Berichte

Grenzerbericht: Verleumdung oder Schmuggelei? Tronald Dump klagt an!

Dienstag + Achte Abendstunde + Fuchskleve = Grenzerstunde! So einfach ist die Rechnung in jeder Woche aufzustellen und auch vergangene Woche, traf dieses Ergebnis wieder zu 100% zu. Die ‚Grenzer des Auenlandes‘ öffneten ihre Pforten, für all diejenigen, die ihnen ein Anliegen vorzubringen gedachten.

 

Ich staunte nicht schlecht, als ich pünktlich zur achten Abendstunde im Grenzersmial eintraf und die Grenzer, Kelko und Faroweis, sowie Altgrenzer, Opa Hanglo, im Disput mit dem selbsternannten Bürgermeisterschaftskandidaten und Unruhestifter, Tronald Dump, vorfand. Letzterer hatte wohl unbefugt und grusslos, das Grenzersmail betreten und die draussen stehenden Beamten, einfach links liegen gelassen! Die Rüge seitens Hauptmann Kelko, tat der selbstverliebte Hobbitherr mit den Worten ab, dass die Grenzer doch stets damit werben würden, dass jedem Besucher, die Tore des Grenzersmial stets offen stehen würden. Faroweis führte die allgemein geltenden Höflichkeitsregeln an und sprach selbige, dem nassforschen Politiker ab. Dump beachtete den Grenzerausbilder kaum und gab an, ein dringendes Anliegen zu haben, welches seinen anstandslosen Auftritt relativieren würde.

Bevor die Lage dann gänzlich in einen Streit eskalieren konnte, traf zum Glück, Grenzerstundenstammgast, Bango Gerstfeld, ein und entspannte die Atmosphäre mit seiner herzlichen Begrüssung aller Anwesenden. Auch ich kam endlich dazu, allen – sogar Herrn Dump – ein freundliches ‚Huhu‘ zu entbieten, bevor wir, auf Bangos Wunsch hin, zum Kochfeuer hinüberwechselten. Bei einer zünftigen Schüssel von Kelkos ‚Grenzereintopf‘, liess es sich gleich viel angenehmer diskutieren, sodass Tronald Dump nun seinen Bericht vorbringen durfte, wobei er allerdings seine Stimme leicht erheben musste, da Bangos genüssliches Schmatzen, im Grenzersaal ziemlich laut widerhallte! 

Tronald: ‚Der Herr Mofto Weissfuß, den sollten Sie mal überprüfen. Das ist der Sohnn vom Bürgermeister, Herrn Willi Weissfuß! Er hat Dreck am Stecken, er hat Beziehungen ins Breeland, zum Beispiel! Da hat er Anteile an einem Schweinehof samt Eichelmast.‘

Kelko: ‚In Balgfurt haben viele Anteile an der Schweinemast!‘

Tronald: ‚Und wie war das mit den gefälschten ‚Balgfurtern‘? Die Verbindung ist doch nicht zu übersehen! Sie haben doch mal eine ganze Ladung nachgemachter ‚Balgfurter‘ gefunden? Ich kann mich noch daran erinnern, dass sie das vermeldet haben!‘

Kelko: ‚Bürgermeister Weissfuß hatte in gutem Glauben diese Balgfurter bestellt und wurde selbst betrogen.‘

Damit spielte Dump auf einen einstigen ‚Skandalfall‘ der Grenzer an, als in Michelbinge, aus Krötenfleisch nachgeahmte ‚Balgfurter Würstchen‘ aufgetaucht waren, wovon sogar einige der Grenzbeamten sebst, unwissentlich gekostet hatten! Die Hauptlieferung war damals aber tatsächlich an den Michelbinger Bürgermeister gegangen.

