Berichte

Grenzerbericht: Damenbesuch und Verabschiedung in die Fortbildung!

Am Dienstag der letzten Woche, standen den Beamten, wieder reguläre sechzig Arbeitsminuten ins Smial. Wie gewohnt, ab der achten Abendstunde, durften Besucher und Mitbürger, die Dienste der ‚Grenzer des Auenlandes‘, im schönen Weiler ‚Fuchskleve‘, in Anspruch nehmen.

 

Als ich am Grenzergrundstück ankam, begrüssten mich dort schon, Grenzerausbilder Faroweis Birnhaag und mit den Hobbitdamen, Brumsel und Geomee, zwei Fräuleins, die eher seltene Gäste der ‚Grenzerstunde‘ sind. Ich freute mich sehr, die beiden – die eine ihres Zeichens, Cousine des Bango Gerstfeld, die andere, Schwester von Fräulein Faramee Blümchenfee –  vor Ort zu sehen und umarmte sie ausgiebig, während Faroweis nur missbilligend eine Augenbraue hob. Dann trafen auch schon Grenzerhauptmann, Kelko Breitfusz und sein Bruder, Sundo Breitfusz – aus unterschiedlichen Richtungen kommend – im Grenzergarten ein und salutierten zackig vor uns, ihren Gästen. Die junge Geomee hatten dann auch sofort eine Frage an die Grenzer, welche sie anscheinend schon länger beschäftigt hatte.

Geomee: ‚Warum ist denn Schalotte ein Gemüse und warum ist Schalotte keine Schalotte? Brumsel und Faro sagten, die ‚Schalotte‘ sei keine Schalotte!‘

Sundo erkannte sofort, dass die unterjährige Hobbitdame, von Frau ‚Schalotte Buchsbaum‘ und den kleinen Gemüsezwiebeln, den Schalotten, sprach und diese augenscheinlich, miteinander verwechselt hatte. Mit Engelsgeduld versuchte der Grenzerhauptmann, dem Hobbitkind, den Unterschied minutenlang klarzumachen, bis ihn eine kühle Brise frösteln liess und er eine Verlegung der Diskussion nach Innen vorschlug.

Sundo: ‚Wollen wir reingehen, da ist’s gemütlicher, nicht dass wir hier noch Zug abbekommen!‘

Wir alle stimmten sofort zu, da die Temperaturen tatsächlich erheblich gesunken waren und uns von Geomees ständigem Nachfragen, schon allmählich die Köpfe schwirrten. Am grossen Kochfeuer warteten bereits ein deftiger Kanincheneintopf – mit zusätzlicher Eichhörnchen-Note – und ‚Essperte‘, Bango Gerstfeld, auf uns, der sich natürlich schon ausgiebig bedient hatte. Während Geomee endlich zu begreifen schien, was Sundo und Kelko, ihr nun gemeinsam deutlich machen wollten, nämlich, dass Frau Buchsbaum keine Zwiebel ist, begrüsste Brumsel ihren Cousin Bango so überschänglich, dass selbigem fast sein ‚Familienlöffel‘ aus der Hand rutschte. Dieses gravierte Essbesteck, wird einem jeden ‚Gerstfeld‘ quasi mit in die Wiege gelegt und gilt als wirksamer Talisman gegen Entfettung. Auch Brumsel besass natürlich so einen Löffel, den sie nun tüchtig zum Einsatz brachte, als Bango ihr eine grosse Schüssel mit Eintopf reichte. Sundo und Kelko, liessen uns dann erstmal in aller Ruhe essen, bevor sie mit einer Ankündigung herausrückten, die uns – obwohl einige von uns sie bereits vor einigen Wochen schonmal gehört hatten – jetzt doch wieder aufs Neue schockte.

Sundo: ‚Wir werden ja nun die nächsten drei Wochen nicht da sein. Es ist eine längere Reise zu einer Grenzerfortbildung angesagt!‘

In ihrer Abwesenheit sollte ihr Kollege und Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag, trotz seiner geringen Erfahrung in diesen Dingen, die Stundenleitung übernehmen. Doch mussten die Hauptmänner natürlich erst dessen Zustimmung erheischen.

Kelko: ‚Faro, machst du in dieser Zeit die Sprechstunde, oder sollen wir sie ausfallen lassen?‘

Der patente Bäckereibesitzer und ‚Grünfinken-Musiker‘ musste seine Antwort nicht lange abwegen, hatte er doch anscheinend genau auf solch eine Chance gewartet, um sich endlich vor den dienstälteren Beamten beweisen zu können.

Faroweis: ‚Ich mach das! Ich bin sehr wohl bereit dazu, ich leite die Stunden!‘

Trotz einiger Einwände und meinem Vorschlag, dass doch lieber Ex-Grenzer, Opa Hanglo, die Oberhoheit über die Treffen übernehmen, oder Faroweis wenigstens dabei unter die Arme greifen sollte, sprachen Kelko und Sundo, ihrem Grenzerausbilder ihr vollständiges Vertrauen aus.

Kelko: ‚Beuno, Faro ist sehr wohl in der Lage, die Sprechstunde abzuhalten!‘

Bango hatten derweil seine ganz eigenen Zweifel, was den korrekten Ablauf der kommenden Grenzerstunden anging.

Bango: ‚Aber bei der Grenzerstunde gibts Eintopf! Kannst du Eintopf kochen, Faro?‘

Faroweis versicherte, dass kein Besucher bei dem von ihm geleiteten Treffen, verhungern, oder entfetten würde. Das beruhigte, Bango, Brumsel und Geomee, sichtlich, sodass sie Faroweis plötzlich mit ganz anderen Augen sahen. Ich flüsterte Brumsel – nur um ganz sicher zu gehen – heimlich ins Ohr, dass sie doch Opa Hanglo Bescheid geben solle, dass er bei der nächsten Grenzerstunde doch tunlichst auftauchen möge.

Brumsel: ‚Ich schick ihm einen Brief, Beuno.‘

Das beruhigte mich dann etwas, da Faroweis so wenigstens die Rückendeckung der erfahrenen Senioren, zuteil werden konnte. Hernach wurde noch etwas über ‚Törtchenprobleme‘ und den letztwöchigen Maskenball in den ‚Ered Luin‘ geplaudert, bis dann schon wieder die Stunde des Abschieds gekommen war. Wir alle wünschten, Kelko und Sundo, eine gute Reise, Aufenthalt und Wiederkehr und umarmten die gestandenen Grenzer herzlichst. Drei Wochen sind eine lange Zeit und wir waren uns sicher, die beiden sehr vermissen zu werden! Man darf gespannt sein, wie sich die nächsten Grenzerstunden unter der Aegide des Faroweis Birnhaag, entwickeln werden. Besucher sind, wie immer, gerne gesehen und hiermit, herzlich eingeladen!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Bestimmt war mein Schwesterlein nicht so zurückhaltend und gesittet, wie ich. Geomee ist ein wilder kleiner Wirbelwind.

    Brumsel war meiner Schwester sofort sympathisch. Die beiden haben über ihre Vorliebe für Pudding und Kuchen und Kuchen mit Pudding geschwärmt.

    • Beuno Willowtree

      Ohja, Geomee ist schon ein Wildfang! 😉 Brumsel mochte sie sehr gerne! 🙂

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