Berichte

Grenzerbericht: Gemütliche Grenzerstunde nach den Anstrengungen der letztwöchigen Exkursion!

Letzten Dienstag, fand man sich wie üblich, am Grenzersmial in 'Fuchskleve' zusammen, um die öffentliche Sprechstunde der 'Grenzer des Auenlands' abzuhalten. Dazu öffnete Grenzerhauptmann, Kelko Breitfusz, zusammen mit seinem älteren Bruder Sundo, wie immer zur achten Abendstunde, die Smialtür der Amtsstube im Grenzerhauptquartier.

Erfreulicherweise erblickte ich bei meinem Eintreffen, gleich zwei bekannte Gestalten, die es sich unter dem offenen Zelt im Grenzergarten, gemütlich gemacht hatten. Zum Einen war da Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag, den man an diesem Abend, durchaus zu Treffen, hätte erwarten können, zum Anderen wurde ich jedoch eines jungen Hobbitfräuleins gewahr, die ich seit langer Zeit nicht mehr gesehen hatte, der Bockländerin Magritta, die erst vor Kurzem wieder im Auenland weilte. Umso freudiger fiel unsere Begrüssung aus, die solange andauerte, dass wir beinahe nicht das Ankommen von Grenzerhauptmann, Sundo Breitfusz, bemerkt hätten. Auch er zeigte sich hocherfreut, dass Magritta – ebenso wie Moosglöckchen einige Tage zuvor – unbeschadet von ihrer Reise mit den Elben zurückgekehrt war und klopfte ihr anerkennend auf die Schulter. Ein Quietschen liess uns alle dann erschrocken herumfahren, woraufhin wir dann den jungen Bango Gerstfeld erblickten, der einen altertümlichen Bollerwagen, dessen Räder durchaus einen Tropfen Öl hätten vertragen können, den Gartenweg heraufzog. Beim Näherkommen, konnten wir zwei grosse, augenscheinlich prall gefüllte, Jutesäcke auf der Ladefläche ausmachen, über deren Inhalt uns Bango dann auch sogleich aufklärte.

 

Bango: ‚Ich hab Töften mitgebracht, da auf’m Bollerwagen. Hat Mama mit mitgegeben für die Grenzer.‘

Magritta: ‚Und das ohne sie zwischendurch zu garen und aufzuessen? Vorbildlich, Bango!‘

Kelko: ‚Vielen Dank, Bango! Sag deiner Mama herzliche Grüße.‘

Sundo: ‚Sag mal Bango, gilt dein Vater als besonders schlau? So große Töften habe ich selten gesehen! Dann legen wir doch schnell noch welche an die Glut vom Feuer!‘

 

Diese Idee wurde von allen goutiert, sodass wir uns Augenblicke später, am fröhlich prasselnden Gartenfeuer wiederfanden, wo ohnehin schon der berühmt-berüchtigte ‚Grenzereintopf‘ vor sich hinköchelte. Die Grenzer haben nämlich, quasi pausenlos, einen riesigen, gusseisernen Topf über einem ihrer Feuer brodeln, um stets eine warme Mahlzeit zu Hand zu haben, falls einem Beamten, zwischen den Patrouillen, mal ein Hungergefühl überkommen sollte, oder ein Hilfesuchender zu Entfetten droht. Aber natürlich auch den Gästen der Grenzerstunde, wird von Sundo und Kelko, immer wieder gerne, eine dampfende Schüssel ausgeteilt. Der Inhalt des urigen Topfes, ist dabei meist Anlass, eines lustigen Rätselratens, ist selbiger doch meist schon so gut verkocht, dass die Zutaten höchstens noch am Geruch zu identifizieren sind. So wurde auch an diesem Abend gemutmasst, welche Köstlichkeit uns denn diesesmal wohl kredenzt werden würde.

 

Beuno: ‚Was köchelt da denn heute im Topf? ‚Eichhorn? Beutelratte?‘

Bango: ‚Sind da die Nagetiere drin, die wir letzte Woche im Wald gefunden haben?‘

Kelko: ‚Ich habe keine Nagetiere im Wald gefunden. Das ist ein Bohneneintopf!‘

Magritta: ‚Dann gibt’s heut nacht lustige Geräusche.‘

Kelko: ‚Das sind Buschbohnen, die gibt es gerade reichlich. Mit Bohnenkraut gewürzt.‘

 

Nachdem das geklärt war, liessen wir uns alle zu einem ausgiebigen Mahl aus Eintopf und Backkartoffeln, am Feuer nieder und genossen nocheinmal die warmen Abendtemperaturen, war uns doch allen bewusst, dass der Herbst bald Einzug ins Auenland halten würde. Während des Essens, erzählte Magritta uns von der ‚Grünzeugdiät‘, die sie auf ihrer Reise mit den Elben, hatte ertragen müssen und wie sehr sie die gute auenländische Küche vermisst hatte! Zwar war mit Moosglöckchen, eine der besten Köchinnen überhaupt an ihrer Seite gewesen, doch hatte selbst sie, mit den kargen Zutaten, die ihr die Elben zur Verfüging gestellt hatten, nicht viel anfangen können.

