Ratgeber

Frau Buchsbaum rät…

Das Führen eines Haushalts ist eigentlich keine große Sache. Manch eine Hausfrau stellt das aber vor eine organisatorische Herausforderung. Das kann an der eigenen Mutter liegen, die ihre Tochter als Kind nicht mit in die Aufgaben eingebunden hat, oder selbst unorganisiert war. Das kann aber auch an der mangelnden eigenen Disziplin liegen und dem damit einhergehenden moralischen Defiziten. Dieser anonyme Leserbrief aus Waldhof offenbart solche Schwächen, weshalb sich die Verfasserin zu recht an mich wendet, um aus diesem Dilemma herauszufinden.

 

Anonymer Leserbrief aus Waldhof

Verehrte Frau Buchsbaum,

ich bemühe mich Tag für Tag darum, mein Smial in Ordnung zu bringen und zu halten. Mein Mann schaut mich aber immer schon strafend an, wenn er sieht, dass ich nicht alles geschafft habe. Ich verstehe das auch nicht, ich habe eigentlich genug Zeit, die Aufgaben zu erledigen, aber ich verzettele mich andauernd.

[Name der Redaktion bekannt]

 

Frau [Anonym],

Euer Mann hat Recht, wenn er Euch anmahnt. Während er seiner Arbeit nachgeht, um auch Euer Auskommen zu sichern, ist es Eure Pflicht, das Heim in Ordnung zu halten, seine Wäsche zu reinigen und stärkende Mahlzeiten zu kochen. So war es immer schon und so wird es auch immer bleiben. Diese Aufteilung der Pflichten hat sich in Jahrhunderten bewährt und sollte nicht aufgeweicht werden. Einige Hobbits glauben aber inzwischen, dass ein Smial nur so sauber sein müsse, wie sie sich wohl darin fühlen. Also gehen sie weniger diszipliniert vor. Das hat zum einen die Folge, dass Smial und Garten ungepflegt aussehen, zum anderen bewirkt das aber auch eine allgemeine Trägheit bei den Frauen des Hauses. Die Ansprüche werden gesenkt und irgendwann verlottert nicht nur der Haushalt, sondern auch die Moral derjenigen, die darin wohnen. 

Da Ihr offensichtlich Schwierigkeiten habt, Euch zu organisieren, will ich Euch ein paar Ratschläge geben. Ich muss dazu allerdings anmerken, dass diese Ratschläge nur für eine Übergangszeit zu befolgen sind. Spätestens nach zwei oder drei Wochen solltet Ihr in der Lage sein, euren Haushalt ohne Kniffe und Leitfaden zu meistern.

Zunächst: Schreibt Euch eine Liste mit den anfallenden Aufgaben. Geht durch Euer Smial und schaut Euch gründlich um. Jede Kleinigkeit solltet Ihr aufschreiben: Boden fegen, Bilder geraderücken, Spinnenweben entfernen, Wäsche waschen, Geschirr ordnen, kochen und so weiter. Und wenn Ihr mit Eurer Liste fertig seid, zeigt sie Eurem Mann und fragt ihn, ob ihm noch mehr aufgefallen ist, was Ihr vernachlässigt habt. Reicht ihm dazu ein feines Gebäckstück. Bedenkt, dass er dann bereits einen harten Arbeitstag hinter sich hat.

Habt Ihr die Liste fertiggestellt, ordnet sie sinnvoll. Ich rate dazu, immer nur eine Art des Putzens anzuwenden, anstatt Raum für Raum vorzugehen. Fegt erst das ganze Smial aus, entfernt überall erst die Spinnenweben oder putzt alle Fenster, bevor ihr das nächste in Angriff nehmt. So spart ihr Zeit und habt das Gefühl, eine Aufgabe auch wirklich beendet zu haben. Vergesst nicht, Euer Smial in Ordnung zu bringen, ist keine lästige Pflicht. Ihr tut das, damit Ihr und Euer Mann Euch darin wohlfühlt. Das ist auch wichtig für eine gelingende Ehe.

Tut Euch auch selbst einen Gefallen und macht immer dann einen Handgriff, wenn Ihr ihn machen könnt. Nach dem Essen ist das Geschirr umgehend abzuräumen und zu reinigen. So habt Ihr nicht am Ende des Tages einen großen Stapel davon zu erledigen, sondern stets kleinere Mengen. Zuber und Töpfe sollten nach Benutzung ebenfalls gleich gereinigt werden. Wenn Ihr und Euer Mann abends zum Schlafen die Kleidung wechselt, prüft gleich, ob die Tageskleidung gewaschen werden muss. Ist es so, legt sie geordnet in den Wäschekorb. Falls nicht, legt Euer beiden Kleidung ordentlich zusammen und platziert sie auf einem Stuhl für den nächsten Tag.

Plant genau, wie lange Ihr für das Kochen braucht und fangt rechtzeitig damit an. Nichts ist unangenehmer für den Ehemann, wenn er nach Hause kommt und auf sein Essen warten muss, oder es kalt und wabbelig ist. Bemüht Euch! 

Klopft Eure Teppiche regelmäßig aus, sonst verteilt sich der Staub darin mit jedem Schritt im ganzen Smial. Und vergesst nicht, Eure Mathoms regelmäßig abzustauben, das sind schließlich keine Staubfänger, sondern dekorative Andenken. So oder so gilt: Erarbeitet Euch eine regelmäßige Routine. Nicht nur, um den Haushalt in den Griff zu kriegen, sondern auch, um Euch zu disziplinieren. Wenn Ihr diese Routine innehabt, führt sich der Haushalt von ganz alleine.