Kelko: ‚Also, Herr Dump, aber sie haben keine konkreten Anschuldigungen, das Mofto gefälschte Würste von Bree ins Auenland schmuggelt, oder?‘

Tronald: ‚Also, ich habe schon welche, aber wenn ich die liefere, ist das Ganze ja nicht unabhängig.‘

Kelko: ‚Das heisst für mich, dass Sie, Herr Dump, überhaupt nichts wissen!‘

Tronald: ‚Wenn ich jetzt alles aufdecke, was ich so weiss, dann sind SIE bald arbeitslos. Ich habe meine Quellen, die muss ich aber schützen!‘

Kelko: ‚Sie wollen nur Herrn Weisfuß in Misskredit bringen!‘

So ging das Anliegen des Tronald Dump ins Leere, da er sich partout weigerte, mit konkreten Anschuldigungen gegen den vermeintlichen Bürgermeistersohn, herauszurücken und Kelko sich deswegen nicht genötigt sah, überhaupt irgendwelche Ermittlungen aufzunehmen. Aus dem Blauen heraus, kam dann, überraschenderweise, Bango Gerstfeld, mit Informationen, gewisse Korrospondenz betreffend, um die Ecke, die er wohl in Bree aufgeschnappt hatte.

Bango: ‚Faro, guck mal lieber was der Dump so mit dem Bürgermeister von Bree besprochen hat. Da solls Briefe geben, habbich gehört. Mein Bruder arbeitet nämlich beier Post, und der hat was gehört da undso!‘

Tronald: ‚Ich vernichte stets alle Briefe, um meine Quellen zu schützen! Auenland vor!‘

So begannen sich die Emotionen wieder hochzuschaukeln, als in kurzer Abfolge, mit Herrn Torbol, Rekrutin Catly und Postbote, Herr Hanobald, noch drei weitere Besucher der Grenzerstunde eintrafen und alle vom drohenden Streit ablenkten. Während Torbol sich erstmal am Eintopf gütlich tat und nebenbei, nach dem Stand der Suche nach Fräulein Hazelnuss fragte, machte Catly bei ihrem Ausbilder Faroweis Meldung und Hanobald buckelte vor Herrn Dump, dem er ordentlich Honig ums Maul schmierte. Anscheinend war Hanobald ein glühender Anhänger der überkandidelten Schmalzlocke und sprang ihm wortgewaltig zur Seite, als Tronald die Arbeit der Grenzer, in Sache der Vermisstenanzeige, kritisierte. 

Tronald: ‚Armes Auenland! Die Grenzer schützen nicht die Grenzen und Verräter können ungehindert die großartigen ‚Balgfurter‘ schlecht machen…‘

Kelko: ‚Herr Dump, statt große Reden zu schwingen, bewachen Sie doch die Grenzen. Sie können doch alles besser nach ihren eigenen Worten!‘

Hanobald: ‚Herr Dump, ich hab nur Gutes von euch gehört und möchte euch im Kampf gegen den alten Mehlkloß unterstützen. Ich muss ja sagen das wir vom Postdienst uns einen Wechsel des Bürgermeisters mehr als wünschen!‘

Tronald: ‚Ja, die Postler müssen besser unterstützt werden, auf jeden Fall mehr verdienen und einen eigenen Feiertag… Aber ich bin ja kein Bürgermeister.‘

Es wäre müssig die ganze folgende Polemik, welche die beiden – Dump und Hanobald – absonderten, hier noch zu erwähnen, da die Grenzerstunde sich dann ohnehin dem Ende entgegen neigte und die beiden sich nur noch gegenseitig beweihräucherten und die Bälle zuspielten, was darin gipfelte, dass Tronald dem Postboten, zum Dank, einen Knopf mit seinem Konterfei darauf, ans Rever heftete! Bevor Kelko und Faroweis dann endgültig die Hutschnur platzen und Opa Hanglo den letzten Rest aus dem Bierfass zapfen konnte, beendete der Grenzerhauptmann das Treffen kurzerhand mit seinen Schlussworten und wünschte allen, einen sicheren Heimweg. Man wird sehen, ob sich die Munkeleien um den mysteriösen ‚Mofto‘, bewahrheiten, oder als blosse Verleumdung erweisen werden. Wir vom ‚AW‘ bleiben am Ball!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Der Herr Dump… auch wenn ich nicht all seine Ansichten Vertrete wird er vermutlich meine Stimme bekommen…

  2. Tunvil Wintermond

    Wieder eine herrlich Parodie, die ich mit Genuss gelesen habe …

  3. Tulpeline

    Jaja da hat Kelko richtig entschieden der Sache nicht nachzugehen. Dieser Dumm….Dump ist schon ein komischer kauz.

  4. Halgoreth

    Ich genehmige dieser Botschaft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.