Berichte

Grenzerbericht: Obskurer Bürgermeisterschaftskandidat aufgetaucht!

Jede Woche, wenn sich der Dienstag nähert, fiebern alle besorgten Bürger, der ‚Grenzerstunde‘ der ‚Grenzer des Auenlandes‘ entgegen, die traditionell an diesem Wochentag, ab der achten Abendstunde, im schönen Weiler ‚Fuchskleve‘ abgehalten wird. Auch am letzten Dienstag, öffneten die Grenzerbrüder, Sundo und Kelko Breitfusz, samt ihres Kollegen, Faroweis Birnhaag, erneut ihre Tore, um den Hilfesuchenden Einlass zu gewähren.

 

Dieses Mal waren alle Besucher recht pünktlich erschienen, sodass, Kelko, Sundo und Faroweis, gemeinsam sie Begrüssung vornehmen konnten. Die Fräuleins, Brevorvien und Geomee, sowie Bango Gerstfeld und meine Wenigkeit, Beuno Willowtree, begrüssten unsererseits die drei Grenzbeamten und verstrickten uns gerade etwas in einer allgemeinen Plauderei, über ‚Eintopf‘, abgerichtete Maulwürfe und Geomees Taten in Bree, wo sie inhaftierte Hobbits mit Schindkrötensuppe versorgt hatte, als eine gülden gewandete, gedrungene Gestalt, mit wirren, blondem Haarschopf, an uns vorbeischoss und im Vorübereilen, im Befehlston, den zuständigen Grenzerhauptmann im Innern des Grenzersmials, zu Sprechen verlangte! Zunächst waren alle verblüfft von dem fremden Hobbit, doch da wir wegen des Eintopfs, eh hineinzugehen geplant hatten, bedeutete Kelko uns, ihm hinein zu folgen. Während Bango sich dort angekommen, sogleich dem Eintopf zuwandte, stellten Kelko und Faroweis, den Fremden zur Rede, der sich als ‚Bürgermeisterpostenanwärter‘, Tronald Dump, vorstellte.

Faroweis: ‚Ihr habt keine Befugnis hier einfach Einzutreten ohne Erlaubnis!‘

Tronald: ‚Ich dachte, die Wachstube steht allen Hobbits offen!?‘

Kelko: ‚Mein Name ist Kelko Breitfusz. Ich bin der Hauptmann der Grenzer!‘

Tronald: ‚Wunderbar! Ich muss mit ihnen sprechen, es geht um das Auenlande! Und ich werde der nächste Bürgermeister sein!‘

Diese Aussage schockte natürlich erstmal alle im Raum und wir wussten nicht, ob dieser ‚Herr Dump‘, den niemand von uns kannte, oder vorher je gesehen hatte, uns nur einen Bären aufbinden wollte. Er gab an, mit den Grenzern sprechen zu wollen, da sie mit dem Land bestens vertraut waren und sich mit etwaigen Gefahren, die das Auenland bedrohten, sehr gut auskannten. 

Kelko: ‚Warum interessieren Sie sich für die Gefahren?‘

Tronald: ‚Weil ich mein Land liebe und sehe, dass man es beschützen muss! Auenland vor! 

Kelko: ‚Herr Dump, wir beschützen das Auenland schon!‘

Tronald: ‚Herr Breitfusz, darf ich fragen, was ihre Truppe hier an Geld bekommt? Weil ich gedenke, die finanzielle Unterstützung der Grenzer aufzustocken! 

Kelko: ‚Die Auenländer Bevölkerung entlohnt uns mit Sachspenden für die Hilfe, die wir ihnen geben.‘

Tronald: ‚ICH werde den Sold auf den eines Beamten, plus Spesen, anheben, da ihr ja einiges leisten müsst. Ich bin aus Buckelstadt, wir haben dort einige Geschäfte und ich werde Bürgermeister, und zwar mit der Unterstützung der Hobbits hier im Lande! Auenland vor!‘

Uns wurde immer mulmiger zumute, als wir diese nassforsche Kampfansage, so selbstsicher vorgetragen, aus dem Munde dieses Wirrkopfs vernahmen. Nur Bango schien von dessen ‚Auenland vor!‘-Gebrüll, recht angetan zu sein und fiel in diesen Kanon spontan mit ein. Auf Fräulein Brevorviens Frage hin, wie er das Ganze denn zu finanzieren gedachte, hatte der aalglatte Halbling natürlich auch eine Antworrt parat.

