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Grenzerbericht: Kurzfristige Absage der Exkursion gen Wegscheid!

'Pünktlich, wie die Grenzer!', das ist nicht nur ein beliebtes Sprichwort, sondern auch die pure Wahrheit, jedenfalls was die 'Grenzer des Auenlandes' angeht. So fanden sie sich auch am letzten Dienstag, Schlag acht am Abend, wieder am Grenzersmial, im Weiler 'Fuchskleve' ein und öffneten ihre Türen, für eventuelle Besucher und Antragsteller.

Als die Grenzerhauptmänner, Kelko und Sundo Breitfusz, Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag, sowie die Zivilisten, Josefenia Haarfuss, Bango Gerstfeld und meine Wenigkeit, Beuno Willowtree, vor dem Grenzerhauptquartier zusammentrafen, gingen wir alle noch davon aus, dass es an diesem Abend, in Richtung Wegscheid gehen würde, wo das von dort stammende Fräulein, Tamadora Honigsüss, uns herumführen und einen Vortrag halten sollte.

 

Sundo: ‚Ich hab mich mal ein wenig über Wegscheid und die Umgebung informiert, war auf jeden Fall interessant.‘

Bango: ‚Was gibt’s denn in der Umgebung von Wegscheid?‘

Sundo: ‚Das kann ich ja nachher erzählen. Ich hoffe doch, dass Tami noch kommt. Ohne sie können wir ja nicht.‘

 

Leider gab es dann aber kein ’nachher‘, da uns plötzlich eine Brieftaube erreichte, die an ihrem Fuss eine Botschaft mit sich brachte, welche besagte, dass Tamadora leider verhindert war und deshalb kurzfristig absagen musste. Es tat ihr sehr leid, wie sie schrieb, doch war leider etwas Wichtiges dazwischengekommen, was wir anderen natürlich alle verstanden und unsere anfängliche Enttäuschung, sich schnell in Gleichmut wandelte und uns neu orientierten. Wir alle waren, zum Beispiel, sehr erfreut darüber, das Fräulein Josefenia, mal wieder bei der Grenzerstunde begrüssen zu dürfen. Die patente Hobbitdame, die uns allen noch gut als umtriebige Gemüsehändlerin in Erinnerung geblieben war, war ebenso glücklich, die Grenzer und uns andere wiederzusehen.

 

Kelko: ‚Hallo, Josefina! Toll, dass du vorbeischaust!‘

Sundo: ‚Josi, wir hatten vor, Vorträge zu machen, bei denen jeder was beisteuert.‘

Josefenia sagt: ‚Aaah so,…Papa hatte was davon genuschelt…was von Schwarzbrennerei!‘

Sundo: ‚Die Schwarzbrennerei muss man aber von dem echten ‚Schwarzgebrannten‘ unterscheiden!‘

 

Faroweis wollte uns dann wieder in sein Smial zum Essen einladen, doch fühlten wir uns schlecht dabei, erneut die Gastfreundschaft des freigiebigen Bäckereibesitzers, auszunutzen, da er uns schon so oft bewirtet hatte, lehnten dankend ab und schleusten ihn stattdessen, ins Grenzersmial hinein, wo Kelko, einen heissen Eintopf und nicht minder heissen Tee, für alle bereitstehen hatte. Im gemütlichen Innern des Smial, war es auch gleich bedeutend wärmer, wozu nicht zuletzt, auch der brodelnde Kessel über dem Kochfeuer, beitrug, dessen Inhalt auch gleich wieder, Gegenstand einer wilden ‚Raterei‘ wurde. Während ich vermeinte, den Geruch gekochter Schnecken herauszuriechen, vermutete Bango, der bereits eine Schöpfkelle direkt aus dem Topf, gekostet hatte, dass es sich um ein ‚Eichhörnchen-Ragout‘ handeln könnte. Fräulein Josefenias Kehle, entrang sich ein Ausruf des Ekels, noch bevor Kelko – wenig amüsiert, ob unserer Vermutungen – klarstellen konnte, dass er ein ganz normales Rezept umgesetzt hatte.

