Berichte

Grenzerbericht: Sundo’s Kulinarische Rundreise – Teil 2!

Der letzte Dienstag stand wieder ganz im Zeichen der ‚Kulinarischen Rundreise‘ der ‚Grenzer des Auenlandes‘. Im Rahmen der ‚Grenzerstunde‘, deren Treffpunkt – wie immer – ab der achten Abendstunde, am Grenzerhauptquartier, im beschaulichen Weiler ‚Fuchskleve‘ war, wurde dieses Mal gen ‚Wasserau‘ gereist, wo Hauptmann Sundo, mit seinem Vortrag über die Köstlichkeiten des Auenlands fortfahren wollte.

 

Es herrschte bereits reges Treiben, als ich am Grenzergelände eintraf und zahlreicher bekannter Gesichter gewahr wurde. Neben den Grenzern, Sundo, Kelko, Faroweis und Altgrenzer, Opa Hanglo, waren erfreulicherweise, mit Fräulein Araswen und Herrn Faenare, auch schon zwei unserer Verbündeten Elben, von den ‚Ilfirin Gwaith‘ anwesend. Alle wurden von mir herzlichst begrüsst, während Sundo uns noch etwas warten liess, da noch weitere Besucher erwartet wurden.

Tatsächlich trafen bald darauf – als Sundo sich gerade einige Beschwerden des Grenzerausbilders Birnhaag anhörte – mit, Elbenfräulein Vahalla, ‚Essperte‘, Bango Gerstfeld und der Grenzerrekrutin, Fräulein Necha, noch weitere Gäste ein, sodass wir schon eine ansehnliche Truppe abgaben, wobei Vahalla dann sogar noch ankündigte, dass Fräulein Nayel und Herr Ahilleth, in Kürze ebenfalls zu uns stossen würden.

Vahalla hatte mitnichten übertrieben, denn schon, als wir unsere Reittiere für den Aufbruch gen Wasserau zum Siedlungseingang führten, trafen wir auf die beiden vorausgesagten Elben, die bereits hoch zu Ross, unserer harrten. So stand einem sofortigen Ritt nichts mehr im Wege, sodass Sundo das Startkommando geben konnte.

In Wasserau vorm ‚Grünen Drachen‘ angelangt, ging es dann sogleich ‚per pedes‘ weiter zum nahegelegenen ‚Wasserauer Teich‘, während Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag, mit Hilfe von ‚Grenzer-Opa‘, Hanglo Haarfuss, die aussergewöhnliche Exkursion nutzte, Rekrutin Necha einige Verhaltensregeln und Grenzer-Regeln, solcherart offizieller Ausflüge betreffend, näher zu bringen.

Am berühmten ‚Angelsteg‘, gegenüber des nicht minder berühmten ‚Angelschuppens‘, angekommen, übernahm dann aber wieder Exkursionsleiter, Sundo Breitfusz – tatkräftig unterstützt von seinem Bruder Kelko -, das Zepter der ‚Sprachführung‘ und erklärte uns anderen, interessante Fakten und Tatsachen über ‚Wasserau‘ und dessen Gewässer.

Sundo: ‚Also, wir waren ja bis nach Hobbingen gekommen letztes Mal. Jetzt geht es mit Wasserau weiter. Wasserau hat zwei Teile. Ihr wart gerade am unteren Teil angekommen, dort über den Teich seht ihr den oberen Teil. Also ich habe hier mal die bekannteste Angelstelle rausgesucht. Hier ist es so, dass sich der Schlick aus dem Moor schon gesetzt hat, und alle Schwebteilchen verschwunden sind. Es ist ein sehr gutes, klares Wasser und die Fische lieben es!‘

Sundo: ‚Zu dem speziellen Ort hier: Es ist der sozialste Platz des ganzen Weilers. Hier trifft man sich zum Angeln, Pläuschchen halten, oder um Arbeiten zu vermitteln. Wer als Jugendlicher – oder Unterjähriger – einen guten Platz auf den Feldern ergattern will, muss erst sein Können an der Angel unter Beweis stellen!‘

Der Elbengelehrte Faenare, machte sich über alles Gesagte eifrig Notizen, wie ich aus dem Augenwinkel, interessiert bemerken konnte.

