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Grenzerbericht: Musikalischer Zwerg mit zweifelhaftem Holz vor der Hütten!

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Reportage. Letzten Mittwoch, öffneten zur gewohnten Stunde – ab acht Uhr abends – wieder die Tore des ‘Grenzersmial’ in der Südviertelsiedlung ‘Fuchskleve’, um den Mitbürgern mit ihren Sorgen, den Weg freizumachen. Die ‘Grenzer des Auenlandes’ harrten dort der Dinge, die da kommen mochten.

 

Es herrschte warmes, abendliches Sommerwetter mit Tendenzen zu Regen, als die Grenzer, Sundo, Kelko und Faroweis, sowie wir Zivilisten, Bango und meine Wenigkeit, Beuno, im Garten des Anwesens zusammentrafen. Da es zu heiss war, um ins Smial zu gehen, aber nun auch schon die ersten Tropfen vom Himmel fielen, scheuchte uns Hauptmann Sundo, unter das geräumige Zeltdach, das wohlweisslich, im Garten aufgebaut worden war, sodass wir geschützt und doch quasi im ‘Freien’, zusammensitzen und die anstehenden Fälle besprechen konnten. Kaum hatten wir damit begonnen, erschien ein stämmiger Zwerg unter dem Baldachin und erheischte die Aufmerksamkeit der Grenzer. Der Zwerg namens, Grumbosch, gab an, Holzhändler zu sein und neulich mit einem Kunden zutun gehabt zu haben, der von ihm, mehrere Festmeter frischer Bretter hatte erstehen wollen. Soweit, so gut, allerdings handelte es sich bei besagten Kunden – den Angaben Grumboschs nach -, um den berüchtigten Zwerg und Instrumentenbauer, Strackdi Vardi, der auch den Grenzern bereits, nicht gänzlich unbekannt war! Grumbosch wusste, als ausgewiesener Holzkenner, dass die angeforderten Bretter, nicht zum Instrumentenbau geeignet waren, da diese erst mehrere Monate – oder gar Jahre – hätten gelagert werden müssen, weswegen er auch einen geplanten Betrug, seitens des Herrn Vardi befürchtet hatte und deshalb nun die Grenzer aufsuchte. Natürlich hatte er sich geweigert, die Bretter an Strackdi auszuliefern und selbigen ersteinmal vertröstet, bis er sich bei, Sundo, Kelko und Faroweis, schlau gemacht hatte. Altgrenzer Sundo lobte den Zwergenherrn für sein umsichtiges Handeln und nickte ihm ernst zu, bevor er die Vermutung äusserte, dass es sich in diesem Falle, um die Vorbereitung für einen dreisten Plagiatsversuch handeln könnte, war ‘Strackdi Vardi’ doch schon früher in dieser Richtung auffällig geworden, als er die berühmten ‘Holzinger-Theorben’ billigst nachgebaut und gefälscht hatte! Mit dieser kriminellen Handlung hatte er es einst, sogar in einen Vortrag von Herrn Sundo geschafft, welchen dieser vor einigen Jahren, bei der Grenzerveranstaltung ‘Fartaphias’ zum Besten gegeben hatte. Wir vom ‘Auenländer Wochenblatt’ möchten hier nocheinmal, zum besseren Verständnis, den entsprechenden Absatz aus Sundos Vortrag abdrucken.

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“Jeder von uns kennt die Holzinger-Theorben, jeder liebt den vollen Klang und das Klangspektrum, welches diese besitzen. Die Musiker kennen außerdem den sehr hohen Preis der mit dieser Qualität einhergeht.Der Zwerg ‘Strackdi’ war der Händler, der sie hier im Auenlande bekannt machte und hier auch, der alleinige Händler war. Diese Monopolstellung brachte ihn schnell zu einem nicht zu verachtendem Wohlstand. Seit zwei Jahren nun, haben sich die Käufer dieser Instrumente aber über schlechtere Klangqualität und Risse im Klangkörper beschwert! Diesen Monat ist der Herr Strackdi nun überfällig, die Beschwerden häufen sich und wir alle sollten Ausschau nach diesem Händler halten. Mittlerweile ist es sicher, dass er unter dem Markennamen ‘Holzinger’ minderwertige Instrumente verkauft hat! Die näheren Umstände sind leider noch nicht geklärt.”

