Berichte

Grenzerbericht: Gemütliches Beisammensein mit Julfestmusik!

Vergangenen Dienstag, öffneten die 'Grenzer des Auenlandes' wieder ihr Smial, um den Anliegen ihrer Mitbürger, ihre Aufmerksamkeit und ein offenes Ohr leihen zu können. Aber der achten Abendstunde lud man dazu, ins Grenzerhauptquartier, in den schönen Weiler 'Fuchskleve' ein.

Erfreulicherweise, wurde ich bei meinem Eintreffen, zweier Hobbits ansichtig, die leider nur selten zu den Grenzerstunden erscheinen und so begrüsste ich diese beiden – Grenzerrekrut, Bombly Haarfuss und Sangesbarde, Samolin Schwarzfuss -, besonders enthusiastisch. Aber auch die anderen Grenzer – Sundo und Kelko Breitfusz, sowie Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag – und auch der kurz darauf eintreffende, Bango Gerstfeld, wurden nicht minder herzlich, von mir umarmt, sodass wir schliesslich zu siebt, in der vorwinterlichen Kühle standen und erste  geistreiche ‚Bonmots‘ austauschten.

Faroweis und sein Schützling, Bombly, wollten nicht so recht mit der Sprache heraus, wie sie sich, nach Wiederauffindung des jungen Haarfuss-Spross, auf die Pläne, die weitere Ausbildung des zurückgekehrten Rekruten betreffend, geeignet hatten. Wir anderen warfen uns wissende Blicke zu, vermuteten wir doch, dass es ‚hinter den Kulissen‘, wohl ein grosses ‚Donnerwetter‘ gegeben hatte. immerhin war Bombly mal wieder zur Grenzerstunde erschienen, womit sich die Beamten wohl erstmal zufrieden geben mussten.

Samolin war natürlich genauso gerne gesehen, auch wenn er keine Anzeige erstatten, oder eine Unbotmässigkeit melden wollte. Als Nachbar, hatte sich der schwarzhaarige Multiinstrumentalist, einfach mal wieder dazu entschlossen, bei den Grenzern – gutgelaunt – nach dem Rechten zu schauen und ihnen einen Höflichkeitsbesuch abzustatten. Wir alle erfreuten uns an seinem Erscheinen und ergötzten uns an Samolins eleganter, buntschillernder Robe, die den stets adrett gekleideten Hobbitherrn, wiedermal ungemein zierte. Altgrenzer Sundo, war hingegen, in seiner normalen Alltagsuniform gewandet und auch stimmungsmässig, eher nicht so gut drauf.

Er hatte vom Bürgermeisterbüro, wiedermal, eine unsinnige Anordnung erhalten, die auch uns andere, mit der flachen Hand vor die eigene Stirn schlagen liess, als wir deren Inhalt aus Sundos Mund vernahmen.

Sundo: ‚Hab gerade noch was nachsehen müssen, in der Gemeindeordnung. Die wollen dass ich meinen Rasen auch im Winter mähe! Da steht aber, dass der Rasen in gleichbleibenden Abständen gemäht werden muss und das hiesse, auch im Winter! Ich hab dann gefragt, ob einmal im Jahr auch ‚gleichbleibend‘ wäre. Da wollten sie sich aber nicht festlegen und haben die Anordnung fallen gelassen.‘

 

Wir konnten nur mit den Köpfen schütteln und sinnierten noch darüber, ob mit den ‚Abständen‘, wirklich zeitliche Abschnitte gemeint gewesen waren, oder Sundo sich vielleicht Schafe, Ziegen, oder gar eine Kuh anschaffen sollte, die sich um seine Grashöhe kümmerten, als Kelko sich die klammen Hände rieb und uns einlud, die Diskussion doch, bei einer Schüssel Eintopf, drinnen im Warmen, weiterzuführen.

Bango, allen anderen voran, aber auch wir Übrigen, sagten dazu nicht ’nein‘ und folgten Sundos Bruder, rasch, ins Grenzerhauptquartier hinein. Dort erwartete uns ein grosser Kessel dampfendes Fleischragout, für welches Kelko angeblich, ein im Garten gefundenes, verendetes Opossum, verarbeitet haben wollte. Wir wussten nicht so recht, ob er dies ernst gemeint hatte, aber liessen es uns dennoch schmecken, da wir – besonders Bango und meine Wenigkeit, Beuno Willowtree – in dieser Hinsicht, sowieso nicht besonders wählerisch waren. Nur Sundo legte dankend ab, da er schon zu einer ‚Brotzeit‘ bei seinem Opa Wotho vorbeigeschaut hatte und das dort servierte Backwerk, ihm nun wie ein Stein, im Magen lag.

Nach unserer Vesper, begaben wir uns dann vor den ‚bollernden‘ Kamin, wo wir es uns gemütlich machten und das Gespräch sich zunächst – natürlich – um Nahrungsmittel drehte. Sundo hatten sein voller Magen und die Wärme des Kaminfeuers, derart schläfrig gemacht, dass er kurzerhand unter die Bank rollte und ein Nickerchen machte. Er wurde dann nichtmal wieder wach, als Samolin, auf allgemeinen Wunsch und Aufforderung hin, einige julfestliche Melodien auf seiner mitgebrachten Laute, zum besten gab. Er hatte nämlich vorab, leichtsinnigerweise, erzählt, dass er an neuen Julfestliedern werkelte, sodass unser Wunsche, selbige hören zu wollen, nur allzu logisch erschien.

Obgleich Kelko es bisher versäumt hatte, die Grenzerhalle julfestlich umzudekorieren, kamen wir bei Samolins Stücken, dennoch rasch in die entsprechende, jahrezeitliche Stimmung, sodass wir nach weiteren Weisen verlangten. Samolin lief daraufhin, schnell hinaus und in die benachbarte Siedlung, zu seiner Duettpartnerin, Fräulein Samanthia, um diese herbeizuholen, da einige seiner Lieder, nur zu zweit funktionieren würden. Während wir auf die beiden warteten, verteilte ich, zur Überbrückung, frischgebackene ‚Pastinakenkracher‘ und schlug vor – aus Rücksicht auf den schlafenden Sundo – das Geschehen in den unteren Raum zu verlagern. Dort ging es dann nocheinmal hoch her, als Samolin mit dem reizenden Fräulein Samanthia, zurückkehrte und die beiden, dort auf dem besonders weichen Teppich, ein wahres ‚Julfestfeuerwerk‘ abbrannten.

Die bekannten, traditionellen Festlieder – zum Teil als Potpourri dargeboten -, kamen ganz famos an und erhöhten bei uns allen, die Vorfreude aufs Julfest, ganz immens! Leider musste dann Kelko einschreiten und uns ans Ende der Grenzerstunde erinnern, das mittlerweile – wie im Fluge – herangekommen war.

Wir bedankten und herzlichst, bei ‚Samo und Sama‘, für ihren Spontanauftritt und wünschten einander ‚Sichere Wege‘ und ‚Auf bald‘ und gingen in der Hoffnung, dass die nächste Grenzerstunde, nur halb so stimmungsvoll ausfallen möge!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Das scheint sehr gemütlich gewesen zu sein.

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