Berichte

Guruth-Konzerte: ‚Frische Brise‘ gaben eine musikalische Lehrstunde in ‚Metallkunde‘!

Am vergangenen Freitag, gastierte die beliebte Kapelle 'Frische Brise', wieder an ihrem 'Stammspielplatz' in der verfallenen Festungsanlage 'Guruth, in den 'Einsamen Landen', wo sie stets ihre interessanten 'Themenkonzerte' zu Gehör bringen. Auch die übliche Anfangszeit, zur zehnten Abendstunde, blieb natürlich gleich, wobei das Motto 'Metallkunde' - eine Anspielung auf die härteren Klänge in der Musikwelt - besonders den Zuhörern mit kräftigeren 'Gehörmuskeln' entgegen kam.

Leider zeigten sich die meisten Anhänger von ‚Frische Brise‘ eher zartbesaitet und blieben diesem ‚Themenkonzert‘ gleich zur Gänze fern, sodass lediglich das Fräulein Ellisandre und meine Wenigkeit, Beuno Willowtree, sich im weitläufigen Zuschauerareal wiederfanden. Ob der mangelnde Publikumszuspruch nun wirklich an den etwas härteren Klängen, als man sie sonst von den ‚Brislingen‘ gewohnt ist, gelegen hatte, oder ob vielleicht das Sommerfest und das parallel in Bree stattfindende Konzert der ‚Ziehenden Musikanten‘, den ‚FriBris‘ die Zuhörerschaft abgegraben hatten, kann im Nachhinein, wohl nicht mehr aufgeklärt werden, aber immerhin kamen ‚Elli‘ und ich, so in den Genuss eines quasi ‚Exklusiv-Auftritts‘, den das Musiker-Septett – in der Bestzung, Bufinn, Melrid, Viebo, Vidu, Piazinta, Ivrinuil und Alegrio – trotz allem, mit Inbrunst und Leidenschaft darbot.

Zwar schaute im Verlauf des Konzerts, immer mal wieder etwas ‚Laufkundschaft‘ vorbei, doch verweilte diese leider nie länger als ein paar Lieder, weswegen an diesem Abend, die Musiker den Zuhörern gegenüber, tatsächlich stets in der Überzahl blieben! Doch wer ‚Frische Brise‘ kennt, weiss das sie sogar für nur einen Gast – oder sogar weniger – ihr volles Programm abspulen würden, ohne auch nur einen Moment lustlos zu agieren, oder die ‚musikalischen Zügel‘ schleifen zu lassen. So gaben sie auch bei diesem ‚Guruth Gig‘ ihr Bestes und starteten mit dem genialen Doppelpack, ‚Wild geboren‘ von den berühmten ‚Steppenwölfen‘ (‚Born to be wild‘ – Steppenwolf) und ‚Der Ringeherr‘ von den ‚Blinden Gardinen‘ (‚Lord of the Rings‘ – Blind Guardian), die gleichmal die Richtung anzeigten, die das musikalische Geschehen nehmen sollte, nämlich eine moderate Mischung, aus heftigen, rockigen und balladesken, romantischen Klängen.

So dürften sich einige, die eine krachlattige Kakophonie-Orgie befürchtet hatten und deswegen ferngeblieben waren, beim Lesen dieser Zeilen, nun vor die Stirn klatschen, wenn sie solch bekannte Titel, wie ‚Augen eines Fremden‘ (‚Eyes of a Stranger‘ – Queensryche), ‚Schwer auffindbare Helden‘ (‚Heroes are hard to find‘ – Twistes Sister), ‚Gebrochene Helden‘ (‚Broken Heroes‘- Saxon), oder auch ‚Heldenblut‘ (‚Blood of Heroes‘ – Megadeth) – augenscheinlich eine ‚Helden-Trilogie‘ – wiedererkennen und ihnen klar wird, dass dieses Konzert wohl doch etwas für sie gewesen wäre! ‚Frische Brise‘ liessen nämlich die ganz heftigen ‚Ohrenfellgefährder‘ aussen vor und hatten sich auch bei der Liedauswahl, auf eher weniger bekannte Stücke der einzelnen Kapellen konzentriert.

