Berichte

Grenzerbericht: Privatsmial ‚Steinwurzel‘ in Augenschein genommen!

Am vergangenen Dienstag, stand zur allwöchentlichen Grenzerstunde der ‚Grenzer des Auenlandes‘, ein ganz besonderer Termin an. Die Beschau, zwecks Lizenzerteilung, für den Betrieb der Kaminanlagen, in Fräulein Magrittas Smial in ‚Finkhopfen‘, stand nämlich auf dem Terminplan der Beamten und wurde ab der achten Abendstunde, vor Ort durchgeführt.

 

Ich war pünktlich in der Siedlung ‚Fuchskleve‘ – wo bekanntlich das Grenzerhauptquartier seinen Sitz hat, an welchem sich stets immer zuerst versammelt wird – eingetroffen und traf am Dorfplatz, vor dem kleinen Krämerladen, auf Fräulein Magritta Steinwurzel und Grenzerhauptmann Sundo Breitfusz, die sich anscheinend noch mit Knabbereien eingedeckt hatten. Gemeinsam schlenderten wir dann zur Bachuferstrasse hinüber, wo bereits, Grenzerausbilder Faroweis Birnhaag und Hauptmann Kelko Breitfusz, unserer harrten.

Faroweis zog mal wieder eine sauertöpfische Miene, da sein aktueller Rekrut, erneut durch Abwesenheit glänzte und der gutmeinende Ausbilder – nach der verpassten Exkursion in den Schiefertonwald, vor zwei Wochen – erneut eine lehrreiche Grenzerstunde für seinen Schützling, ungenutzt ‚in Rauch aufgehen‘ sehen musste! Wir beruhigten den ambitionierten Lehrmeister, so gut es ging und stellten in Aussicht, dass auch wieder bessere Zeiten kommen würden. Kelko ermahnte den echauffierten Erzieher, dass er seine Gedanken nun lieber auf die bevorstehende Inspektion lenken sollte und erkundigte sich bei Magritta, ob bei ihr daheim, denn alles bereit für die Beschau der Heizanlage und der Feuerstätten sei. Die kecke Hobbitdame, bejahte diese Frage und stellte uns – im Anschluss an die Arbeiten – sogar ein stärkendes Mahl in Aussicht, da ihre Mitbewohnerin, Fräulein Moosglöckchen Finkenfeder, für die tüchtigen Beamten, dankenswerterweise, Gekocht und Gebacken hatte.

Das spornte uns natürlich zusätzlich an, möglichst schnell gen ‚Finkhopfen‘ aufzubrechen und die leidige Aufgabe hinter uns zu bringen, war allen doch nur allzu gut bekannt, welcher Kochkünste, das fesche Fräulein Moosglöckchen, fähig war! Sundo, der den Hauptteil der Kaminbeschau übernehmen würde, verschwand nur noch rasch im Smial, um sich Umzuziehen, da er seine kostbare Uniform nicht verschmutzen wollte, bevor es auch schon – im Stechschritt -, in die nahegelegene Nachbarsiedlung, losging. Bis ‚Finkhopfen‘ war es nicht weit und so hatten wir schon bald, das idyllisch gelegene Smial von Magritta erreicht, das in unmittelbarer Nähe des Siedlungswasserfalls gelegen war. Obwohl das rauschende Geräusch, bei Hauptmann Sundo unverzüglich, einen starken Harndrang auslöste, kam er zusammen mit Kelko und Faroweis, zunächst tapfer seiner Grenzerpflicht nach und bestaunte mit seinen beiden Kollegen zusammen, den vorzüglich gemauerten Aussenofen, der neusten Generation. Magritta erzählte, dass Moosglöckchen auf diesen neuen Ofen bestanden hatte, in dem sie in Rekordzeit, Brot backen konnte und auf den auch sie sehr stolz war.