 

Magritta: ‚Da hab ich dann auch Breitwegerich gegessen und Giersch und sowas. Und zum Nachtisch gabs Nektar von Taubnesseln.‘

Bango: ‚Können die nich hören, wie sie schmecken?‘

Magritta: ‚Nee, die haben ja keine Ohren! Da kann man aus den Blüten den Nektar raussaugen, das ist dann ganz süß.‘

Sundo: ‚Wieviele Nesseln muss man da auslutschen, bis man einen Nachtisch zusammen hat?‘

Magritta: ‚Viele, wir haben nur jeder ein paar gesammelt.‘

 

Hernach kam dann noch Hecco’s Exkursion von letzter Woche, als Thema aufs Gesprächstableau, wobei allenthalben, nur lobende Worte für den Grenzer der Grünfeldkompanie, gesprochen wurden, obgleich die Munkelei umging, dass er dieses Unterfangen, ohne den Segen seiner Grossmeisterin, Monabella Zwilber, durchgeführt haben solle! Sundo winkte nur ab und gab zu, dass er viele neue Stellen im Schiefertonwald gesehen und Hecco sie nicht in eine einzige Gefahrenzone geführt hätte. Auch sei für Faroweis neuen Rekruten, Peterling, diese Begehung, wie ein einzigartiger Erfahrungsschatz gewesen, der stundenlanges Pauken von Theorien, für ihn obsolet gemacht hatte. Faroweis zog bei der Erwähnung des Namens seines neuen Schützlings, verärgert die Stirn kraus, hatte er doch fest mit dessen Erscheinen gerechnet und fürchtete nun, vor Kelko uns Sundo das Gesicht zu verlieren, da es zuletzt ja bereits die Misere mit Filbu Buchsbaum, als Rekrut, gegeben hatte. Obgleich alle Rekrutenangelegenheiten stets in der Verantwortung des Grenzerausbilders liegen, beruhigte Sundo den aufgebrachten Faroweis und auch Kelko versicherte dem grummelnden Grenzer, dass ihm das unentschuldigte Fehlen seines Schülers, nicht angekreidet werden würde. Magritta vereinbarte dann noch eine Smialbegehung, samt Kaminbeschau, für ihre brandneue Wohnstatt, mit Sundo, Faroweis und Kelko, da sie natürlich alle Gesetze einhalten und ein sicheres Wohnvergnügen gewährleistet sehen wollte. Die Grenzer versprachen, zur Stelle zu sein, wann immer es der kleinen Hobbitdame passte und so endete diese Grenzerstunde, mit einem beruhigten Beamten Birnhaag und noch einer kryptischen Andeutung seitens Magrittas, dass ihre Freundin, Moosglöckchen, wohl bald wieder – vielleicht schon zum Besichtigungstermin? -, zu einem ihrer berühmten ‚Abendmahle‘ einladen könnte! 

 

Beuno: ‚Ein deftiges Frikassee wäre schön!‘

Bango: ‚Ich mag Grünkohl!‘

Magritta: ‚Ich freu mich schon, wenn’s den wieder gibt, Moosi macht dazu immer so leckere Kochwürste!‘

Sundo: ‚Aber Grünkohl muss erst einmal Frost abbekommen, also dauert das wohl noch.‘

Beuno: ‚Verstehe! Na, dann muss sie nächste Woche erstmal was anderes für uns vorbereiten!‘

Magritta: ‚Käsesuppe, oder so?‘

Beuno: ‚Buuäääh!!!‘

 

Dies befeuerte unsere, ohnehin schon gute Stimmung, natürlich nocheinmal zusätzlich und wir verabschiedeten uns bei bester Laune und zogen fröhlich unserer jeweiligen Heimwege, bis zur nächsten Grenzerstunde.

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. juhu, der Eintopf war lecker, oja! jammi!

  2. Na scheint ja eine lustige RUnde gewesen zu sein

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