Berichte

Grenzerbericht: Hitziger Meinungsaustausch bei kühler Fassbrause!

Letzten Dienstag, zur achten Abendstunde, trafen sich die Grenzer einmal mehr, um den Bürgern mit Rat und Tat, zur Verfügung zu stehen. Das 'Grenzerhauptquartier' in der beschaulichen Auenlandsiedlung 'Fuchskleve', stand allen Interessierten zur allseits bekannten 'Grenzerstunde' offen.

Bei hochsommerlichen Temperaturen, warteten bereits die Grenzer, Sundo und Kelko, sowie die Stammgäste der ‚Grenzerstunde‘, Huugo Haarfuaa und Bango Gerstfeld, vor dem ‚Grenzersmial‘ und harrten weiterer Besucher. Ich war bei meiner Anreise, durch das ‚Pilz-Zucht-Zelt‘ der Grenzer geschlendert und lobte nun – nachdem ich alle Anwesenden begrüsst hatte – die üppige Ernte, der ich ansichtig geworden war. Kelko nahm die Anerkennung gerne entgegen und offenbarte, dass er einen deftigen Champignon-Eintopf – bestehend aus eben jenen Pilzen aus dem Zelt – soeben über dem Feuer im Grenzersmial, am Köcheln hatte. Kelkos Bruder, Sundo, schlug dann vor, doch nach drinnen zu gehen, sich mit Eintopf zu versorgen und hernach, zum Essen, den kühlen Kellerraum aufzusuchen.

Diese Idee erschien allen sehr verlockend, sodass wir bald am Kochfeuer im grossen Grenzersaal standen und grosse dampfende Schüsseln in Händen hielten. Der Eintopf schmeckte tatsächlich so vorzüglich, wie wir uns das vorgestellt hatten, sodass Bango schon die erste Portion verputzt hatte, bevor Sundo uns nach unten bat, wo er noch eine weitere Überraschung für uns vorbereitet hatte, wie er mysteriös verkündete. Neugierig folgten wir den Grenzerbrüdern, den Gang zum Aufnenthaltsraum hinunter und sollten wahrlich positiv überrascht werden. Sundo hatte nämlich eigenhändig frische ‚Fassbrause‘ für uns gebraut, die er uns nun in grossen, gekühlten Krügen kredenzte. Die aus verschiedensten Zitrusfrüchten gepresste Köstlichkeit, rann prickelnd unsere Kehlen hinab und erfrischte uns zusätzlich, neben der angenehmen Kühle im Kellerraum.

Leider entging Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag, dieser Gaumenschmaus fürs Erste, da er noch auf einen Grenzgang befand, wie Kelko uns mitteilte. Er erwarte seine Ankunft jedoch in wenigen Minuten, wie der Hauptmann noch anfügte. Diese Wartezeit nutzte Sundo dann, um nochmals unsere Meinungen zum ‚Bürgermeisterschaftskandidat‘, Tronald Dump, zu erheischen. Ein idealer Zeitpunkt, da der besagte Poltiker an diesem Abend durch Abwesenheit glänzte und man einmal frei über ihn diskutieren konnte. Wenig erstaunlich, stimmte der eher konservative Hauptmann Sundo, dem Herrn Dump, in einigen Punkten, durchaus zu.

 

Sundo: ‚Also, dieser Dump hat ja im Prinzip keine schlechten Ideen und schlechter, als der Weissfuß, macht er es bestimmt auch nicht. Ich hoff doch, dass seine Mauer gebaut wird, würde uns doch die Arbeit erleichtern!‘

Sein Bruder war da allerdings ganz anderer Meinung.

 

Kelko: ‚Das ist doch Blödsinn, die Mauer versperrt doch nur die Aussicht! Und warum sollen die Breeländer eine Mauer bezahlen, die sie doch gar nicht wollen?‘

Sundo: ‚Ich glaub, er will Zölle erheben und damit die Mauer finanzieren. Ist doch ne solide Finanzierungsidee!‘

So wurde die alte Diskussion wieder angefacht und der dann zu uns stossende, Faroweis Birnhaag, echauffierte sich sofort wieder, als er davon mitbekam. Besonders, dass Bango und Sundo, Partei für den glattzüngigen Politiker, zu ergreifen schienen, schlug den gerechtigkeitliebenden Grenzer, gehörig auf den Magen.

 

Faroweis: ‚Unter einem Dump würde ich keinen Dienst leisten! Ich akzeptiere diesen Dump nicht. Damit ist für mich alles gesagt!‘

Es kam auch noch aufs Tableau, dass Herr Dump, bei einem Besuch im ‚Efeubusch‘, von einem Zwerg körperlich angegangen worden und ihm zudem, augenscheinlich, noch etwas ins Essen gemischt worden war. Obwohl man auf den gemeinsamen Tenor gelangte, dass solch ein Verhalten nicht als korrekt bezeichnet werden konnte, entzweite das Gespräch die Anwesenden dennoch vehement.

 

Sundo: ‚Ihr sprecht so, als ob der Dump der ‚Schwarze Mann‘ höchstpersönlich wäre. Dabei ist er doch nur ein besorgter Hobbit!‘

Kelko: ‚Und als besorgter Bürger muss man Mauern ziehen und die ausländischen Waren verteuern?‘

So drehte sich die Diskussion wiedermal im Kreis und Tronald Dump gelang es, erneut Zwietracht zu sähen, obwohl er dieses Mal garnicht persönlich zugegen gewesen war! Glücklicherweise, ging die Grenzerstunde dann auch schon wieder zuende und man beschäftigte sich noch kurz mit der Planung des nächstwöchigen Treffens. Man verständigte sich darauf, dass man einmal ‚Froschmoorstetten‘ einen Besuch abstatten und von ‚Fuchskleve‘ aus, in einer Art ‚Froschmarsch‘, in das dortige Lokal, den ‚Schwimmenden Balken‘ einchecken wollte. Eine feine Idee, auf deren Umsetzung sich jetzt schon alle freuten! Man darf gespannt sein, ob es dann, bei der nächsten Grenzerstunde, wieder harmonischer zugehen wird. Alle sind jedenfalls herzlich eingeladen, an besagtem ‚Marsch‘ teilzunehmen!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Na zum Glück war Geomee nicht dabei. Die kleine Zanknudel wäre bestimmt ziemlich abgegangen. Diesen Herrn Dump hat sie ja förmlich gefressen. Beim seinem letzten Besuch konnte sie sich kaum beherrschen, keine von Nemiwees kleinen Tricks an ihm mal auszuprobieren. Ihr hättet mal hören sollen, wie sie zu Hause noch gewettert hat. Wie ein Rohrspätzchen, nur mit flauschigen Füßchen.

  2. Tulpeline

    Also eine Mauer um unsere Grenzen möchte ich nicht haben.
    Aber die Idee mit der Versteuerung an der Grenze finde ich allerdings wieder ein Interessanter Gedanke. Man darf es nur nicht übertreiben.

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