Berichte

Grenzerbericht: Ermittlungen im Fall ‚Sahma Flinkwiesel‘ fortgeführt!

Bekanntlich sind Grenzer ja immer im Dienst und so war es wenig verwunderlich, dass sie auch am vergangenen Dienstag, wieder pünktlich ihre wohlbekannte ‚Grenzersprechstunde‘ abhielten. Ab der achten Abendstunde traf man sich im Weiler ‚Fuchskleve‘, um sich den Sorgen und Nöten der Bevölkerung zu stellen.

 

Bei meinem Eintreffen stiess ich auf die Grenzerbrüder, Sundo und Kelko Breitfusz, sowie auf Elbenherrn Ahilleth und Stammgast, Bango Gerstfeld, wobei die beiden letzteren sich bereits am Grenzereintopf gütlich taten. Kelko hatte zudem noch seinen Grenzerhund mit dabei, der sich aber brav von dem leckeren Essen fernhielt.

Kelko: ‚Es gibt Töften mit etwas knusprigen Speck und Möhren!‘

 

Als Torbol Prallwams dann noch zu uns stiess, wurde rasch klar, in welche Richtung sich die heutige Grenzerstunde entwickeln würde. Immerhin hatte Torbol sie auf den Skizzen in der Suchanzeige im vorletzten ‚AW‘, identifizieren können, als sie nahe Bree einen Mann attackiert hatte.

Sundo: ‚Die Sahma wurde glaub ich, noch nicht gefasst, oder?‘

Beuno: ‚Nein, die ist wohl in Bree untergetaucht. Im dortigen Strassengewirr könnte man da monatelang nach ihr suchen!‘

Kelko: ‚Wenn sie in Bree ist, ist es doch gut, weil sie dann hier den Leuten nichts mehr antun kann.‘

Beuno: ‚Und weil ihr dann nicht mehr zuständig seid, Kelko?‘

Kelko: ‚Nee, wir jagen Sahma nicht in Bree nach! Die wird sich hier nicht mehr so schnell blicken lassen.‘

Beuno: ‚Sie sieht sich selbst als Opfer, hörte ich munkeln.‘

 

Als Torbol Kelko’s Hund gewahr wurde, kam ihm die Idee, Sahma doch mithilfe des Vierbeiners in Bree aufzuspüren zu können. Man bräuchte lediglich ein Objekt, dem Sahmas Geruch anhaftete.

Beuno: ‚Bist du im Besitz eines Kleidungsstücks von Sahma, Torbi? Ne alte Socke, oder so?‘

Torbol: ‚Hm, nen Kleidungsstück hab ich nicht von ihr, aber wir könnten Sahmas Smial durchsuchen. Da gibts bestimmt Sachen von ihr.‘

Gesagt, getan! Da die Grenzer zustimmten und auch das Recht auf ihrer Seite hatten, machten wir uns sofort in Richtung ‚Ferkelkleve‘ auf.

 

Zuerst nahmen wir uns das ‚Büro-Smial‘ von Fräulein Flinkwiesel vor, wo Sundo und Kelko, unsere Bedenken zerstreuten, ob wir wirklich berechtigt waren, Sahmas Smial zu durchsuchen. Da Sahma als Hühnerzüchterin bekannt war und seit Wochen abgängig, wäre es unsere Pflicht, alleine schon wegen der Tiere, nach dem Rechten zu schauen.

Bango: ‚Klar, die Hühner sind in Gefahr zu verhungern.‘

Torbol: ‚Natürlich, man muss den armen Tieren helfen! Und wenns sein muss könnte ICH ja ne Vermisstenanzeige stellen, als besorgter Nachbar, und so.‘

Kelko: ‚Die Hühner sind anscheinend weg!‘

Torbol: ‚Sahma hat bestimmt dafür gesorgt, dass ihre Lieblinge weggeschafft wurden.‘

Bango: ‚Wahrscheinlich sind die Hühner drinnen.‘

 

Im Innern des Smials, welches Sahma als eine Art Büro für ihre Geschäfte diente, war allerdings nichts zu finden, weder Hinweise auf ihren Verbleib, noch die Hühner, wie Bango gemutmasst hatte. Zum Glück, war Torbol aber auch die Adresse von Sahmas Privatsmial bekannt.

