Berichte

Grenzerbericht: Nachbesprechung der Suchaktion bei deftiger Linsensuppe!

Vergangenen Dienstag öfnneten die 'Grenzer des Auenlandes' erneut ihr Smial, um den Anliegen ihrer Mitbürger ein ebenso offenes Ohr leihen zu können. Aber der achten Abendstunde lud man dazu wieder, in den schönen Weiler 'Fuchskleve' ein.

Nicht immer herrscht bei den Grenzern soviel Aufregung und Aktion, wie in der vorangegangenen Woche, wo ja bekanntlich eine erfolgreiche Personensuche durchgeführt wurde und so war es wenig verwunderlich, dass selbige auch gleich wieder Thema war, als ich auf dem Grenzersmialgelände eintraf, wo bereits die Hauptmänner, Kelko und Sundo Breitfusz, sowie die Zivilisten, Snalpo Wolfstrapp und Bango Gerstfeld, im Gespräch vertieft waren. Ich wunderte mich, dass der wiedergefundene Grenzerrekrut, Bombly Haarfuss, nicht erschienen war, doch beruhigte mich Kelko dahingehend und vermutete, dass der junge Hobbit, bestimmt noch mit den Aufräumarbeiten in seinem lang vernachlässigten Smial, zu tun hatte und deshalb nicht zur Grenzerstunde gekommen war.

Auch der kurz darauf ankommende, Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag, zeigte sich ganz gelassen und schloss aus, dass sein Schützling wieder verschwunden sein könnte. Er wollte sich den ’naiven Traumtänzer‘, dann in der nächsten Woche, nocheinmal ordentlich zur Brust nehmen, wie er strengen Blickes, nachdrücklich betonte. Da uns die eisige Kälte – trotz sonnenklaren Himmels – immer stärker, durch Mark und Bein ging, scheuchte uns Sundo quasi, ins Grenzersmial hinein, wo ein heisser Eintopf unserer harren würde, wie der patente Altgrenzer, lächelnd verkündete.

Dankend begaben wir uns in die Wärme der altehrwürdigen Wohnhöhle, die schon seit Generationen, den Grenzbeamten als Hauptquartier dient und orientierten uns sogleich in Richtung des Kochfeuers, wo ‚Essperte‘, Bango Gerstfeld, bereits laut schmatzend, auf uns wartete. Snalpos Vermutung – und wohl auch heimlicher Wunsch -, dass ein würziges Wildschweinragout, hergestellt aus Bomblys Jagdbeute von letzter Woche, serviert werden würde, bewarheitete sich leider nicht, aber Kelkos patentierter Linseneintopf mit Wursteinlage, war nahezu ebenso köstlich, sodass schnell alle, zufrieden am Kauen waren. Während wir unser ‚Gelage‘ in die gemütliche Kaminsitzgruppe verlagerten und damit begannen, die letztwöchige Suchaktion auf Effizienz und mögliche Verbesserungen hin, zu analysieren, überraschte uns der Grenzerausbilder und passionierter Hobbykoch, Faroweis Birnhaag, noch zusätzlich, mit einem riesigen Schweinerollbraten – balgfurter Machart -, der so schwer war, dass meine Wenigkeit, Beuno Willowtree, bei dessen Heranschaffung, kräftig mit anfassen musste!

So ging das ‚Gemampfe‘ fröhlich weiter, wobei der gute Bango alleine, für die Vertilgung einer ganzen Hälfte des mächtigen Fleischklumpens, verantwortlich zeichnete! Der Braten war aber auch überaus lecker, wie wir alle freimütig zugaben und den errötenden Faroweis hernach, mit reichlich Lob und Schulterklopfen belohnten.

Da der Einsatz rund um den verschwundenen Bombly, recht reibungslos und ohne grosse Komplikationen – bis auf das kurze Scharmützel mit den Vagabunden – abgelaufen war, verlagerte sich die Plauderei recht schnell, auf die anstehende Julfestzeit. Kelko erzählte, dass er zur nächsten Grenzerstunde, das Smial julfestlich dekoriert haben werde und dabei eher dezent vorgehen wollte. Bango berichtete dann, von seltsamen ‚Julfesthähnen‘, die anscheinend bei winterlichen ‚Hobnaningansspielen‘ in hohem Schnee, Verwendung fanden und auch als Julfestessen, überaus geeignet sein sollten.

Da Faroweis noch nie etwas von diesem mysteriösen Federvieh gehört hatte, ignorierte er Bangos Einwurf geflissentlich und versuchte – wohl auch, da Bombly nicht erschienen war -, Snalpo das ‚Grenzerrekrutendasein‘ schmackhaft zu machen. Dieser lehnte jedoch dankend ab, woraufhin Bango vorschlug, doch wenigstens ‚Frido‘ – Snalpos Jagdmaus – in den Grenzerdienst zu stellen. Man könnte ihm ja eine winzige Uniform schneidern, oder sein Fell, grün-weiss gestreift einfärben! Dies sorgte für allgemeines Gelächter, welches jedoch schnell wieder verstummte, als Ausbilder Birnhaag, uns alle in den Garten bat, da es ihm durch das vorangegangene ‚Hobnanigansgerede‘ in den Sinn gekommen war, einmal die Fitness aller Anwesenden zu testen!

Da sich die Stunde eh dem Ende näherte, gaben Sundo und Kelko, ihr Einverständnis für diese spontane Turnübung, sodass alle sich murrend, erneut an die frische Luft begaben. Glücklicherweise, liess Faroweis Milde walten und hatte nur einige leichte Übungen für uns in petto, sodass es uns letztendlich, nicht allzu schwer fiel und sogar etwas Spass machte. Die Übungen dauerten auch nicht lange, da Sundo noch einen Termin wahrzunehmen hatte und die Grenzerstunde deshalb pünktlich beendet wurde. So verabschiedete man sich voneinander und war nicht traurig darum, dass es nach der Aufregung in der vorangegangenen Wochr, dieses Mal etwas ruhiger zugegangen war.

Auf meinem Heimweg, machte ich noch kurz halt, um meine Notizen im Rucksack zu verstauen und kam dabei in einem Pilzkreis der auf dem Grenzerareal wuchs, zum Stehen. Irgendwie verströmten die Rohrlinge aber wohl einige halluzinogene Pollen, sodass mir eine seltsame Vision zuteil wurde! Zum Glück hielt diese aber nur kurz an, sodass ich bald darauf – kopfschüttelnd und gänsehäutig -, meine Heimreise fortsetzen konnte.

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Mairad Flinkfuss

    Danke für den Bericht lieber Beuno

  2. Beunolein! Nicht so doll an den bunten Pilzen schnüffeln! Sonst bekommst du seltsame Träume.

    Von aggressiven Riesenpastinaken, die dir deine Zwipfelmütze anknabbern wollen. Nur sind die Zwipfel in deinem Traum zwei Hörner. Die Pastinaken scheuchen dich auf ein Smialdach des Bocklandes. Dortversuchst du, um Hilfe zu rufen. Du bekommst aber nur immer wieder ein „MUUUUUUH“ heraus.

    Ich habe da auch schon Erfahrung gemacht, dis war gar verwirrend.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.