Ein Konzept, das voll aufging, wie Ellisandre und ich uns einig waren und auch nie langweilig wurde, da man nicht zum hundersten Mal, den einen grossen ‚Ohrwurm‘ von Orchester XY, mundgerecht serviert bekam. Trotzdem erkannten wir viele der Lieder wieder, was bei Nummern, wie ‚Vorherrschaft‘ (‚Domination‘ – Pantera), ‚Vor der Dämmerung‘ (‚Before the Dawn‘ – Judas Priest), ‚Erdmutter‘ (‚Mother Earth‘ – Within Temptation) und ‚Das Königreich komme‘ (‚Kingdom Come‘ – Manowar), auch garnicht so schwierig war. Natürlich, wie bei den ‚Brislingen‘ nicht anders zu erwarten, streuten sie auch immer wieder, einige exotische, kaum bekannte Weisen, nicht minder seltsamer Kapellen, in ihre Spielliste ein, sodass es für uns sogar noch Neues zu entdecken gab, oder waren euch, liebe Leser, solch Liedgut, wie ‚Wiedererweckung‘ (‚Resurreccion‘ – Saratoga), ‚Zentrum des Sternenhimmels‘ (‚Center of the Universe‘ – Kamelot), oder ‚Das Seidendilemma‘ von Elbenkönig (‚The Silk Dilemma‘ – Elvenking), schon vorher bekannt?

Wir, das ‚Zweier-Publikum‘, waren jedenfalls Hin und Weg vom Dargebotenen und waren bester Laune, die lediglich dann getrübt wurde, wenn wir den Blick um uns herum schweifen liessen und daran erinnert wurden, dass diese tolle Musik, wahrlich viel mehr Zuhörer verdient gehabt hätte! Aus diesen trüben Gedanken, wurden wir aber schnell wieder herausgerissen, als auch schon das letzte Drittel des Auftritts, mit dem legendären Überhammer, ‚Sabber, blutiger Sabber‘ der ‚Schwarzen Sabberer‘ (‚Sabbath bloody sabbath‘ – Black Sabbath), eingeläutet wurde. Es folgte noch ein Liederblock der ‚ersten Sahne‘ der ‚Metallkunde‘, in welchem – unter anderen – so bekannte Altvorderen-Kapellen, wie ‚Nachtwunsch‘ (‚Nightwish‘), ‚Wespe‘ (‚W.A.S.P.‘), ‚Eisenjungfrau‘ (‚Iron Maiden‘), ‚Diamantenkönig‘ (‚King Diamond‘) und ‚Eiserde‘ (‚Iced Earth‘), mit einem ihrer Stücke zum Zuge kamen, wobei ‚Eiserde‘ sogar noch das einzige Zugabenstück lieferte ‚Die sternentupfige Fahne‘ (‚The Star spangled Banner‘), welches etwas aus der Reihe tanzte, jedoch – komischerweise – einen perfekten Schlusspunkt unter diese grandiose Darbietung von ‚Frische Brise‘ setzte!

Die Dämmerung brach bereits herein, als Elli und ich, uns überschwänglich bei den sieben Musikussen bedanken und sie auch ihrerseits, uns ihren Dank, fürs Erscheinen und Bleiben, herzlichst übermittelten. Müde, aber glücklich und zufrieden, schlugen wir dann unsere jeweiligen Heimwege ein und konnten nur nochmals, all diejenigen bedauern, welche diesen grossartigen ‚Guruth Gig‘ verpasst hatten!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Alegrio Harfenschlag

    Schöner Bericht Beuno, danke! 🙂
    Wir hatten gemeinsam mit euch beiden unseren Spaß und die Anderen Abwesenden haben was versäumt. 😀

  2. Viebo Tuc

    Danke für die schönen Zeilen Beuno, ja bin auch enttäuscht das so wenige kamen, habe mehr gehofft aber was will man machen wir waren bemüht und hatten auch Spass mit Elli und dir Beuno

    Euer Viebo

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