Berichte

Grenzerbericht: ‚Eine Vermisste und eine Rückkehrerin!‘

Vergangenen Dienstag, zur gewohnten achten Abendstunde, versammelten sich die ‚Grenzer des Auenlands‘ erneut, vor ihrem Hauptquartier, in der schönen Siedlung ‚Fuchskleve‘, um möglichen Antragsstellern und Hilfesuchenden, zur Seite stehen zu können. Ab der achten Abendstunde, harrten die Beamten dort der Dinge, die da kommen mochten.

 

Bei meinem leicht verspäteten Eintreffen, freute ich mich sehr, bereits auf die Grenzer, Kelko, Sundo und Faroweis, sowie die Stammgäste, Werro Hanfstengel und Bango Gerstfeld, zu treffen, die schon in eine Diskussion vertieft waren, in welcher es augenscheinlich, um das vermisste Fräulein, Hazelnuss Kleinbau, ging. Natürlich wollte ich da gleich Nachhaken, da wir vom ‚Auenländer Wochenblatt‘ in unserer letzten Ausgabe, auch eine darauf bezogene Suchanzeige abgedruckt hatten.

Beuno: ‚Was hat der Steckbrief gebracht? Ist Hazelnuss noch verschollen?‘

Kelko: ‚Nee, ich habe nichts gehört.‘

Sundo: ‚Ich bin der Meinung, wir sollten die Lampen mitnehmen und im Sumpf nach ihr nachsehen. Das ist die beste Spur, von der ich gehört hab.‘

Natürlich war es durchaus eine Möglichkeit, dass sie sich im Sumpf verlaufen haben könnte, doch da Leutnant Froschbiss, beim letzten Treffen angegeben hatte, dass die Vermisste vor ihrem Verschwinden, einige ihrer Sachen gepackt und mitgenommen hatte, deutete doch alles eher auf eine geplante Flucht hin. So wurde die Exkursion ins Sumpfgebiet ersteinmal aufgeschoben und andere Spekulationen machten die Runde. Es wurde zum Beispiel, gemutmasst, dass Hazelnuss mit einem heimlichen Liebhaber durchgebrannt sein könnte.

Kelko: ‚Aber überlegt doch: Sie hat alle ihre Sachen mitgenommen, sieht das nach Unglücksfall aus, oder eher nach wohlvorbereiteter Flucht?‘

Faroweis: ‚Hazel hat gewiss eine Liebelei! Und deshalb ist sie geflohen. Es war ihr peinlich, oder es ist ein Zwien..wer weiß? Und aus Angst vor Konsequenzen floh sie!‘

Sundo: ‚Aber es hiess doch, sie habe keine Liebelei. Es sei ihren Eltern nichts bekannt.‘

In einem Punkt waren sich jedoch alle einig, dass man für eine solche Flucht auf jeden Fall, einiges an Geld bräuchte, falls man sich hernach wohlmöglich noch ein neues Leben aufzubauen gedachte. In diesem Zusammenhang, kam natürlich auch wieder Fräulein Hazelnuss Funktion als Vorsitzende des Vereins für die Erhaltung der ‚Backstube Oberbühl‘ zur Sprache und auch ihr ‚Kassenwart‘, Mikho Buchsbaum, geriet wiedermal in den Fokus der Grenzer.

Sundo: ‚Sie war doch mit diesem Verein vom ‚Dump‘ verbandelt, hat sie vielleicht die Kasse geplündert? Ich meine WEISS jemand ob die Kasse noch da ist?‘

Beuno: ‚Das weiss nur Mikho! Und Mikho ist abgängig!‘

Sundo: ‚Kann es sein, dass die das Ganze nur als großen Schwindel aufgezogen haben, um an das Geld zu kommen?‘

Beuno: ‚Aber Hazel war immer eine ehrliche Haut! Oder hat die sich vielleicht in Mikho verknallt?‘

Bango: ‚Ich hab gehört, dass sie Mikho eine geknallt hat!‘

Werro: ‚Alles nur Spekulatius!‘

Die Besprechung fand dann jedoch ein jähes Ende, als sich überraschend, eine lang nicht mehr gesehenes Gesicht aus der einbrechenden Dämmerung schälte und eine – den meisten von uns – wohlbekannte Dame, in unsere Mitte trat. Es war aber mitnichten das Fräulein Hazelnuss, nein, sondern Hobbitfräulein Catalynia, die vor Monaten aus dem Auenland abgereist war, um sich um ihre kranke Tante zu kümmern! Die Freude war gross in unseren Reihen, insbesondere bei Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag, welcher die patente Dame, dereinst zur Grenzerin ausgebildet hatte. Nach minutenlangen, Jubel, Begrüssungen und Umarmungen, kam die gerührte und leicht verwirrte ‚Catly‘ endlich dazu, einige Worte hervorzubringen.

Catalynia: ‚Ich bin.. ich war im ..also, da wo ich war, war nicht hier..‘

Beuno : ‚Bist du aus der Fremde zurückgekehrt?‘

Bango: ‚Lasst sie doch erstmal ankommen. Sie hat kaum was gegessen vorher!‘

Bei Bangos Worten, fiel uns auf, dass wir alle noch garnichts gegessen hatten, sodass uns Kelko zum Kochfeuer hinüber bat, wo er einen grossen Topf mit Bohnensuppe am Köcheln hatte. Wir alle, besonders Catalynia und Bango, griffen hungrig und herzhaft zu, während Faroweis sogleich versuchte, der ‚Neuankömmlingin‘, auch den Grenzerdienst wieder ’schmackhaft‘ zu machen.

Faroweis: ‚Du musst aber erst wieder eine Einarbeitung machen Catly. Eine einmonatige Ausbildung. Du warst zu lang weg. Du musst einmal wöchentlich zu einem Kurs bei mir!‘

Kelko: ‚Wir brauchen verlässliche Grenzer.‘

Catalynia: ‚Also.. ich kann sehr verlässlich Aufgaben erfüllen, wenn ich da bin..‘

Sundo: ‚Was sagt denn die Frau Birnhaag, wenn der Faro sich jetzt so intensiv um eine andere kümmert? Und dabei so eifrig ist?‘

Faroweis: ‚Ich liebe doch nur die Mairad!‘

Sundo: ‚Faro, du willst eine offensichtlich Verwirrte in den Grenzerdienst zurückholen, verstehe ich das richtig?‘

Sundo äusserste damit seine Skepsis, was die Neuaufnahme Catalynias in den Grenzerdienst anging, doch Faroweis versicherte ihm, ihr zunächst einen intensiven Einführungskursus angedeihen lassen zu wollen. So beruhigten sich die Gemüter wieder und alle weiteren Entscheidungen wurden auf die nächste ‚Grenzerstunde‘ verschoben, da es nun schon spät geworden war und Hauptmann Kelko, uns alle herzlich in den Feierabend verabschiedete. Zwar hatte die eine Vermisste nicht ausfindig gemacht werden können, doch war mit ‚Catly‘, immerhin eine ‚Verschwunden‘ wieder aufgetaucht, sodass der Abend dennoch, als voller Erfolg verbucht werden konnte!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Ach Beunolein! Verknallt sein und jemandem eine knallen sind zwei eher gegensätzliche Handlungen. Ich bin in dich verknallt, würde dir aber nur eine knallen, wenn du etwas außerordentlich gemeines tätest. Lieber knuddle ich dich und schenke dir Knutschis.

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