Berichte

Grenzerbericht: Ruhige ‚Neujahrs-Plauderei‘ im Grenzersmial abgehalten!

In der Neujahrszeit, haben auch Gauner, Diebe und sonstige Kleinkriminelle, Besseres zu tun, als auf Beutefang zu gehen, weswegen die Grenzersprechstunde, der 'Grenzer des Auenlands', am letzten Dienstag, auch sehr ruhig ausfiel und - ab der achten Abendstunde - keinerelei Anfragen zu bearbeiten waren.

Ohnehin war nicht allen klar, ob die Grenzersprechstunde am ersten Tag des neuen Jahres, überhaupt stattfinden würde und selbst die Grenzerhauptmänner, Sundo und Kelko Breitfusz, kamen eher auf gut Glück vor das Grenzersmial gepilgert, ohne zu wissen, was sie dort erwarten würde. Immerhin erschienen, Grenzerausbilder Faoweis und meine Wenigkeit, Beuno Willowtree, ziemlich pünktlich, zur obligatorischen achten Abendstunde, auf dem fuchsklever Grundstück und wurden mit einem ‚Frohes Neues Jahr‘, von den Grenzerbrüdern begrüsst.

Aufgrund der knackigen Kälte, die in der Siedlung vorherrschte, schlug Sundo vor, rasch ins Innere zu wechseln, wo schon ein Eintopf auf uns warten würde, wie Kelko ergänzte. Dies wurde einstimmig angenommen und schnell war die warme Eingangshalle geentert, wo noch die Julfestdekoration unser Auge erfreute. Besonders ein kleiner, aber fein geschmückter Tannenbaum, den Kelko eigenhändig ausgestattet hatte, wurde von uns allen gelobt. Dann wechselten wir aber schnell zum Kochfeuer hinüber, das uns erstmal so richtig wieder aufwärmte. Kelko füllte drei grosse Schüsseln mit Bohneneintopf, den er eigenhändig zubereitet hatte und reichte sie an, Faroweis, Sundo und mich, weiter, bevor er sich selbst aus dem grossen Eisenkessel bediente.

Hatte uns das Feuer soeben noch von aussen gewärmt, tat dies nun die Bohnensuppe mit unserem Innern. Sie schmeckte ganz hervorragend, wozu auch die grosszügig beigegebene Speckeinlage, ihr Übriges beitrug. Aus Gemütlichkeitsgründen, wechselten wir dann zur Sitzgruppe vor den prasselnden Kamin hinüber, da Sundo, Kelko und auch Faroweis, Ankündigungen, das neue Jahr betreffend, publik zu machen gedachten. Kaum hatten wir uns niedergelassen, stiess Grenzerstundenstammgast, Bango Gerstfeld, zu unserer kleinen Gruppe hinzu, aber natürlich nicht, ohne sich vorher am Bohneneintopf bedient zu haben. Auch er hatte nicht mit dem Stattfinden des heutigen Treffens gerechnet und hatt sich deshalb daheim, noch mehr Zeit mit dem Abendessen gelassen. Immerhin bekam er noch alle Neuigkeiten mit, wie, zum Beispiel, Faroweis Erinnerung an seine kommende Hochzeit mit Mairad Flinkfuss.

Zwar war der genaue Termin noch nicht dingfest gemacht worden, doch stellte er für seine Vermählung, einen Tag im Monat Mai in Aussicht und lud alle Anwesenden, nochmals herzlich dazu ein. Dies wurde mit Applaus bedacht und gerne angenommen. Dann rückte Sundo mit seiner Ankündigung raus und berichtete stolz, dass die ‚Grenzer des Auenlandes‘ in diesem Jahr, ihr zehnjähriges Jubiläum feiern würden! Genau am vierundzwanzigsten Oktober, vor zehn Jahren, war die Südvierteltruppe der Grenzer gegründet worden, erzählte Sundo und gab seine Pläne bekannt, zu diesem Anlass, ein grosses Fest veranstalten zu wollen. Spontaner Jubel brandete auf, als uns anderen, die Bedeutung dieser Worte bewusst wurde. Die Hochstimmung wurde anschliessend dann aber wieder etwas getrübt, als Kelko sich erhob und preisgab, dass er und Sundo, im März für drei Wochen, nicht zugegen sein und in diesem Zeitraum, deshalb keine Grenzerstunde leiten würden können.

Sie fragten ihren treuen Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag, ob er nicht für sie einspringen wollen würde, obgleich bis dahin, ja noch viel Wasser den Siedlungsfluss herunterfliessen werde. Der umtriebige Ehemann in spe, sagte sofort zu und schwor, die Grenzerbrüder würdig vertreten zu wollen. Bango und ich, sahen uns nur vielsagend an und versprachen dann, Faroweis, in die hohle Hand hinein, aufs Bestmöglichste unterstützen zu wollen.

So konnten wir alle, uns noch zufrieden zurücklegen, den Eintopf geniessen und in lustigen Anekdoten und Erinnerungen schwelgen, bis die Grenzerstunde, ein ebenso gemütliches und ruhiges Ende fand, wie es schon ihr Anfang angedeutet hatte. Alle Grenzer und auch Bango, baten mich bei der Verabschiedung dann noch, allen Lesern des ‚Auenländer Wochenblatt‘, in ihrem Namen, ein ‚Frohes und glückliches Neues Jahr‘ zu wünschen, was hiermit geschehen ist und dem ich mich nur, voll und ganz, anschliessen kann!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Tulpeline

    hui dieses Jahr schon zehn Jahre? Wie die Zeit vergeht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.