Berichte

Grenzerbericht: Überraschende Besuche, Linsensuppe und ein Leitersturz!

Letzten Dienstag, in Fuchskleve, war die Tür des 'Grenzerhauptquartiers' sperrangelweit geöffnet, um Antragsstellern und Hilfesuchenden, Einlass zu gewähren und den 'Grenzern des Auenlandes' ihr Leid klagen zu können. Ab der achten Abendstunde, harrten die Beamten und deren Stammgäste, den Geschehnissen, die auf sie zukommen mochten.

Vor dem Grenzersmial, in der Bachuferstrasse Nummer vier in Fuchskleve, traf ich zunächst nur auf Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag, bevor mir ein dann eine ganz besondere Begrüssung, in Form eines Schneeballs direkt in den Nacken, seitens Altgrenzers, Sundo Breitfusz, zuteil wurde! Nach diesem kleinen Scherz, begrüsste er Faroweis und mich, dann auch noch auf herkömmliche, herzliche Art und Weise und lud uns – und den gerade noch eingetroffenen Bango Gerstfeld – sogleich auf eine heisse Tasse Tee und eine Schüssel Linseneintopf, in das Grenzerhauptquartier ein.

Das nahmen wir natürlich sehr gerne an und eilten aus der Kälte nach drinnen, wo uns bereits Sundos Bruder, Kelko Breitfusz, am fröhlich lodernden Kochfeuer erwartete. Uns begrüssend, füllte Kelko parallel, vier grosse Schüsseln mit Linsensuppe und bedeutete uns, doch am Kamin Platz zu nehmen, wo bereits gefüllte Tassen mit Früchtetee unserer harren würden. Dies liessen wir uns nicht zweimal sagen und schickten uns an, jeweils einen geeigneten, gemütlichen Platz vorm Kaminfeuer zu finden, als mit Fräulein Magritta, ein Überraschungsgast zu unserer kleinen Gruppe hinzustiess.

Die ehemalige Mitarbeiterin des ‚Auenländer Wochenblatts‘, war schon seit Monaten nicht mehr in den Räumen der ‚Grenzer des Auenlandes‘ zugegen gewesen und wurde dementsprechend enthusiastisch, von uns anderen Willkommen geheissen. Natürlich wurde auch die kleine Hobbitdame, mit adäquater Verpflegung versorgt und durfte sich dann, mit vollem Mund, unseren neugierigen Fragen, betreffend ihres Verbleibs in den letzten Monaten, stellen, was sie dann auch mit bewundernswertem Gleichmut tat, bis noch ein weiterer Gast eintraf und die Aufmerksamkeit auf sich zog. Herr Samolin Schwarzfuss, seines Zeichens Musikus und Elbenfreund, war mit halbstündiger Verspätung, in den Saal gestürmt und zeigte sich sichtlich erfreut darüber, die Grenzerstunde noch in vollem Gange vorzufinden. Der ihm dann ebenfalls servierte Eintopf, brach dann eine Unterhaltung über die verschiedenen Eintopfvarianten, der unterschiedlichen auenländer Regionen, vom Zaun, welche für einige der Anwesenden, echte Neuigkeiten bereithielt.

Als wir gerade erfahren hatten, dass die Buckelstädter sehr gerne ‚Bärenfleischhackbällchen‘ in ihr Ragout geben, erhob sich plötzlich Faroweis Birnhaag, um sich frühzeitig zu verabschieden, da er noch seinen Vater herbeiholen wollte. Selbiger, Herr Frarbras Birnhaag, hatte den Grenzern nämlich versprochen, sich das marode Vordach des Grenzersmial, einmal genauer ansehen zu wollen, wenn die Grenzer vorort zugegen sein würden. Faroweis schien dieser Zeitpunkt nun gekommen zu sein und machte sich prompt auf den Weg. Wir anderen blieben kopfschüttelnd zurück und stellten Samolin interessierte Fragen, die neue Elbengemeinschaft des Herrn Ahilleth betreffend, die in letzter Zeit, doch einiges an Staub aufgewirbelt hatte.

Samolin, ein guter Freund des eleganten Sippenanführers, antwortete freimütig und auch Fräulein Magritta, hatte ihrerseits, noch den ein oder anderen, ‚Löffel Senf‘ hinzuzugeben, da ihre beste Freundin, Moosglöckchen Finkenfeder, seit Kurzem für eben diese Elben tätig war und selbige, nach allen Regeln der Kunst, bekochte und bewirtete. Man kam zu dem Schluss, dass man Ahilleth und seine Elben, als ‚harmlos‘ und ‚gutmeinend‘ eingestuft werden konnten, als auf einmal ein lautes Krachen von ausserhalb der Eingangstür erklang. Schnell waren wir alle nach draussen geeilt und wurden dort des Vaters von Faroweis – Frarbras – ansichtig, der verrenkt unterhalb einer Leiter lag! Die kognitiv Bewanderten unter uns, hatten sofort Eins und Eins zusammengezählt und tippten auf einen Sturz von der Leiter, dessen Ergebnis der vor Schmerz stöhnende Hobbit gewesen sein musste.

Alle halfen mit, um den Verletzten zu helfen, der angab, dass sein Bein in Mitleidenschaft gezogen worden war. Während Bango ihm erstmal eine Schüssel Eintopf einflösste, verbrachten wir anderen den wimmernden Frarbras zunächst auf eine Truhe im Hauptsaal des Grenzersmial, wo die Verletzung besser begutachtet werden konnte. Sundo und Kelko, diagnostizierten eine schlimme Schwellung in Höhe des Wadenbeins, die Kühlung bedurfte, um weitere Einzelheiten sagen zu können. Magritta ging nach draussen, um frischen Schnee zu holen, während wir den unglücklichen Dachdecker in die unteren Räume brachten, wo wir ihn auf einem weichen Bett platzierten.

Als Magritta den Schnee gebracht hatte, fabrizierte Kelko daraus einen fachmännischen Kühlungsverband, der Frarbras sofort sichtliche Erleichterung verschaffte und er in einen tiefen Schlummer der Erschöpfung fiel. Da sich die Grenzerstunde sowieso dem Ende näherte und draussen ein heftiger Sturm aufgezogen war, wie Samolin berichtete, entschlossen sich einige von uns, die Nacht im Grenzersmial zu verbringen.

So konnte auch der Patient weiterhin im Auge behalten und im Notfall, ein Heiler herbeigerufen werden. So endete eine ereignisreiche Grenzerstunde, die ihren Besuchern mehr abverlangt hatte, als diese vorab hätten erwarten können. Man kann nur Abwarten und Hoffen, dass die Verletzung des Herrn Frarbras, weniger schlimm ausfallen wird, als es im ersten Moment ausgesehen hatte.

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Mairad Flinkfuss

    Oh je hoffentlich ist alles wieder in Ordnung

  2. Tulpeline

    Hui da ist ja viel passiert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.