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Grenzerbericht: Fortbildungs-Ausflug gen ‚Froschmoorstetten‘ absolviert!

Am letzten Dienstag, zur achten Abendstunde, fand – wie jede Woche – die ‚Grenzerstunde‘ der ‚Grenzer des Auenlandes‘ statt, bei der allen Mitbürgern die Chance gegeben wird, bei den Beamten vorstellig zu werden, um ihnen ihre Probleme und Nöte zu schildern und die grüngestreiften Helfer, um Hilfe zu ersuchen. Diesesmal begaben sich die Beamten allerdings auf eine Exkursion ins beschauliche Örtchen ‚Froschmoorstetten‘.

 

Bei meinem fast pünktlichen Eintreffen, wurde ich Zeuge einer hitzigen Diskussion zwischen den bereits vor Ort befindlichen Grenzern, Kelko Breitfusz und Faroweis Birnhaag und Grenzerin Fräulein Korundia, die an diesem Abend den Dienst mit Sundo Breitfusz getauscht hatte, als sie hörte, dass es nach Froschmoorstetten in den ‚Schwimmenden Balken‘ gehen sollte. Stammgast, Bango Gerstfeld, hörte ebenfalls interessiert zu, als Hauptmann Kelko beanstandete, dass Korundia ihre Uniform nicht trug.

Als Altgrenzer, Opa Hanglo, zu uns stiess, hatte Korundia bereits kleinlaut beigegeben und sich auf Druck von Kelko und Faroweis hin, in ihre unbequeme Uniform gequetscht. Kelko begründete sein strenges Vorgehen damit, dass es sich zwar um eine Art ‚Ausflug‘ handelte, der aber offiziell als ‚Fortbildung‘ gewertet wurde und deshalb nach korrekter Dienstkleidung verlangte. Dann übergab er Grenzerausbilder Faroweis die Leitung, der als einheimischer Froschmoorstetter, die Führung bei dieser Exkursion übernehmen sollte.

So schwangen wir uns auf unsere Ponies und legten den kurzen Ritt in das allseits bekannte ‚Sumpförtchen‘, bei bestem Sonnenwetter, recht rasch und ohne grössere Zwischenfälle zurück.

Während Kelko, Korundia und Opa Hanglo, die offizielle Strasse nach Froschmoorstetten hinein benutzten, zeigte Faroweis, Bango und mir, eine geheime Abkürzung, welche er und seine Freunde, schon seit Kindertagen genutzt hatten. Das nicht ganz ungefährliche Herunterrutschen am Westhang der Ortschaft, liess uns zwar zunächst auch das Herz in die Hose rutschen, machte dann aber auch sehr viel Spass! Unten angekommen, schlossen wir wieder zu den anderen auf, die über unser kindisches Verhalten, nur missbilligend die Köpfe schütteln konnten.

Faroweis liess uns, um ihn herum versammeln und gab eine kurze Einführung über seinen Heimatort zum Besten, die einen Abriss über die Geschichte der kleinen Ansiedlung, mit Daten und Fakten, beinhaltete und sehr lehrreich für uns andere war. Die Einwohner lebten mit und von dem Moor, um welches sie dereinst ihre Smials herumgebaut hatten. Der Sumpf war Haupteinnahmequelle und Lebensader zugleich, sodass viele von ihnen behaupteten, es würde ‚reines Sumpfwasser‘ durch ihre Adern fliessen!

Als Nächstes brachte uns der tüchtige Grenzerausbilder, seine Nachbarschaft nahe, wo er bis zu seiner ‚Jährigkeit‘, wohlbehütet aufgewachsen war. Das Smial seines besten Jugendfreundes, Farabas und dessen Familie, der Apfelstetters, war der erste Anlaufpunkt. Die Behausungen waren auf den wenigen festen Erdflächen, die das Moor aufwies, rund um die Nassflächen errichtet worden, was Bango jedoch nur wenig zu interessieren schien, da er bei der Erwähnung des Wortes ‚Apfel‘, sogleich wieder ein Hungergefühl aufkommen gespürt hatte und nun lautstark nach einer ‚Erfrischung‘ verlangte!

