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Guruth Gigs: ‚Frische Brise‘ griffen tief in ’68iger‘ Klamottenkiste!

Die berühmten 'Guruthkonzerte' der Kapelle 'Frische Brise', können mittlerweile, ruhigen Gewissens, als reine 'Selbstläufer' bezeichnet werden. So fand auch am letzten Freitag, wie immer zur zehnten Abendstunde, ein Themenkonzert in der altehrwürdigen Festung in den 'Einsamen Landen' statt, welches sich diesesmal, mit Liedern aus einer ganz speziellen Epoche - den 'Achtundsechzigern' - befasste.

Das Septett, das sich an diesem Abend, aus den Fräuleins, Melrid, Vidu und Piazinta, sowie den Herren, Viebo, Ivrinuil, Alegrio und – dem Zwergenherr Bufinn vertretenden – Eodfrid, zusammensetzte, startete pünktlich mit zwei, mehr oder minder bekannten Stücken – ‚Gute Zeiten, schlechte Zeiten‘ (‚Good Times, bad Times‘) und ‚Huhu, hab dich lieb‘ (‚Hello I love you‘) -, in ihren mittlerweile (falls ich richtig mitgezählt habe) achtundzwanzigsten (!) ‚Guruth-Gig‘, bei dem es ausschliesslich, um Lieder aus einem ganz bestimmten Jahr gehen sollte.

Nur Stücke, die im Jahre ’68‘ veröffentlicht worden waren, kamen dabei zum Zuge, wobei das zahlreich erschienene Publikum noch rätselte, welches Zeitalter, beziehungsweise, welche ‚Zeitrechnung‘ – Hobbits, Menschen, Zwerge, Elben ? – die ‚FriBris‘ da eigentlich zu Grunde gelegt hatten. Viebo gab dazu nur, ganz diplomatisch und augenzwinkernd, zu verstehen, dass alle Nummern bereits fünfzig Jahre auf dem Buckel hatten und läutete mit den Immergüns, ‚Sonnenschein der Liebe‘ (‚Sunshine of your Love‘), ‚Bläh in die Tonne‘ (‚Lady Madonna‘), ‚Jammi, Jammi, Jammi‘ (‚Yummi, Yummi, Yummi‘) und ‚Die lachende Omma‘ (‚Old laughing Lady‘), gleich ein weiteres Liederpaket ein, dessen Melodien, allen noch sehr vertraut in Erinnerung waren, auch wenn nicht alle Titel – geschweige denn, die dazugehörenden Kapellen – auf Anhieb, von jedermann erkannt wurden.

Erfreulicherweise, geizten die ‚Brislinge‘ diesmal nicht mit Ansagen, sodass auch die Nichtmusiker in der Zuhörermenge, die soeben gespielten Weisen, adäquat einordnen konnten. Ein Grossteil des Publikums rekrutierte sich nämlich – wie bei den ‚Frische-Brise-Konzerten‘ ja fast schon usus – aus Musikerkollegen befreundeter Kapellen, wie den Damen, Tunvil, Istallir, Ellisandre, Reganilda, Lysarosene, sowie den Herren, Vercingetoric, Bragomur und Thorwien – die alle natürlich mit ‚Kennerohren‘ lauschten, aber keinerelei Kritikpunkte am Treiben der ‚FriBris‘ ausmachen konnten, so man dies denn, aus dem glücklichen Grinsen auf ihren Gesichtern, schliessen durfte.

All die Klassiker und auch die unbekannteren Stücke hier aufzählen zu wollen, welche die ‚FriBris‘ an diesem Abend zum Besten gaben, ist nahezu unmöglich, derart umfangreich, hatten die Sieben ihr Programm erneut gestaltet. Es ist ja hinlänglich bekannt, dass eine Spielzeit von über zwei Stunden, überhaupt nichts Ungewöhnliches bei den musizierfreudigen Possenreissern ist und auch bei der Darbietung am vergangenen Freitag, war es nicht anders, was aber niemanden erstaunte. Eher überraschend war es für viele, dass es genügend Lieder aus dem besagten Jahr 68 gab, um die lange Spielzeit mühelos füllen zu können! Und dies waren mitnichten irgendwelche unbekannten Weisen, oder Lückenfüller, wie man hätte vermuten können.

Ohrwürmer, wie, ‚Munkeleien im Efeubusch‘ (‚I heard it through the Grapevine‘), ‚Watt ’ne wundebare Welt‘ (‚What a wonderful World‘), ‚Judy frisst ’ne Geiss‘ (‚Judy in disguise‘), ‚Fräulein Robbie’s Sohn‘ (‚Mrs. Robinson‘) und ‚Der Thain ist mein Ziehsohn‘ (‚Time of the Season‘), hatte fast jeder noch im Gehörgang rumspuken, obwohl die meisten der Anwesenden, zur Hochzeit dieser Lieder, noch garnicht geboren gewesen waren! Alle hatten aber natürlich durch ihre Eltern, oder Grosseltern, die dereinst vorm heimischen Smialfeuer, zur Laute gegriffen hatten, von diesem musikalischen Erbe mitbekommen, welches natürlich auch, die an diesem Abend ebenfalls dargebotenen Lieder, wie, ‚Die heulende Laute‘ (‚While my Guitar gently weeps‘) von den ‚Pilzköppen‘, ‚Dachsbautener Kerker Klagegesang‘ (‚Folsom Prison Blues‘) von Johnny Bargeld und ‚Jacob Springblitz‘ (‚Jumping Jack Flash‘) von den ‚Rollsteinen‘, beinhaltet hatte.

Viel zu schnell, näherte sich dieser ‚Guruth-Gig‘, dann auch dem Ende, das noch mit weiteren zwei Liedern der ‚Pilzköppe‘ – ‚Huhu, Du‘ (‚Hey Jude‘) und ‚Zurück in Angmar‘ (‚Back in the U.S.S.R.‘), aber auch einigen schmalzigen Balladen – ‚Törts‘ (‚Words‘) und dem, extra für Herrn Bragomur gespielten, ‚Für immer frei‘ (‚Forever Free‘) – aufwartete und alle Gäste wunschlos und glücklich zurückliess, als die letzten Noten verklangen.

Das gewagte Konzept von ‚Frische Brise‘ war jedenfalls, wieder vollends aufgegangen und alle Zuhörer traten zufrieden und rätselnd, was sie wohl beim nächsten Guruth-Konzert erwarten würde, ihre jeweiligen Heimwege an. Danke, für diesen feinen Musikabend, voller schöner Erinnerungen, ‚Frische Brise‘!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Alegrio Harfenschlag

    Wieder einmal treffend beschrieben, lieber Beuno !:)
    Die alten Lieder zu spielen hat mindestens so viel Spaß gemacht, wie sie zu hören, da bin ich sicher 😉

    • Beuno Willowtree

      Dankeschön, das freut mich zu hören, lieber Alegrio! Dann hatten ja wirklich alle Anwesenden ihren Spass! 😀 *freu*

  2. Tunvil Wintermond

    Hahahaaaa, toller Bericht Beuno … (vorallem die markigen und Lachanfälle auslösenden Übersetzungen!!!)

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