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Grünfeld Kompanie: Treffen zum Fall ‚Buchsbaum‘ in der Grenzerstube Dachsbauten!

Am letztwöchigen Sonntag, versammelten sich die Beamten der ‚Grünfelder Grenzerkompanie‘ zur halbneunten Abendstunde, in der Grenzerstube zu Dachsbauten, um im Beisein von Zeugen, über den Fall ‚Mikho Buchsbaum‘ zu beraten. Für den wegen ‚Ponydiebstahls‘ seit etlichen Wochen einsitzenden Delinquenten, sollten endlich adäquate Entlassungsmodalitäten festgelegt werden.

 

Für das Kolloquium, das unter der Leitung von Grenzerhauptfrau, Monabella Zwilber – die erst mit leichter Verspätung eintraf -, stattfand, hatten sich mit dem Stammtischvorsitzenden, Fredoberdt Beifuss, Dachsbauten-Anrainer, Bango Gerstfeld, sowie meiner Wenigkeit, Beuno Willowtree, drei unvoreingenommene Leumundszeugen im kleinen Amts-Smial versammelt, denen gegenüber, die drei Grünfeldgrenzer, Tulpeline Schweinepfote, Hecco Unterberg und eben Fräulein Monabella Zwilber, standen. Der Kleinkriminelle, Mikho Buchsbaum, sass während der Beratung in seiner kleinen Zelle, aus welcher er – wie gewollt – alles mitbekommen konnte und erwartungsvoll durch die blankpolierten Gitterstäbe schaute.

Unnötigerweise hatten die Grenzbeamten und auch Herr Bango, ihre Hunde mitgebracht, sodass es in der ohnehin stickigen Grenzerstube, auch noch zunehmend nach ungewaschenem Fell müffelte und auch Mikho’s randvoller ‚Abtritt-Eimer‘, tat noch sein Übriges dazu, unsere ‚Riechkolben‘ ordentlich zu Malträtieren. In dieser ‚anrüchigen‘ Athmosphäre hub Monabella dann zu einer Ansprache an.

 

Monabella: ‚So, dann kommen wir doch allmählich mal zur heutigen Tagesordnung, ja? Sehr verehrte Zuschauer und Zuhörer, wir sind ja alle aus einem ganz bestimmten und besonderen Anlass hier zusammengekommen, da im Stammtisch eine ganz besondere und gewichtige Entscheidung zum Wohle aller getroffen wurde. Mikho Buchsbaum, nachdem Ihr nun schon zum wiederholten Male in Konflikt mit Recht, Ordnung und Gesetz gekommen seid – diesmal sogar mit einem Ponydiebstahl – wurde allgemein zu Rate gesessen und schließlich beschlossen, Euch aus dem Stammtisch auszuschließen! Sonst denken die anderen Hobbits em Ende noch, dass alle Mitglieder des Stammtisches so durchtriebene Strauchdiebe wären wie ihr, Herr Buchsbaum! Immerhin könntest du dich bewähren und zeigen, dass du auch ein ordentliches Leben führen kannst, dann steht dir der ‚Stammtisch‘ natürlich wieder jederzeit offen. Wohlan – hiermit bist du also offiziell ‚ent-stammtischt‘! Natürlich wird das noch beurkundet und von den anwesenden Zeugen mit roter Tinte unterschrieben.‘

Das schockte Mikho und uns andere Nichteingeweihte, doch sehr, bildete der ‚Stammtisch zum Efeubusch‘ doch mittlerweile den Mittelpunkt des sozialen Lebens in Hobbingen und vielleicht sogar im gesamten Auenland. Natürlich konnte Mikho der Zugang zur Gaststätte nicht verwehrt werden, doch der Verlust seiner Mitgliedschaft, isolierte ihn doch schon immens. Aber noch steckte der ‚Ponydieb‘ ja noch hinter Gittern, was aber nicht lange so bleiben sollte, wie Grenzerhauptfrau Zwilber im Anschluss kundtat, währenddessen wir alle, als Zeugen, das Pergament über den Urteilsspruch – mit, mehr oder minder, schweren Herzen – unterzeichneten.

