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Grenzerbericht: Dachsdezimierung im Schärener Hinterland unternommen!

Bei der Grenzerstunde am vergangenen Dienstag, hatten die 'Grenzern des Auenlandes' eine ganz besondere Aufgabe zu bewältigen. Denn Grenzer jagen mitnichten nur Verbrecher, oder sorgen für den Schutz der Grenzen, nein, auch für die Sicherheit der Öffentlichkeit vor Seuchen und Tierplagen, haben sie Sorge zu tragen. Diesesmal galt es, der bedrohlich anwachsende Dachspopulation in der Umgebung von Schären, Herr zu werden.

Bei der Grenzerstunde am vergangenen Dienstag, hatten die ‚Grenzern des Auenlandes‘ eine ganz besondere Aufgabe zu bewältigen. Denn Grenzer jagen mitnichten nur Verbrecher, oder sorgen für den Schutz der Grenzen, nein, auch für die Sicherheit der Öffentlichkeit vor Seuchen und Tierplagen, haben sie Sorge zu tragen. Diesesmal galt es, der bedrohlich anwachsende Dachspopulation in der Umgebung von Schären, Herr zu werden.

 

Natürlich traf man sich zunächst, an altbekannter Stelle, dem Grenzersmial zu Fuchskleve, beziehungsweise, dessen Garten, wo der erste Schnee der Saison, von den Grenzern zu einer eindrucksvollen Hügellandschaft aufgetürmt worden war. Dies lud natürlich zu einer kleinen ‚Schneeballerei‘ ein und so flogen bereits die weissen Kugeln, als ich das Gelände betrat. Den Geschossen ausweichend, konnte ich, nach und nach, die bereits anwesenden, Huugo Haarfuss, Werro Hanfstengel, Sundo und Kelko Breitfusz, sowie Bango Gerstfeld, begrüssen. Alle waren in Zivil gekleidet erschienen und hatten teilweise, tierische Begleiter dabei, was natürlich dem Anlass der stattfindenden Grenzerstunde geschuldet war.

Denn an diesem Abend, sollte es gen Schären gehen, von wo die Grenzer in der letzten Woche, ein Hilferuf erreicht hatte. Da die Zahl der dort ansässigen Grossspinnen, aus unerklärlichen Gründen, rapide abgenommen hatte, war die Population der Dachse, im Gegenzug, derart angewachsen, dass die Anwohner sich zunehmend bedroht fühlten. Nun wollten die Grenzer die Gefahr einmal selbst in Augenschein nehmen, um im Ernstfall, adäquat Handeln zu können. Als Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag, leicht verspätet, schliesslich auch noch zu uns gestossen war, befahl Altgrenzer Sundo, die Ponies zu besteigen, damit man noch zeitig in Schären ankommen würde. So machte sich unsere wehrhafte Truppe, im schnittigen Handgalopp, auf die nicht gerade kurze Strecke, zur lauschigen Bergbaugemeinde, die wir dann auch überraschend schnell, hinter uns brachten. Die Schärener reagierten erfreut auf unser Eintreffen und reichten uns gleich erstmal, grosszügig gefüllte Teller mit frischem ‚Kudding‘, zur Stärkung vor unseren Aufbruch in das wilde ‚Hinterland‘.

Wir liessen uns die süsse Köstlichkeit auf der Zunge zergehen, während die schärener Stallburschen, unsere Ponies in Obhut nahmen. Frisch gestärkt, führten Kelko und Sundo, uns dann geradewegs, in die Hügel, die direkt nördlich hinter der Ortschaft begannen und bisher, nur wenig erschlossen wurden. Bei schön sonnigem Wetter, legten wir trockenen Fusses, eine ordentliche Strecke zurück, ohne auch nur eines einzigen Dachses ansichtig zu werden. Lediglich, Wölfe, Rehe, Bären und diverse Vögel, kreuzten unseren Weg und behelligten uns nur wenig, sodass kein Grund zur Beunruhigung gegeben war. Zum Glück, hatten wir Huugo, einen erfahrenen ‚Waidhobbit‘ und sein Luchsweibchen, Mietzie, dabei, denen Kelko nun den Befehl erteilte, den nächstbesten Dachs aufzuspüren.

