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Geniesserstübchen nur ‘pro forma’ geöffnet!

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Veranstaltungsbericht. Am vergangenen Montag, hatte das ‘Geniesserstübchen’ in Lindental, eigentlich einen regulären Schanktag angesetzt, welcher jedoch, in seiner ursprünglich angedachten Form, aufgrund anderer Termine von Besitzerin, Mairad Flinkfuss und ihrer Oma Tagetes, nicht stattfinden konnte. Mitbetreiber, Faroweis Birnhaag, bot spontan an, das Lokal anstelle der Damen zu öffnen, um keinen Gast zu verprellen, der – trotzdem keine Kapelle aufspielte und auch sonst keine Werbung gemacht wurde – eventuell vorbeischauen sollte. Mairad nickte diese Offerte dankend ab und so harrten Faroweis und Oberkellnerin, Millefolia Minzbeer, der Dinge – und der Besucher -, die da wohl kommen mochten.

 

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Um es vorweg zu nehmen, war ich, Beuno Willowtree, letztendlich der einzige Gast, der an diesem Abend, das urige Lokal aufsuchte, da ich zufälligerweise, am Vortag, von den Plänen meines guten Freundes, Faroweis, erfahren hatte. Ich wurde umhegt, wie der sprichwörtliche ‘König’, den ein Gast ja eigentlich immer, für die Lokal-Angestellten, verkörpern sollte und bekam von der aufmerksamen Millefolia, in Rekordzeit, ein dunländisches Bier – ein ‘Curu’ – gezapft und serviert!

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Auch Faroweis zeigte sich als sehr vorbildlich und brachte mir ein herrliches Menü, bestehend aus Bratkartoffeln mit Speck und einer würzigen Portion Gulasch, welche – statt auf einem Teller – , erstaunlicherweise, in einem aufgeschnittenen Brotlaib kredenzt wurde! Der patente Besitzer der ‘Bäckerei Smialtörtchen’ , hatte das wunderbar schmeckende Essen, höchstselbst zubereitet und bewiess damit, dass er vom Kochen ebensoviel Ahnung hatte, wie vom Backen! Während ich, wahrlich wie ein König, schmauste, achtete die gute Milli darauf, dass mein Krug nie leer wurde!

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Als ich mich schliesslich pappsatt, auf meinem bequemen Hocker zurücklehnte und mir einen weiteren Wamsknopf öffnen musste, schlug Faroweis vor, dass er und Millefolia, nocheinmal ihr Duett, dass sie schon so erfolgreich beim Sprachkursabend des Fräulein Gwylan, im ‘Geniesserstübchen’ aufgeführt hatten, für mich – den Ehrengast des Abends – zum Besten geben könnten! Milli zeigte sich erst zögerlich, doch lenkte sie schliesslich doch ein, als Faroweis und ich, ihr Spiel vom letzten Mal, sehr lobten und ihr Mut zusprachen. So enterten sie kurzerhand den ‘Kleeblatt-Tisch’ und spielten für mich auf!

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In dem gänsehauterzeugenden Lied, ging es anscheind um eine Hobbitdame, namens ‘Lucy Pferd’ (‘Luzifer’) – oder so ähnlich – und  es wiess einen sehr spirituellen Unterton auf. Auf jeden Fall, spielten Milli und Faro es famos – noch besser, als beim ersten Mal – und ich erklomm meine Sitzgelegenheit, um begeistert mitzutanzen, derart packten mich Text, Noten und die grossartige Darbietung!

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Bei Millefolia schien das Stück, Erinnerungen und Emotionen zu wecken, die wohl mit ihrem, zur Zeit im Ausland weilenden Verlobten, Piflo Platschfuss, in Zusammenhang standen und sie in eine melancholische Stimmung versetzten, sodass sie sich kurz in die Küche verabschiedete, um sich wieder zu fangen. Faroweis bot ihr natürlich sofort, Hilfe und Unterstützung an, während ich nur mitfühlend und hilflos, aus der Ferne, zuschauen konnte! Milli hatte sich dann aber auch rasch wieder im Griff und stiess auf unser volles Verständnis, dass eine derart lange Trennung, natürlicherweise, zu Sehnsucht und Traurigkeit führen kann!

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Inspiriert durch dieses Ereignis – denn wir alle vermissten den guten Piflo natürlich – und da nun kein weiterer Gast mehr zu erwarten war, machten wir es uns vor dem Kamin gemütlich, wo uns Faroweis – wortgewandt und weichzüngig – die Geschichte seiner ersten Liebe erzählte! Natürlich dürfen wir hier keine Einzelheiten darüber abdrucken, doch hatte diese ‘Jugendliebe’ kein glückliches Ende, was Millefolia aufzeigen sollte, dass sie es als ‘Strohwitwe’, doch noch ganz gut getroffen hatte, da noch nicht alles verloren war, wie bei dem unglücklichen Faroweis! Auch ich gab dann noch eine Anekdote aus meiner Jugend – über die Flußschiffertochter ‘Walburga’, aus Bockland – zum Besten und konnte den beiden anderen damit doch noch einige Lacher entlocken, sodass die Stimmung wieder etwas besser war, als Faro dann das Gasthaus, vorzeitig zur neunten Abendstunde, absperrte. So endete ein toller Abend unter Freunden! Dankeschön, Millefolia und Faroweis!

b.wi. für A.W. 
Kategorie: Veranstaltungsberichte

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Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

6 Kommentare

  1. Mairad Flinkfuß sagt

    Danke für den Bericht lieber Beuno. Und danke an Faro und Milli fürs Stellunghalten

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