Berichte

Grenzerbericht: Hohes Besucheraufkommen und eine kniffelige Rätselei!

Auch vergangenen Dienstag, trafen sich die ‚Grenzer des Auenlands‘ wieder an ihrem Hauptquartier, in der Südviertelsiedlung ‚Fuchskleve‘, um als Ansprechpartner für die hiesige Bevölkerung zu fungieren und selbiger bei ihren Problemen und Notfällen, zu Seite stehen zu können. Ab der obligatorischen achten Abendstunde, standen die Hauptmänner, Sundo und Kelko, samt ihrer tüchtigen Grenzertruppe – Keule bei Fuss – bereit und harrten der Dinge, die da kommen mochten.

 

Ich freute mich, bei meinem frühen Eintreffen am ‚Grenzersmial‘, bereits auf vier Besucher – beziehungsweise ‚Gastgeber‘ – zu treffen. Die Grenzer, Sundo und Bombly und die Zivilisten, Fräulein Magritta und Herr Werro, wurden von mir aufs Herzlichste begrüsst und auch ich wurde von ihnen gleichermassen freundlich, willkommengeheissen. Hauptmann Sundo zeigte sich allerdings leicht angeschlagen und wiess darauf hin, dass auch sein Bruder, Kelko Breitfusz, wohl eine Infektion von ihrer dreiwöchigen Grenzerfortbildung, mitgebracht hatte. Dies hörten wir anderen mit Besorgnis und der altersweise Werro Hanfstengel schlug vor, doch lieber gleich ins Grenzersmail zu wechseln, da es doch noch recht kühl im Freien war. Dies wurde von allen sogleich bejaht, zumal dort auch der obligatorische ‚Grenzereintopf‘ auf uns wartete.

Kurz bevor Magritta und meine Wenigkeit, den anderen beiden nach Innen folgen konnten, stiess erfreulicherweise auch noch das Fräulein Geomee zu uns, die wir gleich an die Hand nahmen, um gemeinsam das ‚Grenzerhauptquartier‘ zu entern. Kaum im grossen Saal angelangt, trafen mit, Rekrutin Necha, ‚Essperte‘ Bango und dem kränkelnden Hauptmann Kelko, sogar noch drei weitere Hobbits ein, sodass nahezu ein Rekordbesuch verkündet werden konnte, auch weil mit Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag, als Letzter, auch noch ein weiterer Grenzbeamter dazukam und die Anzahl der anwesenden Halblinge somit auf ganze 10 nach oben schraubte! Als Erstes wurde sich dann natürlich der Magen mit Eintopf gefüllt, den Kelko, trotz seiner Unpässlichkeit, vorab wieder sehr lecker zubereitet hatte, wovon auch Bangos folgendes Dauerschmatzen eindeutig Zeugnis ablegte.

Da die Hauptmänner an diesem Abend zu schwach waren, um auf eine Exkursion zu gehen, oder eine Lehrstunde abzuhalten und Grenzerausbilder Faroweis sich mit seiner Rekrutin zu beschäftigen hatte, kam Sundo auf die Idee, die kognitiven und detektivischen Fähigkeiten der anwesenden Grenzerstundenbesucher, mit einem kleinen Rätsel auf die Probe zu stellen. Grenzer müssen schliesslich fast täglich, anhand von vorhandenen Fakten und Gegebenheiten, auf den möglichen Hergang des vorangegangenen Geschehens schliessen und kleinste Indizien kombinieren. So warf Sundo nun seine Frage in den Raum, mit welcher er vor Kurzem selbst konfrontiert gewesen war.

 

Sundo: ‚Also, wir machen das so: Ihr stellt Fragen und ich antworte entweder mit ‚JA‘, oder ‚NEIN‘. Und so müsst Ihr das Rätsel auch lösen. Es geht um das Phänomen des ‚Schäumenden Binsenmoores‘!

 

Geomee schnalzte ob dieses Rätsels überrascht mit der Zunge und auch wir anderen verfielen sogleich in tiefes Grübeln. Die junge Hobbitdame versuchte sich dann auch gleich mit der ersten Vermutung.

