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Geniesserstübchen: Gemeinsames Kochen mit Oma Tagetes!

Am vergangenen Schanktag des 'Geniesserstübchens' in Lindental - dem letzten Sonntag -, stand erneut ein Themenabend auf dem Programm. Ab der achten Abendstunde, hatten die Inhaber, Mairad Flinkfuss und Faroweis Birnhaag, zu einem gemeinsamen Kochen - und anschliessendem Essen -, unter der Leitung von Oma Tagetes eingeladen.

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Anstelle von Mairad, begrüssten Tagetes und Faroweis die eintreffenden Hobbyköche, da die patente Goldschmiedin sich einen Halsvirus eingefangen hatte und kaum in der Lage war, auch nur schwach zu Krächzen. Immerhin war sie aber in der Verfassung, ihre Laute erklingen zu lassen und sorgte derart, für die musikalische Untermalung des Abends. Natürlich durfte das offizielle Eröffnungsstück nicht fehlen und so begrüsste Mairad, die vier Teilnehmer – zu denen sich dann noch Faroweis, als fünfter Koch gesellte – mit dem mittlerweile allseits bekannten ‚Stübchenlied‘.

Dann trat Oma Tagetes, die rüstige Grossmutter von Stübcheninhaberin Mairad, hervor, begutachtete die Partizipanten, die aus den Fräuleins, Gabiola und Tulpeline, sowie den Herren, Bango, Faroweis und meiner Wenigkeit, Beuno Willowtree, bestanden und erklärte uns kurz das Prozedere und die wichtigsten Regeln, des Kochabends. Die verschiedenen Gänge – Brot, Gulasch und Nachtisch – sollten auch von unterschiedlichen Gruppen hergestellt werden, sodass Tagetes als Erstes darum bat, dass wir drei ‚Mannschaften‘ bilden sollten.

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Faroweis und ich, wählten natürlich das Brotbacken für uns, da wir von ‚Smialtörtchen‘ her, ja schon eine grosse Erfahrung mit dieser Art Backwerk innehatten, während Fräulein Gabiola und Bango, die Gulaschzubereitung übernahmen. Fräulein Tulpeline durfte sich deshalb – zusammen mit Oma persönlich – um den Nachtisch kümmern, welcher aus einem leckeren ‚Birnen-Kudding-Kuchen‘ bestehen sollte. So instruiert, beratschlagten sich die verschiedenen Kochgruppen rasch und hörten deshalb kaum, als Oma Tagetes verkündete, dass den besten Köchen am Ende, noch ein kleiner Gewinn winken würde.

Das Kuriose dabei war allerdings, dass alle Teilnehmer unter sich wählen sollten, wer von ihnen die Siegergruppe darstellte! Ein zusätzlicher Ansporn für jeden also, als es dann endlich gen Küche ging, wo alle Zutaten für die einzelnen Gerichte, für uns bereitstanden. Trotz der Ansage von Oma Tagetes, handelte es sich bei unserer ‚Kochaktion‘ mitnichten um einen knallharten Wettbewerb, sondern eher um ein ‚gemütliches Miteinander‘, wobei die grauhaarige Wochenblattkolumnistin, auch jedem Team helfend und ratgebend zur Seite stand und, trotzdem sie ja mit Tulpeline eine Gruppe bildete, immer wieder ihre Runde zu den unterschiedlichen Arbeitsplätzen machte, um dort nach dem Rechten zu schauen.

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Am Brotbackofen bildeten Faroweis und ich ein eingespieltes Duo, sodass wir recht mühelos und schnell vorankamen und Faroweis sich sogar noch mit würzigen ‚Brot-Dips‘ beschäftigen konnte, da die gekneteten Brotlaibe, schon bald in den vorgeheizten Steinofen, eingebracht werden konnten. Tagetes sah unser Tun skeptisch und erinnerte uns daran, dass ‚Extrawürste‘, wie Faroweis Dip, nicht in die Endbewertung einfliessen würde. Auch verbot sie mir strikt, Ingredenzien, wie ‚Bogüfett‘ und Pastinakencreme, zu verwenden – weder im Teig, noch in einem der Dips! Seufzend lenkte ich ein, während mir vom Nachbartisch, Tulpelines hämisches Gelächter ins Ohr schallte. Die gewiefte Grenzerin gab gerade geschnittene Birnen in eine Schüssel und schien ebenfalls sehr fix mit dem Nachtisch voranzukommen, was aber wenig verwunderte, da sie schliesslich die Kochexpertin, Oma Tagetes, in ihrer ‚Frauschaft‘ hatte, die mit ihrer jahrelangen Erfahrung auftrumpfen konnte.

Die Oma begab sich aber nun hinüber zu Gabiola und Bango, die mit dem Hauptgericht, natürlich eine grosse Verantwortung auf ihre Schultern geladen hatten. Hier half Tagetes dann auch gleich etwas intensiver, obgleich hier, mit Bango Gerstfeld, immerhin der Koch des berühmten Gasthauses ‚Zum Efeubusch‘, am Herd stand! Der junge Hobbit zeigte sich allerdings etwas naiv und schien mehr Zutaten selbst zu essen, als letztendlich im Topf landeten. Tagetes rügte Bango deswegen streng und lobte gleichzeitig das geschickte Fräulein Gabiola, die sich – trotz fehlender Erfahrung in der Zubereitung von Gulasch – sehr gut machte und positiv durch ihre Lernbereitschaft auffiel. Die ‚Koch-Oma‘ brachte die beiden wieder auf die richtige Spur und nickte zufrieden, als sie die Gulaschsosse letztendlich kostete und wieder zu Tulpeline zurückkehrte, um der ‚Hochzeit‘ zwischen Kuchen und Birnenpudding beizuwohnen, welche die eher ‚vierschrötige‘ Grenzerin soeben, überraschend souverän und fehlerfrei vollzog!