 

Müffelnde Wäsche

Immer wieder höre ich, dass Hausfrauen sich über schlecht riechende Wäsche beschweren, obwohl sie frisch ist. Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben, ist aber in den meisten Fällen auch vermeidbar. Das wichtigste ist, getragene Wäsche nicht wieder zurück in den Schrank zu legen. Dort überträgt sich der Schweißgeruch nur auf die frische Wäsche und sorgt an ihnen für unangenehme Gerüche. Es kann aber auch eine feuchte Umgebung die Ursache für Muffgeruch sein. Darum ist es unerlässlich, die Wäsche gleich nach dem Waschen gründlich trocknen zu lassen. Idealerweise natürlich an der frischen Luft. Erst dann solltet Ihr sie zusammenlegen und im trockenen Schrank verstauen.

Auch die Waschutensilien können die Ursache für schlechten Geruch sein. Reinigt Euer Waschbrett und Zuber regelmäßig, mindestens zwei Mal in der Woche. Vergesst nicht, dafür von Zeit zu Zeit kochendes Wasser zu verwenden. Das hilft dabei, schmierige Stellen zu beseitigen und miefigen Belag abzutöten.

Ist das Törtchen bereits in den Brunnen gefallen, könnt Ihr versuchen, die trockene Wäsche auszulüften. Manchmal hilft das, um den Geruch zu vertreiben. Im Zweifel hilft nur, die Wäsche erneut zu waschen. Weicht sie dann aber vorher mit Essigwasser ein. Beachtet nur, dass das der Wäsche die Farbe entziehen kann, aber lieber ein blasses Kleid, als ein übelriechendes.

Schalotte Buchsbaum

Schalotte Buchsbaum ist eine gebürtige Pfefferpott aus dem vornehmen Ort Lützelbinge und hat eine Schwester und einen Bruder. Inzwischen wohnt sie in Lindental, zusammen mit ihrem Mann Filbu Buchsbaum. Sie gilt als belesen, gründlich und selbstbewusst. Schon vor einiger Zeit schrieb sie für „Tilions Boten“, der inzwischen aber nicht mehr gedruckt wird. Derzeit arbeitet sie in einer Bibliothek in Sprotten, wenn sie nicht gerade Kohlrouladen für ihren Mann kocht, oder das Unkraut zwischen den Pflastersteinen von Lindentals Straßen jätet.

  1. Beuno Willowtree

    Sehr sinnvolle Ratschläge erneut, liebe Frau Buchsbaum! Besonders die Aufteilung der Arbeiten nach ihrer Art, halte ich für sehr logisch. Werde das in Zukunft, auch so anzuwenden versuchen! 😀

    (( OOC: Fehlt da am Ende nicht ein Abschnitt des Artikels? ))

    • Schalotte Buchsbaum

      Herr Willowtree,

      es wird an der Zeit, dass Ihr eine Dame findet, die Euch den Haushalt abnimmt. Es ist nicht Eure Aufgabe als arbeitender Mann, sich um den Haushalt zu kümmern. Ich werde Euch ein fleißiges Hausmädchen schicken. Sie ist nicht teuer und sehr engagiert. Bis Ihr verheiratet seid, kann sie sicher diese Aufgaben übernehmen.

      Schalotte Buchsbaum
      Lindental

      ((Oh ja, da fehlt der Haushaltstipp!))

      • Beuno Willowtree

        Oh, aber ich hab seit einiger Zeit zwei Haushaltshilfen, Frau Buchsbaum! Allerdings haben die (noch) nicht solch eine Organisation, wie ihr sie vorschlagt.

      • Sag doch nicht sowas Schalotte! Der Beuno soll doch auf mich warten, bis ich alt genug bin zum heiraten. Außerdem ist es gut, daß er so selbstständig ist und seine Pastinaken selbst zubereiten kann. Jungens, die so unbeholfen und abhängig sind, wie dein Filbu es ist, sind ja geradezu peinlich. Du kannst ja nicht einmal verreisen, muß du doch davon ausgehen, daß Filbu dann verhungert.

  2. Mairad Flinkfuss

    Danke für den Artikel Frau Buchsbaum

  3. Ooooooch Schalottchen! Jetzt bin ich aber enttäuscht. Da habe ich dich letzte Woche noch so gelobt. Jetzt bekommst du wieder einen Rückfall und schreibst erneut solchen Unsinn. Die Junges können sehr wohl bei der Hausarbeit helfen. Und es mach überhaupt nichts, wenn sie das Abendessen zubereiten. Der sogenannte „harte Arbeitstag“ ist nicht halb so anstrengend, wie es Filbu dir eingeredet hat. Und bei Filbu, dem nichtsnutzigen Faulpelz, ist die Arbeit eher eine Art seelische Regeneration. Sicher brauch er diese Zeit zur Erhohlung, muß er dich doch zu Hause ertragen. Aber den ganzen Tag zu schlafen, ist keine harte Arbeit, obgleich das sehr müde machen kann.

  4. Tulpeline

    Ja die gute Schalotte ist sehr Traditionsbewusst. Ich glaub ihr würde es nicht gefallen wenn sie wüsste wie es bei mir so läuft hihi. Aber so ist das nun mal bei uns Grenzern. Da läuft alles ein wenig anders.

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