Berichte

Grenzerbericht: Zwei Beschwerden und ein Wiederkehrer!

Letzten Mittwoch trafen sich die ‚Grenzer des Auenlandes‘, wie gewohnt, wieder in ihrem Hauptquartier in ‚Fuchskleve‘, um die Ereignisse der vorangegangenen Woche zu besprechen und natürlich auch wieder hilfesuchenden Mitbürgern, zur Seite zu stehen. Ab der achten Abendstunde, standen allen  Anliegern, die Tore des ‚Grenzersmial‘ weit geöffnet.

 

Auch ich, Grenzerreporter Beuno Willowtree, hatte mich natürlich wieder vor Ort begeben und rasselte, wie letzte Woche schon, in eine laufende Diskussion, die zwischen den Grenzbeamten, Kelko Breitfusz und Faroweis Birnhaag, sowie den Grenzerstundebesuchern, Fräulein Gretha Froschberg und Wohnungsmakler, Herrn Gaumardas Brockstaedter, vonstatten ging. Augenscheinlich hatte der Letztgenannte, eine Beschwerde gegen den Provinzpolitiker, Tronald Dump, vorzubringen. Nachdem ich alle Anwesenden höflich begrüsst hatte, lauschte auch ich den Ausführungen des Herrn Brockstaedter, höchst interessiert.

Gaumardas: ‚Aaaalso… Ich habe gerade mehrere Smials im Stil der ‚Langen‘ bauen lassen. Will also heissen, nur edelste Häuser, mit meinem patentierten Doppelholzkamin! Und der Herr Dump will mir meinen Schnitt vermiesen, indem er die Kunden vergrault! Das ist geschäftsschädigend, kann man da nichts machen? Er will meine Kunden zu Illegalen machen, er will die ‚Langen‘ aus dem Auenlande werfen lassen!‘

Kelko: ‚Aber Herr Dump hat doch gar nichts zu sagen! Oder, Herr Brockstadter, greift der Herr Dump die Langen an?‘

Gaumardas: ‚Nein, noch nicht. Aber er will es ihnen schwer machen, Grund und Boden zu erwerben.‘

Kelko: ‚Wie gesagt, Herr Dump ist nicht weisungsbefugt!‘

Das Gespräch wurde dann erstmal unterbrochen, als Stammgast und ‚Essperte‘, Bango Gerstfeld zu uns stiess und lautstark nach ‚Grenzereintopf‘ verlangte, was auch uns andere, an unsere knurrenden Mägen erinnerte. So wurde zuerst einmal dem leckeren Gericht, welches Kelko wieder frisch zubereitet hatte, prdentlich zugesprochen, sodass im Anschluss, die leeren Schüsseln nur so klapperten! Herr Brockstaedter hatte mittlerweile wohl eingesehen, dass er noch keine Handhabe gegen den machtbesessenen Tronald Dump hatte und kam auf einen anderen Punkt zu sprechen, der ihm auf der Zunge brannte.

Gaumardas: ‚Darf ich gleich bei euch auch noch ein wenig Werbung machen, Herr Breitfusz? Ich habe eine Erfindung gemacht, die ist bahnbrechend! Darf ich ihnen meine Erfindung erklären. Ich würde ihnen sogar diese einbauen lassen.‘

Kelko: ‚Dann erklärt mal!‘

Faroweis: ‚Nur zu Herr Brockstaedter.‘

Gaumardas: ‚Es ist mein Doppelholzofen! Man hat einen Ofen, der im ersten Schritt Holz verbrennt, aber gleichzeitig nachrutschendes Holz trocknet. Dieses rutscht nach und verbrennt extra heiss…das zieht Luft, wie ein durstiger Bauer am Bier! Es braucht zwar ungefähr 2 bis 3 mal so viel Holz, wie normal, aber man kann Fenster und Türen selbst im Winter offen halten! Sehr freundlich für Besuch und man muss nie mehr Schnee schippen!‘

Dies rief natürlich sofort die ausgewiesene Naturliebhaberin, Gretha Froschberg, auf den Plan, deren Miene sich bei Gaumardas Worten, immer mehr verfinstert hatte und auch Kelko zeigte sich nur wenig begeistert von dem neuen ‚Superofen‘.