 

Geomee: ‚Im Moor ist Seife? Keiner hat sie verloren, oder dort hingebracht? Ist sie einfach von alleine dort gelandet?‘

 

Bevor Sundo oder Kelko auch nur den Mund öffnen konnten, um Geomees Fragen mit ‚ja‘, ’nein‘ und ’nein‘ zu beantworten, folgten – Schlag auf Schlag – gleich noch mehrere Fragen von uns anderen ‚Rätselern‘.

 

Magritta: ‚War es vielleicht doch Lauge?‘

Bombly: ‚Hat Thorii sich gebadet?‘

Beuno: ‚Waren vielleicht Abwässer schuld?‘

 

Davon wurde lediglich Bombly’s Frage mit einem klaren ‚Nein‘ beantwortet, sodass wir schon erste Hinweise hatten ermitteln können. Das Bango’s Frage ‚Ist noch mehr Eintopf da?‘ ebenfalls bejaht wurde, half uns in der Sache allerdings nicht wirklich weiter.

Im weiteren Verlauf bekamen wir dann noch heraus, dass es wohl nur an bestimmten Stellen geschäumt hatte und wohl von anderer Stelle ins Moor gespült worden war. Wir hatten ganz schön zu knabbern an dieser Rätselnuss, bis wir uns – auf einen Tipp von Sundo hin – darauf konzentrierten, von woher die Seifenlauge wohl gekommen war.

 

Sundo: ‚Also, es sind Abwässer.. aber nicht aus dem ‚Brandywein‘, das wäre ja flussauf!‘

Magritta: ‚Abwasser aus Nadelhohl?‘

Sundo: ‚Magritta, nein, aber richtige Richtung.‘

Geomee: ‚Aus den ‚Ered Luin‘?‘

Bombly: ‚Abwasser aus dem Keilerbrunnen, wo Thorii immer drin badet?‘

Beuno: ‚Von den Zwergen kam das Abwasser auch nicht?‘

Sundo: ‚Bisher alles ’nein‘!‘

 

Schnell bekamen wir danach aber heraus, von wo die Lauge kam und wer diese von dort eingeleitet hatte. Magritta war es, die fragte, ob die Verschmutzung aus ‚Michelbinge‘ kam und ob es Hobbits gewesen waren. Damit waren wir ganz kurz vor der Lösung des Rätsels, wie wir alle genau fühlten. Natürlich brachten wir ‚Seife‘ dann mit ‚Waschen‘ in Verbindung und nach weiterem zähen Hin- und Hergefrage, bestätigte Kelko schliesslich, dass die Lauge von grossangelegten ‚Wäschewaschen‘ stammte.

Da es aber keine Hobbits aus Michelbinge gewesen waren, wie Sundo noch bestätigt hatte, kamen wir rasch auf die Einwohner aus ‚Wegscheid‘, was dann auch die Lösung des mysteriösen ‚Schäumens‘ darstellte. Kelko klärte uns dann noch über die Details auf. Die Wegscheider ziehen – in Ermangelung eigener Wasserquellen – wohl einmal monatlich (?) zum Wasserfall gen Michelbinge, um dort gemeinschaftlich ihre Schmutzwäsche zu waschen, was natürlich erhebliche Mengen von Schaum erzeugt, der dann von den Wassermassen ins Moor gespült wird. Im Nachhinein eigentlich eine ganz simple Lösung, auf die man aber erstmal kommen muss, wenn man anfangs kaum Hinweise zur Verfügung hat.

Dies zeigte uns Zivilisten gut, wie die Grenzbeamten oft vorzugehen hatten und das es garnicht so einfach war, einen solchen Fall aufzuklären. Mit diesen neuen Erkenntnissen, die uns auf unterhaltsame und spielerische Art und Weise vor Augen geführt worden waren, endete dann diese gut besuchte Grenzerstunde, bei der wohl auch Rekrutin Necha so einiges von ihrem Ausbilder Faroweis, beigebracht bekommen hatte. Mit Genesungswünschen an Sundo und Kelko, verabschiedeten wir uns bis zur nächsten Grenzerstunde, voneinander und schlugen unsere jeweiligen Heimwege ein.

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Tulpeline

    Hui eine Interessantes Spiel. Ja so kann man sein Denken sehr gut Trainieren. Habt ihr toll gemacht juhu

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