Berichte

Grenzerbericht: Grünfeldgrenzer Korc Waldfuss erneut zu Gast in Fuchskleve!

Letzten Dienstag, zur achten Abendstunde, trafen sich die Grenzer einmal mehr, um den Bürgern mit Rat und Tat, zur Verfügung zu stehen. Das 'Grenzerhauptquartier' in der beschaulichen Auenlandsiedlung 'Fuchskleve', stand allen Interessierten zur allseits bekannten 'Grenzerstunde' offen.

Dass zurzeit Sommerflaute herrscht, war nicht nur daran abzulesen, dass die Grenzer, Sundo Breitfusz und Faroweis Birnhaag, durch Abwesenheit glänzten – der eine musste sich weiterhin um seinen Opa Wotho kümmern, während sich der andere auf einer Fortbildung befand -, sondern auch daran, dass keine Antragssteller erschienen und wir Anwesenden, Kelko, Bango und meine Wenigkeit, Beuno Willowtree, uns lediglich über den Besuch eines Kollegen der Grenzer der ‚Grünfeldkompanie‘ – Hauptmann Korc Waldfuss – freuen durften. Der adrette Beamte, hatte uns ja schon in der letzten Woche mit seiner Präsenz beglückt, als er von einem drohenden ‚Wolfsproblem‘ im Norden berichtet und die ‚Grenzer des Auenlands‘, in Alarmbereitschaft versetzt hatte. Er konnte uns nun dahingehend, etwas beruhigen und gab zu Protokoll, dass besagtes Problem, bisher noch nicht eskaliert sei, was wohl auf die grosse Hitze zurückzuführen ist, welche ja bekanntlich, das gesamte Auenland, derzeit im ‚Würgegriff‘ hält und auch die Aktivitäten der Wölfe, auf ein Minimum reduziert hatte. 

Korc: ‚Wir haben die Lage mittlerweile unter Kontrolle. Wir mussten die alten Wolfsfallen zwar ordentlich ölen, aber sie funktionieren noch.‘

 

Dies hörten wir alle – insbesondere Grenzerhauptmann Kelko – natürlich sehr gerne, da uns somit ein Sonderhilfeinsatz im fernen Norden, bei diesen brütenden Temperaturen, vorerst erspart blieb. Allerdings hatte Herr Waldfuss auch noch einen aktuellen Steckbrief mit dabei, welchen er unter unsere neugierigen Nasen hielt und – im nüchternen Grenzerton – einige Informationen darüber hervorpresste.

Korc: ‚Tatsächlich hab ich allerdings einen Steckbrief für euch mitgebracht. Wir suchen eine Kartoffeldiebin! Lange schwarze Haare, vermutlich trägt sie ein blaues oder violettes Kleid. Hört auf den Namen Rosarade Rabehaupt. Sie hat zwei Körbe Kartoffeln von einer Lieferung an den Bürgermeister mitgehen lassen und den Wegscheidern überlassen!‘

Die ‚Töften‘ hatten einem Hobbithändler aus Bree gehört, der als Exklusivlieferant für Willi Weissfuss, den Bürgermeister von Michelbinge, gilt und nicht namentlich genannt werden wollte. Bango und ich, diskutierten noch darüber, ob es sich bei dem Vorfall, noch um ‚Mundraub‘ handelte und ob man nicht besser alle Kartoffeln in Wegscheid ‚Zwangskonfiszieren‘ sollte, während Kelko die Sache zunächst noch ziemlich locker nahm.

Kelko: ‚Ich seh nur, dass der Bürgermeister nun nicht ganz so viele Töften essen kann, wie sonst!‘

Da musste selbst der verknöcherte Korc grinsen und gab zu, dass die ganze Sache eher lächerlich zu nennen sei und das Fehlen der Säcke garnicht aufgefallen wäre, wenn sich das Hobbitfräulein, auf ihrer Flucht, nicht hätte entdecken lassen. Aber nun, da offiziell Anzeige erstattet worden war, mussten die Grenzer die Angelegenheit natürlich ernst nehmen, wie Herr Waldfuss – sich geräuschvoll räuspernd – im Brustton der Überzeugung kundtat. Bei ihr daheim war das Fräulein Rabehaupt natürlich nicht mehr aufzufinden gewesen.

Korc: ‚Ihre Freundin hat ausgesagt, dass sie meinte, dass sie dringend verschwinden muss, wegen dens Diebstahls. Jetzt ist sie halt untergetaucht.‘

Korc hatte ermitteln können, dass es wohl auch familieninterne Konflikte in ihrer Familie gegeben und die besagte Freundin sich – kurioserweise -, als Wegscheiderin entpuppt hatte, die auf dem Familienhof als Aushilfe tätig gewesen war.

Korc: ‚Die Freundin hat sich verdächtigt verrhalten, vor allem durch eine Flucht vor den Grenzern, auf der sie sich verletzte. Sie wurde gefunden, behandelt, befragt und sicher nach Hause – naja – nach Wegscheid gebracht. Damit ist die Sache mit der Freundin für uns erledigt und wir suchen nur noch die Diebin.‘

 

Damit übergab er den Steckbrief – Bangos und meine Einwürfe ignorierend – an Kelko, mit der Bitte, die Augen nach der Verdächtigen offenzuhalten. Kelko versprach, alle Grenzer zu informieren und zur Wachsamkeit anzuhalten und auch seinen Bruder Sundo, auf den Fall aufmerksam zu machen. Ich machte den Vorschlag, zur nächsten Grenzerstunde, mit Fackeln und Mistgabeln zu erscheinen, damit wir Wegscheid, auf traditionelle Art und Weise, durchsuchen konnten, was aber leider gleich abgeschmettert wurde. So darf man gespannt sein, welche Massnahmen die Grenzer nun ergreifen wollen, um die Flüchtige ausfindig zu machen, zumal versäumt wurde, einen der Steckbriefe, an das ‚Auenländer Wochenblatt‘ weiterzugeben, was sicherlich, ein gutes Stück weitergeholfen hätte. So verabschiedeten wir uns, bis zur nächsten Woche und hielten, bereits auf unseren Heimwegen, die Augen, nach eventuell auffälligen Hobbitfräuleins, weit offen!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Tulpeline

    Korc ist doch nicht der Hauptmann. Aber sonst sehr interessant. Aber ich wusste alles ja schon.

    • Beuno Willowtree

      Pfft! Bei euren ‚Grenzer-Rängen‘ und Bezeichnungen, steigt doch keiner mehr durch, Tulpi! 🙁

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