Berichte

Grenzerbericht: Diskussion über neuartige Fallen geführt

Letzten Dienstag, versammelten sich die ‚Grenzer des Auenlands‘, samt ihrer Stammgäste, erneut zur altbekannten Stunde – der achten des Abends – , im beschaulichen Weiler ‚Fuchskleve‘, wo die tüchtigen Beamten, mit dem ‚Grenzersmial‘, ihr Hauptquartier aufgeschlagen haben, um allen Anliegern, mit Rat und Tat zur Seite stehen zu können.

 

In kleiner Besetzung, mit den Beamten, Kelko, Sundo und Faroweis, sowie, Bango Gerstfeld und meiner Wenigkeit, Beuno Willowtree, als ausgewiesenen Stammgästen, gingen wir von der allgemeinen Begrüssung, sogleich in eine hitzige Diskussion über, welche sich mit den neuartigen, von Sundo geschmiedeten, ‚Wolfsangeln‘ beschäftigte und der damit in Beziehung stehender Munkelei, aus der letzten Ausgabe des ‚Auenländer Wochenblatts‘. Das Gerücht hatte besagt, dass einige Wegscheider verletzt worden waren, als sie mit den Fallen in Berührung gekommen waren. Die Meinungen der Anwesenden divigierten stark, was den weiteren Einsatz dieser Fallen anging, wobei Sundo, als Erfinder und Konstrukteur, selbige natürlich vehement verteidigte. Ein letztwöchiger Test auf Fräulein Dora Braunlocks Hof, in Wegscheid, war positiv ausgefallen und hatte einen kapitalen Wolf zur Strecke gebracht, wie Sundo uns stolz mitteilte.

 

Sundo: ‚Das Fleisch des getöteten Wolfs wird genommen, um die nächsten Wolfsangeln zu behängen!‘

Seltsamerweise hatten sich die besagten Wegscheider aus der Munkelei, ihre Verletzungen aber nicht in Wegscheid, oder dem ‚Braunlockschen Hof‘ zugezogen, sondern waren in ‚Wolfsangeln‘ bei ‚Brückengau‘ geraten, wo die Grenzer angeblich garkeine Fallen platziert hatten, wie sie angaben.

Sundo: ‚Egal, wer die Fallen aufgestellt hat, also, bei der Hitze, wenn da irgendwo Fleisch in einem Baum hängt, und überall Fliegen dran sind und das ganze unappetitlich für Hobbits ist, versuchst du das dann runter zu holen? Mit Hobbits, die sowas machen, hab ich kein Mitleid. Dummheit gehört bestraft!‘

Beuno: ‚Indirekt wären aber die Grenzer Schuld, da sie die neuen Fallen hergestellt haben!‘

Kelko: ‚Was heisst hier ‚Schuld‘? Keiner hat den Wegscheidern gesagt, sie sollen die Köder herunterholen!‘

Während Faroweis sich dazu nicht eindeutig positionieren wollte und Bango darüber sinnierte, wie Wolfsfleisch wohl schmecken würde, schlug ich vor, doch an jeder Falle ein Warnschild zu platzieren, denn immerhin sind Wölfe ja des Lesens unkundig und würden dadurch nicht gewarnt werden.

Beuno: ‚Stellt doch Warnschilder auf!‘

Sundo: ‚Beuno, die Wegscheider sind zu doof zum Lesen. Da kann man Schilder aufstellen, wie man will!‘

Beuno: ‚Malt doch Piktogramme – erklärende Bilder – mit drauf! Da braucht man nicht Lesen zu können.‘

So drehte sich die Diskussion im Kreise und auch die Befragung von Bango, brachte kaum neues Licht in Dunkelheit.

Sundo: ‚Bango, also wenn du altes Fleisch an einem Ast hängen siehst, holst du es dir dann zum Essen?‘

Bango: ‚Uh, kommt drauf an wie es aussieht. Reden wir von Schnitzeln?‘

Beuno: ‚Zwerge mögen gut abgehangenes Fleisch!‘

Die Schuldfrage in dieser Angelegenheit, konnte letztendlich auch nicht zufriedenstellend geklärt werden und wurde ersteinmal offen gelassen.

Beuno: ‚Die Grenzer müssen sich bei den Wegscheidern entschuldigen!‘

Sundo: ‚Ach was, es ist niemand wichtiges ernsthaft zu schaden gekommen. Alles halb so wild!‘

Beuno: ‚Tiefe Fleischwunden sind halb so schlimm? Die Wegscheider können mit ihren Verletzungen, wochenlang nicht auf Diebestour gehen und haben kein Einkommen!‘

Kelko: ‚Da ist aber keiner traurig drüber, Beuno!‘

Bango: ‚Die Leute die sonst immer beklaut werden, könnten ihre Sachen nach Wegscheid bringen… das wär einfacher!‘

Wir kamen einfach auf keinen ‚grünen Zweig‘, oder gar eine Einigung, schon garnicht, als auch noch die ‚Grausamkeit‘ der ‚Wolfsangeln‘ aufs Tableau kam.

 

Beuno: ‚Geomee würde mir beipflichten, dass die Fallen zu grausam töten! Sie ist Tierfreundin und um jedes Lebewesen besorgt!‘

Sundo: ‚Sie will Wölfe schützen? Sag das mal all denen, die einen Angehörigen, oder ein geliebtes Tier durch Wölfe verloren haben! Wenn die Kakerlaken in der Küche hat, wird sie diese auch töten wollen.‘

Beuno: ‚Geomee würde die Kakerlaken nach draussen tragen!‘

Sundo: ‚Dann soll sie doch die Wölfe aus dem Land tragen!‘

Es war wenig verwunderlich, dass wir am Ende der Grenzerstunde, dann immer noch keinen Konsenz gefunden hatten und auch die Frage ‚Wer war zuerst da, die Hobbits, oder die Wölfe?‘, nicht beantwortet werden konnte. So gingen wir nach der Verabschiedung durch Hauptmann Kelko, eher unbefriedigt auseinander. Man darf gespannt sein, ob sich die ‚Wolfsangeln‘ letztendlich durchsetzen, oder doch einem Verbot anheimfallen werden. Im Notfall muss wohl der Bürgermeister eine Entscheidung fällen. Das ‚Auenländer Wochenblatt‘ bleibt neutral und wird diese Entwicklung interessiert weiterverfolgen und gegebenenfalls, erneut darüber berichten!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Tulpeline

    Also ich muss da Beuno zustimmen. Ich empfinde diese Wolfsfallen nicht für die richtige Lösung.

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