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Grenzerbericht: Minzöl, Melkfett und Morast!

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Reportage. Die Grenzerstunde der ‘Auenlandgrenzer’, die jeden Mittwoch zur achten Abendstunde, im Weiler Fuchskleve stattfindet, ist mitnichten nur dazu da, die Anzeigen und Probleme der Mitbürger zu bearbeiten, nein, auch zur Fort- und Weiterbildung, sowie der körperlichen Ertüchtigung der Beamten, wird die knappe Zeit, gerne von den Hauptmännern genutzt.

 

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Was uns bevorstand, ahnten wir alle noch nicht, als sich Zivilisten und Grenzbeamte, bei wunderbarem Abendwetter, untereinander, herzlich begrüssten. Neben den Grenzern, Sundo, Kelko, Faroweis und der wiedergekehrten Elanorya, waren auch wieder die ‘Zivilisten’, Bango, Snalpo und meine Wenigkeit, Beuno Willowtree, mit von der Partie.

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Sundo verkündete dann, dass heute eine Lehrstunde aus der Reihe ‘Richtige und sichere Fortbewegungsarten auf verschiedenartigem Terrain’ auf dem Programm stand und er sich zuerst dem Thema ‘Sumpf’ widmen wollte. Dies wurde nicht von uns allen mit uneingeschränkter Freude aufgenommen, hatte Bango – zum Beispiel – doch darauf gehofft, es sich bei einer grossen Schüssel ‘Grenzereintopf’, gemütlich machen zu können und hätte allerhöchstens, die Ankündigung eines Kursus ‘Fortbewegung auf Speisekammerparkett’ bejubelt!

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Doch der Altgrenzerhauptmann blieb eisern und startete auch gleich mit dem theoretischen Teil, was das Manövrieren in Sumpfgebieten anging.

Sundo: ‘Fangen wir mal mit der Kleidung an! Die übliche Kleidung sollte kurzbeinelig sein oder zumindest bis ans Knie hochgekrempelt werden, weil diese sonst durchweicht oder auch zu schmutzig wird!’ 

Dies leuchtete uns allen – insbesondere den Anglern unter uns – auf Anhieb ein, wohingegen der nächste Punkt – die Haut zum Schutz vor dem Sumpfwasser mit ‘Melkfett’ einzureiben -, den meisten neu war und für reichlich Erstaunen in unseren Reihen sorgte.

Sundo: ‘Und wegen der vielen Stechmücken… ich habe da so ein Öl, das ganz arg nach Minze und anderem riecht, das soll die Mücken abhalten! Damit die Arme, Hals und Wangen grosszügig einreiben! Aber nicht in die Augen, das brennt!’

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So geschützt – und nachdem wir Bango mit viel Mühe davon abgebracht hatten, das Minzöl zu trinken -, begab sich unsere Gruppe dann gen Hobbingen, wo Sundo, in den nahegelegenen Ausläufern des ‘Binsenmoor’, zum praktischen Teil der Lehrstunde übergehen wollte. Auf dem Weg dorthin, gab er uns aber noch viel Wissenswertes auf den selbigen.

Sundo: ‘Sumpf erkennt man am Gemisch aus Wasser und Dreck, Morast, Erde oder Schlamm! Es ist nass und es riecht meist nicht gut, was an den Pflanzen liegt, die darin in rauen Mengen verrotten!’

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Vorbei an den traurigen Zeugnissen des Überfluss einer übersättigten Zivilisation, wie Müll und sogar zerstörte Drachen, vom gerade stattfindenen Sommerfest, näherten wir uns immer mehr den versumpften Gebieten der ‘Wässer’ und Sundo hatte noch weitere Ratschläge und Informationen für uns in petto.

Sundo: ‘Vorsicht! Meist ist hier ‘Kroppzeug’ unterwegs: Fliegen, Mücken, Schnecken und Blutegel! Diese werden übrigens auch vom Melkfett abgehalten! Das Wasser steht meist, oder bewegt sich nur sehr träge, Fische sind dort kaum zu finden, Frösche und Kröten dafür umso mehr!’

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Tatsächlich hörte das stetige Rauschen des Flusses dann fast gänzlich auf und wurde durch das Quaken der versteckten Frösche übertönt, als wir den Rand des eigentlichen Sumpfes erreichten. Der Geruch intensivierte sich und andersartige Pflanzen zeigten sich unseren blutunterlaufenen Augen, welche durch das scharfe Minzöl, doch leicht gereizt worden waren.

Sundo: ‘Hier sieht man die sich verändernde Landschaft und Vegetation: viel Schilf und Sumpfpflanzen! Das Wasser ist hier flach, morastig und so langsam riecht es auch sehr abgestanden!’

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Grenzerin Elanorya erschreckte uns dann ganz gehörig, als sie lebensecht – und direkt hinter uns stehend – den Paarungsruf einer brünftigen ‘Terrorkröte’ nachahmte und dafür einen rügenden Blick von Hauptmann Sundo erntete, während sie ihr schadensfrohes Kichern, kaum zu Unterdrücken in der Lage war! Nachdem dann letztendlich doch alle hatten mitlachen müssen, fuhr Kelkos Bruder augenzwinkernd fort.

Sundo: ‘Seht ihr, die Wasserfarbe hat sich stark geändert! Es steht und man kann die Mücken laut und deutlich hören.  Bei der Fortbewegung hier muss auf die Wasserbegebenheit achten! Man bekommt nur langsam ein Gefühl dafür, ihr müsst enge Schritte machen, damit ihr Tiefenänderungen früh genug mitbekommt!’

