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Grenzerstunde: Nostalgische Patrouille als Epilog zum ‘Grenzerfest’ absolviert!

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Reportage. Nach dem grossen ‘Grenzer-Jubiläums-Feierlichkeiten’ am Dienstag der letzten Woche, trafen sich die ‘Grenzer des Auenlandes’ am vergangenen Mittwoch, wieder zu einer fast normalen Grenzerstunde, zur achten Abendstunde, am Grenzersmial in ‘Fuchskleve’. Altgrenzer Sundo hatte sich jedoch, quasi als Nachverarbeitung seiner beim Fest gehaltenen Rede, etwas Besonderes für uns Grenzerstundenbesucher ausgedacht: Eine Patrouille durchs Auenland auf der historischen ‘Grenzer-Route’!

 

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Bei leichtem Regen, traf ich die Grenzer, Sundo, Kelko und Faroweis, am Hühnerstall des Grenzergartens, wo der vorwitzige Faroweis mich soeben noch verulkt hatte, indem er es für mich so darstellte, als würden die ‘Grenzerhühner’ lauthals rülpsen! Ich stand schön gelackmeiert da, als alle – auf meine Kosten – in lautes Gelächter ausbrachen! Es war ein durchaus gelungener Scherz, wie ich später zähneknirschend zugeben musste.

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In derart fröhlicher Stimmung, begaben wir uns wegen des Regens, dann zunächst ins ‘Grenzersmial’, wo noch der gute Bango zu uns stiess und Altgrenzerhauptmann, Sundo Breitfusz, uns offenbarte, wie seine Pläne für die heutige Grenzerstunde aussahen. Er erinnerte nochmal an das sehr gelungene Grenzerfest und bat Bango, schonmal eine Abkürzung nach Michelbinge zu planen, von wo aus er, mit uns, die traditionelle ‘Grenzerpatrouille’ nachwandern wollte.

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Bango hatte den Weg für uns in den Staub des Bodens skizziert, welcher uns dann auch überraschend schnell, in das schöne Michelbinge führte, wo Sundo sogleich den Weg zu einem unscheinbaren, heruntergekommenden Smial einschlug, was uns anderen, fragende Mienen auf den Gesichter erscheinen liess. Hätten wir bei Sundos Festrede besser zugehört, hätten wir ahnen können, worum es sich bei diesem Smial handelte.

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Es war nämlich die ehemalige Schreibstube, welche den Grenzern ganz zu Beginn ihrer Karriere, vom Bürgermeister, zugewiesen worden war. Eigentlich waren hier ursprünglich Teile des Stadtarchivs untergebracht gewesen und Herr Weissfuss hatte wohl geglaubt, dass die ‘Grenzertruppe’ eh nicht lange durchhalten würde, weswegen er diesen ‘Idealisten’. zunächst keine besseren Räumlichkeiten zusprechen wollte.

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Sundo und Kelko lächelten versonnen, als die Erinnerungen an diese Anfangstage, in ihnen wieder aufstiegen und sie Faroweis, Bango und meine Wenigkeit, zum Marktplatz zurückführten. Sundo liess uns dort Aufstellung nehmen und Durchzählen, wie es damals unter den Patrouillen üblich gewesen war. Jeder musste eine Nummer nennen, welche uns für den Rest der Exkursion bestehen bleiben sollte, da noch mehrere Durchzählungen vor uns liegen sollten.

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Dann ging es im ‘schnellen Gang’ gen Wegscheid, wobei Sundo anmerkte, dass sich die Truppen damals, oft sogar im Laufschritt fortbewegt hatten, um im Ernstfall, zeitnah vorort sein zu können. Dies wollte er uns – und sich selbst – jedoch nicht zumuten, sodass wir die laue, sternklare Nacht, in gemütlicher Gangart, vollauf geniessen konnten!

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Im Herzen von Wegscheid, nachdem sich die Grenzer vergewissert hatten, dass dort alles in bester Ordnung war, kam es erneut zum Durchzählen, was immer noch nicht perfekt ablief, da einige ihre Nummern vergessen, beziehungweise ‘vertauscht’ hatten! Sundo grinste nur und meinte, dass dies damals auch nicht anders abgelaufen wäre. Manche Dinge ändern sich wohl nie!