 

Kelko: ‚Es ist Hühnchen mit Möhren und Töften!‘

Sundo: ‚Kelko, wir sollten dem Bango mal echt einen ‚Eichhorneintopf‘ machen und ihm dann sagen, dass es was anderes war! Mal sehen, ob er überhaupt den Unterschied schmecken würde.‘

Bango: ‚Das merke ich doch, dafür bin ich doch viel zu schlau!‘

Kelko: ‚Nicht Bango, Beuno musst du das vorsetzen!‘

 

Derart scherzend, machten wir es uns vor dem Kamin gemütlich und genossen, die von Kelko meisterhaft zubereitete Speise, zu der uns Sundo, zudem noch, einen köstlichen Tee servierte. Über die leckere Mahlzeit, kamen wir ins Plaudern, wobei auch über Opa Hanglo – der ja bekanntlich auch ein ‚Haarfuss-Familienmitglied‘ ist – und sein letztwöchiger ‚Auftritt‘ bei der Grenzerstunde, gesprochen wurde.

 

Beuno: ‚Wie geht es denn Huugo und Opa Hanglo?‘

Bango: ‚Hat Oppa Hanglo genug Schnaps?‘

Beuno: ‚Opa Hanglo war letzte Woche hier…voll wie eine Haubitze!‘

Josefenia: ‚Huugo murrt zuhause rum, weil Opa ihm seinen Honig klaut, zum Schnapsbrennen!‘

Sundo: ‚Dann kann ich ja froh sein, dass ich noch welchen bekommen habe.‘

Beuno: ‚Das er noch nicht das Smial abgefackelt hat, ist ein Wunder!‘

Josefenia: ‚Na, im Keller ist’s feucht, da brennt’s nicht so schnell.‘

 

Hernach wurde dann aber auch noch ein ernsthafteres Thema angesprochen: das mysteriöse Verschwinden des Bombly Haarfuss, eines ehemlaigen Rekruten von Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag und ebenfalls ein Spross der ‚Haarfussens‘, der nun schon länger nicht mehr gesehen worden war. Da wir das Fräulein Josefenia da hatten, konnten die grenzer nun endlich mal, genauer Nachhaken.

 

Beuno: ‚Wenn nur der junge Bombly wieder auftauchen würde!‘

Kelko: ‚Kaum haben wir einen Rekruten, springt er auch schon wieder ab.‘

Faroweis: ‚Ich möchte endlich mal wieder meine Pflicht erfüllen können!‘

Josefenia: ‚Ja, Bombly… ich war vorhin noch in seinem Smial… da sind schon Spinnweben überall. Wo der wohl hin ist? Hoffe, ihm ist nix passiert!‘

Sundo: ‚Wenn jemand fehlt und der Verbleib nicht geklärt ist, sollten wir doch mal nachsehen. Es gibt mehrere Stellen im Auenland, an denen er versteckt sein könnte, das ist wie eine Nadel im Heuhaufen suchen!‘

Josefenia: ‚Aber Bombly muss gefunden werden! Ich hab ihn im Garten seines Smials gesehn… er trug Keule und Rucksack und wollte noch Proviant vom Huugo haben, das ist aber schon lang her!‘

 

Kelko und Sundo beschlossen daraufhin, demnächst eine Suchaktion nach dem jungen Hobbit starten zu wollen, zumal Josefenia noch angab, dass Bombly vor seinem Verschwinden, etwas von ‚Räubern‘ und einem ‚Räuberlager‘ gemurmelt haben soll! Kelko vermutete, dass der eifrige Rekrut, sich vielleicht auf eigene Faust, habe profilieren wollen, um in seiner Ausbildung schneller voranzukommen und Eindruck bei den älteren Grenzbeamten zu schinden. Dem gab es nichts mehr hinzuzufügen und so wurde beschlossen, nächste Woche, gut ausgestattet für einen Sucheinsatz zu erscheinen.

 

Kelko: ‚Dann treffen wir uns das nächste Mal wieder hier, gerüstet und gut ausgeruht!‘

Josefenia: ‚Ich geb‘ zuhause Bescheid!‘

Sundo: ‚Auja, und wenn Tami da ist, können wir ja sehen, was wir zuerst unternehmen.‘

Kelko: ‚Genau, Sundo! Also, kommt alle gut nach Hause! Danke, für euren Besuch!‘

 

So endete diese ereignisreiche Grenzerstunde, mit einer klaren Ansage und der Aussicht auf einen spannenden Grenzereinsatz in der nächsten Woche.

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Mairad Flinkfuss

    Danke für den tollen Bericht lieber Beuno

  2. Beuno Willowtree

    Nicht zu danken, liebe Mai, gern geschehen! 😀

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