüngt, oder mit Dünger bestreut!!! Das ist jawohl eine Frechheit! *grummel*

  2. Sachen gibts, die gibts gar nicht.

  3. Tulpeline

    Hui ja da ist wieder eine menge passiert letzte Woche.

  4. Pandorradis

    Da tut sich ja wieder viel im Auenland. Aber ein Bilwiss? Könnte das vielleicht auch ein vor Sarumba fliehender Elb gewesen sein? Die sollen da ja richtig schnell laufen, wenn sie ihr entkommen wollen.

    • Beuno Willowtree

      Das würde auch die grünliche Gesichtsfarbe erklären, wenn er vorher die Sarumba erblickt hatte, Pando! 😉 *kicher*

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