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So wateten wir durchs knöcheltiefe Sumpfwasser hinter Sundo her, der uns versprochen hatte, uns einen Weg durch das ‘Binsenmoor’ – abseits der befestigten Pfade – zu zeigen, auf dem wir nicht einmal zu Schwimmen hätten! Wir sahen uns skeptisch an, doch vertrauten letztendlich dem erfahrenen Grenzer, denn schliesslich schienen sich auch seine Tipps, das Melkfett und das Minzöl betreffend, zu bewahrheiten, da uns keine Mücke und kein Egel auch nur nahe gekommen waren!

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Bei einem Zwischenstopp auf einer kleinen Erhebung mit unheimlichen ‘Totgehölz’ mitten im Moor, teilte der weise Grenzer erneut sein Wissen mit uns.

Sundo: ‘Hier sieht man etwas Interessantes! Die Bäume können dem Sumpf eine Weile widerstehen, aber sie sterben irgendwann ab und verrotten recht eigentümlich! Es hat hier wohl auch mal vor ewigen Zeiten, Trockenperioden gegeben in denen die Bäume gut wuchsen und von ‘Sumpf’ noch keine Rede sein konnte.’

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Hernach erreichten wir – zur Erleichterung vieler – die befestigte Strasse, an einer leicht ramponierten und morschen Brücke. Auch hierzu hatte uns Sundo eine interessante Anekdote zu berichten.

Sundo: ‘Hier, dieser Steg, ist ein allseitsbekannter ‘Zankapfel’ zwischen ‘Hobbingern’ und ‘Nadelhohlern’! Jedes Jahr entflammt erneut der Streit, wer denn nun für die Instandhaltung aufkommen muss! Und jedes Jahr wird deswegen ein Kartenspiel ausgetragen, dessen Verlierer dann den Steg reparieren muss!’

Auf Bangos Nachfrage, warum sie denn den Steg nicht einfach in der Mitte durchsägen würden und jede Gruppe kümmert sich um eine Hälfte, wurde nicht ernsthaft eingegangen, obwohl einigen der Grundgedanke dahinter, als garnichtmal so unsinnig erschien!

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An dieser Stelle, von wo aus, wir alle wieder leicht nach Hause finden konnten, endete dann auch Sundos lehrreicher Vortrag und damit auch die Grenzerstunde dieser Woche. Alle bedankten sich bei dem Altgrenzer, dass er so wichtiges Wissen mit uns geteilt hatte und waren schon gespannt darauf, welches Terrain denn bei der nächsten Lehrstunde ‘beackert’ werden würde!

b.wi. für A.W.

7 Kommentare

  1. Mairad Wildbeere sagt

    Ein feiner Bericht lieber Beuno. Gut zu wissen, dass unsere Grenzer immer auf dem neusten Stand bleiben

    • Beuno Willowtree sagt

      Dankeschön, liebe Mai! Ja, der Sundo und der Kelko, bringen uns immer mal wieder neue Sachen bei! :D

  2. Um im Moor nicht von den Mücken gestochen zu werden, reite ich mit meinem Hottehüh gaaanz flink hindurch. Nur die Schnute muß man geschlossen halten sonst kann es passieren, daß man Mücken verschluckt. Die schmecken voll bäää!

  3. Saergin Drachenschild sagt

    Die Brücke nach Nadelhohl ist wirklich gefährlich. Als ich mit meinen Ziegen zum Tiermarkt ins Bockland reiste, wäre eine Ziege beinahe auf den glibberigen Planken ausgerutscht und ins Moor gefallen. Ich verstehe nicht, dass sich die Städte darüber streiten, wer die Brücke Instand zu halten hat. Es sollte eine Pflicht jedes Nadelhohler und jedes Hobbinger sein, dieses Wegstück zu pflegen. Dabei fällt mir ein, sollten diese morschen Planken eines Tages gegen eine ordentliche Steinbrücke ausgewechselt werden, ich kenne da einen Zwergenbaumeister, der könnte dies durchführen. Nur so nebenbei erwähnt.

    Auch hat mein Sohn Tuorin mir von einem Vorfall auf der Brücke erzählt, der aber schon einige Jahre zurückliegt. Damals haben die Fäuste einen betagten Zwerg aus dem Nebelgebirge zu den Ered Luin begleitet. Und ihr ahnt es wahrscheinlich schon…der betagte Zwerg hat auf diesen Planken den Halt verloren und ist ins Moor gerutscht. Das sollte die Hobbinger und Nadelhohler zu denken geben, oder etwa nicht?

    Eine Frage noch, welches Kartenspiel wird denn für den Wettstreit ausgewählt?

    • Beuno Willowtree sagt

      Da gebe ich Dir natürlich voll und ganz recht, lieber Saergin! Wegen so eines dummen Zanks, sollten weder deine wunderbaren Tiere, noch betagte Zwergenherren zu Schaden kommen! :(
      Wegen des Kartenspiels muss ich Hauptmann Sundo mal fragen, der hatte uns das nämlich erst erzählt. :)

      • Vielleicht sollte ein Büttel eine Nutzungsgebühr eintreiben, wenn mal wieder ein ungeschickter Zwerg sein Vieh darüber treibt. Kein wunder, daß die ständig repariert werden muß.
        *schüttelt das Köpfchen*

  4. Tulpeline sagt

    Ja im Sumpf muss man wirklich sehr aufpassen. Das kann schnell gefährlich werden dort.

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