Torbol: ‚Ihr Privatsmial ist in der Eggenstraße. Mir nach!‘

 

Dank unserer treuen Huftiere, war der kurze Weg innerhalb der Siedlung schnell zurückgelegt!

 

Der Garten von Sahmas Wohn-Smial, war sehr hübsch und machte einen gemütlichen Eindruck und liess in keinster Weise vermuten, was uns im Inneren erwarten würde.

 

Der Einrichtungsgeschmack des Fräulein Flinkwiesel, konnte man bestenfalls, als ‚eigenwillig‘, oder ‚kreativ‘ bezeichnen, wie selbiger sich unseren staunenden Blicken darstellte, hatte sie doch – zum Beispiel – tatsächlich einen echten Schweinepferch mit den entsprechenden Tieren (!) im Wohnzimmer!

Ahilleth: ‚Hier läuft ein Schwein umher!‘

Beuno: ‚Schweine im Smial?‘

Bango: ‚Wenn das die Schweinegwerkschaft aus Balgfurt hört!‘

 

In einem Nebenraum fehlte der komplette Fussboden, sodass der gesamte Grund mit Grünpflanzen bedeckt war. Dies liess für Torbol nur einen Schluss zu.

Torbol: ‚Hier also wollte sie wohl ihre Hühner verstecken – in diesem Raum im Smial!‘

Beuno: ‚Ist Sahma immer so eigenwillig,Torbi?‘

Torbol: ‚Oh ja, Beuno, sie ist sehr unkonventionell!‘

 

Im letzten Zimmer entdeckte Sundo dann eine nicht unbedeutende Menge an Goldmünzen und anderen Preziosen.

Ahilleth: ‚Hier liegt ja ein Schatz!‘ 

Torbol: ‚Ui, soviel Geld! Damit hat sie also die ganzen Lebensmittelsachen in Hafergut und Dunkelsenke gekauft!‘

Ahilleth: ‚Sollte man Diebesgut nicht beschlagnahmen?‘

Sundo: ‚Das es das ist, können wir leider nicht beweisen.‘

Torbol: ‚Schade, davon könnte ich mir eine schöne Entschädigung auszahlen.‘

 

Auch die Anordnung der Möbelstücke, allen voran eines Kamins, der mitten im Raum stand, liess uns verwirrt dreinschauen und uns an der Zurechnungsfähigkeit des Fräulein Flinkwiesel zweifeln.

 

Torbol erinnerte sich dann glücklicherweise, trotz der vielen Ablenkung, noch an den eigentlichen Grund unseres Besuchs in Sahmas Smial, der Sammlung einer Geruchsprobe für Kelko’s Spürhund.

Beuno: ‚Also, weder Sahma, noch die Hühner sind hier.‘

Torbol: ‚Aber Sachen von ihr! Für den Spürhund! Man könnte eine ‚Geruchsproben-Kleidung‘ hier sicherstellen, und dann das der Wache in Bree übergeben – so als Amtshilfeersuchen.‘

Beuno: ‚Dann pack bitte einige alte Sachen ein,Torbol..luftdicht.‘

Torbol: ‚Ah gut, ne wir nehmen nen Hut, der müffelt nicht so!‘

 

Auch ein Tisch mit diversen Lebensmitteln, darunter auch ein noch brodelnder Topf mit einer grünen Glibbermasse, Wackelpudding nicht unähnlich, erregte unser Misstrauen.

Sundo: ‚Eklig, was ist das?‘

Torbol: ‚Puh, der Eintopf stinkt schon!‘

Kelko: ‚Hier ist alles seltsam!‘

Beuno: ‚Probier das mal, Ahi!‘

Ahilleth: ‚Sicher nicht, ich möchte noch weiterleben!‘

 

Bevor die Grenzerstunde dann zuendeging, liess sich Torbol, als nächster Nachbar, noch dazu erweichen, sich während Sahmas Abwesenheit, wenigstens um die drei Schweine zu kümmern, die wir im Smial vorgefunden hatten.

