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Grenzerbericht: Die Suche nach Bombly Haarfuss!

Die Grenzerstunde in der vergangenen Woche, fand wie immer, am Dienstag zur achten Abendstunde statt. In der beschaulichen Siedlung 'Fuchskleve', am 'Grenzersmial' in der Bachuferstrasse, empfingen die Beamten wieder, jeden Mitbürger, der ein Anliegen an sie vorzubringen hatte.

Dieses Mal, stand aber noch ein ganz besonderer Punkt auf der Tagesordnung der Grenzer, die Suche nach ‚Bombly Haarfuss‘, der von seiner Schwester Josefenia, als vermisst gemeldet worden war. Als die Hauptmänner, Kelko und Sundo Breitfusz, ihren Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag und uns Zivilisten, Snalpo Wolfstrapp, Bango Gerstfeld und meine Wenigkeit, Beuno Willowtree, bei knackig kühlen Temperaturen, begrüssten, überraschte uns Kelko mit einem Brief, der einen Hinweis auf den Aufenthaltsort des Gesuchten enthielt.

Während Faroweis daraufhin, ohne Details abzuwarten, losrannte, um seine Einsatzausrüstung zu holen, berichtete  Kelko uns, dass der Schrieb von einem gewissen ‚Steinlin‘ stammte, welcher behauptete, er hätte einen ‚jungen Grenzer‘, nahe des alten Krauthof gesehen, auf den die Beschreibung von Bombly gepasst hätte. Zwar kannte niemand den mysteriösen Briefschreiber, doch da wir keinen anderen Ansatzpunkt hatten, beschloss Sundo kurzerhand, den besagten ‚Krauthof‘ einfach mal in Augenschein zu nehmen.

Zum Glück, hatten alle ihre Ponies und einiges an Ausrüstung dabei, sodass einem raschen Aufbruch nichts im Wege stand und wir uns schon bald, auf den Rücken unserer treuen Vierbeiner, auf dem Weg zum Siedlungsausgang befanden.

Kurz vor dem verlassenen Hof, hiess Sundo uns, abzusteigen, damit wir auf alle eventuellen Überraschungen vorbereitet wären und nicht mitten ins Geschehen hineinpreschen würden. Da wir überhaupt nicht wussten, was uns erwarten würde, leuchteten Snalpo und ich, den Weg, ganz vorsichtig, mit unsere Handlaternen aus, während wir uns langsam vorantasteten.

Schon kurz vor unserem Ziel, sahen wir uns nach etwaigen Spuren um, die auf den Verbleib des jungen Haarfuss-Sprosses hindeuten könnten, als endlich auch Grenzerausbilder Faroweis, wieder zu uns stiess, schwer bewaffnet und mit einem grossen Rucksack auf dem Rücken. Mit dieser Verstärkung, fühlten wir uns auch gleich viel wohler und bewegten uns mutig, weiter vor.

Zur besseren Orientierung, führte Kelko unsere kleine Truppe, auf einen erhöhten Felsvorsprung, von dem aus, Sundo dann auch rasch, etwas entdeckt zu haben glaubte. Aufgeregt wiess er in Richtung des alten Bauernhauses und rannte auch sogleich los, uns verblüfft zurücklassend. Sobald wir uns wieder gefangen hatten, folgten wir dem tapferen Altgrenzer mit einem mulmigen Gefühl im Bauch, wobei wir nervös, unsere mitgeführten Waffen bereit machten.

Selbige kamen dann auch tatsächlich zum Einsatz, als wir im Innenhof des verwilderten Anwesens des ‚Alten Odo‘, auf einige Wegelagerer stiessen, die Sundo schon eingekesselt hatten und in Begriff waren, ihm Leid zuzufügen. Mit Warnschüssen meines Bogens und einigen gezielten Keulenschlägen, von Faroweis und Snalpo, sowie lauten Schmährufen, aus Kelkos Kehle, hatten wir die Halunken jedoch schnell vertrieben und Recht und Ordnung wieder hergestellt.

Die anschliessende Durchsuchung, brachte aber keinen Hinweis auf Bombly Haarfuss zu Tage, womit sich diese Spur auch als Sackgasse entpuppte und wir das ungepflegte Gelände, enttäuscht wieder verliessen. Vor der Aussenhecke, sahen wir uns ratlos an und überlegten, was als Nächstes zu tun sei, als – wiederum Sundo – einer dünnen Rauchsäule gewahr wurde, die von einem nahegelegenen Hügel aus, in die klare Herbstluft aufstieg. Wir beschlossen, uns das mal genauer anzuschauen und erklommen vorsichtig, die begraste Anhöhe.

