Berichte

Grenzerbericht: Nachsommerplauderei im Grenzergarten!

Letzten Dienstag, traf man sich erneut zu einer der bekannten Grenzerstunden, im schönen Weiler 'Fuchskleve', zu der alle Hilfsbedürftigen und Antragssteller, ohne Scheu erscheinen können, um ihre Anliegen vorzutragen. Ab der achten Abendstunde, stehen die Grenzbeamten stets bereit, um sich aller Sorgen und Nöte, ihrer Mitbürger fachkundig, anzunehmen.

Da Grenzerhauptmann, Sundo Breitfusz, noch im wohlverdienten Urlaub weilte, sprang sein Bruder, Kelko Breitfusz, für ihn in die Bresche und leitete die letztwöchige Grenzerstunde, quasi auf eigene Faust. ihn traf ich auch gleich im Garten des Grenzerhauptquartiers an, als er soeben mit Ex-Rekrut, Peterling Krauskopf, konferierte, der seine Absage nun offiziell machen wollte. Ich begrüsste die beiden und wurde gewahr, dass Peterlings Vater, ihm wohl sogar mit Enterbung gedroht hatte, sollte er bei den Grenzern anheuern. Dem hatte Kelko natürlich nichts entgegenzusetzen und zeigte Verständnis für die Entscheidung des jungen Halblings. Kelko liess ihn grad noch die Entlassungspapiere unterzeichnen, als hintereinander, Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag und ‚Essperte‘, Bango Gerstfeld, zu uns stiessen und von mir, gleichmal ins Bild gesetzt wurden.

Faroweis zeigte sich sichtlich unentspannt, sah dann aber doch ein, dass man Peterling nicht das Messer auf die Brust setzen durfte, bei dieser schicksalshaften Entscheidung. Wer sollte denn auch den grossen Hof, mit Mehrfelderwirtschaft und Streuobstwiesen übernehmen, wenn nicht der eigene Sohn? So kam das Gespräch schnell, auf die Sorgen und Nöte, der Bauern zu sprechen, wobei sich Bango besonders für die erwirtschafteten, essbaren Produkte interessierte. Wir verplauderten uns regelrecht, dort in der lauen Nachsommerluft im Grenzergarten, sodass wir garnicht daran dachten, auch selbst etwas Grenzereintopf, oder ähnliches, zu uns zu nehmen, was – insbesondere für Bango – eine echte Ausnahme darstellte. Peterling stellte in Aussicht, in Zukunft, vielleicht die Grenzertruppe mit Erzeugnissen von seinem Gehöft, beliefern zu können, was von Kelko, spontan mit einem erfreuten Nicken honoriert wurde.

Da ich neulich erst wieder, in einem alten Folianten, über die Gesetze der altvorderen Grenzer gelesen hatte, fragte ich Kelko, ob Peterling nicht trotzdem noch eine Strafe, wegen seines Vertragsbruchs erwarten würde. Kelko verneinte und tat meinen Hinweis, dass dereinst, ein solches Vergehen mit einer sogenannten ‚Keulung‘ bestraft worden war, mit einer verächtlichen Handbewegung ab. Das wäre genausoeine Erfindung, wie der angebliche ‚Grenzerkuss‘, behauptete der resolute Hauptmann, was eine hitzige Diskussion vom Zaun brach. Faroweis echauffierte sich noch mehr, als Bango uns, aufs Stichwort hin, von seiner neuesten Gebäckerfindung, einer ebenfalls ‚Grenzerkuss‘ benannten, Leckerei – bestehend aus, mit Schokolade überzogener Sahne auf einem Waffelboden, die äusserlich mit Vanillesosse und Stachelbeergelee in streifenform dekoriert wird – vorschwärmte und vorschlug, dass die Bäckerei ‚Smialtörtchen‘, selbige in ihr Programm aufnehmen sollte.

Ich unterstützte Bango in seiner Idee und bekam daraufhin, den gesamten Groll, des Backstubenbesitzers zu spüren! Der ohnehin schon mit schlechter Laune angekommene, Faroweis, erteilte mir – der ich ja auch Mitarbeiter bei ‚Smialtörtchen‘ bin – in seiner Rage, sogleich, eine vierwöchige Beurlaubung! Ich nahm dies ersteinmal, kopfschüttelnd hin und zwinkerte Peterling dankbar zu, als dieser, peinlich berührt, versuchte, das Gespräch, auf eine drohende Fuchsplage, die den elterlichen Hof in Gefahr brächte, zu lenken. Kelko wurde hellhörig und versprach, ein mögliches Vorgehen gegen diese ‚Fuchsinvasion‘, mit seinem Bruder zu besprechen, sobald dieser aus seinen Ferien zurückgekehrt sei. Damit gaben wir alle uns dann auch zufrieden und verabschiedeten uns voneinander, bis zur nächsten Woche, wenn dann vielleicht, eine Art ‚Treibjagd‘ auf uns zukommen wird. Alle Interessierten, sollten am nächsten Dienstag, ruhig einmal, in die kommende Grenzerstunde hineinschnuppern. Die Tore der Grenzer stehen jedermann stets offen!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Mairad Flinkfuss

    Schön dass es bei den Grenzern so entspannt zu ging. Danke für den tollen Bericht

    • Beuno Willowtree

      Ja, bis auf Faroweis, waren alle entspannt..hihi 😉 Dankeschön, für das Lob! 😀

  2. Die armen Füchse! Ich finde es nicht richtig, Tiere zu jagen und zu töten, ohne einen zwingenden Grund. Um ein Verhungern abzuwenden oder um jemandem aus lebensbedrohlicher Not zu helfen, sollten die einzigen Gründe sein, ein Tier zu töten. Eine Fuchsplage gibt es gar nicht. Sollte es zu wenig Nahrung für Füchse geben, verhungern sie, so sie denn kein Jagtglück haben. Es gibt also immer genau so viele Füchse wie notwendig sind. Hobbits sollten der Natur, die uns alle reich beschenkt, nicht ins Handwerk pfuschen.

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