Berichte

Grenzerbericht: Sundo’s Kulinarische Rundreise – Teil 3!

Der letzte Dienstag stand einmal mehr im Zeichen der ‚Kulinarischen Rundreise‘ der ‚Grenzer des Auenlandes‘. Der Treffpunkt für den Aufbruch zur nächsten Station, war – wie immer ab der achten Abendstunde – am Grenzerhauptquartier, in der Südviertelsiedlung ‚Fuchskleve‘. Dieses Mal ging es gen ‚Waldhof‘, wo Hauptmann Sundo, mit seinem Vortrag über die speziellen Speisen und Produkte des Auenlands, fortfahren wollte.

 

Zur vereinbarten Zeit, konnten Kelko und Sundo, die Leiter der Exkursion, zwar erst drei Gäste – Opa Hanglo, Bango Gerstfeld und meine Wenigkeit, Beuno Willowtree – begrüssen, doch wollten wir unbedingt pünktlich aufbrechen, da dieses Mal gleich drei Haltepunkte auf dem Programm standen. So hinterliessen wir, für eventuelle Nachzügler, eine Nachricht mit der geplanten Reiseroute an der Tür des Grenzersmials und schwangen uns auf die Ponies.

Die Reise war nicht ohne und recht lang, sodass wir alle froh waren, als wir endlich oberhalb Waldhofs angelangten und uns im weichen Gras niederlassen konnten. Wir zündeten noch einige Signalrakten ab, um den nachkommenden ‚Grenzerstundenbesuchern‘ unsere Position zu offenbaren, dann lenkten wir unsere Aufmerksamkeit auf Sundo Breitfusz, dem ‚Sprachrohr‘ dieser Exkursion, der sichtlich darauf brannte, mit seinem Vortrag fortzufahren.

Sundo: ‚Also, hier ist Waldhof. Waldhof hat eine, oder sogar mehrere Besonderheiten!‘

Sundo: ‚Seht ihr den Wasserfall? Er versorgt den Weiler mit frischem, kühlen Wasser. Was dabei wichtig ist, ist das es Quellwasser aus dem Berg ist und damit zum Schnapsbrennen super geeignet. Man könnte sich fast Erfrierungen holen, wenn man an der Quelle reingeht! Und jetzt zum sogenannten ‚Schwarzgebrannten‘.

Während Kelko einige ‚Waldhöfer Würste‘, als Grundlage für den folgenden Schnapsgenuss verteilte, holte Sundo einige bauchige Flaschen des Hochprozentigen hervor und hub zu weiteren Erklärungen an.

Die soeben zu uns gestossenen, Fräulein Hazelnuss und Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag, bekamen so noch den Hauptteil des Vortrags mit und kamen auch rechtzeitig, um sich – mit Ausblick auf Waldhof – am ‚Schwarzgebrannten‘ und ‚Kelko’s Knackern‘ zu laben.

Sundo: ‚Waldhof hat so seine Eigenheiten, und eine davon ist, dass es sehr wenig Sonne bekommt. Da ist es so, dass man an den früh einsetzenden Abenden, sich gerne ums Feuer setzt und einen Brandt trinkt. Also, der Brandt hier ist deswegen was Besonderes, weil er auf besonderem, hier wachsenden Holz gebrannt wird. Der Schnapps ist durch das Gehölz was Besonderes, es ist mild und doch vollmundig. Die dumpfen Noten mit einer süsslichen Vanille und Tabak, kommen eher hinten im Mund zur Geltung. Es ist ein Holz, je nach Familie ein anderes, oder Mischungen der hiesigen Hölzer, langsam durch den Meiler zu Kohle gewandelt. Die Kohle wird dann genutzt, um den Brandt zu brennen, das hiesige, eiskalte Wasser um die Destille zu kühlen.‘

Nachdem alle sich dann ausgiebig dem Testen des ‚Schwarzgebrannten‘ hingegeben hatten und der unterjährige Bango schon heftig am Schwanken war, begaben wir uns in die Dorfmitte hinunter, wobei Faroweis dem jungen Gerstfeld, vehemente Hilfestellung leisten musste. Wir anderen hatten uns tunlichst zurückgehalten, aber nur Opa Hanglo, der grosse Mengen von Alkohol gewohnt war und das Fräulein Hazelnuss, die nur kurz an der Flasche genippt hatte, zeigten keinerlei Ausfallerscheinungen.

Sundo: ‚Ich empfehle allen, die es sich zutrauen, nun nochmal etwas zu trinken, jetzt im Schatten und mit der hiesigen Luft. Merkt ihr den Unterschied? Wie ihr auch merkt, schwindet die Kühle des Schattens und macht einer wohligen Wärme Platz. Deswegen verkaufen die das hier auch nicht, sondern verköstigen alles selbst… lagebedingt. Hobbingen mit seinem warmen Licht und der tollen Lage, haben das Trinken nicht nötig!‘

Sundo beantwortete dann noch einige Fragen der Exkursionsteilnehmer, wie zum Beispiel, warum die Waldhöfer Bauern so gute Kartoffelernten einfahren, drängte dann aber auf einen raschen Aufbruch, da die nächste kulinarische Spezialität auf uns wartete.

Sundo: ‚Dann reiten wir nun nach Stock. Dort geht es weiter mit dem Vortrag.‘

Zum Örtchen ‚Stock‘ – dem Heimatort der berühmten, auenländischen Köchin, Moosglöckchen Finkenfeder – war es zum Glück, nur ein kurzer Ritt, sodass wir uns schon bald vor dem dortigen Gasthaus, dem ‚Goldenen Barsch‘ versammelt wiederfanden.