Während Bango schon von einem knusprigen ‚Dachs-Steak‘ fabulierte, welches er beim geplanten, anschliessenden Grillen, zu verspeisen gedachte, tat Mietzie, auf Befehl ihres Herrchens hin, ihre Pflicht. Sie rannte los, wie ein geöltes Bogü, sodass zunächst nur Huugo in der Lage war, ihr zu folgen. Wir anderen trabten hinterher, so gut wir konnten und wurden dann tatsächlich des ersten – allerdings toten – Dachses ansichtig, als wir die beiden einholten. Mietzie hatte schon das Gröbste erledigt und den schwarz-weissen Höhlenbewohner, ‚fachluchsig‘ gerissen! Sundo und Faroweis, untersuchten den Leichnam mit Kennerblick und vermeinten zu bemerken, dass dieses Exemplar, wohl eines der Jungtiere der neuesten Generation, gewesen war. Der Dachs wurde eingesackt und mitgenommen, um später als Fleisch für das Abschlussgrillen verwendet werden zu können.

Einige – besonders Werro – verzogen bei diesem Gedanken zwar das Gesicht, doch liessen sich dann von Bango überzeugen, dass Dachsbraten, wie ’nussiges Hühnchen‘ schmecken würde und in seiner Heimat Dachsbauten, als ‚wahre Delikatesse‘ gelte. Unvermittelt trafen wir dann auf den nächsten Dachs – diesesmal einen lebenden -, ein kapitales Tier, das keinerlei Scheu vor uns zeigte. Kelko schlug vor, diesen leben zu lassen, da bisher noch keine Anzeichen für eine echte Plage, gefunden worden waren. Wir alle stimmten dem zu, obwohl Bango Bedenken anmeldete, dass wir vielleicht noch nicht genug Grillfleisch hätten. So liessen wir den ahnungslosen ‚Buddler‘, unbehelligt weiterziehen und zogen weiter, zur alten Grenzmauer, die dereinst, das zugehörige Areal in Richtung ‚Hafergut‘ markiert hatte.

Hinter derm baufälligen Mäuerchen, erhoben sich beeindruckende Berge, von deren Gipfeln man bis Hafergut schauen konnte, wie Sundo behauptete. Natürlich mussten wir uns mit eigenen Augen davon überzeugen und kraxelten, schnaufend und schwitzend, eines der kleineren Exemplare empor. Sundo hatte wahrlich nicht gelogen, wie wir erfreut feststellen konnten, als wir – wie Hühner auf der Stange aufgereiht -, den Blick gen Norden wandten. Hernach fanden wir auf der anderen Seite der Berge, doch noch eine grössere Rotte von Dachsen, die wir gezielt dezimierten, bevor wir dann den gemütlichen Teil des Abends einläuteten. Untermalt von der Musik Werros, brutzelten wir eine grosse Anzahl frischer Dachs-Steaks, die tatsächlich ganz hervorragend mundeten.

Bango hatte nicht zuviel versprochen und alle lobten das Grillgut in höchsten Tönen. Kelko schlug vor, diese kulinarische Entdeckung in Schären publik zu machen, dann würde sich die angebliche ‚Dachs-Plage‘, schnell von selbst eindämmen lassen. Wir nickten zustimmend, ob dieses cleveren Vorschlags, obgleich wir alle auch ein bißchen schmunzeln mussten. So endete diese schöne Exkursion der Grenzer, mit zufriedenen Gesichtern bei allen Beteiligten und Sundo beschloss, das Spinnen-Dachs-Verhältnis, auch in Zukunft, im Auge behalten zu wollen. Wiedermal hatten die ‚Grenzer des Auenlands‘ ihre Pflicht erfüllt und das Auenland ein Stückchen sicherer gemacht!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Huugo Haarfuss

    Hui ein toller Bericht. Gibt wohl dann öfters dachssteak beim Bango

  2. Helomee, meine kleine Schwester, hat ein schlechtes Gewissen. Sie glaubt, für die Dachsplage verantwortlich zu sein. Sie übt im Steinbruch ihre Bogenfertigkeiten, indem sie dort Spinnen erlegt. Kann ich sie beruhigen, weil es keine Plage gibt? Sie hatte keine böse Absicht im Sinn. Sie glaubte, den Hobbits vor Ort einen Gefallen zu tun und wollte das zum Anlass nehmen, das Bogenschießen zu üben.

    • Beuno Willowtree

      Ja, ich denke schon, dass Du sie beruhigen kannst, Fara. Eine wirkliche Dachsplage konnte nicht belegt werden, wenn ich Sundo und Kelko richtig verstanden habe. 🙂

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