Tronald: ‚Ich werde das Geld einfach an anderer Stelle einsparen, zum Beispiel werde ich nicht so viele Ausgaben wegen des Essens haben, wie der Weissfuß und ich habe noch andere Pläne. Es geht mir um unsere Wirtschaft. Deshalb werde ich Schutzzölle erheben! Zum Beispiel die Oberbühler Sägewerke! Da werden Bretter aus den ‚Ered Luin‘ eingeführt und das geht garnicht!‘

Die junge Geomee bekam es mit der Angst und brachte etwas naiv auf den Punkt, was alle wohl heimlich dachten.

Geomee: ‚Er will die Weltherrschaft mit falschen Versprechungen an sich reißen!‘

Tronald Dump fuhr jedoch ungerührt mit seinen Tiraden fort, offenbarte seine Pläne, eine ‚Schutzmauer‘ zwischen Stadel und Bree, zu errichten und auch am ‚Brandywein‘ entlang, tätig werden zu wollen, hätte er ersteinmal den ‚Bürgermeistertitel‘ im Sack. Auch sprach er eine versteckte Drohung gegen die Grenzer aus, falls diese nicht seine Interessen zu unterstützen zu gedachten.

Tronald: ‚Also, Herr Breitfusz, wenn sie das alles nicht wissen, oder wahrhaben wollen, sind sie da der Richtige für diesen Posten? Oder muss ich da demnächst Führungskräfte austauschen !?‘

Kelko: ‚Herr Dump, Sie können gar nichts austauschen!!‘

Tronald: ‚Auenland vor!‘

Der Ton wurde dann rauer und Bango drohte, den schmierigen Worten des Herrn Dump, immer mehr zu verfallen, was alle mit Besorgnis zur Kenntnis nahmen. Die Krone setzte der ‚Möchtegernpolitiker‘ dem Ganzen dann jedoch auf, als er jeden, der seinen Worten widersprach, als ‚Verräter‘ titulierte und das ‚Auenländer Wochenblatt‘ mit dem Wort ‚Lügenpresse‘ verunglimpfte!

Kelko: ‚Ich lass mich nicht als Verräter beschimpfen, nur weil ich nicht ihrer Meinung bin!‘

Beuno: ‚Wir bilden uns eine eigene Meinung, Herr Dumm…, ääh… Dump!‘

Dump bemerkte dann, dass der Wind allmählich umschlug und zog vorsichtshalber den Rückzug an, kündigte aber an, zur nächsten Grenzerstunde nocheinmal anreisen zu wollen. Wir alle atmeten hörbar auf, als die Smialtür hinter diesen ‚Sprücheklopfer‘ ins Schloss fiel. Leider war die Grenzerstunde dann auch schon wieder am Ende angelangt, sodass wir Fräulein Geomees Forderung, nach einem hobbitischen Botschafter in Bree, nicht mehr diskutieren konnten und diesen Punkt auf das nächste Treffen verschieben mussten, weil das ‚Geschwafel‘ des Tronald Dump, die ganze Zeit aufgefressen hatte. Man darf also jetzt schon auf die kommende Grenzerstunde gespannt sein!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Tunvil Wintermond

    Hahahahahaaaaa … Was für eine herrliche und treffende Parodie !!!
    Klasse *lacht sich schief* sehr gut getroffen !!!

  2. Ein besorgter Bürger

    Also ich finde das der Herr Dump vollkommen Recht hat.
    Überall werden uns doch fremdländische Waren zu billigsten Preisen förmlich aufgezwungen. Ich hab gehört das man im Goldenen Barsch sogar breeländisches Bier bekommen soll. Wo soll das denn hinführen?

    Der Weggezoll sollte auch angehoben werden. Jeder der die Brandyweinbrücke in Richtung Auenland passiert sollte dafür bezahlen. Für den Erhalt unserer auenländischen Straßen.

    Ich sage.

    „Auenland vor“

    ((Hihi. Witzige Idee.))

    Mit freundlichsten Grüßen
    Ein besorgter Bürger

  3. „um das Auenland keine Mauer, Törtchenrecht für alle und auf Dauer!“

  4. Kirgon Stahlhammer

    Als Zwerg und Einwohner des Auenlandes bin ich entsetzt und besorgt über diesen übergroßen Hobbit. Wenn er das überhaupt ist. Ich denke eher es ist ein Langbein in Verkleidung. Wahrscheinlich noch ein Verwandter dieses Schlangenzunge.
    Glaube ich muss doch mal zum Grenzertreffen kommen und wenn der Kerl auftaucht, werf ich ihn in die Wässer.
    ((Hehe, feine Satire))

  5. Tulpeline

    ((ich finde diese Parodie Idee mega witzig. Weiter so :D))

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