Berichte

Grenzerbericht: Nervenzerren und Kerzenziehen!

Am Dienstag der letzten Woche, trafen sich die Grenzer und alle interessierten Mitbürger wieder zur ‚Sprechstunde‘ in Fuchskleve, bei welcher, ab der achten Abendstunde, normalerweise, Anliegen und Anzeigen, rechtliche Dinge betreffend, entgegengenommen werden.

 

Ja, normalerweise wird sich bei der Grenzerstunde, mit den Problemen der Bewohner des Auenlandes beschäftigt, doch ab und zu, müssen sich die Beamten auch mit den Sorgen eines Mitglieds aus den eigenen Reihen befassen, wie es am vergangenen Dienstag der Fall war. So klagte Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag, den anwesenden, Sundo und Kelko, sowie uns Stammgästen, Bango Gerstfeld und meiner Wenigkeit, Beuno Willowtree, sein Leid, welches unmittelbar mit einem, der an diesem Abend Zugegenen, zu tun hatte.

Der erst vor Kurzem, von einer ‚Grenzerausbilderfortbildung‘ zurückgekehrte Faroweis, schien mit den Nerven am Ende zu sein und beschuldigte doch tatsächlich mich, Beuno Willowtree, seinen Zustand mit ausgelöst zu haben! Den umtriebige Herr Birnhaag, der ja kurz vor seiner Eheschliessung steht und somit, wortwörtlich, gleich auf ‚mehreren Hochzeiten tanzt‘, was sein Engagement am gesellschaftlichen Leben im Auenland angeht und dadurch eh sehr stark gefordert und überarbeitet ist, hatten einige meiner Possen und Juxereien, wohl auf den falschen Fuss erwischt, sodass er sich beleidigt und respektlos behandelt fühlte und nun bei Altgrenzer, Sundo Breitfusz, ordentlich Dampf abgelassen hatte. Meine gutgemeinten Witzeleien an diesem Abend, waren wohl der letzte Tropfen, der das Boot zum Kentern brachte, gewesen, sodass dem sonst so ausgeglichenen Beamten, in seiner momentanen, verzwickten Situation, der Geduldsfaden gerissen war und sogar mit der Kündigung meiner Anstellung, in der Bäckerei ‚Smialtörtchen‘ drohte!

Zum Glück, konnte Altgrenzer Sundo, in einem ‚Vier-Augen-Gespräch‘ mit dem echauffierten Ausbilder, die wildesten Wogen etwas glätten und einen Kompromiss mit dem brodelnden Beamten aushandeln. So wurde eine Art ‚Schonzeit‘ vereinbart, in welcher ich mich mit Witzen und ‚Frotzeleien‘, Faroweis gegenüber, stark zurückhalten und dem gebeutelten Grenzer, mit dem nötigen Respekt begegnen sollte.

Natürlich willigte ich sofort ein, da mir verständlicherweise, sehr am Seelenheil meines guten Freundes gelegen war. Dennoch blieb die Atmosphäre fürderhin eisig, bis, kurz vor Ende der Grenzerstunde, noch das Fräulein Berberia, in der Grenzerstube auftauchte, die kürzlich, in den schönen Weiler ‚Lindholz‘ gezogen war und von den Beamten erheischen wollte, ob sie besondere Genehmigungen für ihre ‚Kerzenzieherei‘, die sie dort betrieb, benötigen würde.

Diese willkommene Ablenkung, kam für uns alle sehr gelegen, da sie das Gespräch nocheinmal in eine erfreulichere Richtung lenkte und die Stimmung merklich anhob. Sundo und Kelko, boten eine spontane Begehung der Arbeitsstätte in der näheren Zukunft an, da sie mit den Gegebenheiten einer Kerzenmanufaktur, selbst noch nicht so vertraut waren, woraufhin sich eine Fachsimpelei, die verschiedensten Kerzensorten betreffend, entspann, die uns alle, noch so einiges Hinzulernen liess, was diese lichtspendenden Wachsstäbchen anging. Dieser Diskurs endete damit, dass Sundo gleich eine Bestellung, über nichttropfende ‚Stummelkerzen‘, für die Schreibstube der Grenzer, aufzugeben gedachte, worüber sich Fräulein Berberia sich sichtlich freute. So endete diese, durchaus ‚zwiespältig‘ zu nennende Grenzerstunde, doch noch mit einem Lächeln auf den meisten Gesichtern der Anwesenden und alle entboten sich ein höfliches ‚Aufwiedersehen‘, bevor sie ihrer jeweiligen Heimwege zogen.

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Tulpeline

    Jaja der Beuno und seine Witzchen die oft zur Falschen Zeit kommen. Da haben wir von der Grünfeldbrigade auch unsere Erfahrungen.

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