Berichte

Grünfeld Kompanie: Sondereinsatz in Dachsbauten!

Am letzten Sonntag, trafen sich die Grenzer der 'Grünfeld Kompanie' und einige freiwillige Helfer, unter Leitung von Anführerin, Fräulein Monabella Zwilber, um mittels eines verdeckten Sondereinsatzes, einer seit Wochen kursierender Munkelei, auf den Grund zu gehen. Ab der achten Abendstunde, versammelten sich alle Teilnehmer, in der Wachstube zu Dachsbauten.

Pünktlich waren auch, Grenzerausbilder der ‚Grenzer des Auenlands‘, Faroweis Birnhaag und meine Wenigkeit, Reporter, Beuno Willowtree, vor Ort, was alleine schon zeigt, welch revierübergreifende Wellen dieser unseelige Fall bereits geschlagen hatte. Dies bewiess sich ebenfalls, als wir die gut gefüllte Wachstube in Dachsbauten betraten und staunten, wieviele Grenzer und Freiwillige gekommen waren, um Einsatz-Organisatorin, Monabella Zwilber, ihre Hilfe angedeihen zu lassen. 

 

Neben Monabella selbst und den Beamten, Beriamond, Herifons, Tulpeline, Girmagard, Hecco, Brunbald und Faroweis, waren erfreulicherweise, mit Fräulein Vroni, Herrn Bardelas und mir, Beuno, auch drei Zivilisten mit von der Partie, obgleich, gerade uns Letzteren, zu diesem Zeitpunkt noch garnicht so recht bekannt war, worum es bei diesem Treffen überhaupt gehen sollte. 

Zum Glück, klärte uns Grenzerin Monabella dann auf, nachdem die allgemeine ‚Begrüssungsorgie‘ nach mehreren Minuten, schliesslich ein Ende gefunden hatte. 

Monabella: ‚Ich bitte um kurzes Gehör allerseits! Es geht heute darum, einen Kriminalfall aufzuklären, der seit Wochen vor sich hin schwelt. Hintergrund ist, dass vor etwa vier Wochen jemand des Nachts das Geflügelgatter des Bauern Rebsteig öffnete, alle Gänse und Enten in den Garten von Frau Tuk-Dachsbau liefen und dort alles verwüsteten. Frau Tuk-Dachsbau versuchte daraufhin, Herrn Rebsteig auf Schadenseratz zu verklagen, was jedoch abgewiesen wurde. Das Federvieh hatte dort nämlich die gesamte Erdbeerernte gefressen! Nun ist es so, dass immernoch jemand versucht, das Gatter in der Nacht, erneut zu öffnen, um den Spuk zu wiederholen. Frau Tuk-Dachsbau und die Familie Rebsteig sind seitdem bis aufs Blut zerstritten. Herr Rebsteig lässt seitdem, das Tor des nachts von seinen Knechten bewachen, aber das ist ja kein Dauerzustand! Und DA setzt nun unser verdeckter Einsatz an: Wir verkleiden uns alle als Knechte und Mägde und halten stattdessen die Wache und wenn der Schuft zuschlägt, dann fassen wir ihn!‘

 

Einige von uns ‚Nichtgrenzern‘ glotzten noch verwirrt und überrascht, ob dieses gefährlichen Vorhabens, an dem wir teilnehmen sollten, als Grenzer Brunbald auch schon damit begann, Verkleidungen, bestehend aus abgewetzten Klamotten, die Knechte und Mägde tragen würden, an uns zu verteilen, sodass wir hernach, schlecht noch ablehnen konnten, an dieser ‚Fallenstellung‘ mitzuwirken. So nutzten wir die vakanten Zellen der Wachstube, um uns Umzuziehen und uns, mittels besagter ‚Fetzen‘, in waschechte Landwirtschaftshelfer zu verwandeln. Das Ergebnis war verblüffend, da einige von uns kaum noch wiederzuerkennen waren und manchen Kleidungsstücken sogar noch ein typischer ‚Dung-Geruch‘ anhaftete, der die Illusion natürlich noch zusätzlich perfektionierte. 

