Berichte

Grenzerbericht: Sanitärinspektion und Belastungstest in ‚Ferkelkleve‘!

Am Dienstag der letzten Woche, standen den Beamten, nach der 'Spielstunde' beim vergangenen Grenzertreff, wieder reguläre sechzig Arbeitsminuten ins Smial. Wie gewohnt, ab der achten Abendstunde, durften Besucher und Mitbürger, die Dienste der 'Grenzer des Auenlandes' in Anspruch nehmen.

Allerdings stand, Hauptmann Kelko, diesesmal als einziger anwesender Grenzer, alleine vor Bango und meiner Wenigkeit, Beuno Willowtree, da sich, sowohl sein Bruder, Hauptmann Sundo Breitfusz, sowie auch Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag, mit verschiedenen Grenzkontrollen rumzuschlagen hatten und deshalb nicht vor Ort hatten erscheinen können. Kelko verkündete dann auch gleich, dass er noch einen zwergischen Gast, den Herrn Grimbadosch, erwartete, der sich für einen ganz speziellen Test, eine freistehende Sanitäranlage in der Siedlung ‚Ferkelkleve‘ betreffend, freiwillig zur Verfügung gestellt hatte.

Dies weckte unsere Neugier, doch noch bevor Kelko weitere Einzelheiten preisgeben konnte, trafen in kurzen Abständen, besagter Herr Grimbadosch, sowie Stammgast und Frühpensionär, Werro Hanfstengel, vor dem Grenzerhauptquartier ein. Während Werro voller Elan und kraftstrotzend, wie immer, daherkam, schritt der Zwergenherr nur sehr langsam und stöhnend, seinen voluminösen Bauch umfassend, den Weg zum Grenzersmial hinauf. Wir sahen den wankenden Bartträger besorgt an, doch beruhigte uns Kelko sogleich und erzählte, dass Grimbadosch, auf Sundos Befehl hin, mit allerlei fäkalgeruchproduzierenden, auenländischen Köstlichkeiten und Spezereien, ‚gemästet‘ worden war, damit ein gewisser Abort, unter realen Bedingungen, einem Härtetest unterzogen und die dabei entstehenden, olfaktorischen Abfallproduktgase, ‚eigennasig‘ erschnuppert werden konnten!

Eine wahrhaft unorthodoxe Vorgehensweise für die Grenzer, wie Bango, Werro und ich, uns einig waren, bis wir von Kelko hörten, um welches Klohäuschen es sich bei diesem kuriosen Fall handelte, nämlich um den Abtritt von Herrn Torbol Prallwams, welcher schon in den letzten Ausgaben des ‚Auenländer Wochenblatt‘, Gegenstand der ‚Munkeleien‘, sowie auch in Oma Tagetes Rubrik, gewesen war. Dort hatte sich das Fräulein Sahma, eine Hühnerwirtin und Nachbarin des besagten Herrn Prallwams, über die Aufstellung der hölzernen ‚Bedarfsanstalt‘ und die daraus entströmenden, üblen Gerüche, beschwert,   welche angeblich ihre Hühner krank machen und somit ihre Eierproduktion gefährden würden.

Nun war es an den Grenzern zu entscheiden, ob der von Sahma geforderte Abriss des Häuschens, gerechtfertigt war, wofür man sich eben jenes, obengenannten ‚Zwergen-Tests‘ bedienen wollte. Nun leuchtete uns alles ein und – so schnell es ging – führten wir Herrn Grimbadosch, dessen Magen nun schon hörbar grummelte, in die nahegelegene Siedlung ‚Ferkelkleve‘ hinüber, wo das Objekt seiner Begierde auf ihn wartete. Beiden Streitparteien – Torbol und Sahma – war nahegelegt worden, die Prämisse für die Dauer des Tests zu räumen, damit keinerlei Beeinflussung der Beamten geschehen konnte.

