Berichte

Grenzerbericht: Planung einer Spukhausbegehung bei Möhreneintopf!

Am Dienstag letzter Woche, versammelten sich wieder die 'Grenzer des Auenlandes', um den Sorgen und Nöten ihrer Mitbürger, ihr Ohr zu leihen. Ab der achten Abendstunde standen allen, Tür und Tor des 'Grenzersmial' in Fuchskleve, dafür zur Verfügung.

Es blieb ruhig an diesem Abend, soviel sei vorweggenommen, und Fräulein Gabiola, sollte die einzige Besucherin, neben den üblichen Stammgästen – Bango Gerstfeld, Werro Hanfstengel und meiner Wenigkeit, Beuno Willowtree – bleiben, welche die Grenzer, Sundo, Kelko und Faroweis, zu dieser Grenzerstunde begrüssen durften. Bango war zudem nur zu einem Kurzbesuch erschienen, da bei ihm daheim das Abendessen voverlegt worden war, sodass wir alle uns zur Gänze, dem sympathischen Hobbitfräulein widmen konnten. Gabiola hatte ein Anliegen, welches selbst den noch immer sichtlich verbiesterten (siehe dazu den Grenzerbericht in der letzten Ausgabe), Grenzerausbilder Faroweis Birnhaag, aus der Reserve lockte.

Die Grenzerbrüder, Sundo und Kelko, eingedenk ihrer Gastgeberpflichten, baten uns jedoch erstmal zum Gartenkochfeuer hinüber, wo ein deftiger Möhreneintopf vor sich hinköchelte und es sich bei einer dampfenden Schüssel selbigens, viel besser Plaudern lassen würde. Mit dieser Einschätzung hatten die beiden voll ins Schwarze getroffen, wie wir alle zugeben mussten, als wir dort in gemütlicher Runde beisammen sassen. Sundo machte das Ganze noch perfekt, indem er eine Extraportion Fleisch in den brodelnden Sud hineinschnitt und damit auch kein bißchen knauserte. Nun berichtete Gabiola nochmals von ihrem Vorhaben, welches sie anfangs nur kurz angeschnitten und ich geglaubt hatte, mich verhört zu haben. Die junge Dame war nämlich auf Smialsuche und hatte doch tatsächlich vor, ein als ‚Spukhaus‘ verschrienes Objekt, anzumieten, beziehungsweise, käuflich zu erwerben! Der Preis sei wohl unschlagbar, wie das verunsicherte Fräulein, nervös berichtete und Werro, dem das besagte Smial wohl nicht unbekannt war, nur bestätigen konnte.

Die gestandenen Grenzer glaubten natürlich nicht an übersinnlichen ‚Schnickschnack‘ und rieten Gabiola dazu, die Wohnstatt ruhig einmal in Augenschein zu nehmen, da diese sich als echtes Schnäppchen erweisen könnte, da derlei üble Geschichten, doch viele potentielle Verkäufer abschrecken würden. Mir lief ein Schauer, nach dem anderen, den Rücken hinunter, als ich diese Ratschläge hörte, war ich doch leicht abergläubig veranlagt und auch Gabiola schien noch nicht so recht beruhigt zu sein. Erst als die Grenzer eine gemeinsame Besichtigung des ‚Spuksmial‘ vorschlugen, erhellte sich die Miene des adretten Fräuleins, war dies doch genau die Antwort, die sie sich anscheinend erhofft hatte. Schnell war ein Termin, an der kommenden Grenzerstunde, veranschlagt, bei dem Sundo, Kelko und Faroweis, auch gleich die bauliche Substanz und die Besitzverhältnisse klären und auch schon eine ‚Kamin- und Feuerstättenbeschau‘ vornehmen wollten. Gabiola strahlte über alle Backen, ob dieser positiven Wendung für ihr Vorhaben und ‚Grünfinkenmitglied‘, Faroweis Birnhaag, setzte noch eins drauf, indem er zu seiner Laute griff, und diese mündliche Absprache, nocheinmal zusätzlich musikalisch besiegelte.

Das Lied war aber wohl auch als kleine Versöhnungsgeste in meine Richtung gedacht, da der Text schmeichelnde Zeilen über das Bockland und sogar meine Person enthielt. So endete diese Grenzerstunde nahezu harmonisch, hätte Sundo nicht noch angekündigt, am folgenden Tag, ein Gericht aus Innereien, die in einen Schafsmagen gefüllt werden, welches er ‚Hack und Iss‘ (Haggis) nannte, für seinen Bruder, kochen zu wollen! Dies verhagelte Kelko natürlich ordentlich die Gerste, was wir anderen ihm nicht verübeln konnten. Kelko kündigte an, auswärts essen zu wollen, wonach Werro sogleich in die Bresche sprang und sich quasi selbst bei Sundo einlud! Dem Altgrenzer war die Gesellschaft das pensionierten Pfeifenkrautbauern und passionierten ‚Saumagenessers‘, mehr als nur willkommen und so verabredeten sich die beiden für den Mittag des nächsten Tages, während wir anderen uns gegenseitig verabschiedeten und hofften, Sundo und Werro, beim nächstwöchigen Begehungstermin, gesund und wohlbehalten, wiedersehen zu dürfen! Wohl bekommt’s, ihr beiden!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. War eine gemütliche, schöne Stunde und ich freue mich schon auf Heute Abend.

  2. Mairad Flinkfuss

    Danke für den schönen Bericht lieber Beuno

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