Monabella zeigte sich jedenfalls zufrieden mit dem Anblick, den wir boten und drängte schon auf einen baldigen Aufbruch, als die Smialtür aufsprang und zwei mittelalte Hobbitmatronen, zeternd und schimpfend, die Wachstube enterten. Es waren niemand anderes, als die beiden Nachbarinnen, Turmalinda Tuk-Dachsbau und Honoria Rebsteig, um die es bei diesem Fall ja hauptsächlich ging. Turmalinda behauptete doch glatt, dass ein Bilwiss der ‚Gatteröffner‘ sei und sie ihn erst letzte Nacht wieder beobachtet hätte! Natürlich gab es dafür gleich Kontra von Frau Honoria, die Turmalinda aufforderte, mit dem Phantasieren aufzuhören und lieber ihre vergammelnden Erdbeeren aus ihrem Garten zu entfernen. Das war zuviel für die Tuk-Dachsbau und sie verliess empört, drohend und fluchtartig das Grenzersmial, während die opulent gekleidete Frau Rebsteig, sich sogleich den Grenzern zuwandte, um ihnen schonmal – auch im Namen ihres Mannes, Boldwin – für den bevorstehenden Einsatz zu danken. 

Monabella nutzte die Gelegenheit, um endlich aufbrechen zu können und bat Honoria, den ganzen Trupp ‚Knechte‘, doch zu ihrem Anwesen zu führen, damit die Falle präpariert werden konnte. Frau Rebsteig kam dieser Bitte sehr gerne nach und versprach den Grenzern, sie mit einem ‚vom Munde abgesparten‘ Festmahl zu bewirten, während sie auf der Lauer lagen. 

Derart angespornt, war die kurze Distanz zum Gehöft schnell überwunden und wir alle verteilten uns auf dem Gelände, um unauffällige ‚Dienertätigkeiten‘ zu fingieren und dabei das ominöse Gatter im Auge zu behalten. Das versprochene ‚Festmahl‘, welches Honria dann bald schon auf einem teuren Silbertablett herumreichte, erwiess sich dann jedoch, als trockene Brotscheiben mit etwas ranziger Butter und einem Stück uralten Hartkäse, zu dem ein sehr dünner Tee gereicht wurde. Monabella zog angewidert eine Augenbraue hoch, blieb aber höflich und bedankte sich für die krude Speisung. 

Honoria rief derweil ihren ältesten Knecht, Faroldo, herbei, der den Grenzern das Gatter zeigen und etwaige Fragen beantworten sollte. Als alle beim Tor versammelt waren und Honoria im Smial verschwunden war, berichtete Faroldo jedoch viel mehr, als es der Hausherrin lieb gewesen sein dürfte!

Faroldo: ‚Damals, also vor 6, 7 Jahren, als der Alte Rebsteig noch lebte und der junge Boldwin noch nichts zu melden hatte, da hatten wir dort drüben im Gesindehaus noch Feuerholz zum heizen und das Dach wurde repariert, wenn es reingegnete! Jetzt machen die Rebsteigs goar nix mehr! Es ist kalt, wir haben weniger Bezahlung und keinen Sonntagsbraten mehr. Aber die Geschichte mit der Magd, dat habt ihr doch auch mitbekommen, wa? Eines morgens, beim Eierzählen, da hat die Magd ein Ei gegessen. Das darf sie natürlich net, aber alle haben dicht gehalten hier. Aber die alte Vettel da drüben, die Tuk, die hat gepetzt! Die hat die Magd angeschwärzt und noch am selben Tag, nich, da war die weg, gekündigt! Der junge Rebsteig hat sie rausgeworfen! Furchtbar geizig die neuen Rebsteigs!‘

 

Dies rückte die vorher vorherrschende Meinung über die ’netten‘ Rebsteigs, natürlich in ein ganz neues Licht bei uns allen, doch konzentrierten wir uns dennoch auf unsere Aufgabe und nahmen taktische Stellungen, rund ums Gatter ein, nachdem sich der alte Faroldo wieder verabschiedet hatte. Während Vroni und ich die Begonien düngten und Hecco als lebensechter ‚Gartenzwerg‘ agierte, mimteTulpeline, sehr überzeugend, die faule Magd, indem sie sich auf die Gattermauer legte und vor sich hin ratzte!