Faroweis vertröstete den immerhungrigen ‚Essperten‘ aber zunächst noch, da er uns nun sein ‚Eltern-Smial‘ vorführte, wo er auch geboren worden war. Leider war seine Oma Grumhilda, die das Smial immer noch bewohnte, zuhause, sodass wir nicht hineingehen konnten. Die resolute Rentnerin raunzte und schon von Weitem aus dem Fenster heraus entgegen, da sie uns für fremdländische Eindringlinge hielt! Ihr Enkel konnte sie nur leidlich wieder beruhigen und scheuchte uns dann schliesslich lieber schnell, in Richtung ‚Froschteich‘, von dannen.

In dem kleinen Frischwassertümpel, züchteten die Anwohner die wohlschmeckenden ‚Grünfrösche‘, für die ‚Froschmoorstetten‘ berühmt war und die dem Ort auch ihren Namen gegeben hatten. Die Froschschenkel galten weit über die Ansiedlung heraus, als wahre Delikatesse und würden uns auch später im ‚Schwimmenden Balken‘ kredenzt werden, wie Faroweis versprach. Die ‚Grünfrösche‘ kamen – im Gegensatz zu den grossen Sumpfkröten – nur in dieser kleinen Wasserfläche vor, was diese zu etwas sehr Wichtigem und Wertvollem, für alle Froschmoorstetter machte.

Vom Tümpel ging es dann zur ‚Froschbrücke‘ – neben dem ‚Balken‘, quasi die einzige grössere Sehenswürdigkeit in Froschmoorstetten -, auf die Faroweis sehr stolz war und mit welcher er schöne Kindheitserinnerungen verband, da man von selbiger aus, ganz hervorragend Angeln konnte und im unter ihr dahinfliessenden ‚Froschlaichfluss‘, die grösste Fischausbeute des ganzen Ortes zu erzielen war. Die Brücke gefiel uns allen auf Anhieb und wir konnten die Begeisterung unseres Exkursionleiters, nur allzugut nachvollziehen.

Da Bangos Magen, seit der Erwähnung von Froschschenkeln und Fisch, immer lauter knurrte, ging es dann schnell in das Gasthaus ‚Zum Schwimmenden Balken‘ hinein, wo Faroweis beim Wirt Ponto, den er natürlich sehr gut kannte, ersteinmal ein üppiges Mahl für alle bestellte. Neben dem obligatorischen ‚Sumpfbier‘, orderte er auch eine grosses Tablett knuspriger Froschschenkel und ein Kontingent würziger Froschlaichsuppe.

Die Kellnerin führte uns zum besten Tisch des Gasthauses, in einer Ecke, die am wenigstens vom Dachschaden – der seit ewigen Zeiten nicht korrekt repariert werden konnte, da die ‚Sumpffäule‘ schneller war, als die Dachdecker arbeiten konnten – betroffen war. Dort war es dann auch wirklich sehr gemütlich, wie wir alle zugeben mussten. Bango machte dann den Vorschlag, gegen die ‚Fäule‘ doch den ‚Bierschwamm‘ aus dem ‚Efeubusch‘ anzusiedeln, damit die beiden sich neutralisieren konnten, was von uns anderen, jedoch eher skeptisch aufgenommen wurde.

Dann kamen die Speisen und Getränke und es wurde ersteinmal ordentlich Geschmaust! Allen schmeckte es ganz hervorragend, bis auf den Opa Hanglo, der jegliches Essen mied und sich dafür umso mehr, an das süffige Sumpfbier hielt!

Zum Ende der Grenzerstunde und der feinen Führung durch ‚Froschmoorstetten‘, fertigte ich  zur Erinnerung, noch eine Gruppenskizze an, zu welcher sich das Fräulein Korundia doch nochmal durchsetzte und rasch in ein mitgeführtes Kleidchen schlüpfte!

Während Bango sich noch um die restlichen Froschschenkel kümmerte und Opa Hanglo noch bleiben wollte, um noch einige ‚Humpen zu stemmen‘, verabschiedeten wir anderen uns voneinander und wünschten uns ‚Sichere Wege‘, bis zur nächstwöchigen Grenzerstunde, wieder in ‚Fuchskleve‘!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Mairad Flinkfuss

    Danke für den tollen Bericht lieber Beuno

  2. Tulpeline

    Die Froschschenkeln da sind wirklich sehr lecker. Ich bekomm immer eine kleine kostenlose Portion wenn ich dort Dienst hab.

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