Berichte

Grenzerbericht: Normale Grenzerstunde nach vierwöchiger Abwesenheit!

Am zweiten Tag der Woche, dem letzten Dienstag, trafen sich die ‚Grenzer des Auenlandes‘, wie gewohnt, wieder in ihrem Hauptquartier in ‚Fuchskleve‘, um die Ereignisse der vorangegangenen Wochen zu besprechen und wieder hilfesuchenden Mitbürgern, zur Seite zu stehen. Ab der achten Abendstunde, standen allen Besuchern und Anliegern, die Tore des ‚Grenzersmial‘ weit geöffnet.

 

Mit leichter Verspätung schlug ich auf dem Grenzergelände in ‚Fuchskleve‘ auf und freute mich, bereits auf vier Anwesende Grenzerstundenteilnehmer zu stossen, darunter – neben Grenzerhauptmann Sundo und Elbenfräulein Brevorvien – auch zwei seltenere Besucher: das Hobbitfräulein Hazelnuss und Zwergenherrn Kirgon. Trotzdem Herr Kirgon ein Smial im Südviertel besitzt, ist er nicht sehr häufig bei den Grenzertreffs zugegen, während Fräulein Hazelnuss, ja schon in der letzten Woche bei der ‚Kulinarischen Wanderung‘ in Hafergut, teilgenommen hatte. Sundo zeigte sich erleichtert, dass an diesem Abend mal wieder eine ganz ’normale‘ Grenzerstunde vor Ort anstand.

Sundo: ‚Ich hab immer noch eine fusselige Zunge von den letzten Wochen!‘

Beuno: ‚Heut steht wohl nichts Besonderes an, hm?‘

Sundo: ‚Nein, nur Füsse ausruhen und am Ofen sitzen.‘

Die eintreffenden, Kelko Breitfusz und Bango Gerstfeld, die unsere kleine Gruppe dann quasi komplettierten, hatten Sundos letzte Bemerkung noch mitbekommen und befürworteten den Plan des Altgrenzers, voll und ganz, sodass die gesamte Belegschaft kurzerhand ins Grenzersmial hineinwechselte. Dort wartete ein ‚Töften-Möhren-Eintopf‘ mit Würstcheneinlage auf uns, den Grenzer Kelko erneut meisterhaft für alle Besucher zubereitet hatte. Pünktlich zum Essen, stiess dann auch noch das Fräulein Geomee zu uns, die freudig aufjuchzte, als ihr der leckere Eintopfduft in die Nase stieg. Auch Elbenfräulein Brevorvien, die als Vertreterin des Bündnisses mit den Grenzern, zugegen war und das leicht eingeschüchterte Fräulein Hazelnuss, die den Umgang mit Elben und Zwergen noch nicht so gewohnt war, lobten das heisse Mahl in höchsten Tönen, was Kelko ein stolzes Lächeln aufs Gesicht zauberte.

Kelko: ‚Das ist ein Eintopf mit Töften, ‚Balgfurter Würstchen‘ und Möhren!‘

Nachdem dann alle halbwegs gesättigt waren und festgestellt wurde, dass keine Anzeigen oder Hilfsgesuche von Bürgern vorlagen, versuchte ich, den beiden Grenzerbrüdern ein Fazit der vergangenen, vierwöchigen ‚Kulinarischen Reise‘ aus den ‚Rippen zu leihern‘. Leider zeigten sich, Sundo und Kelko, seltsamerweise sehr reserviert, was eine Bewertung dieser tollen Exkursion anging. Stattdessen berichtete Sundo der interessierten Hazelnuss, über seine nebenberuflichen Tätigkeiten als Schmied und ‚Hobby-Schneider‘.

Sundo: ‚Ich beherrsche so Einiges in den verschiedensten Berufen. Ich bin ja auch Schmied und stelle manche Gegenstände her und ausserdem fertige ich nebenbei mache Kleidungsstücke, vor allem die bekannten ‚Bockländer Nerze‘.‘

Als Kelko dann rasch einen dieser berühmten Regenmäntel hervorkramte und als Modell vorführte, erschien Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag, mit erheblicher Verspätung in unserer Mitte und meldete sich ‚dienstbereit‘. Ich begrüsste ihn spontan mit einer musikalischen ‚Standpauke‘, während Brevorvien in eine mitgebrachte Fanfare bliess, um das Kommen des Froschmoorstetters anzukündigen.

Kelko: ‚Faro war noch im Einsatz. Er musste noch die Grenze begehen!‘

Geomee: ‚Ohwei, ein Einsatz? Bestimmt arbeitet er schwere Aufgaben für seine Schülerin aus, die er selber ohne Buch nicht beantworten könnte!‘

Die von Geomee angesprochenen Schülerin, beziehungsweise ‚Rekrutin‘, des Grenzerausbilders, war leider nicht mitgekommen, da sie noch Aufgaben zu erledigen hatte, wie Faroweis angab. Geomee schaute skeptisch und gemahnte Faroweis, nicht allzu streng mit seiner Schutzbefohlenen zu sein. Der Grenzerausbilder zeigte sich daraufhin sehr wortkarg und gab lediglich an, dass sein Trainingsprogramm sich teilweise an den Regeln der Zwerge orientierte, was Herrn Kirgon sogleich hellhörig werden liess.

Faroweis: ‚Zwergische Anleihen finden sich im Programm , aber das ist alles machbar und auf Hobbits abgestimmt.‘

Kirgon: ‚Ich sage besser nichts zu zwergischem Training, weil solch zwergische Dinge eher geheim sind!‘

Beuno: ‚Ich hörte, dass dabei mit vollen Bierhumpen trainiert wird!‘

Das folgende, allgemeine Gelächter, heiterte die Stimmung dann wieder etwas auf, sodass ein ‚Kreis der Harmonie‘ gebildet und munter weitergewitzelt wurde und die restliche Grenzerstunde, locker und flockig, dem Ende entgegentrudelte. Das Gekicher wurde nur noch einmal kurz unterbrochen, als das Fräulein Hazelnuss, die sich auf eigene Faust das Grenzersmial angeschaut hatte, im Zellentrakt auf etwas Unansehnliches gestossen war und erschrocken einen Schrei ausstiess.

Hazelnuss: ‚Oh, jetzt verstehe ich. Ich wollte mir nur das Smial ansehen und bin plötzlich im Kerker gelandet. Das Ding dort ist wirklich widerlich! Ich hoffe, es gibt nicht so viele Gefangene hier.‘

Das ‚Ding‘ entpuppte sich als eine schaurige Dekoration in Form einer Puppe in einem Deckenkäfig, die zur Demoralisierung etwaiger Gefangener dort aufgehängt worden war. Nachdem Sundo und Faroweis, das geschockte Fräulein Kleinbau, wieder hatten beruhigen können, konnte sie bei der folgenden, allgemeinen Verabschiedung, schon wieder Lächeln. So endete diese ruhige, gemütliche Grenzerstunde auf einer positiven Note, sodass alle, froh und entspannt, ihre Heimreise antreten konnten.

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Tulpeline

    Kreis der Harmonie….das klingt nach Beuno.

  2. Kirgon Stahlhammer

    Irgendwie nörgelt er so lange herum, dass sich alle freiwillig im Kreis aufstellen, damit man wieder miteinander reden kann…. hehe

    Aber es war ein nettes Treffen und ein gelungener Bericht. Besten Dank Beuno.

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