Derweil wurden Girmagard, Bardelas und Faroweis, die so taten, als würden sie Äpfel pflücken, nahezu zeitgleich, auf zwei sich nähernde Gestalten aufmerksam und informierten sofort, Anführerin Monabella über die verdächtigen Vorkommnisse. Die eine Gestalt erwiess sich als der harmlose Landwirt, Herr Manzo, der lediglich einige Erdbeeren erstehen wollte und sich höchst erstaunt zeigte, als plötzlich, eine ganze Horde Knechte, im Laufschritt an ihm vorbeischoss! 

Monabella hatte nämlich die andere Gestalt, anhand der verschiedenen Beschreibungen, sofort als den potenziellen ‚Gatterfummler‘ identifiziert und den Befehl zur Verfolgung und Gefangennahme herausgebrüllt. Mithilfe der Grenzerhunde, entspann sich eine aufregende Verfolgungsjagd, da der Verdächtige, der besorgniserregenderweise, tatsächlich einem Bilwiss glich, sofort Fersengeld gegeben hatte, als das Zuschnappen der gestellten Falle, von ihm bemerkt worden war. 

Bis nach Balgfurt ging die wilde Jagd, wo uns eine betagte Greisin, Frau Rosabella, den Grenzern endlich den entscheidenden Hinweis, über den Aufenthaltsort des Flüchtigen geben konnte. Sie berichtete von einem ‚grüngesichtigen‘ Halbling und verwies uns an das andere Flussufer.

Tulpelines tüchtige Grenzerhündin, Carli, konnte dort sogleich wieder die verlorengeglaubte Spur aufnehmen und, nur kurze Zeit später, wurde der vermeintliche ‚Bilwiss‘, von Faroweis, Tulpeline und Bardelas, hinter einem grossen Baum, entdeckt und gestellt. 

Schnell waren auch wir anderen zugegen und sahen mit Erstaunen, wer da hinter der ‚Bilwissmaske‘ – denn nichts anderes trug der Delinquent über seinem Gesicht – zum Vorschein kam, als Bardelas, drohend seinen ‚Hobnanigansschläger‘ schwingend, die Demaskierung einforderte. Es war überraschenderweise ein Hobbitfräulein, welches einigen von uns sogar bekannt war und der wir niemals solcherlei kriminelle Taten zugetraut hätten! Girmagard legte der Dame die Handeisen an und Monabella befahl, das Fräulein R. – der Name wird zum Schutz der Verdächtigen, hier nur abgekürzt wiedergegeben – zum Verhör in die Wachstube Dachsbauten zurückzuführen.

Dort angekommen, gestand Hobbitfräulein R. fast alle ihr vorgeworfenen Taten, hatte jedoch gute und nachvollziehbare Motive anzuführen, zumal bei der Befragung herauskam, dass es sich bei der Dame, um niemand anderes, als die eierschlürfende Magd, aus der Erzählung des Oberknechts, Faroldo, handelte, die ja unter zwielichtigen und niederträchtigen Gründen, von den Rebsteigs entlassen worden war!

Wir alle fühlten mit der unglücklichen R., die mehrmals schluchzend in Tränen ausgebrochen war und Backstubenbesitzer, Herr Faroweis, der das Fräulein vor Kurzem erst bei sich eingestellt hatte, nahm sogleich, nachdem er ihre Geschichte gehört hatte, seine Kündigung, die er in der ersten Wut, nachdem offenbar geworden war, wer hinter der Bilwissmaske steckte, ausgesprochen hatte, zurück und bot dem jungen Fräulein, sogar Kost und Logie an, bis die Art ihrer ‚Wiedergutmachung‘, von Monabella und ihren Grenzbeamten festgesetzt worden wäre. 

So endete dieser spannende Sondereinsatz – obwohl es natürlich noch Details zu klären gilt – mit einem vollen Erfolg , wozu wohl auch die Offenlegung des wahren Charakters der Familie Rebsteig und teilweise auch von Turmalinda Tuk-Dachsbau, zu zählen ist. 