So fanden wir das Grundstück des Herrn Prallwams dann auch verwaist vor, sodass sich der dankbare Grimbadosch, ohne weitere Wartezeit, direkt auf den Abort begeben konnte, aus welchem dann auch sofort, die erleichterten Ausrufe und die spezifischen Geräusche, eines zünftigen ‚Zwergenstuhlgangs‘ drangen, wobei es einigen von uns Hobbits, regelrecht Angst und Bange wurde! Wir überliessen den Zwerg seinem ‚wichtigen Geschäft‘ und begaben uns auf das Grundstück von Fräulein Sahma, welches nördlich, durch einen Hügel getrennt, vom Ort der ‚Niederkunft‘ gelegen war, damit wir die dortige Geruchsentwicklung in ‚Nasenschein‘ nehmen konnten. So mutierte Grenzer Kelko quasi zum ‚Schnüffler‘ und versuchte die Angaben von Fräulein Sahma, nachzuvollziehen. Ob nun der Wind ungünstig stand, oder besagter Hügel jeglichen Gestank absorbierte, jedenfalls konnten wir, auch nach zehnminütiger Schnüffelei, lediglich etwas ‚Fauleiergeruch‘ die Strasse hinaufwehen riechen.

Zu Torbols Grundstück zurückgekehrt, war der Gestank dann jedoch wahrlich ‚augenbrennender‘ und ‚würgreizerzeugender‘  Natur, was uns auch die soeben eintreffenden, Fräulein Sahma und Herr Jannas, ohne Vorbehalte bestätigen konnten. Der nun fröhlich grinsende Herr Grimbadosch, hatte seine Schuldigkeit getan und wurde von Kelko mit Dank entlassen, während Sahma das Testurteil, welches wir ihr mitteilten, noch weniger zu schmecken schien, als der eben noch zu riechende Mief! Sie zeterte und haderte mit den Ergebnissen, die wir ihr einstimmig versichern konnten und wurde noch ‚fuchtiger‘, als schliesslich Herr Torbol Prallwams höchstselbst, seinen Grund und Boden betrat. So gut es ging, versuchten wir alle, zwischen den beiden zu vermitteln, wobei auch Herr Jannas – der ja mit beiden bestens bekannt war – einen erheblichen Anteil hatte und konnten die Streitenden immerhin dazu bewegen, sich den guten Vorschlag, den Herr Werro im Verlauf der Schlichtung gemacht hatte – den Standort des Klohäuschens mit dem von Torbols Hühnerstall zu tauschen -, einmal gründlich durch die Köpfe gehen zu lassen.

Ein Teilerfolg zumindest, dessen Umsetzung und die daraus resultierenden Effekte, allerdings noch in den auenländischen Sternen stehen! Die Grenzer würden die Sache, auf jeden Fall, im Auge – und in der Nase – behalten, wie Kelko allen in die hohle Hand hinein versprach und diese ‚anrüchige‘ Grenzerstunde, dann für beendet erklärte, da über die lange Lösungsfindung, schon die Dämmerung über ‚Ferkelkleve‘ angebrochen war.

Man darf gespannt sein, ob alle Beteiligten nun wieder zu Sinnen kommen werden, sollte man sich doch schliesslich nicht wegen jedem Schei… in die ‚Fusshaare‘ geraten! Einen hilfreichen Tipp noch für den guten Torbol, der ja nun – nach dieser gewaltigen ‚Zwergensitzung‘ – seine Senkgrube wieder leerschaufeln müssen wird: ‚Gärt der Kot erst in den Rohren, riecht man lieber mit den Ohren!‘

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Mairad Flinkfuss

    Danke für den Bericht lieber Beuno

  2. ein wahrhaft anrüchiger, aber doch tadelloser Bericht eines Amtsvollzugs der besonderen Art, werter Beuno. Ich bin auch gespannt, wie das ganze weitergeht und ob die aktuellen Streitigkeiten sich schlussendlich in Luft auflösen, sozusagen verduften.

  3. Ich hoffe auch, daß die Toilettenhäuschenangelegenheit nun ein friedliches Ende genommen hat. Kacka stinkt nun mal, auch dis von Sahma. Da brauch man aber keinen Streit vom Gartenzaun brechen.

  4. Bubikopf

    Da wir ja mit einrichtung handeln wäre es an uns dieser modeerscheinung abort nachzugehen und mit schreinern sprechen ob man welche bauen kann die den duft nicht zum nachbarn wehen lassen

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