Berichte

Grenzerbericht: Analyse der Kollegen und ein zunehmendes ‚Wolfsproblem‘!

Jede Woche, wenn sich der Dienstag nähert, fiebern alle besorgten Bürger, der 'Grenzerstunde' der 'Grenzer des Auenlandes' entgegen, die traditionell an diesem Wochentag, ab der achten Abendstunde, im schönen Weiler 'Fuchskleve' abgehalten wird. Auch am letzten Dienstag, öffneten die Grenzerhauptmann, Kelko Breitfusz, erneut die Tore, um den Hilfesuchenden Einlass zu gewähren.

Hilfesuchende liessen an diesem Abend allerdings auf sich warten und erst im letzten Drittel der Sprechstunde, sollte mit Grenzerkollegen, Herrn Korc, ein solcher im Garten des fuchsklevener Grenzersmials erscheinen, sodass zunächst – mit den Grenzern, Kelko und Faroweis, sowie uns zivilistischen Stammgästen, Werro Hanfstengel, Bango Gerstfeld und meiner Wenigkeit, Beuno Willowtree – nur die übliche ‚Stamm-Mannschft‘ zugegen war. Kelkos Bruder, Altgrenzer Sundo Breitfusz, hatte für diese Grenzersprechstunde freigenommen, um sich um seinen Opa Wotho kümmern zu können, dem die vorherrschende Hitze doch sehr zu schaffen machte.

So tauschten wir zu fünft die aktuellsten Neuigkeiten aus, wie es immer usus ist, insofern nicht schon ein Antragssteller, oder Hilfsbedürftiger, zugegen ist. Werro, der weitere Seiten seines Liederbuches wiedergefunden, oder ersetzt, zu haben schien, untermalte unsere Unterhaltung mit einigen feinen Melodien, welche uns hernach, allesamt, ein Lob für den pensionierten Pfeifenkrautbauer, aussprechen liessen. Ein Hauptthema war natürlich, der am vorangegangenen Sonntag stattgefunden ‚Sondereinsatz‘ der Kollegen von der ‚Grünfeldkompanie‘, an welchem ja auch, Grenzerausbilder Faroweis, Essperte Bango und ich, Reporter, Beuno, teilgenommen hatten.

Ein ausführlicher Bericht darüber, findet sich auch in dieser Ausgabe des ‚Auenländer Wochenblatt‘, die ihr gerade in Händen haltet, liebe Leser! Deshalb wollen wir an dieser Stelle, auch nicht weiter darauf eingehen und es sei nur soviel gesagt, dass Kelko und Werro, sich sehr erfreut über das positive Ergebnis, welches Obergrenzerin Monabella und ihre Leute, dort erzielt hatten, zeigten und ihnen dafür, allerhöchste Anerkennung aussprachen! Grenzerausbilder, Faroweis Birnhaag, zeigte sich erneut etwas dünnhäutig, was wohl mit seiner bevorstehenden, zweiwöchigen Fortbildungsreise, in der er seinen Ausbilderschein zu erneuern hat, zu erklären war, reagierte er doch erneut sehr gereizt auf meine kleinen ‚Juxereien‘, weswegen Hauptmann Kelko, mehrfach dazwischengehen und ein Machtwort sprechen musste.

Ein weiterer Punkt der Besprechung, waren die kuriosen Einladungen aus ‚Winterheim‘, die wir alle – bis auf Herrn Werro – am Morgen in unseren Briefkästen, vorgefunden hatten. Immerhin herrschte ja Hochsommer, sodass die erneuten Festivitäten in der Region ‚Frostfels‘, uns doch mehr als kurios erschienen. Anscheinend hatte der hochgelegene Landstrich, einen Temperatursturz, samt heftigen Schneefall, abbekommen, sodass der Bürgermeister kurzerhand, eine ‚Zwischensaison‘ der Spiele und Feiern, ausgerufen hatte. Kelko schlug vor, sich das doch einmal selbst anzuschauen und die kurze Reise dorthin, sofort in Angriff zu nehmen.

Die Aussicht auf eine Abkühlung in ‚Winterheim‘, erschien uns allen sehr verlockend und da keine Besucher mehr zu kommen schienen, waren wir drauf und dran, Kelkos Vorschlag zuzustimmen, als doch noch ein offizieller Gast auf dem Grenzersmialgelände erschien. Grenzer Korc, von der bereits erwähnten ‚Grünfeldkompanie‘, der dort bereits seit über siebzehn Jahren, beharrlich seinen Dienst versieht, kam aufgrund einer besorgniserregenden Entwicklung, seine Heimat betreffend, nach Fuchskleve.

 

Korc: Nun, ich wollte eigentlich nur Herrn Kelko eine Abschrift der Berichte über die Wolfsangriffe im Grünfeld übergeben. Wenn ihr es genau wissen wollt: Ich und der Herr Unterberg mussten einen Wolf bekämpfen, der ein kleines Hobbitmädchen angegriffen hatte. Glücklicherweise wurde sie nicht verletzt. Das kann man vom Wolf nicht mehr behaupten! Nun ja, es gab in letzter Zeit vermehrt Sichtungen von Wölfen im Grünfeld, jedoch mieden sie bisher die Wege. Dann war der Vorfall mit dem Mädchen und jetzt ist ganz Hafergut außer sich. Es wurden schon Dutzende Briefe an den Bürgermeister gesendet, die fordern, dass wir eine große Jagd auf die Biester veranstalten!‘

 

Kelko und Faroweis, zeigten sich sehr geschockt und sicherten Korc und den ‚Grünfeldern‘, sogleich ihre volle Unterstützung zu und versprachen, ohne Umstände, gen Hafergut zu eilen, sollte ihre Mitarbeit gewünscht werden. Werro schien das Ganze weniger ernst zu nehmen und fragte den ernsten Herrn Korc doch tatsächlich: ‚Wenn es ein ganzes Dutzend Wölfe sind, nennt man die dann ‚Zwölfe‘?‘

Bango und ich, konnten darüber herzhaft lachen, während die drei Grenzbeamten, nur wenig amüsiert schienen und sauertöpfische Grimassen zogen. Kelko sagte Korc – rasch ablenkend – zu, seinen Bruder Sundo, über die ‚Wolfsangelegenheit‘ zu informieren und zeitnah, einen Plan für eine grossangelegte Jagd, vorzulegen, was den grünfelder Grenzer, sichtlich beruhigte, der sich daraufhin, zackig und zufrieden salutierend, wieder verabschiedete.

Wir banderen beendeten die Grenzerstunde dann auch, mit einigen körperlichen Ertüchtigungen, unter Leitung von Grenzerausbilder Birnhaag, da dieser ja dann erstmal für zwei Wochen abgängig sein würde. So verabschiedeten wir uns mit ‚einer Träne im Knopfloch‘, wünschten Faroweis alles Gute, für seine Fortbildung und zogen dann jeweils, unserer unterschiedlichen Heimwege.

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Was ist das nur für eine Welt, in der ein kleines Hobbitmädchen mit ihrem roten Käppchen nicht durch den Wald gehen kann, um der Omi ein Verpflegungskörbchen zu bringen, ohne dabei von Wölfen bedroht zu werden.

    Nicht alle kleinen Hobbitmädchen sind so wehrlos wie sich das diese Wölfe erhoffen. Die hatten Glück, daß sie mir nicht begegnet sind.

    Weiß der Korc nicht, daß sich nur Esel als erstes nennen? Das wäre mal ein Thema worüber Schalotte aufklären könnte. In letzter Zeit laufen immer mehr solcher Esel umher.

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