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Da die Brote noch einige Minuten zu backen hatten und der ‚Birnenkudding‘ gerade am Abkühlen war, versammelten sich nun alle Teilnehmer um das Gulaschkochfeuer und reckten ihre Nasen gen Topf, so köstlich erfüllte der Duft des würzigen Fleischgerichts die weitläufige Küche! Oma verbot jedoch ein vorzeitiges Probieren, setzte kurzerhand, noch einen grossen Topf mit geschälten ‚Töften‘ auf und gab das Kommando an alle, ihre Gerichte servierfertig zu machen, da es nun in die ‚heisse‘ Endphase ging. Faroweis und ich, holten die knusprigen Brote punktgenau aus dem Ofen und richteten ein Tablett mit verschiedenen Dips und einem grossen Stück Butter an, dass wir hinaus in den grossen Saal trugen, wo das Fräulein Mairad immer noch unermüdlich ihre Laute zupfte.

Ihre feine Musik, hatte uns auch während des Kochens zusätzlich motiviert und uns die Arbeit leichter von der Hand gehen lassen, wie auch Gabiola und Tulpeline bestätigten, die gerade ihren Kuchen garnierte, beziehungsweise, den fertigen Gulasch in eine hübsche Servierschüssel umfüllte. Bango war gerade mit dem Futtern von ‚Balgern‘ beschäftigt, die Tagetes vorausschauenderweise, herausgegeben hatte, damit der nimmersatte Halbling, nur ja die Finger von den Hauptgerichten liesse! So abgelenkt, konnten wir anderen ungestört die grosse Tafel im Hauptsaal des ‚Geniesserstübchen‘ eindecken und riefen den jungen Gerstfeld erst dann hinzu, als wir alle schon essbereit am Tisch platzgenommen hatten.

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Was man selbst zubereitet hat, schmeckt gleich nochmal doppelt so gut! Nach diesem alten Sinnspruch, dessen Wahrheit sich wiedermal beim Essen bewiess, schlugen wir alle herzhaft zu und waren von uns selbst überrascht, wie gut wir alles doch letztendlich hinbekommen hatten! Natürlich wäre es ohne Omas Hilfe, nicht so lecker geworden, dessen waren wir Hobbyköche uns bewusst, doch auch wir hatten unseren teil Beigetragen, was uns einen Anflug von Stolz spüren liess. Am Ende des vorzüglichen Mahls, konnten wir uns dann auch einstimmig, für das ‚Gulasch-Team‘ als Sieger des Abends, einig werden, als Oma Tagetes nach unserem Votum verlangte.

Gabiola und Bango, durften sich somit, über jeweils einen hübschen Teppich und ein Schmuckstück nach Wahl, aus der Goldschmiede von Fräulein Mairad, freuen! Die spät eintreffenden, Fräulein Gutra und Herr Bubikopf, konnten sich dann auch noch von unserer ‚Kochkunst‘ überzeugen, da wir, in weiser Voraussicht, natürlich von allen Speisen, grössere Mengen zubereitet hatten. So endete dieser wunderbare Kochabend im ‚Stübchen‘, mit vollen Mägen und zufriedenen Besuchern, die sich alle sogar noch einen individuellen ‚Fresskorb‘ mit nach Hause nehmen durften!

Grossen Dank, an Oma Tagetes, Mairad und Faroweis, für diesen, erneut hoch gelungenen, Abend im ‚Geniesserstübchen‘!

Beuno Willowtree ist ein vierzigjähriger Bockländer, der hauptsächlich in der Holzwirtschaft tätig ist. Zu seinen Leidenschaften zählen aber auch der Angelsport und das Jagen, welches er von Kindesbeinen an von seinem Onkel beigebracht bekam. Trotzdem eher friedfertig veranlagt, tauschte er schon bald desöfteren die Rute und den Bogen gegen Zeichenstift und Papier und fertigte lieber Bildnisse der Tiere an, anstatt diese zu erlegen. Dies blieb nicht gänzlich unbemerkt und so geschah es, dass auch das Auenländer Wochenblatt aufmerksam wurde und eines seiner Werke erstand und abdruckte.

  1. Mairad Flinkfuss

    Ein wundervoller Bericht lieber Beuno. Hoffentlich war Oma nicht zu streng

    • Beuno Willowtree

      Dankeschön, liebe Mai! 😀 Nein, nein..die Oma war sehr nett und hilfsbereit! 🙂

  2. Immer wieder schön und stimmungsvoll anzuschauen das Stübchen, tut mir leid, dass ich nicht früher da war, aber hat sich ja doch noch gelohnt nach dem Rechten zu sehen 🙂

  3. Tulpeline

    Das gemeinsame Kochen war sehr schön und lustig. Gerne wieder.

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