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Grenzerbericht: Gesellige Spielstunde in Abwesenheit der Hauptmänner!

Am vergangenen Dienstag, fand die allseits bekannte Grenzerstunde, trotz der Verhinderung der Hauptmänner, Sundo und Kelko, pünktlich zur achten Abendstunde statt. Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag, hatte sich erbötig gemacht, die Stunde zu leiten, sodass die Tore des Grenzerhauptquartiers zu 'Fuchskleve', allen Besuchern wie gewohnt offenstanden.

Pensionist, Werro Hanfstengel, einer der Stammbesucher der Grenzerstunden, war bereits vor Ort und klampfte einige Melodien auf seiner Laute, als ich, Beuno Willowtree, das Gelände des Grenzerhauptquartiers enterte und den rüstigen Rentner, lediglich mittels Zunickens begrüsste, um ihn nicht in seine musikalische Parade zu fahren. Lächelnd spielte der ehemalige Pfeifenkrautbauer weiter, während ich einige unbeholfene Tanzschritte dazu auf den Rasen legte. Wir waren derart in die Musik vertieft, dass wir das Kommen von Grenzerausbilder Faroweis, kaum bemerkten, der uns lautstark begrüsste und – eingedenk seiner heutigen Führungsposition – ganz nach Protokoll, eine perfekte ‚Salutation‘ vollführte.

Damit war es dann aber auch schon getan, was die regiden Riten des Grenzerhandbuches anging, beinhaltete Faroweis Plan für diesen Abend, doch ein Alternativprogramm, das ganz im Gegensatz zu den oft strengen und ernsthaften Grenzerstunden stand, in welchen ja leider desöfteren, eher unschöne Themen behandelt werden müssen. Faroweis komplimentierte uns zunächst ins Innere des Grenzersmial, wo er den Tisch mit kaltem Schweinebraten, frischem Brot und einer herzhaften ‚Röstzwiebelremoulade‘ für uns gedeckt hatte.

Es wunderte niemanden, dass just zu diesem Zeitpunkt, als es ans Schmausen gehen sollte, der junge Bango Gerstfeld zu uns stiess. Sein unfehlbarer Geruchssinn, musste ihn präzise und zum genau richtigen Zeitpunkt, zu uns geführt haben, was wir alle, mehr als nur bemerkenswert fanden! Noch mit vollem Mund, offenbarte uns der neue Grenzerstundenleiter, Faroweis, sodann, dass er einige kurzweilige Spiele abzuhalten gedachte, falls nicht noch irgendwelche Notfälle hereinschneien sollten. Werro, Bango und meine Wenigkeit, waren natürlich gleich ‚Feuer und Flamme‘ für diesen Vorschlag und taten unsere Zustimmung durch noch lauteres Schmatzen, gepaart mit simultanem Kopfnicken, kund.

Faroweis mimte den Spielleiter und Schiedsrichter in Personalunion und rief als erstes Spiel, das beliebte ‚Wer ist das?‘ aus, bei dem es darum ging, anhand einer Beschreibung von unverkennbaren Eigenheiten, eine bestimmte Person zu erkennen, die natürlich – idealerweise -, allen Anwesenden bekannt sein sollte. Dieses lustige Ratespiel sorgte für etliche Lacher, als reihum, jeder Mitspieler einen seiner ‚Mithobbits‘, anhand dessen hervorstechendsten Eigenschaften, zu beschreiben hatte. Erwartungsgemäss wurden zunächst die Anwesenden selbst, Gegenstand des Erratens, sodass auch Bango und ich, Beuno Willowtree, auf den metaphorischen ‚Seziertisch‘ gezerrt wurden! Aber auch Persönlichkeiten des Südviertels, wie Filbu Buchsbaum und Craaco Birkenheim, wurden recht schnell, aufgrund ihrer urtypischen Charakterzüge, erkannt und zum unfreiwilligen Ziel unseres – wohlgemeinten – Gelächters degradiert.