Diese Worte sah Elbenherr Ahilleth wohl als eine Art Herausforderung an, weswegen er aus seinem mitgeführten Bogen, eine rudimentäre Angel bastelte und selbige, mit einem Haken samt Köder versehen, vom Steg aus, einem recht erfolgreichen Fischfangtest unterzog. Sundo fuhr derweil ungerührt, mit seinen Erklärungen fort.

Sundo: ‚Dort hinten kommen die Gewässer aus dem Bühl herunter, diese fliessen über mehrere Wasserfälle.‘

Kelko: ‚Das ist ganz sauberes, sauerstoffreiches Wasser!‘

Sundo: ‚Also, dort drüben ist das Wasser nicht so klar, aber kühler. Deswegen gibt es dort andere Fische, die mögen es in Oberwasserau halt mit kaltem Wasser lieber. Das kann man nicht so vergleichen, aber die Forellen mögen kaltes Wasser lieber, Welse mögen auch stehende Gewässer. Stehendes Gewässer ist meist muffiger, ein Karpfen ist auch strenger im Geschmack als Forelle, oder?‘

Das war das Stichwort, worauf natürlich besonders Bango die ganze Zeit schon gewartet hatte, denn Kelko verteilte nun Kostproben, um das Ganze etwas anschaulicher und im wahrsten Sinne des Wortes, greifbarer zu machen.

Kelko: ‚Ich habe Kostproben von einem Fischgericht dabei. Das ist Fließwasserfisch. Ich verteile die mal… Greift zu!‘

Sundo: ‚Wer was zu Probieren haben will, bitte an Kelko wenden. Schaut dann alle mal auf den See: Das bekannte *Rote Wasser*! Dank des Sonnenuntergangs sehen wir es jetzt recht gut.‘

Das ‚Probieren‘ artete dann in ein kurzes Picknick aus, nachdem es dann aber schleunigst gen Buckelstadt weiterging, wo andere Köstlichkeiten auf uns warteten.

Auf der Koppel des ‚Buckelstädter Reitsportvereins‘, versammelten wir uns alle sogleich wieder um ‚Sprachrohr‘, Sundo Breitfusz, der auch zum diesem kulinarischen Örtchen Interessantes zu berichten hatte.

Sundo: ‚Also, hier kurz etwas zu Buckelstadt… Ich versuche immer etwas zu erzählen, was eventuell nicht alle wissen. Im Südosten, da gibt es unzählige Bären, weil es gab mal eine Zeit da wollten die Buckelstädter ganz groß mit Bärenschinken rauskommen! Die ersten Buckelstädter haben aber die Größe der Bären unterschätzt und diese raubten dann die Bienenstöcke aus. Dann war auch der Met und der Honig weg. Tja, so ging es dann wohl ein paar Jahre. Aber dann war es so, dass die Bären wegen fehlender Feinde etwas zutraulicher wurden und die Buckelstädter es schafften die Bären mit anderen Dingen vom Honig weg zu bekommen. Und so kam es, dass die Buckelstädter ab und an, einen Bären fingen, der zu zutraulich geworden war, tja, und der kommt dann in die Räucherkammer!‘

Sundo: ‚Der Schinken wird dann lecker mit Honig und Kräutern glasiert und wird lange gelagert!‘

Kelko: ‚Ich habe für jeden wieder eine Kostprobe dabei!

Über das folgende, fröhliche Schmausen, ging die Grenzerstunde dann nahezu unbemerkt, langsam dem Ende entgegen. Sundo verkündete – unter seinem wohlverdienten Beifall – noch, dass es nächste Woche weitergehen würde.

Sundo: ‚Dann geht es nächstes Mal nach Waldhof. Achtung, da gibt es Gebrannten, also gut essen vorher! Dann danke ich, fürs Erscheinen und nächstes Mal dann, wie gesagt, gen Waldhof und nach Stock!‘

Eine abschliessende Gruppenskizze, hielt diesen Moment dann für die Nachwelt auf Pergament fest.

So ging der zweite Teil der ‚Kulinarischen Führung‘ schliesslich zu Ende und alle bestiegen wieder ihre Reittiere, um ihren Heimweg anzutreten, oder andere Termine wahrzunehmen. Sicher sieht man sich zu Teil Drei, am nächsten Dienstag, frisch und ausgeruht, wieder!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Tulpeline

    Uh jetzt bin ich wieder hungrig hihi. Sehr schön geschrieben.

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