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Zu jeder Patrouille hatte dereinst auch die Kontrolle der am Weg liegenden Gasthäuser gehört, weswegen Sundo uns als nächstes, in den ‘Grünen Drachen’ zu Wasserau lenkte, wo uns auch eine kleine Erfrischung erwartete. Die Zivilisten durften ein Bier trinken, während dies den in Dienst befindlichen Beamten, strikt untersagt war. Zu damaligen Zeiten war diese Regel allerdings nicht immer so genau genommen worden, wie Sundo missbilligend erklärte.

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Ich war dann auch tatsächlich der Einzige, der ein Honigbier konsumierte, während die anderen, alkoholfreie Getränke zu sich nahmen. Selbst Bango, der als Zivilist ja gedurft hätte, begnügte sich mit einem Pastinakensaft.

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Doch die Grenzer der Vorzeit, hatten nie lange irgendwo Station gemacht, wie Sundo erzählte, sodass es schon bald, durch die friedliche auenländer Nacht, weiterging, in Richtung Froschmoorstetten, der Heimat des Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag, der – breit grinsend – an uns vorbeistürmte, als ihm der Geruch der ‘heimischen Scholle’, beziehungweise ‘des Morasts’, in die Nüstern stieg!

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Wir anderen lächelten nur kopfschüttelnd und genossen den Ausblick, über das sumpfige Dörfchen, das aus dieser Entfernung und im Licht der Sterne, viel edler erschien, als es in Wirklichkeit war und unsere Augen erfreute, während das entfernte Quaken der Frösche und Kröten, zu uns emportönte!

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Vor dem Gasthaus ‘Zum Schwimmenden Balken’, wurde nocheinmal Durchgezählt, was erstaunlicherweise, ohne Probleme und Zahlendreher vonstatten ging und Sundo ein erfreutes Grinsen auf die Backen zauberte! Stolz salutierte er vor uns und bat uns auf ein Gläschen ‘Sumpfwasser’ – einem hiesigen Kräuterlikör mit Seerosenaroma -, in die baufällige Taverne.

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An einem Bild im Schankraum, verdeutlichte der ‘Altgrenzer’ uns dann noch das grosse Problem, das in ganz ‘Froschmoorstetten’ anzufinden ist, die beschleunigte ‘Vermoderung’ durch das allgegenwärtige Moorwasser! Das Bild, das eigentlich ‘Sommertag im lichten Wald’ hiess, zeigte sich, durch die sauren Farben, die mit dem hiesigen Wasser angerührt worden waren, gänzlich verändert und glich nun vielmehr, einer unheimlichen Szene aus dem ‘Alten Wald’!

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Nach Froschmoorstetten ging es dann weiter nach ‘Balgfurt’, der Heimat der leckeren ‘Balgfurter Würstchen’ und anderer hochwertiger Fleischwaren, wo Bango – mit Geld ausgestattet – losgeschickt wurde, um einen ‘armvoll’ eben dieser schmackhaften Würste, für das abschliessende Grillen, zu erstehen, jedoch nicht, bevor die Truppe nicht nocheinmal durchgezählt worden war!

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Das Braten der Würstchen, stellte dann auch den Abschluss dieser historisch, ursprünglichen Patrouille dar, obgleich wir nicht soweit gekommen waren, die Runde zu vollenden, wie die Grenzer früher. Da wir ja nicht Gelaufen waren und Sundos Erklärungen zu jeder Haltestation, auch etwas Zeit gekostet hatte, grämten wir uns deswegen aber nicht und auch unser Appetit wurde davon in keinster Weise beeinflusst!

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Ganz am Ende, wartete Hauptmann Kelko noch mit einer traurigen Nachricht auf, die er erst jetzt an uns weitergab, weil er uns die Patrouille nicht hatte verderben wollen. Er teilte uns allen mit, dass Fräulein Elanorya Tuc, den Grenzerberuf quittiert und ihre ‘Grenzerkeule’ mit sofortiger Wirkung, niedergelgt habe! Dies war für uns alle – insbesondere für Faroweis, den Ehemann von Elanorya, der bisher auch noch nichts davon gewusst hatte – natürlich ein Schock und wir verabschiedeten uns schliesslich, in gedrückter Stimmung und mit vielen offenen Fragen im Hinterkopf!

b.wi. für A.W.
Kategorie: Hiesige Nachrichten

von

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

4 Kommentare

  1. Tulpeline sagt

    Ein toller Artikel Beuno.

    Ich kann mich auch noch daran Erinnern wie Papa immer Erzählte das zu seiner Zeit die Regeln bei den Grenzern noch nicht so Streng waren.

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