 

Monabella: ‚Nach Absprache mit dem geschätzten, ehrwürdigen Haus Brandybock und mit der weniger ehrwürdigen Familie Goldwert, haben die Grenzer als Strafe und Wiedergutmachung, folgendes angeordnet: Dass Mikho Buchsbaum unter der Auflage, dass er beim kommenden Braunflutfest in Bockland, beim Aufräumen helfen muss, heute noch entlassen wird!‘

Dies rief seltsamerweise Ausrufe des Schreckens und des Schocks bei den anderen Anwesenden – und auch Mikho selbst – hervor, während ich nicht verstand, was daran denn so schlimm sein sollte, da dies für jeden Bockländer eine grosse Ehre darstellen würde.

 

Monabella: ‚Jawohl, Herr Goldwert hat nachdrücklich darauf bestanden und der Herr Brandybock hat es abgesegnet. Da konnte der geschätzte Herr Thain nicht anders, als zustimmen. Also erging eine entsprechende Anordnung an die Grenzer. Der Thain soll gemein haben, dass es sonst diplomatische Schwierigkeiten geben könnte. Es geht wohl lediglich darum, Abfälle, Essensreste und Pferdemist, zu beseitigen. Und die Bierhumpen zu spülen.‘

Fredoberdt zeigte dennoch Mitleid für den unglücklichen Delinquenten und liess seinen Hut herumgehen, damit Mikho etwas Startgeld für seine Reise gen Bockland – wo er sich innerhalb von drei Tagen einzufinden hatte – haben würde.

 

Fredoberdt: ‚Ein Startgeld für den Herrn Buchsbaum. Hier, gebt was rein, der Arme soll nicht ganz mittellos dastehen.‘

Monabella: ‚Wir spenden ein bisschen Kleingeld, damit der Buchsbaum nicht völlig verlottert im Bockland ankommt. Sonst denken sie dort noch, dass wir die eingeknasteten Leute schlecht behandeln.‘

Tulpeline: ‚Dann gebe ich eben mein restliches Brotgeld. Ich finde das nun schon etwas doof, muss ich zugeben, dass ich einen Kriminellen mit Geld versorgen muss!‘

Die Zellentür wurde dann aufgesperrt und Mikho das gesammelte Geld überreicht. Monabella gab dem erfreuten Entlassenen dann aber noch eine Warnung mit auf den Weg.

 

Monabella: ‚Ach ja, Mikho: Du musst dich gleich nach deiner Ankunft bei Herrn Smilodoc Goldwert melden. Sonst gibt er eine neue Anzeige auf! Der Herr Goldwert erwartet deine Ankunft und Meldung in spätestens drei Tagen. Sonst geht er zu den Bütteln! Wirst du in den drei Tagen nicht vorstellig, lässt er dich wieder suchen. Und einsperren!‘

Mikho: ‚Ach ja. Na gut. Ich reite dann gleich morgen in Richtung Bockland. Einverstanden?‘

Fredoberdt: ‚Dann, willkommen in der Freiheit! Bist uns am Donnerstag im ‚Busch‘ natürlich trotzdem jederzeit sehr willkommen!‘

So endete die Inhaftierung des Mikho Buchsbaum mit zwiespältigen Gefühlen bei allen Anwesenden. Monabella und Grenzerin Tulpeline Schweinepfote, brachten die Befürchtungen aller abschliessend auf den Punkt, als wir Mikho die Grenzerstube letztendlich verlassen sahen.

 

Tulpeline: ‚Ich gebe ihm einen Monat. Dann sitzt er wieder hier! Ich hätte ihn lieber nach Schären geschickt und ihn dort in Ketten Steine kloppen lassen!‘

Monabella: ‚Hm, irgendwie hab ich auch das Gefühl, dass er beizeiten wieder hier einsitzen wird.‘

Nun, nur die Zeit kann zeigen, ob Mikho Buchsbaum seine Chance nutzen, oder wieder der Kleinkriminalität anheimfallen wird. Das ‚Auenländer Wochenblatt‘ wird seine Fühler nach ihm ausgestreckt halten und gegebenenfalls, brühwarm von seinen Taten berichten.

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Tulpeline

    Die Hunde gehören zum Dienst. Sie sind nicht unnötigerweise dabei!

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