Berichte

Grenzerbericht: Spontane Einladung in den ‚Efeubusch‘!

Die Grenzerstunde in der vergangenen Woche, fand wie immer, am Dienstag zur achten Abendstunde statt. In der beschaulichen Siedlung ‚Fuchskleve‘, am ‚Grenzersmial‘ in der Bachuferstrasse, empfingen die Beamten wieder jeden Mitbürger, der ein Anliegen an sie vorzubringen hatte.

 

Erfreulich gut besucht zeigte sich die Grenzerstunde dieses Mal, als ich auf dem Gelände der Bachuferstrasse Nummer vier ankam und mich neugierig umsah. Fräulein Irmeline, die Grenzer, Kelko, Sundo und Faroweis, sowie die Stammgäste, Werro, Torbol und Bango, hatten sich vor einem kleinen Schauer, unter das Gartenzelt geflüchtet, wo ich sie dann auch alle adäquat begrüssen konnte. Anfangs herrschte noch leichte Verwirrung, was denn bei diesem Treffen auf der Agenda stand, da Hauptmann Sundo, der an diesem Abend eigentlich frei hatte und in Zivilkleidung erschienen war, wohl angenommen hätte, es würde ein ‚Golflehrstunde‘ anstehen, wofür er extra einen neuen Schläger angefertigt und mitgebracht hatte. Herr Torbol hingegen, war davon ausgegangen, dass eine Besprechung zur weiteren Fahndung nach Sahma Flinkwiesel – die er im letzten ‚AW‘ auf Steckbriefskizzen wiedererkannt zu haben glaubte -, stattfinden würde und zeigte sich leicht perplex, als kaum jemand auf sein Ansinnen reagierte. Bango und Werro, waren wohl anscheinend lediglich erschienen, um eine warme Mahlzeit ‚abgreifen‘ zu können und Fräulein Irmeline, als designierte Grenzersekretärin, machte sich über alles Gesagte, geflissentlich Notizen, wobei sie, mehr als nur einmal, missbilligend ihre linke Braue hochzog. Hauptmann Kelko, als Leiter der heutigen Grenzerstunde, beobachtete das konfuse Treiben mit einem Ausdruck der Verzweiflung auf dem Gesicht, bis Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag, quasi in die ‚chaotische Bresche‘ sprang und lauthals kundtat, dass er für diese Grenzerstunde, etwas Besonderes vorbereitet hatte.

Faroweis: ‚Heute reisen wir alle nach Hobbingen und ich lade Euch alle zusammen auf Speis und Trank ein! Was sagt Kelko denn dazu?‘

Kelko: ‚Wir können gern nach Hobbingen gehen.‘

Sundo: ‚Ich hab trotzdem Golf-Keulen dabei… wer also eine haben will, darf sich melden.‘

Faroweis: ‚Na, auf nach Hobbingen dann!‘

Trotz der noch herrschenden Überraschung über diese spontane Einladung – immerhin gab es weder einen Geburtstag zu zelebrieren, noch stand ein Feiertag an -, sassen dann alle rasch auf ihren Huftieren, um den kurzen Weg gen Hobbingen zurückzulegen, wo das Festmahl im ‚Efeubusch‘ über die Bühne gehen sollte. Vorweg galoppierte natürlich ‚Essperte‘, Bango Gerstfeld, den die Aussicht auf eine üppige Mahlzeit, sein Pony noch einmal extra antreiben liess und dann logischerweise, auch als Erster am berühmten Gasthaus in Hobbingen ankam. Faroweis hatte tatsächlich nicht zuviel versprochen, sodass uns bereits leckere Essensdüfte entgegenwehten, als wir den Efeubusch betraten. Der patente Ehegatte von Fräulein Mairad, war schon vorab im Lokal gewesen und hatte alles vorbereiten lassen und liess nun, auf ein Fingerschnippsen hin, die gut gefüllten Teller vom Personal servieren.

Faroweis: ‚So, nehmt euch einfach euren Teller weg. Es gibt Schnitzel mit Pilzsoße und Bratkartoffeln!‘

Die nächsten Minuten hörte man nur Schmatzen und Kaugeräusche und Lobpreisungen für den edlen Spender, da allen ihr Essen ganz famos mundete. Doch auch nach dem Mahl war noch nicht das Ende der Überraschungen erreicht. Faroweis hatte noch für jeden, eine Auszeichnung, oder ein kleine Geschenk parat, wobei Bäckereimitarbeiter, Torbol Prallwams, eine einzigartige Medaille aus echtem Gold erhielt!

Faroweis: ‚Ich ernenne dich feierlich, zum ‚Ehrenbäcker des Auenlandes‘! Du darfst wegtreten Ehrenbäcker, Torbol Prallwams!‘

Bango: ‚Wegbacken Ehrentreter!‘

Torbol: ‚Hat man mir damit den Bäckermeistertitel wieder aberkannt? Aber Bäcker ehrenhalber is auch gut.‘

Wir alle freuten uns sehr über die Medaillen, Gutscheine und Lebkuchenmännchen, die der freigiebige Backstubeninhaber an uns verteilte und dankte ihm dafür sehr. Grenzerausbilder Faroweis hatte allen eine grosse Überraschung bei dieser aussergewöhnlichen Grenzerstunde beschert, sodass jeder – reich beschenkt und mit vollem Magen – seine Heimreise antreten konnte, nachdem Hauptmann Kelko das Schlusswort gesprochen hatte.

Kelko: ‚Faro, damit du schon planen kannst: über die Julfesttage hast du frei, damit du mit der Familie gemütlich feiern kannst. Dann bedanke ich mich bei allen, für ihren Besuch und wünsche eine gute Nacht.‘

Faroweis verabschiedete uns dann noch mit einem ‚Gute-Nacht-Lied‘, bevor sich schliesslich wieder, der Schleier der Nacht und der Stille, über den ‚Efeubusch‘ senkte.

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Mairad Flinkfuss

    Auch Grenzer brauchen eine Pause ab und zu. Prost

  2. Ui, das war toll, und ein tolliger Bericht Beuno!

  3. Ich verstehe nicht, wie das Essen erst noch über die Bühne laufen und wenig später als Schnitzel fertig zubereitet auf den Tellern liegen kann. Ich finde es aber bedenklich, wenn Lebewesen schon vor dem Schlachten als Essen bezeichnet werden. Und, war dis Schnitzel von einem Schweinchen oder von einem Barden oder einem Schausteller? Die Bezeichnung „Essen“ ist da etwas wage. Ich wüsste zu gerne, wer da genau über die Bühne ging.

  4. Torbol Prallwams, Ehrenbäcker

    auch ich – als frischgebackener Ehrenbäcker – bedanke mich für den wunderschönen Abend, Speis und Trank und die mir zuteil gewordene Ehre nebst Medaille!

  5. Der Besuch im Efeubusch habt ihr euch verdient.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.