Selbst Bäckermeister Faroweis zeigte sich sehr beeindruckt über die einwandfreie Backeinheit und dachte laut darüber nach, auch für ‚Smialtörtchen‘ ein solches Exemplar anschaffen zu wollen. Das perfekt gefertigte Mauerwerk, speicherte die Restwärme sehr gut, sodass es förmlich dazu einlud, sich die Hinterbacken zu entfrosten, was ich auch kurzerhand tat, um hernach mit ‚heissem Hintern‘, zusammen mit den anderen, das Innere von ‚Grittis‘ Smial zu entern. Auch im wunderbar geschmackvoll eingerichteten Inneren von Magrittas neuer Wohnstätte, gab es an den Kaminen und der grossen Kochstelle, kaum etwas zu bemängeln, sodass man Sundo nur zufrieden nickend herumgehen sah. Immerhin war ja auch alles quasi, noch brandneu und erst vor wenigen Wochen, von Moosglöckchen und ihrer Elbenfreundin, Fräulein Araswen, ganz frisch eingerichtet worden.Wir alle fanden nur lobende Worte und, nach eingen ‚Heiztests‘ mit offener Flamme, klopfte es an der Tür und mit Hecco Unterberg und Bango Gerstfeld, betraten zwei weitere ‚Grenzerstundenbesucher‘, das ‚Steinwurzel Anwesen‘, gerade rechtzeitig, um von der Essenseinladung, die Magritta kurz vorher ausgesprochen hatte, zu profitieren.

Nach kurzer, allgemeiner Begrüssung, bat uns die Smialbesitzerin an einen Esstisch, nahe des Kochfeuers hinüber, wo sie einen grossen Topf mit Hühnerfrikassee, gekochte Tüften und frisch gebackenen Apfelkuchen, als Nachtisch, servierte. Alles war von Moosglöcken vorgekocht und zubereitet worden, wie Magritta berichtete und so liessen wir uns nicht lange bitten und schlugen ersteinmal – Bango natürlich vorweg – ordentlich und reichlich zu. Als dann alle halbwegs gesättigt waren, stellte Kelko, ohne Auflagen, oder zu Murren, anstandslos, die Lizenz für die Inbetriebnahme aller Heiz- und Kaminstätten – die sogenannte ‚LIFINHEIKA‘ – aus und überreichter sie der stolzen Magritta, die sich darob, ein breites Grinsen nicht verkneifen konnte. Ich mahnte an, dass doch noch die Abflussanlage – beziehungsweise, die ‚Sickergrube‘ – des Aborts kontrolliert werden müsste, wogegen sich die Grenzer jedoch vehement verwehrten, da dies nicht in ihr Aufgabengebiet fallen würde.

Deshalb versprach ich Magritta in die hohle Hand hinein, ihr baldmöglichst, eine bockländische ‚Fäkalratte‘ zukommen zu lassen, die jenseits des Brandywein, schon seit Alters her, für die Reinigung der Abflüsse abgerichtet und eingesetzt werden. Komischerweise zeigte sie sich darüber nur wenig erfreut, sodass ich das Thema erstmal ruhen liess. Hecco musste sich dann leider schon wieder, für seinen nächtlichen Parouillengang, verabschieden und auch die Grenzerstunde neigte sich bereits langsam wieder dem Ende entgegen, sodass uns Magritta noch rasch, kleine Fresskörbe zusammenpackte, wobei Bango und mir, das gesamte restliche Frikassee zugeteilt wurde! Nachdem Hecco dann ‚abgedampft‘ war, verabschiedeten auch wir anderen – Sundo, Kelko, Bango, Faroweis und meine Wenigkeit, Beuno Willowtree – uns von der glücklichen Smialbesitzerin, für welche diese Grenzerstunde, nicht besser hätte verlaufen können.

Die Grenzer haben ihre Pflicht getan und werden auch am nächsten Dienstag, zur achten Abendstunde, wieder gen Fuchskleve einladen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, in die dortige Bachuferstrasse Nummer 4 zu kommen, um der nächsten geselligen und informativen Grenzerstunde beizuwohnen.

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. juhu toll, das war lecker, oja!
    Uh, sollten nich eigentlich auch gekochte Mahlzeiten irgendwie kontrolliert werden?

    • Beuno Willowtree

      Ja, das wäre eigentlich garnicht so schlecht, Bango! *grübel* 😉

    • Sicher Bango, aber es mangelt an geeigneten Essperten. Wir beide können uns ja nicht jeden Tag an allen Mahlzeiten im gesamten Auenland durchfuttern. Andererseits könnten wir es zumindest versuchen und so viele Stichproben durchführen, wie wir schaffen. Darüber sollten wir mal mit dem Bürgermeister sprechen.

  2. Armer Faroweis. Er hat in letzterzeit nicht gerade Glück mit seinen Rekruten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.