Berichte

Grenzerbericht: Reise gen Bockland in Abwesenheit der Hauptmänner!‘

Letzten Dienstag, in Fuchskleve, war die Tür des ‚Grenzerhauptquartiers‘ sperrangelweit geöffnet, um Antragsstellern und Hilfesuchenden, Einlass zu gewähren, damit diese den ‚Grenzern des Auenlandes‘ ihr Leid klagen konnten. Ab der achten Abendstunde, harrte Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag und die Stammgäste der Grenzerstunde, der Geschehnisse, die auf sie zukommen mochten.

 

Da die Grenzerbrüder, Sundo und Kelko Breitfusz, sich bekanntlich auf einer dreiwöchigen Grenzerfortbildung befinden, hatte am letzten Dienstag, Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag, die Leitung der Grenzerstunde übernommen und lud uns zeitig eingetroffene Stammgäste – Bango Gerstfeld, Werro Hanfstengel und meine Wenigkeit, Beuno Willowtree -, gleich einmal zu einer selbstgekochten, deftigen Linsensuppe ein.

Als dann zeitnah auch noch die verbündeten Elben, Fräulein Vahalla, Herr Celerdan und ihr Anführer Ahilleth, sowie Grenzerveteran, Opa Hanglo, zu uns gestossen und mit Linseneintopf versorgt worden waren, bestieg Faroweis eine nahestehende Holzbank und erheischte die Aufmerksamkeit aller Anwesenden. Er hatte ein Gesuch vom Schlossherrn des ‚Brandyschloss‘ in Bockland erhalten, worin er gebeten wurde, sich eine aussenstehende, unparteiische Meinung, über die Zustände einiger wichtiger Einrichtungen des Bockland, zu machen und ihm zukommen zu lassen.

Selbstredend stimmten wir alle dem Grenzerausbilder begeistert zu, als er vorschlug, diese Besichtigungen ‚ad hoc‘, im Rahmen der Grenzerstunde vorzunehmen und schon im nächsten Moment, sass die ganze Truppe abreisebereit, auf ihren Huftieren, um selbige in Richtung ‚Brandyweinbrücke‘ zu lenken und dem schönen Bockland einen Besuch abzustatten.

Natürlich war die Anreise nicht ganz ohne, sodass immer wieder – wie hier in Höhe des Örtchens ‚Balgfurt‘ – Pausen eingelegt werden mussten, um sich durch mitgeführte ‚Snäcks‘ zu stärken und auf Nachzügler zu warten, die das angeschlagene, hohe Tempo, nicht hatten mithalten können.

Einen diesen ‚Nachzügler‘, den Herrn Werro Hanfstengel, trafen wir erst am Mietstall zu ‚Stock‘ wieder, nachdem wir ihn schon längere Zeit vermisst hatten. Freudig und erleichtert, schlossen wir den pensionierten Pfeifenkrautbauern in unsere Arme, bevor es zusammen mit ihm, weiter gen Bockland ging.

Schnell hatten wir die ‚Brandyweinbrücke‘ und das ‚Bocklandtor‘ hinter uns gelassen und stiessen bei Neuburg auf die dort heimischen ‚Dachkühe‘, welche besonders die mitreisenden Elben zum Staunen brachte. Opa Hanglo stellte die These auf, das solcherart Nutzvieh, doch auch etwas für die ‚Baum-Fleets‘ der Waldelben sein könnte. Dies sorgte für viel Heiterkeit bei, Vahalla, Celerdan und Ahilleth, die sich ‚Baumkühe‘ so garnicht vorstellen konnten!

Der Erste ernsthafte Kontrollpunkt war dann der Anleger der ‚Bockenburger-Fähre‘, den Grenzer Faroweis auf Stabilität, Sicherheit und ‚allgemeine Morschheit‘ des Holzes prüfte. Wir alle halfen ihm natürlich nach vorhandenen Kräften und klopften, pochten und sprangen auf dem Steg herum, dass es eine reine Freude war! Das die Fähre allerdings immer noch ausser Betrieb war, konnte auch das positive Endergebnis – der Anleger war in bester Ordnung – leider nicht abändern.

Nachdem Faroweis sich alles penibel notiert hatte, ging es weiter zum ‚Endstück‘ der grossen Hecke, die das Bockland vor dem ‚Alten Wald‘ schützt und auch als ‚Hoher Hag‘ bezeichnet wird. Zugleich war diese Ortschaft ‚Hagsend‘ mein Geburtsort, sodass ich mich sogleich wieder heimisch fühlte. Obwohl die Hecke an dieser Stelle nicht direkt an den ‚Alten Wald‘ grenzt, waren wir froh, das die Pflanzenwand keine Lücken aufwiess und Faroweis so einen positiven Eintrag in sein Notizblöckchen kritzeln konnte.

Hanglo meinte sogar einige ‚Buschelben‘ in den Blättern rascheln zu hören, während Bango eher ‚Bogüs‘ vernehmen zu meinte, doch Faroweis liess sich von beiden nicht beirren und führte uns weiter nördlich, durch den ‚Wald-Tor-Tunnel‘, in den Aussenbezirk des unheimlichen Forsts! Hier prüfte er die Funktion und Verfassung des Gitters und nahm auch die Passierbarkeit des Tunnels selbst in Augenschein. Uns anderen war derweil leicht mulmig zumute, als wir dort so ungeschützt auf dem Pfad zur Feuerlichtung standen, glaubten wir doch, immer wieder ein ärgerliches Gewisper seitens der umstehenden Bäume zu hören!

Erst als Faroweis seine Überprüfung beendet hatte, gab er endlich den Befehl zum Verlassen des Waldes. Auf der bockländischen Seite des Tunnels atmeten wir alle – selbst die abgeklärten Elben – erleichtert auf, da die Atmosphäre unter den uralten Bäumen, doch schon sehr bedrückend auf uns gewirkt hatte. Während Herr Celerdan – der wohl zum ersten Mal dort gewesen war – sich eher neu- und wissbegierig zeigte, musste Opa Hanglo, mit zitternden Händen, erstmal einen Schluck aus seinem ‚Flachmann‘ nehmen und Bango beruhigte sich, indem er an einer Brezel knabberte.

Zum Glück war dies aber auch schon die letzte Station des Abends gewesen, sodass das allgemeine Nervenflattern schon bald merklich nachliess. Faroweis bedankte sich bei allen, für die gute Zusammenarbeit bei dieser nicht ganz normalen ‚Grenzerstunde‘ und überreichte jedem Teilnehmer ein aus Zuckerguss gefertigte Medaille mit der in Waldmeistersirup eingeprägten Aufschrift ‚Bockland Expedition‘, bevor er alle noch – nahe des Mietstalls – zu einer abschliessenden Gruppenskizze zusammenbat. So endete diese ereignisreiche und gut geführte Grenzerstunde. Bravo, gut gemacht, Grenzerausbilder Birnhaag!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Bubikopf

    Die Bäume haben sicher getuschelt!

  2. Da bin ich auf Faroweis Auswertung gespannt. Gruseliger alter Wald, OK. Fähre außer Betrieb, mangelhaft. Kuh auf dem Dach, OK. Beuno im Bockland, OK.

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