Oben angekommen, glaubten wir unseren ‚Hobbitglotzern‘ nicht zu trauen, sass dort doch, unser gesuchter Vermisster – Bombly Haarfuss -, in voller Grenzeruniform, seelenruhig und unversehrt, gemütlich an einem Lagerfeuer und fütterte ein zahmes Nagetier, mit gerösteten Eicheln! Wir waren natürlich bass erstaunt und erheischten Antworten und sofortige Aufklärung, seitens des, völlig schuldunbewussten, Grenzerrekruten.

Der naive Bombly, hatte nichteinmal mitbekommen, dass er gesucht wurde. Er gab an, dass er sich, für seinen Onkel, Huugo Haarfuss, auf Wildschweinjagd begeben und eine mitgeführte Karte, falsch gelesen hatte. Als er zusätzlich von seinem ’neuen Freund‘, dem kleinen Eichhörnchen, abgelenkt worden war, hatte er sich verirrt und war hernach, seinen ‚Tagträumereien‘ auf dem sonnigen Hügel erlegen!

Da die Grenzer bei Fräulein Josefenia und ihrer Familie, im Wort standen, konnten wir Bombly nicht einfach dort lassen und eskortierten ihn erstmal, zur Strasse zurück, während sein Ausbilder, Faroweis Birnhaag, ihm, den ganzen Weg hinunter über, eine deftige ‚Standpauke‘ hielt!

Kelko beschloss, sicherheitshalber den Rückweg via Buckelstadt einzuschalgen, um nicht wieder auf die vertriebenen Raufbolde zu treffen, was bei uns einhellig, auf Zustimmung stiess. Damit er nicht wieder ‚verlorengehen‘ konnte, nahmen wir Bombly und sein Backenhörnchen, in unsere Mitte, wo alle ihn gut im Auge behalten konnten.

Kelkos Entscheidung erwiess sich bald, als doppelt richtig, als wir von Ferne, die berühmten Bienenstöcke und zahlreiche rauchende Kamine, aus Richtung Buckelstadt, ausmachen konnten. Sundo zählte als Schnellster, eins und eins, zusammen und erinerte sich, dass grad wieder die ‚Brotbacksaison‘ in Buckelstadt angebrochen war. Dies liess uns natürlich, unsere Schrittart, noch zusätzlich beschleunigen!

Sundo erklärte, dass das berühmte Buckelstädter Krustenbrot, das nur ‚Das Bucklige‘ genannt wurde, eine wahre Köstlichkeit darstellte und wir bei seiner Bekannten, dem Fräulein Petunia, oben in der Bibliothek, einige Laibe zum Mitnehmen, erhalten könnten. Auch frische Honigwaffeln, würden dort unserer harren, sodass wir uns – Bango vorweg – schnell, dorthin begaben!

Sundo hatte nicht zuviel versprochen und so bekamen wir, bei der gastfreundlichen Petunia, ‚Buckeliges‘ satt und auch, noch dampfende, Honigwaffeln, wurden uns zur Stärkung gereichte! Eine überaus nette Geste, für die wir uns freudig bedankten!

So mapften wir erstmal genüsslich vor uns hin, wobei auch ‚Knacki‘ – wie ich es heimlich getauft hatte -, Bombly’s Eichhorn, nicht leer ausging und fröhlich, an einem Stückchen Brotkruste knabberte.

Gesättigt und mit den frischen ‚Buckligen‘ in unseren Rucksäcken, die uns angenehm die Rücken wärmten, liessen wir Kelko uns auf einer Abkürzung und bei besten, sonnigem Herbstwetter- querfeldein -, gen Südviertel zurückführen.

Vor dem Siedlungseingang, erklärte Sundo die Suchaktion, für ‚erfolgreich abgeschlossen‘ und liess seinen Bruder, Kelko, das Schlusswort der Grenzerstunde sprechen. So verabschiedeten wir uns voneinander, wobei wir nochmals der Erleichterung, Bombly wieder in unseren Reihen zu wissen, mittels Umarmungen für den ‚Wiedergefundenen‘,  Ausdruck verliehen! Ende gut, alles gut!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Mairad Flinkfuss

    Ui das war aber gefährlich. Toller Bericht lieber Beuno und gut dass alles gut gegangen ist

  2. Beuno Willowtree

    Dankeschön, liebe Mai! 😀 Ja, das war nicht ganz ohne, aber ging ja letztendlich alles glatt! 🙂

  3. Huugo Haarfuss

    Hui so ist das also her gegangen. Naja als strafe darf Bombly nun mal das smial abstauben und danach den Keller säubern…Opa hatte mal wieder ein durcheinander veranstaltet.
    Toll dass auf die Grenzer verlass ist

  4. Ein Aufregendes Abenteuer. Aber gebt auf „Knachi“ acht. Wenn es zu viele Krümelchen futtert, wird es vielleicht genau so riesig, wie meine Spitzmaus.

  5. Schön das ihr Bombly gefunden habt.

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