Die Beweise dafür, dass sich der Instrumentenbauer seit damals, anscheinend nicht gebessert hatte, lagen für alle Anwesenden nun klar auf der Hand und auch das Fräulein Amanta, die mittlerweile, zu uns unter das Zelt gestossen war, meinte, dass Strackdi ganz klar vorhatte, seine Kundschaft zu täuschen, indem er aus ‘unreifen’ Brettern, Kopien von Markeninstrumenten herzustellen gedachte. Die Grenzer nickten ernst und sondierten die Möglichkeiten eines weiteren, sinnvollen Vorgehens in dieser Sache. Hauptmann Kelko warf noch ein, dass vor einigen Monaten – als Sundo nicht anwesend war – besagter Herr Vardi, sogar die Grenzerstunde besucht und dem pensionierten Pfeifenkrautbauern, Herrn Werro, eine seiner Theorben, aufgeschwatzt hatte! Ganze zehn Silber- und fünfundsiebzig Kupferstücke waren dem gutgläubigen Rentner abgeknöpft worden, da Herrn Kelko und den anderen Anwesenden, zu diesem Zeitpunkt, der Name und das Aussehen des ‘Gaunerzwerges’, noch gänzlich unbekannt gewesen waren. Dies ist heute allerdings anders, sodass Grenzer Sundo, mich als Reporter des ‘AW’, bat, die Skizze des Trickbetrügers und Plagiaristen, in unserer Zeitung zu veröffentlichen, was ich hiermit sehr gerne tun möchte.

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Die Skizze zeigt ‘Strackdi Vardi’ bei obengenannter Grenzerstunde, als er den Grenzern – wohl auf einer echten ‘Holzinger-Theorbe’, als Vorführmodell und Täuschungsobjekt – das Klangspektrum und die Qualität seiner Instrumente, beweisen wollte.

Die Grenzer planen, gegen diesen Betrüger vorzugehen, können jedoch zu ihrem weiteren Vorgehen – verständlicherweise – hier noch keine Angaben machen. Allerdings bitten sie alle Geschädigten – wie z.B., Herrn Werro -, die bei Herrn Vardi Instrumente gekauft haben, sich im Grenzerhauptquartier zu melden, oder idealerweise, die besagten Instrumente, direkt zur nächsten Grenzerstunde – am Mittwoch, in Fuchskleve, zur achten Abendstunde – zu bringen und eine individuelle Anzeige zu tätigen! Plagiarismus ist kein ‘Kavaliersdelikt’, wie Hauptmann Sundo nocheinmal betonen möchte, da dadurch die auenländer Wirtschaft, nachhaltig geschädigt werden könnte, was dann letztendlich uns alle betreffen würde! Die ‘Grenzer des Auenlandes’ möchten, schon im Voraus, allen Mitbürgern, für ihre zukünftige Zusammenarbeit danken!

b.wi. für A.W.
Kategorie: Hiesige Nachrichten

von

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

8 Kommentare

  1. Mairad Flinkfuss sagt

    Tztztz falsche Theorben wie mies ist das denn….. hoffentlich können die Grenzer den fangen, das ist doch bestimmt kein Langbart sondern ein verkleideter Grimhand, der so was macht. Danke für den Bericht Beuno

    • Beuno Willowtree sagt

      Ich danke, für dein Lob, liebe Mai! :D Haltet bitte alle Ausschau, nach diesem ‘Vardi’!

  2. Ohweh! Was für ein Schlitzohr! Zum Glück stelle ich viele meiner Instrumente selber her. Ich bin in der Holzverarbeitung ausgebildet. Aber arglose Hobbits so hinters Licht zu führen, ist schon sehr verwerflich.

    • Beuno Willowtree sagt

      Ui, Du baust auch Instrumente, Fara!? Toll! Man erfährt hier immer wieder was Neues über dich! :D

      • Na ich bin doch unsere Chefbardin der Flauschfüßchen und ich arbeite gerade an neuen Noten. Gestern haben wir in Bree mit anderen Bands gespielt.

        • Beuno Willowtree sagt

          Das weiss ich doch…aber nicht jeder ‘Musikus’ baut auch seine Instrumente selber! ;)

  3. Tulpeline sagt

    Ja bei einem Instrumentenkauf sollte man immer gut Aufpassen bei wem man einkauft.

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