Diese Raterei war uns dann nach einer Weile, aber doch etwas zu einfach, sodass ich vorschlug, als nächstes ‚Das unendliche Tierpanoptikum‘ zu spielen. Bei dieser uralten, bockländischen Belustigung, dreht sich alles um Tiernamen, die, der Reihe nach genannt, jeweils mit dem letzten Buchstaben des zuvor genannten, zu beginnen hatten. So musste auf, zum Beispiel, ‚Oliphant‘, ein Tier mit dem Anfangsbuchstaben ‚T‘ folgen, wie ‚Taube‘, oder ‚Tiger‘. Natürlich lief die Sache schnell aus dem Ruder und es kamen Fabelwesen, oder gar frei erfundene, einfach nur lustig klingende Wesen aufs Tableau, sodass das Spiel zu einer einzigen Lachnummer mutierte. Immerhin hatten wir alle aber unseren Spass und dabei sollte es bei einer Spielstunde ja eigentlich auch vordergründig gehen.

Ein letzter, etwas anspruchsvollerer Zeitvertreib, bildete zum Abschluss der ‚Grenzerspielstunde‘, dann das beliebte ‚Kreisreimen‘, ein wahrer Klassiker unter den Gruppenspielen. Man setzt sich im Kreis auf, der Spielleiter gibt einen kurzen, beliebigen Halbsatz – am besten etwas mit ‚Humorpotential‘ – vor, zu welchem der Nächstsitzende, möglichst rasch, einen passenden, sich darauf reimenden Satz, ersinnen muss! Je nach Talent der Gruppe, ist so für jede Menge Spass garantiert, wie es auch an diesem Grenzerabend bei uns der Fall war, hatten wir mit dem Dichtkunstexperten vom ‚Auenländer Wochenblatt‘, Faroweis Birnhaag, eine wahre Koryphäe in unseren Reihen! Hier einige Beispiele, die an diesem Abend zustande kamen und doch recht ansehnlich klingen, wenn man bedenkt, dass sie unter Druck eines Zeitlimits entstanden.

 

“Das Vögelchen sass auf dem Ast… der Bauer sammelte ’ne Menge Last.“  „Der Bauer der mag Törtchen fein… die schmecken gut und reimen sich auf ‚Reim‘.“  „Faro kommt grad aus dem Klo……und hat Dünnpfiff, das stinkt ja so!“  „Beim Braunflutfest wär’s gern geseh’n… wenn Bockländer in die Fluten geh’n.“  „Beim Grenzerabend steh’n wir hier… sind weder fünf, noch sechs… nur vier!“  „Bau ein Smial wie ein Traum… die Speisekammer is‘ der grösste Raum!“  „Für Törtchen braucht’s ’ne zweite Speisekammer… sonst wird aus Bangos Traum ein Jammer!“  „Die Spitzmaus klaut sich Kuchenbrocken… Bango kommt beim Kau’n glatt ins Stocken.“

 

So endete diese aussergewöhnliche Grenzerstunde, wie sie begonnen hatte: mit Gelächter! Wir alle bedankten uns beim Abschied, leicht wehmütig, bei Faroweis für die hervorragende Leitung und das leckere Essen, waren wir uns doch darüber bewusst, dass der nächste ‚Grenzertreff‘ womöglich, wieder unter einem anderen – dunkleren – Stern stehen könnte!

Doch die fröhliche Erfahrung dieses Abends wird uns niemand mehr nehmen können und den Grenzern – auch den nicht dagewesenen – neue Kraft für ihre eigentliche Arbeit schenken, wenn sie diesen Grenzerbericht lesen und verinnerlichen. Grossen Dank, an Grenzerstunden-Interimsleiter, Faroweis Birnhaag, für diese Auszeit vom tristen Alltag! Die Hauptmänner können stolz auf ihre Vertretung sein!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Mairad Flinkfuss

    Oh da habt Ihr ja viel Spaß gehabt, wie fein. Wie immer ein toller Bericht lieber Beuno. Und ja der Go hat eine sehr feine Nase wenn es um Essen geht.

    • Beuno Willowtree

      Danke, für dein Lob, liebe Mai! 😀 Ja, der Faro hat das toll gemacht! 🙂

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