Sundo: ‚Stock ist ja auch für Einiges bekannt. Eines ist der Turm, dann die Brücke, die Fähre in der Nähe..der ‚Barsch‘ ist auch sehr bekannt und nicht nur für die guten Fischgerichte. Aber wenn man den Fluss hinab sieht, dann bemerkt man, dass es hier unheimlich viele Pilze gibt. Kelko hat die Pfanne von drinnen geholt. Kelko, reich doch mal die Pfanne rum!‘

Kelko: ‚Hier, frisch gebratene Pilze!‘

Die Probehäppchen die Kelko dann aus der noch heissen Pfanne verteilte, waren wahrhaft köstlich, obwohl manche wohl auch auf eine schönes Stück Forelle, oder Barsch, gehofft hatten.

Sundo: ‚Es sit so, dass hier gerade auf den Feldern vom alten Maggot, die besten Pilze des südlichen Auenlandes zu finden sind. Auch hier unter manchen Bäumen, findet man besonders aromatische Pilze, die auch gerne in andere Gerichte dazugegeben werden. Es sind Pilze die sich auch trocknen lassen und dann gemahlen zu manchen Speisen hinzugefügt werden. Morcheln, Steinpilze, all diese besonders fein schmeckenden Pilze.‘

Hazelnuss: ‚Welchen Grund hat es, das hier ausgerechnet so gute Pilze wachsen, hat das etwas mit dem Boden zu tun?‘

Sundo: ‚Ja, Fräulein Hazelnuss, im Sommer geht der Brandywein öfters über die Ufer und dann wird der Schlamm dort auf den Feldern verteilt.‘

Die letzte Station für diese Grenzerstunde, war dann das beschauliche ‚Balgfurt‘, wo wir gleich auf die berühmten Schweine trafen. Darunter auch die seltenen Arten, wie das ‚Wollschwein‘ – nicht zu verwechseln mit der berüchtigten ‚Wollmilchsau‘ – und die kletterwütigen ‚Zaunschweine‘!

Bango: ‚Zaunschweine sind nahe Verwandte der Dachkühe!‘

Hoch über Balgfurt, erwartete uns bereits ein Grillfeuer mit Proben der verschiedenen Fleischspezialitäten, für welche das kleine Örtchen ja berühmt ist.

Sundo: ‚Schaut hinunter auf das beschauliche Städtchen! Was fällt euch auf? Die Eichen! Diese geben die Unmengen von Eicheln, die man hier für die Mast verwendet. Die Suhlen sind immer tief umgegraben, das heisst die Schweine sind ausdauernd und agil, sie fühlen sich wohl. Schweine sind auch so klug nicht wegzulaufen, weil sie hier versorgt werden. Und manche Sau ist auch so klug, dass sie so manchen Bolger an der Nase herumführt!‘

Unter allgemeinen Gelächter, ob dieser frechen Bemerkung, liessen wir uns dann erstmal die Wurst- und Fleischstückchen schmecken, die Kelko uns anreichte.

Sundo: ‚Das Fleisch ist dunkel, sehr würzig und geht auch beim Braten oder Grillen kaum ein. Das ist nicht so wässrig, wie ein Breeland-Schweinefilet, oder gar eine Wurst aus dem ‚Tänzelnden Pony‘. Unter einigen anderen Faktoren, ist auch die Schweinesorte sehr wichtig, Die Würste werden auch nur aus Schwein hergestellt, teilweise leicht gebrüht, aber man muss sie immer noch anbraten, oder grillen, sonst sind sie nicht so gut.‘

Zum Anschluss des Vortrags hatte Sundo dann noch eine besondere Ankedote für uns auf Lager, die vielen von uns noch völlig unbekannt gewesen war.

Sundo: ‚Wisst ihr woher der Name *Eisbein* kommt? Der Schienbeinknochen vom Schwein wird unter einen festen Schuh gebunden und dann kann man auf diesem gleiten! Das Eisbein ist die Haxe des Schweines, ohne dieses besagte ‚Eisbein‘. ‚Bein‘, wie Knochen! Schaut mal da runter auf die flache Wiese… die wird im Winter mit Wasser geflutet, sodass sie zufriert und da kann man dann Eislaufen! Das geht wenn kurz nach dem Julfest, der Boden zufriert. Ist jedes Jahr nur ein paar Tage lang.‘

Sundo: ‚So, hat noch jemand Fragen? Sonst geht es nächste Woche bei Dachsbauten weiter. Dann würde ich hier den Vortrag beenden und eine gute Heimreise wünschen!‘

Da niemanden mehr eine Frage einfiel, fand die Exkursion an dieser Stelle ein Ende und lauter Applaus brandete für Sundo und Kelko auf. Diese besondere Grenzerstunde, war wiedereinmal sehr lehrreich gewesen und hatte ebenso viel Spass bereitet. Man darf gespannt sein, was uns nächste Woche in ‚Dachsbauten‘ erwarten wird!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Gutzndaifi

    Ihr Schnapsler. =D

  2. Bubikopf

    Klingt wieder mehr sehr lecker der Ausflug! Und man lernt ja sowieso nie aus 😀

  3. Alkohol für unterjährige Hobbitkinder? Zum Glück war Geomee nicht dabei. Amunie hätte ihr bestimmt ein paar Takte erzählt, wenn Geomee angetüdelt und wankend heimgekehrt wäre.

  4. Tulpeline

    Da hat Sundo euch wieder einige tolle kulinarische Dinge gezeigt.

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