Torbol: ‚Ja gut, füttern kann ich sie ja! Aber hier kacken die alles voll…ich schaff die in den Garten und füttere die dann dort!‘

 

So wurde alle weiteren Entscheidungen erstmal auf die nächste Grenzerstunde verschoben und wir verabschiedeten uns mit dem guten Gefühl, wenigstens die Schweine vorerst gerettet zu haben! Ein weiterer Erfolg für die ‚Grenzer des Auenlands‘!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. oha was ihr so alles findet.
    es hat spass gemacht es zu lesen,,
    warte auf weitere geschichten.
    kriso
    feiner bericht herr beuno

  2. Haha!
    Während die Grenzer das Smial von Fräulein Flinkfuss durchsucht haben, hat sich Selbige auf der Julfeier der Familie Wintermond vergnügt. Vermutlich wird Kelkos Spürhund in Bree wenig Erfolg haben, weil sie den Ort schon in Richtung Osten verlassen hat.

    • Beuno Willowtree

      Hmm, ich habe Sahma dort garnicht gesehen, Seby…nur so eine maskierte Dame…*grübel*

      • ach ja, die war wirklich mysteriös. hat sich vorgestellt als frau niemand aus nirgendwo. aber ich habe schon deutlich seltsamere namen gehört. und der herr torbol war ja auch ganz angetan von ihr, da kann man wohl jegliche gemeinsamkeiten mit dem fräullein flinkwiesel ausschließen.

  3. Torbol Prallwams

    Ich frage mich ob Sahmas kriminelle Geschäftspartner nicht versucht haben, aus ihrem Smial da eine Art Viehstall mit Grünfutter-Gewächshaus zu machen…
    Wenn ja dann wäre ihr das ganz recht geschehen, warum soll es ihr anders gehen als mir mit dem doofen Eiskeller in meinem Smial!
    Aber auf der Feier der Wintermonds, das kann nicht sein Sebylla, hätte ich doch bemerkt. Und das maskierte Fräulein war nicht Sahma, sondern eine junge Dame aus einer der angesehensten Hobbitfamilien des Breelandes, das hat sie mir selbst im Vertrauen erzählt! Eine echte Edelhobbitfamilie eben, die solche Festbesuche wo so Elben und Zwerge herumspringen niemals erlauben würde.

  4. Also die Sahma wollte in ihrem Haus bestimmt nur eine unangemeldete Zuchtstätte einrichten… die hat die Hühner bestimmt wieder in die Massenhaltung versetzt, das sag ich euch. Auch wenn ich ihr diese ganzen Straftaten wie diesen Angriff letztens noch nicht ganz zutrauen kann oder will…

  5. Hui spannend. Ich bin sehr gespannt wie es in diesem Fall weiter geht.

  6. Ui, ein toller Bericht! Uh, was is denn nu mit den Schweinen? Können wir die aufessen?

  7. Amtliche Verlautbarung

    Offenlegung aufgr. §12 der Aktenverordnung des Bürgermeisteramts Michelbinge (AVoBM) in der Novelle von 1227 A.Z.

    Aufgrund zahlreicher Anfragen bzgl. Fr. Sahma Flinkwiesel tut die Registratur des Bürgermeisteramts Michelbinge (in Folge RdBMAM) hiermit kund und zu wissen, daß ‚Esgiltdieunschuldsvermutung‘ NICHT Namensbestandteil, somit weder zweiter Vorname, noch Teil eines Doppelnamen von Fr. Flinkwiesel ist. Fr. Flinkwiesel ist zu keiner Zeit eine eheliche Verbindung mit einer Person des Nachnames ‚Esgiltdieunschuldsvermutung‘ eingegangen, des weiteren ist keine solche Person bei der RdBMAM eingetragen, somit auch keine Person dieses Namens für Schulden oder Einlösung von Versprechungen besagter Fr. Flinkwiesel haftbar. Weitere Anfragen zu diesem Thema behält sich die RdBMAM vor, nicht mehr zu beantworten.

    Für die Registraturbehörde
    Schlocko Tintenärmel, Amtsoberregistrar 2.Kl.

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