Gretha: ‚Qualm ist nicht gut für Mutter Natur! Dieser Ofen verbraucht zuviel Holz. Viele Bäume müssen sterben! Dann sieht es bald aus wie im Osten!‘

Kelko: ‚Also, Herr Brockstaedter, so einen Ofen nimmt ihnen Sundo nicht ab! Sie haben keine Genehmigung, diese Öfen zu betreiben!‘

Gaumardas: ‚Ich habe einen eigenen Schornsteinfeger, der hat die abgenommen!‘

Beuno: ‚Die Grenzer sind für Kaminbeschauen und Öfen im Auenland zuständig!‘

So musste sich der ‚Wohnungsmogul‘ erstmal geschlagen geben, was aber ganz gut passte, da nun Herr Torbol Prallwams in unserer Mitte erschien, der seine Nachbarin, beziehungsweise ‚Mitnutzerin seines Smials‘, anzuzeigen gedachte. Der bisherige Verlauf dieser Angelegenheit, hatte ja schon in den letzten Ausgaben des ‚Auenländer Wochenblatts‘ mitverfolgt werden können, doch Torbol fasste seine Klage nocheinmal rasch zusammen.

Torbol: ‚Meine Nachbarin und vormalige Freundin, Sahma Flinkwiesel, hat sich ein Zugangs- und Mitnutzungsrecht meines Smials erschlichen! Da hat sie nun, OHNE meine ZUSTIMMUNG!!!! alles umgebaut! Ich war ein gutgläubiger Trottel und hatte da diesen Vertrag unterschrieben. Selbst WENN! dort Mitbenutzung dinsteht, bedeutet das ja nicht, dass sie dort machen kann was sie will!‘

Kelko: ‚Warum hast du den Vertrag unterschrieben?‘

Torbol: ‚Wegen des Innenklos! Sahma hat den Einbau vom Innenklo bei mir bezahlt und in Auftrag gegeben. Da meinte Sie, wegen der ganzen rechtlichen Absicherung und so, müsse man da so nen Vertrag unterschreiben.‘

Beuno: ‚Ist im Vertrag die Anzahl der Stuhlgänge geregelt?‘

Bango: ‚Geregelter Stuhlgang is wichtig!‘

Kelko: ‚Was genau steht in dem Vertrag?‘

Leider hatte Torbol das besagte Schriftstück leider nicht dabei, sodass nur wenig dazu gesagt werden konnte, obwohl sich alle – auch die noch angekommenen Nachzügler, Elbenherr Ahilleth und Grenzerin Korundia – darin einig waren, dass Fräulein Sahma unrechtmässig gehandelt hatte. 

Torbol: ‚Da stand nur, dass beide Vertragparteien Zugang zum Grundstück und Smial haben und sowas, und bauliche Veränderungen vornehmen dürfen. Aber das ist doch unredlich! Die Sahma hat mein Smial in ein Kühlhaus umgebaut und will es sogar untervermieten!‘

Es wurde für die nächste Grenzerstunde, ein Besuch des prallwamsschen Smials angesetzt, um sich ein eigenes Bild von der Sachlage machen zu können, womit sich Torbol erstmal zufrieden zeigte. Als diese Angelegenheit erledigt war, wurde Herr Ahilleth dann nochmals vernünftig begrüsst und Willkommen geheissen. Der Anführer der berühmten Elbensippe ‚Ilfirin Gwaith‘ – die ja bekanntlich mit den Grenzern verbündet ist -, war nämlich mehrere Wochen abwesend gewesen, da er sich auf einer längeren Reise befunden hatte. Alle freuten sich den hochgewachsenen Elben begrüssen zu dürfen und waren glücklich, ob seiner unversehrten Wiederkehr!

Ahilleth: ‚Es ist mir wie immer eine Freude, Freunde zu sehen! Ich kam von meiner Reise wieder und dachte mir, ich schaue mal, was es so Neues im Auenland gibt.‘

Gretha: ‚Ich mag Elben… Elben mögen die Natur, so wie ich!

So verging der Rest der Grenzerstunde mit angenehmen Plaudereien und dem gegenseitigen Austausch von Neuigkeiten, zumal Herr Ahilleth, das Fräulein Froschberg noch garnicht kannte und es viel zu Besprechen gab. Herrn Torbol wurde, als Kelko dann schliesslich sein Schlusswort sprach, von Grenzerin Korundia, noch eine Schlafstätte im Grenzersmial angeboten, da er ja unmöglich in seinem vereisten Smial nächtigen konnte. So endete diese Grenzerstunde erneut auf eine freundliche, ‚zwischenhobbitische‘ Note, die alle anderen, mit einem guten Gefühl, ihre jeweiligen Heimwege antreten liess.

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.