Die Beamten hatten wahrlich ‚grenzübergreifend‘ zusammengearbeitet und auch Freiwillige ins Boot geholt, was beweist, dass alle möglich ist, wenn nur alle an einem Strang ziehen. Grosses Dank, an Grenzerin, Monabella Zwilber, für diese perfekte Organisation und geniale Durchführung dieses Einsatzes und grosse Anerkennung, an ihre tapferen Grenzer, ohne die so ein Erfolg, wohl kaum möglich gewesen wäre! Sollte es weitere Entwicklungen in diesem Fall geben, werden wir hier im ‚AW‘, brühwarm darüber berichten, liebe Leser.

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Ohwei! Welch unerwartete Wendung. Erst ein jagt man einen räuberischen Bilwutz und dann ergreift man ein bedürftiges Opfern, unnötig Strenge. Ich hoffe, die Arme R. wird nicht zu hart bestraft.

    • Beuno Willowtree

      Ich denke, die Grenzer werden ein angemessenes Strafmass finden, liebe Fara. 🙂

  2. Honoria Rebsteig

    Also, das ist ja ungeheuerlich! Wie meine Familie hier derart negativ dargestellt wird! Jeder darf mit seinen Mägden und Knechten so umgehen, wie es ihm passt! Und dass ich mir die Köstlichkeiten für euch vom Munde abgespart habe, das ist nun mal Tatsache, Herr Willowtree!
    Derlei Verunglimpfungen….das kommt ja Rufmord und Verleumdung gleich! Eine Unverschämtheit….und mein Mann würde die Resi jedes Mal wieder vom Hof schmeißen, wenn sie erneut Mundraub beginge und unsere Familie um die kostbaren Hofeier betrügt. Darüber sollten sie einmal schreiben und nicht ehrliche und hart arbeitenden Hobbits in einem derartig falschen Licht darstellen!
    Guten Tag!

    Gezeichnet,
    H. Rebsteig, Dachsbauten

    ((OOC: Klasse Beitrag lieber Beuno, du bringst die Sachverhalte pointiert wieder und illustrierst diesen wunderbaren Abend noch durch schöne Bilder. Vielen Dank für den Engagement und deinen Einsatz! :-))

    • Beuno Willowtree

      Ich kann die Ereignisse nur so darstellen, wie sie sich mir offenbart haben, werte Frau Rebsteig! Ich habe mich bemüht – so gut es ging -, dabei eine noch halbwegs neutrale Position einzunehemn.

      (( Danke, für das nette Lob! 😀 War aber auch eine wirklich tolle RP-Veranstaltung! 🙂 ))

    • Wenn dir nicht gefällt, daß über deine schlechten Taten geschrieben oder gesprochen wird, gibt es da ein ganz einfaches Mittel. Benimm dich anständig. Du bist da selber schuld, du geizige und Herzlose Tante duuuu! Und laß den Beuno in Frieden! Der hat die Wahrheit geschrieben und sich sogar zurückgehalten und dich nicht so schlecht dargestellt, wie du bist. Beuno ist ein ganz Lieber!

      • Beuno Willowtree

        Oh, dankeschön,liebe Fara! 😀

      • Honoria Rebsteig

        Ich wüsste nicht, dass ich euch das „du“ angeboten hätte, ihr freches Rotzgör! Ihr kennt weder mich, noch wart ihr am beschriebenen Abend anwesend, also habe ich ein ganz einfaches Mittel für euch: wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Futterlucke halten und genau lesen, was ich geschrieben habe.
        Kritik an Artikeln, die Personen direkt betreffen, sollte man sich per Leserbrief äußern dürfen, wir sind hier schließlich im Auenland und nicht bei euch zu Hause. Also benehmt euch anständig und lasst euch nicht so über die Meinung anderer aus, wenn sie euch nicht passen.
        Außerdem wisst ihr wohl nicht, wer ich bin. Lest lieber noch einmal ganz genau diesen Schmuddelartikel, holt tief Luft und denkt darüber nach, wen ihr hier beleidigt.

        Gezeichnet,
        H. Rebsteig

  3. Tulpeline

    Toll Berichtet Beuno. Ich habe den Artikel zwar nur überflogen da ich ja dabei war. Aber das was ich gelesen habe hat mir sehr gefallen.

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